Man erzählt von einer gläubigen gehörlosen Frau, die nicht sprach, aber lesen und schreiben konnte. Sie versäumte keinen Gottesdienst und verfolgte ihn stets so aufmerksam, als könnte sie Gottes Wort hören.
Eines Tages fragte jemand:
»Was hat diese Frau davon, im Gottesdienst zu sitzen, wenn sie nichts hört?«
»Sie hört nichts, aber sie sieht und versteht alles«, antwortete man ihm.
Als man die Frau selbst fragte, schlug sie die Bibel auf, suchte die passende Stelle heraus und gab sie den anderen zu lesen:
»Eines habe ich vom Herrn erbeten, danach verlange ich: dass ich alle Tage meines Lebens im Haus des Herrn wohnen, seine Schönheit schauen und seinen Tempel aufsuchen darf …« (Ps 27,4; in der russischen Vorlage Ps 26,4)