Es wird gesät.
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Es wird gesät · Beitrag Nr. 5

Alkohol und Rauchen — Beitrag Nr. 5

Zusammengestellt von Jakow Lewen · Ausgabe 2001 · Originalseite 10

Eines Tages wurden Passanten auf das seltsame Verhalten eines Mannes aufmerksam. Mit einem hölzernen Metermaß in der Hand war er an die Tür einer Schankwirtschaft getreten und begann, sie auszumessen.

„85 Zentimeter breit und zwei Meter hoch“, murmelte er. Dann wandte er sich den Neugierigen zu, die stehen geblieben waren, und erklärte: „Diese Tür ist nur zwei Meter hoch und 85 Zentimeter breit. Insgesamt also eine recht kleine Tür. Doch ich hatte einmal ein Haus — und es ist vollständig durch diese Tür gegangen. Ich besaß Land — auch das ist ganz hindurchgegangen. Ich hatte kostbare Möbel — sie gingen durch diese Tür, ohne dass man sie auseinandernehmen musste. Ich hatte Ersparnisse — und sie sind alle durch diese Tür verschwunden. Wenn das nur alles gewesen wäre! Doch damit war es nicht zu Ende. Ich war gesund und kräftig, aber neulich sagte der Arzt zu mir: ‚Ihre Gesundheit haben Sie durch die Wirtshaustür getragen!‘ In meiner Jugend hatte ich einen guten Ruf. Heute glaubt mir niemand mehr. Man sagt über mich: ‚Das ist ein Säufer!‘ So ist auch meine Ehre durch diese Tür gegangen.

Früher hatte ich ein gutes, mitfühlendes Herz. Es tat mir weh, wenn ich sah, dass meine Frau und meine Kinder meinetwegen weinten. Doch seit ich durch diese Tür ging, brachte ich sie immer häufiger zum Weinen.

Ich habe einen Kopf auf den Schultern und hätte auf meinen Verstand stolz sein können. Und doch kam ich so oft derart betrunken aus dem Wirtshaus, dass ich nichts mehr begriff und einem Tier glich. Auch mein Verstand ist durch diese Tür gegangen.

Ich hatte ein Gewissen und wusste, was ehrlich und unehrlich, was schlecht und was gut ist. Aber war es gut, meinen ganzen Besitz zu vertrinken? War es gut, meinen Körper zu vergiften? War es richtig, mein Leben zugrunde zu richten? Habe ich gut daran getan, meiner Umgebung ein schlechtes Beispiel zu geben? Natürlich nicht. Ich hörte nicht auf die Stimme meines Gewissens. Deshalb sind auch mein Gewissen und mein Glück durch dieselbe Tür verschwunden.

Oft verließ ich das Wirtshaus mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen, doch tief in meinem Herzen war ich unglücklich …“

Nach diesen Worten ging er fort. Die Zurückgebliebenen sagten zueinander: „Er hat recht! Er hat die Wahrheit gesagt!“ Dann aber gingen auch sie alle, einer nach dem anderen, gehorsam durch dieselbe sonderbare Tür. Wie fügsame Sklaven gingen sie demütig dorthin, wohin ihr Herr sie schickte.

„Ihr habt den Teufel zum Vater und wollt tun, wonach es euren Vater verlangt …“ (Johannes 8,44.)

„Jeder, der die Sünde tut, ist ein Sklave der Sünde … Wenn euch nun der Sohn frei macht, werdet ihr wirklich frei sein …“ (Johannes 8,34.36.)

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