Мишпатим — законы, справедливость и завет
markiert Stellen, an denen die deutsche Übersetzung bewusst vom russischen Original abweicht. Antippen oder darüberfahren zeigt den Hinweis.
Mischpatim ist der Wochenabschnitt über die Gesetze der Tora und das Leben der Gesellschaft. Alex Blend behandelt Verantwortung, Gerechtigkeit, die Beziehungen zwischen Menschen und den Abschluss des Bundes. Das Stenogramm enthält den hebräischen Text, eine Transliteration, eine Übersetzung, Kommentare des Autors und die Haftara aus Jirmejahu.
Мишпатим — недельная глава о законах Торы и жизни общества. Алекс Бленд разбирает ответственность, справедливость, отношения между людьми и заключение завета. Стенограмма включает текст на иврите, транслитерацию, перевод, авторские комментарии и ѓафтару из Йирмеяѓу.
Mischpatim: Womit beginnen wir? (21,1–19)
Мишпатим: с чего начнём? (21:1-19)
Mit Gottes Hilfe beginnen wir gemeinsam, einen neuen Wochenabschnitt zu studieren, den Abschnitt Mischpatim. Er beginnt mit Kapitel 21 des Buches Schemot. Dieser Abschnitt ist ungewöhnlich. Anders als in den anderen Abschnitten, in denen wir irgendeine Erzählung gelesen haben, einen Bericht über irgendwelche Ereignisse, die den Erzvätern, den Vätern oder dem Volk Israel widerfahren, werden wir hier im Grunde eine Sammlung lesen, eine Liste göttlicher Gesetze. Manchem wird diese Liste ungeordnet erscheinen, aber wir werden das ganz allmählich klären. Das Zehnwort ist schon gegeben, aber die zwei Tafeln sind noch nicht entstanden, auf ihnen ist noch nichts aufgeschrieben. Das ist der allererste Anfang des Umgangs Gottes mit dem Volk und die allerersten Gesetze (nicht Gebote, sondern Gesetze, da gibt es einen Unterschied), die der Höchste dem Volk Israel gibt. Lasst uns lesen und nach und nach verstehen.
С Божьей помощью мы с вами начнём изучать новую недельную главу, главу Мишпатим. Она начинается с 21 главы книги Шмот. Эта глава необычная. В отличие от других глав, в которых мы читали какое-то повествование, рассказ о каких-то событиях, которые происходят с Праотцами, с Отцами или с народом Израиля, здесь мы будем читать, по сути, свод, список Божественных законов. Некоторым покажется, что список этот беспорядочный, но мы с этим потихонечку разберёмся. Десятисловие уже дано, но ещё не родились две скрижали, на них ещё ничего не записано. Это самое начало общения Бога с народом и самые первые законы (не заповеди, а законы, есть разница), которые Всевышний даёт народу Израиля. Давайте читать и понемногу разбираться.
וְאֵלֶּה הַמִּשְׁפָּטִים אֲשֶׁר תָּשִׂים לִפְנֵיהֶם׃
we’élle hammischpatím aschér tassím lifnehém
веэ́ле ѓамишпати́м аше́р таси́м лифнеѓе́м
1. Und dies sind die mischpatím, die du ihnen vorlegen wirst.
1. И вот мишпати́м, которые ты перед ними положишь.
Das Wort mischpatím ist der Plural des Wortes mischpát (Gericht), im heutigen Verständnis gerade Gerichtsverfahren oder Satz. Ein Satz als Einheit der Sprache kann ein Fragesatz, ein Ausrufesatz, ein Aussagesatz sein, ein literarischer Satz oder ein abgeschlossener, ausformulierter Gedanke. Was sagt der Höchste hier zu Mosche? Er sagt: „Hier sind Beispiele von Gesetzen, Beispiele von Satzungen und Entscheidungen irgendwelcher konkreter Situationen, die du dem Volk Israel vorlegen wirst, durch die du sie lehren wirst, überhaupt zu erkennen, was das göttliche Gesetz ist.“ Wenn man einem Computer beibringen will, Gesichter zu erkennen, männliche oder weibliche, zeigt man ihm viele, viele Gesichter durcheinander und markiert: Dies hier ist ein männliches, dies hier ist ein weibliches. Allmählich bildet sich bei ihm ein neuronales Netz, und der Computer lernt (so entsteht künstliche Intelligenz), Gesichter zu erkennen. Ich sage das sehr vereinfacht. Genauso arbeitet auch das menschliche Gehirn, das Gehirn eines Kindes. Wir, ihr und ich, jeder von uns, unterscheidet ein männliches Gesicht von einem weiblichen auf der Grundlage von Erfahrung, auf der Grundlage dessen, dass wir viele Gesichter gesehen haben. Wenn wir zum Beispiel irgendeinen Apfel sehen, können wir sagen, dass das ein Apfel ist. Oder andererseits, wenn wir eine Aubergine sehen, werden wir sie bestimmt nicht für einen Apfel halten. Und hier sagt der Höchste: „Hier sind Beispiele, hier sind Muster von Gesetzen, auf deren Grundlage das Volk Israel lernen wird, sie später anzuwenden.“ Wir werden weiter untersuchen, wie das funktioniert. Und so beginnt der Höchste, seine Gesetze aufzuzählen, Gesetze, die als Muster und zum Vorzeigen dienen.
