„Papa“, fragte ein sterbendes Mädchen, „wie viel Geld hast du in einem Jahr für mich ausgegeben?“
Ihr Vater war ein weltlich gesinnter Mann, der kaum an Gott dachte und ganz in seinen irdischen Angelegenheiten aufging. Nun, da er sein einziges Kind verlor, war er zutiefst erschüttert.
„Ach, mein Kind, sprich nicht davon! Warum sollten wir die Ausgaben zählen? Ich würde hundertmal so viel für dich ausgeben, wenn du nur bei mir bleiben könntest!“ Doch das Mädchen ließ nicht locker.
„Papa, sag es mir. Ich möchte es wissen.“
„Nun gut“, gab der Vater schließlich nach. „Dann sage ich es dir ungefähr.“ Er nannte eine große Summe.
Es wurde still. Offenbar beschäftigte das Mädchen ein Gedanke. Schließlich flüsterte die schwache Stimme, die bald für immer verstummen sollte:
„Papa! Versprich mir, dass du nach meinem Tod jedes Jahr genauso viel für andere Kinder ausgeben wirst — für Kinder, die ärmer leben als ich und keinen so guten Papa haben wie meinen … Papa, wirst du das tun?“
Die Worte seiner Kleinen brachten den Vater sehr in Verlegenheit. Doch er versprach ihr fest, ihren Wunsch zu erfüllen.
Was wurde daraus? Der weltlich gesinnte, bis dahin völlig gleichgültige Mann veränderte sich von Grund auf. Er war reich und nun kinderlos. Doch die Worte seiner Tochter ließen ihn darüber nachdenken, wozu ihn sein Reichtum verpflichtete. Er baute ein Haus, zunächst eines, dann mehrere weitere. Darin fanden viele unglückliche Waisenkinder ein liebevolles Zuhause. Auch er selbst wurde ein besserer und glücklicherer Mensch: Er wurde ein Jünger Jesu Christi. All das bewirkten die guten Worte seiner sterbenden Tochter.
Sät gute Gedanken, und ihr werdet gute Taten ernten.