Es wird gesät.
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Es wird gesät · Beitrag Nr. 216

Treue und Untreue — Beitrag Nr. 216

Zusammengestellt von Jakow Lewen · Ausgabe 2001 · Originalseite 78

Während des Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten von Amerika entdeckte ein junger Mann auf dem Schlachtfeld seinen Freund unter den Verwundeten. Offensichtlich hatte er nicht mehr lange zu leben.

Der junge Mann beugte sich zu ihm hinunter, goss Wasser aus seiner Feldflasche, gab ihm zu trinken und wischte ihm das Blut vom Gesicht. Dann fragte er: „Kann ich noch etwas für dich tun, Charlie?“

Der Sterbende wusste, dass sein Ende nah war, und dachte an seine Lieben zu Hause. Er sagte: „Ja. Wenn du ein Stück Papier hast und einen Brief an meinen Vater schreibst, habe ich wohl noch genug Kraft, ihn zu unterschreiben. Mein Vater ist ein bekannter Richter in einem der Nordstaaten. Wenn du ihm diesen Brief bringst, wird er dir helfen.“

Der Brief lautete: „Lieber Vater! Ich sterbe auf dem Schlachtfeld, und einer meiner Freunde steht mir bei. Wenn er jemals zu dir kommt, sei um Charlies willen gut zu ihm.“ Dann unterschrieb er den Brief mit seinen erstarrenden Fingern und starb.

Der Bürgerkrieg mit all seinen Schrecken und Leiden ging zu Ende, und die Soldaten kehrten nach Hause zurück. Einer von ihnen kam eines Tages in zerlumpter Uniform zum Haus des Richters. Er sah wie ein Landstreicher aus, und die Diener ließen ihn nicht hinein. Er wartete, bis der Richter zurückkehrte, trat vor ihn und hielt ihm den zerknitterten Zettel hin. Der Richter hielt ihn für ein weiteres Bittgesuch und schob den Soldaten beiseite. Doch dieser stellte sich erneut vor ihn und machte ihn auf die Unterschrift aufmerksam. Da umarmte der angesehene Richter den Soldaten, führte ihn in sein Haus und sagte mit Tränen in den Augen: „Du sollst alles bekommen, was mein Geld und mein Einfluss dir verschaffen können.“

Das bewirkte der Name Charlie, der Name seines Sohnes.

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