Слово мишпати́м – это множественное число от слова мишпа́т (суд), в современном понимании именно процесс суда или предложение. Предложение как единица языка бывает вопросительным, восклицательным, повествовательным, литературное предложение или законченная сформулированная мысль. Что Всевышний говорит здесь Моше? Он говорит: «Вот примеры законов, примеры установлений и решений каких-то конкретных ситуаций, которые ты положишь перед народом Израиля, через которые ты будешь научать их распознавать вообще, что такое Божественный Закон». Когда компьютер пытаются научить распознаванию лиц, мужских или женских, ему показывают много-много лиц вперемешку и отмечают: вот это – мужское, вот это – женское. Постепенно у него формируется нейронная сеть, и компьютер учится (так создается искусственный интеллект) распознавать лица. Я очень упрощённо это говорю. Точно так же и мозг человеческий, мозг ребёнка работает. Мы с вами, любой из нас, отличает мужское лицо от женского на основании опыта, на основании того, что мы видели много лиц. Например, видя какое-то яблоко, мы можем сказать, что это яблоко. Или, с другой стороны, видя баклажан, мы точно не примем его за яблоко. И тут Всевышний говорит: «Вот примеры, вот образцы законов, на основании которых народ Израиля будет обучаться их потом применять». Мы дальше разберём, как это работает. И вот Всевышний начинает перечислять свои законы, законы образцово-показательные.
כִּי תִקְנֶה עֶבֶד עִבְרִי שֵׁשׁ שָׁנִים יַעֲבֹד וּבַשְּׁבִעִת יֵצֵא לַחָפְשִׁי חִנָּם׃
ki tikné éwed iwrí schesch schaním ja’awód uwaschewi’ít jezé lachofschíDie russische Umschrift hat hier „lachowschi“ mit w. Im Hebräischen steht ein f, daher lachofschí, so wie der Autor das Wort in Vers 5 selbst schreibt. chinnám
ки тикнэ́ э́вед иври́ шеш шани́м яаво́д увашевии́т ецэ́ лаховши́ хина́м
2. Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst, sechs Jahre wird er arbeiten, im siebten Jahr wird er umsonst in die Freiheit hinausgehen.
2. Если ты купишь еврейского раба, шесть лет он будет работать, в седьмой год выйдет на свободу бесплатно.
