Es gibt eine Sage von einem deutschen Baron, der in seiner Burg am Rhein einen Draht von einem Turm zum anderen spannte. Der Wind sollte ihn in eine Äolsharfe verwandeln. Sanfte Lüfte spielten um die Burg, doch es erklang keine Musik.
Eines Nachts brach ein ungeheurer Sturm los. Berg und Burg erbebten. Der Baron trat vor die Tür, um das furchtbare Unwetter zu betrachten. Da erfüllten die Töne der „Äolsharfe“ die Luft. Es hatte eines Sturms bedurft, um die Musik hervorzurufen!
Kennen Sie nicht auch Menschen, deren Leben in Zeiten ungetrübten Wohlergehens keine bezaubernde Musik hervorbrachte, die aber, als der Sturm über sie hereinbrach, ihre Mitmenschen mit der Kraft und Wucht ihrer Musik in Erstaunen versetzten?
Auf Gott kannst du dich immer verlassen. Wenn du das Unglück in der rechten Haltung durchgestanden hast, wird er die Zeit danach tausendmal gesegneter machen als die Zeit vor der Prüfung. „Jede Züchtigung scheint für den Augenblick nicht Freude, sondern Traurigkeit zu bringen; danach aber …“ (Hebräer 12,11.) Welch ein Lohn!