Es wird gesät.
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Es wird gesät · Beitrag Nr. 511

Gebet — Beitrag Nr. 511

Zusammengestellt von Jakow Lewen · Ausgabe 2001 · Originalseite 201

Im neunzehnten Jahrhundert lebten in London zwei Schwestern. Eine von ihnen hatte eine körperliche Behinderung. Sie konnte weder zum Gottesdienst gehen noch in der Gemeinde mitarbeiten. Doch sie wollte etwas beitragen und überlegte, wie sie die geistliche Arbeit unterstützen könnte.

Eine schwere Last bedrückte sie. Sie hatte den Eindruck, dass das geistliche Leben in den Gemeinden darniederlag. Die Sünde drang in die Gemeinden ein. Christus blieb den Menschen verborgen, und Satan zog Seelen ins Verderben. Das bedrückte sie unsäglich. Sie rief zu Gott und betete für London und das geistliche Leben der Stadt.

Nach einiger Zeit las sie in einer christlichen Zeitschrift von dem bekannten Prediger Dwight Moody, der besonders erfolgreich mit jungen Menschen arbeitete. Sie bat den Herrn, Moody nach London zu schicken. Lange blieb alles beim Alten, doch sie betete weiter, dass der Herr in der Stadt eine Erweckung wirken möge.

Eines Sonntags besuchte sie ihre Schwester und erzählte ihr, dass Dwight Moody aus Amerika gekommen sei und an diesem Tag in ihrer Gemeinde gepredigt habe. Voller Freude dankte sie dem Herrn für die wunderbare Antwort auf ihre Gebete. Von da an wollte sie dem Herrn vor allem dienen, indem sie für die unsterblichen Seelen der Menschen betete.

An jenem Morgen hatte Moody davon gesprochen, wie hart der Boden für geistliche Arbeit in London sei. Am Abend stand er wieder auf der Kanzel und verkündigte die Botschaft der Rettung mit besonderer Schlichtheit. Nach der Predigt bat er alle aufzustehen, die Christus als ihren Retter annehmen wollten. Fast alle standen auf. Moody glaubte, man habe ihn missverstanden, und bat noch einmal ausdrücklich diejenigen aufzustehen, die bereit seien, ihr sündiges Leben hinter sich zu lassen. Wieder erhoben sich fast alle. Moody konnte es immer noch kaum glauben und bat sie, sich zu setzen. Dann öffnete er die Türen zu einem Nebenraum und sagte:

»Nur wer die Welt und die Sünde hinter sich lassen und mit Christus nach Golgatha gehen will, soll aufstehen und in den Nebenraum kommen.«

Wieder standen fast fünfhundert Menschen auf und eilten in den anderen Raum. Ihnen war bewusst geworden, wie sehr sie Rettung brauchten. Moody schämte sich seines geringen Glaubens und pries Gott für seinen Segen.

Am nächsten Tag reiste Moody nach Dublin. Bald erreichte ihn ein Telegramm aus London mit der Bitte zurückzukommen. Die Menschen strömten in das Bethaus und sehnten sich nach Rettung. Moody kehrte zurück und predigte viele Tage lang.

Er staunte noch immer und pries Gott in seinem Herzen. Wie es zu einer solchen Erweckung gekommen war, konnte er sich nicht erklären. Eines Tages bat ihn eine Frau, ihre Schwester zu besuchen, die wegen ihrer Behinderung zu Hause bleiben musste. Als Moody die Frau kennenlernte, die unablässig zu Gott gebetet hatte, wurde ihm alles klar. Durch die Gebete dieser körperlich schwachen Frau war London reich gesegnet worden.

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