Es ist erstaunlich, dass der Höchste beschlossen hat, mit diesem Gesetz zu beginnen. Nicht mit „Einheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, nicht mit irgendwelchen Losungen, nicht mit „wenn du Borschtsch kochst, gib dem Nachbarn etwas ab; wenn du beim Nachbarn den Duft von Pilaw gerochen hast, schnapp dir einen Teller und geh zu ihm“ – nein, mit „wenn du einen jüdischen Sklaven kaufst“. Die Rede wird von der sozial am wenigsten geschützten Bevölkerungsgruppe sein, von den Sklaven. Was geschah in der Welt? Ein Mensch konnte sich selbst in die Sklaverei verkaufen oder als Sklave weiterverkauft werden (wir sprechen nicht von Sklaven, die im Krieg gefangen genommen wurden). Ein Mensch, der in Schulden geraten war, der in eine schwierige Lage geraten war, in tiefe Not, konnte sich in die Sklaverei verkaufen. Er kam zum Besitzer, zu seinem möglichen Herrn, und sagte: „Ich will mich in die Sklaverei verkaufen.“ Man zahlte ihm irgendeine Summe aus, sagen wir 600.000 Rubel (ein ungefähres Äquivalent), und er ging für das ganze Leben in die Verfügung des Besitzers über. Von diesem Moment an verrichtete er jede Arbeit, die der Besitzer wünschte, im Austausch gegen Obdach, Nahrung und Kleidung, im Austausch gegen Unterhalt. So war es in der ganzen Welt, so wurden Sklaven gekauft. Viele Menschen nutzten die Not, nutzten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ihrer Nachbarn, Nächsten, Stammesgenossen aus, kauften sie als Sklaven und wurden auf diese Weise durch fremde Not reich. In der ganzen Welt wurden Sklaven für das ganze Leben zu Sklaven, aber sie konnten etwas Geld ansparen und sich freikaufen. Wir lesen über römische Sklaven, dass sie sich oft für sehr viel Geld freikauften. Aber hier – du kannst ihn kaufen, doch nach sechs Jahren wird er umsonst in die Freiheit hinausgehen. Du kannst ihm zahlen, aber du nimmst ihn und schließt mit ihm einen Vertrag: „Du, Sklave, erhältst einmalig eine gewisse Geldsumme, gehst in meine unbeschränkte Verfügung über, aber nur für sechs Jahre.“ In Wirklichkeit ist es nicht ganz so. Einen Sklaven darf man nicht körperlich bestrafen, man muss ihn wirtschaftlich unterhalten. Wenn du ein Kissen für zwei hast, dann musst du es dem Sklaven geben, und es gibt noch viele, viele Gesetze, die das festlegen. Einen Sklaven darf man nicht zwingen, dir die Füße zu waschen oder irgendeine entwürdigende Arbeit zu verrichten; der Sklave hat eine ganze Reihe von Rechten, mit diesem Vers fängt alles erst an. Aber das Wichtigste: Er wird dir nur für sechs Jahre zum Sklaven. Das ist vor allem ein Schutz des Sklaven: Ein Mensch, sogar ein Sklave, muss wissen, dass seine Sklaverei ein Ende hat.
Удивительно, что Всевышний решил начать с этого закона. Не с «единство, равенство, братство», не с каких-то лозунгов, не с «если ты варишь борщ, налей соседу; если почувствовал у соседа запах плова, хватай тарелку и иди к нему» – нет, с «если ты купишь раба-еврея». Разговор пойдёт о самой социально незащищённой группе населения, о рабах. Что происходило в мире? Человек мог продать самого себя в рабы или быть перепродан, как раб (мы не говорим о рабах, которые захвачены во время войны). Человек, оказавшись в долгах, оказавшись в затруднительной ситуации, в глубокой нужде, мог продать себя в рабство. Он приходил к хозяину, к потенциальному своему господину, и говорил: «Я хочу продать себя в рабство». Ему выплачивалась какая-то сумма, скажем, 600 тысяч рублей (примерный эквивалент), и он поступал на всю жизнь в распоряжение хозяина. С этого момента он выполнял любую работу, которую хозяин пожелает, в обмен на кров, пропитание и одежду, в обмен на содержание. Так было во всём мире, так покупались рабы. Многие люди, используя нужду, используя экономические затруднения своих соседей, ближних, соплеменников, покупали их в рабы и таким образом богатели на чужой нужде. Во всём мире рабы становились рабами на всю жизнь, но они могли накопить какие-то деньги и выкупить себя. Мы читаем про римских рабов, что они выкупали себя зачастую за очень большие деньги. Но здесь – ты можешь его купить, однако через шесть лет он выйдет на свободу бесплатно. Ты можешь заплатить ему, но ты берёшь его и заключаешь с ним договор: «Ты, раб, единовременно получаешь какую-то сумму денег, поступаешь в моё неограниченное распоряжение, но только на шесть лет». На самом деле, не совсем так. Раба нельзя телесно наказывать, его нужно экономически содержать. Если у тебя есть одна подушка на двоих, то ты должен её дать рабу, и есть ещё много-много законов, которые это определяют. Раба нельзя заставлять мыть тебе ноги или делать какую-то неуважительную работу; у раба есть целый ряд прав, с этого стиха всё только начинается. Но самое главное, он тебе становится рабом только на шесть лет. Это прежде всего защита раба: человек, даже раб, должен знать, что у его рабства есть конец.
אִם־בְּגַפּוֹ יָבֹא בְּגַפּוֹ יֵצֵא אִם־בַּעַל אִשָּׁה הוּא וְיָצְאָה אִשְׁתּוֹ עִמּוֹ׃
im-begappó jawó begappó jezé im-bá’al ischá hu wejaze’á ischtó immó
им-бегапо́ яво́ бегапо́ ецэ́ им-ба́аль иша́ ѓу веяцеа́ ишто́ имо́
3. Wenn er allein gekommen ist, geht er allein hinaus, und wenn er der Mann einer Frau ist – dann ging die Frau mit ihm hinaus.
3. Если он пришёл одиноким, он выходит одиноким, а если он муж жены – и вышла жена с ним.
Es kommt vor, dass ein verheirateter Mann sich selbst in die Sklaverei verkauft, seine Frau aber natürlich nicht verkauft. Die mündliche Tora sagt: „In diesem Fall muss der Besitzer Obdach, Kleidung und Nahrung auch noch der Frau und ihren Kindern gewähren: Wenn sie fünf Kinder hat, dann fünfen, wenn sechs, dann sechsen. Er hat das Recht, von ihnen zu verlangen, irgendeine Arbeit zu verrichten, sich mit irgendeiner Handarbeit zu beschäftigen und so weiter, aber das dann wie von Lohnarbeitern.“ Das heißt, wenn der Besitzer einen verheirateten Sklaven mit Familie kauft, dann handelt er sich eine ganze Menge Probleme ein: Er muss seine ganze große Familie ernähren, und nach sechs Jahren geht die ganze Familie von ihm weg. Ganz zu schweigen davon, dass die Frau, die Ehefrau, auch schon vorher weggehen kann, wenn es ihr beliebt, denn sie hat er nicht gekauft. Und es gibt noch eine Variante:
Бывает такое, что женатый человек продаёт в рабство самого себя, а жену, естественно, не продаёт. Устная Тора говорит: «В этом случае хозяин должен обеспечивать кров, одежду и питание ещё и жене и её детям: если у неё пятеро детей, то пятерым, если шестеро, то шестерым. Он имеет право требовать от них выполнять какую-то работу, заниматься каким-то рукоделием и так далее, но это уже как с наёмных рабочих». То есть, если хозяин покупает женатого семейного раба, то проблем он приобретает себе целую массу: он должен кормить всю его большую семью, и через шесть лет вся семья уйдёт от него. Не говоря о том, что женщина, жена, может и до этого уйти, если ей так заблагорассудится, поскольку её он не покупал. И есть ещё вариант:
אִם־אֲדֹנָיו יִתֶּן־לוֹ אִשָּׁה וְיָלְדָה־לוֹ בָנִים אוֹ בָנוֹת הָאִשָּׁה וִילָדֶיהָ תִּהְיֶה לַאדֹנֶיהָ וְהוּא יֵצֵא בְגַפּוֹ׃
im-adonáw jitten-ló ischá wejaleda-ló waním o wanót ha’ischá wiladéha tihjé ladonéhaDie russische Umschrift hat hier „ladonécha“ (deinem Herrn). Das Hebräische lautet ladonéha (ihrem Herrn), dem folgt die deutsche Umschrift. wehú jezé wegáppo
им-адона́в йитен-ло́ иша́ веяледа-ло́ вани́м о вано́т ѓаиша́ виладэ́ѓа тиѓйе́ ладонэ́ха веѓу́ ецэ́ вега́по
4. Und wenn sein Herr ihm eine Frau gibt und sie ihm Söhne oder Töchter gebiert, bleiben die Frau und die Kinder beim Besitzer, und er geht allein hinaus.
4. А если господин его даст ему жену и она родит ему сыновей или дочерей, жена и дети останутся у хозяина, а он выйдет один.
Das ist ein Fall, der uns nicht sehr verständlich ist, vom Standpunkt unserer heutigen Moral aus. Das ist der Fall, wenn der Herr zum Sklaven sagt: „Solange du hier Sklave bist, hier, heirate diese Fremde (das ist keinesfalls eine Jüdin, denn eine Jüdin darf man nicht auf diese Weise verheiraten). Wenn du willst – hab Kinder von ihr (der Besitzer hat davon Gewinn: seine Sklaven vermehren sich). Aber wenn die sechs Jahre deiner Sklaverei zu Ende sind, dann gehst du hinaus, sie aber lässt du zurück.“ Das ist in Wirklichkeit ein Dilemma von unglaublicher Schwere. Wir sagen hier: „Und wenn er sagt: Ich liebe meine Frau?“ Es ist gar nicht so einfach, in die Freiheit hinauszugehen und seine Frau zurückzulassen, auch wenn sie eine Fremde ist. Das heißt: Selbst wenn er allein gekommen ist und der Besitzer ihn verheiratet hat, geht er trotzdem allein hinaus. Und obwohl, natürlich, wir wissen, die Tradition einen Menschen verurteilt, der unter solchen Umständen in der Sklaverei bleibt, bedenkt trotzdem, dass es gar nicht so einfach ist, Frau und Kinder zurückzulassen.
Это не очень понятный нам случай, с точки зрения нашей современной морали. Это случай, когда господин говорит рабу: «Пока ты тут раб, вот, женись на этой иноземке (это ни в коем случае не еврейка, потому что еврейку нельзя таким образом выдавать замуж). Хочешь – имей от неё детей (хозяин получает от этого прибыль: у него умножаются рабы). Но когда закончится шесть лет твоего рабства, то ты выходишь, а их оставляешь». Это невероятной тяжести дилемма на самом деле. Мы говорим здесь: «А если скажет: люблю жену?» Не так-то просто выйти на свободу и оставить свою жену, пусть и иноземку. То есть: даже если он пришёл один и хозяин его оженил, он всё равно выходит один. И хотя, конечно, мы знаем, традиция осуждает человека, который остаётся при таком раскладе в рабстве, всё-таки подумайте, что оставить жену и детей – это не так-то просто.
וְאִם־אָמֹר יֹאמַר הָעֶבֶד אָהַבְתִּי אֶת־אֲדֹנִי אֶת־אִשְׁתִּי וְאֶת־בָּנָי לֹא אֵצֵא חָפְשִׁי׃
we’im-amór jomár ha’éwed aháwti et-adoní et-ischtí we’et-banáj lo ezé chofschí
веим-амо́р ёма́р ѓаэ́вед аѓа́вти эт-адони́ эт-ишти́ веэт-бана́й ло эцэ́ хофши́
5. Und wenn der Sklave sagt: „Ich liebe meinen Herrn oder meine Frau oder meine Söhne, ich werde nicht in die Freiheit gehen.“
5. А если скажет раб: «Я люблю господина моего, или жену мою, или сыновей моих, я не пойду на свободу».
Das heißt: „Mir passt in dieser Situation alles, hier gibt man mir zu essen, zu trinken, man kleidet mich. Es ist nicht gesagt, dass ich in der Freiheit so viel verdiene, und hier habe ich noch dazu eine Frau und Kinder, die ich liebe (das kann völlig wahr sein), ich hänge an ihnen, ich will nicht in die Freiheit.“ Und was dann?
То есть: «Меня всё устраивает в этой ситуации, меня здесь кормят, поят, одевают. Не факт, что на свободе я столько заработаю, а тут у меня ещё жена и дети, которых я люблю (это может быть совершенной правдой), я к ним привязан, я не хочу на свободу». И что тогда?
וְהִגִּישׁוֹ אֲדֹנָיו אֶל־הָאֱלֹהִים וְהִגִּישׁוֹ אֶל־הַדֶּלֶת אוֹ אֶל־הַמְּזוּזָה וְרָצַע אֲדֹנָיו אֶת־אָזְנוֹ בַּמַּרְצֵעַ וַעֲבָדוֹ לְעֹלָם׃
wehiggischó adonáw el-ha’elohím wehiggischó el-haddélet o el-hammesusá werazá adonáw et-osnó bammarzéa wa’awadó le’olám
веѓигишо́ адона́в эль-ѓаэлоѓи́м веѓигишо́ эль-ѓадэ́лет о эль-ѓамезуза́ вераца́ адона́в эт-озно́ бамарцэ́я ваавадо́ леола́м
6. Sein Herr soll ihn zu den Richtern (oder zum Höchsten) heranführen, und man führte ihn an das Tor oder an den Türpfosten, und sein Herr wird ihm das Ohr mit einem Pfriem durchbohren, und er wird ihm Sklave sein (bis zum Jubeljahr).
6. Приблизит его господин его к судьям (или ко Всевышнему), и подвели его к воротам или к косяку, и проткнёт его господин ухо ему шилом, и будет он рабом ему (до юбилейного года).
Hier kann man das Wort elohím in der direkten Bedeutung verstehen – Gott, oder als Richter dieses Ortes. Das heißt, dieser Mensch muss vor dem Höchsten bezeugen: „Ich verstehe genau, was ich sage, ich nehme alle Folgen meiner Entscheidung genau an.“ Oder man führt ihn zu den Richtern, und er bezeugt es, und danach geschieht das, was geschieht. Das Wort lirzóa bedeutet durchbohren, marzéa ist der Pfriem, das „Durchbohrding“. Das Wort le’olám (auf ewig) bedeutet in diesem Fall bis zum Jubeljahr. Im Jubeljahr gehen alle in die Freiheit hinaus, da werden keine Verzichtserklärungen angenommen.
Тут можно понять слово элоѓи́м как в прямом значении – Бог, или судьи того места. То есть этот человек должен перед Всевышним засвидетельствовать: «Я точно понимаю, что я говорю, точно принимаю все последствия моего решения». Или его приводят к судьям, и он свидетельствует, и после этого происходит то, что происходит. Слово лирцо́а означает проткнуть, марце́а – это шило, «протыкалка». Слово леола́м (навеки) в данном случае означает до юбилейного года. В юбилейный год все выходят на свободу, там отказные не принимаются.
Wenn ein Mensch beschlossen hat zu bleiben, führt man ihn an den Türpfosten und bringt ein Kennzeichen an. Das Kennzeichen bleibt am Ohr, das Kennzeichen bleibt am Türpfosten. Wenn der Mensch seine Entscheidung geändert hat, beschlossen hat zu fliehen, kann man ihn zurückholen und als Erkennungszeichen zeigen: Hier, seht, hier ist seine Größe, hier ist sein Ohr, hier ist das Loch, hier sind die Spuren des Lochs am Türpfosten. Und man braucht keinen Ausweis, man braucht kein Fingerabdruckgutachten: Es gibt den Abdruck des Ohrs, das auf diese Weise markiert wird. Viele Kommentatoren fragen: „Warum gerade das Ohr?“ und sagen: „Das ist genau das Ohr, das schon am Sinai gehört hat: Ihr seid Meine Kinder, gehört hat: Ich habe euch aus der Sklaverei herausgeführt, und der Mensch wollte zurück in die Sklaverei.“ Nun bitte sehr, Ohr, leide. Wenn aus deinem Hören ein solcher Glaube geboren wird, dann kennzeichnen wir dich eben so. Aber es gibt auch ein einfaches Verständnis: Das Ohr lässt sich sehr bequem als Beweis vorzeigen. Bei allen östlichen Völkern bringt man auch den Tieren die Kennzeichen an den Ohren an. Wenn in Israel ein Autounfall passiert, an dem ein Kamel beteiligt ist, taucht sofort irgendein vorbeikommender Beduine auf, schneidet dem Kamel die Ohren ab – und den Besitzer des Kamels kann man nicht mehr finden und nicht bestrafen. Hier geht es natürlich nicht um ein Kamel, sondern um einen Menschen, und viele tausend Jahre sind vergangen, aber das Prinzip ist dasselbe: Gekennzeichnet wird das Ohr.
Если человек решил остаться, его подводят к косяку и ставят клеймо. Клеймо остаётся на ухе, клеймо остаётся на косяке. Если человек изменил свое решение, решил сбежать, его можно вернуть и в качестве опознавательного знака показать: вот смотрите, вот его рост, вот его ухо, вот прокол, вот следы прокола на косяке. И не нужно никакое удостоверение личности, не нужна никакая экспертиза по отпечаткам пальцев: есть отпечаток уха, которое так метится. Многие комментаторы спрашивают: «Почему именно ухо?» и говорят: «Это то самое ухо, которое ещё с Синая слышало: вы дети Мои, слышало: Я вывел вас из рабства, а человек захотел обратно в рабство». Ну вот, изволь, ухо, страдай. Если от слышания твоего рождается такая вера, мы тебя так и пометим. Но есть и простое понимание: ухо очень удобно предъявлять в качестве доказательства. У всех восточных народов клейма животным тоже ставят на уши. Если в Израиле происходит автомобильная авария с участием верблюда, немедленно появляется какой-то прохожий бедуин, отрезает верблюду уши – и хозяина верблюда уже не найти и не наказать. Здесь, конечно, не верблюд, а человек, и много тысяч лет прошло, но принцип тот же самый: клеймится ухо.
In Vers 7 gibt es noch eine für unsere Zeit erstaunliche Situation.
В 7 стихе ещё одна удивительная для наших времён ситуация.
וְכִי־יִמְכֹּר אִישׁ אֶת־בִּתּוֹ לְאָמָה לֹא תֵצֵא כְּצֵאת הָעֲבָדִים׃
wechi-jimkór isch et-bittó le‘amá lo tezé kezét ha’awadím
вехи-йимко́р иш эт-бито́ леама́ ло тецэ́ кецэ́т ѓаавади́м
7. Wenn ein Mensch seine Tochter als Sklavin verkauft, wird sie nicht hinausgehen, wie die Sklaven hinausgehen.
7. Если человек продаст свою дочь в рабыни, она не будет выходить, как выходят рабы.
Das kann man unterschiedlich verstehen. Bei den Kommentatoren gibt es ein Verständnis: „Sie wird nicht außerhalb des Hauses arbeiten, man darf sie nicht in den Wald nach Brennholz schicken, man darf sie nicht zum Fischen schicken, man darf sie nicht nachts nach Bier schicken, denn das Mädchen ist klein“, amá ist in diesem Fall ein minderjähriges Mädchen. Ein minderjähriges Mädchen wurde in die Sklaverei verkauft, damit sie ein wenig im Haushalt hilft, jemanden hütet, sich vielleicht mit irgendeiner Handarbeit beschäftigt. Aber der Sinn liegt ja darin, dass sie im Grunde dazu bestimmt ist, später mit ihrem Besitzer die Ehe einzugehen, und die Tora spricht davon. Man kann sich an den Kopf fassen und sagen: Das ist doch schrecklich, das ist sexuelle Sklaverei! Das klingt tatsächlich schrecklich, das ist tatsächlich eine schreckliche Situation, aber hier muss man verstehen, dass die Tora nicht einem Volk von Gerechten gegeben wird. Die Tora ist gegeben, wird gegeben ehemaligen Sklaven, einer noch nicht besonders entwickelten Gemeinschaft mit bestimmten Ansichten über das Leben. Und heute ist es sowohl bei den Arabern als auch bei vielen Völkern Zentralasiens eine ganz verständliche Sache, eine junge Frau an einen Reichen zu verheiraten, damit sie ihre Angelegenheiten oder die Angelegenheiten der Familie in Ordnung bringt. Und man verheiratet sie, das geschieht auch in den Ländern Osteuropas, überhaupt geschieht das immer in armen Ländern. Die Tora wird nicht einer Gesellschaft von Engeln gegeben, nicht einer Gesellschaft heiliger Menschen, die mit dieser Welt nichts zu tun haben, sondern sie wird der Gesellschaft gegeben, wie sie damals war. Das Wesen, der Sinn und die geheime Kraft der Tora liegen darin, dass die Gesellschaft sich verändert. Gott sei Dank haben wir die Zeit erlebt, in der man im Volk Israel die Töchter nicht verkauft, es keine Sklaven gibt, das Volk gewachsen ist. Aber damit es wachsen konnte, hat sich die Tora auf seine Ebene herabgelassen, und der Höchste hat das Volk auf der Ebene, auf der es damals existierte, nicht verschmäht.
Это можно по-разному понять. Есть понимание у комментаторов: «Она не будет работать вне дома, её нельзя послать в лес по дрова, нельзя послать рыбачить, нельзя послать ночью за пивом, потому что девочка маленькая», ама́ в данном случае это девочка несовершеннолетняя. Несовершеннолетнюю девочку продали в рабство, чтобы она немного помогала по дому, нянчила кого-то, может, рукоделием каким-то занималась. Но смысл-то в том, что она, по сути, предназначена в дальнейшем вступить в брак со своим хозяином, и Тора об этом говорит. Можно схватиться за голову и сказать: это же ужасно, это сексуальное рабство! Это действительно ужасно звучит, это действительно ужасная ситуация, но тут нужно понимать, что Тора не даётся народу праведников. Тора дана, даётся бывшим рабам, ещё не особо развитому сообществу с определенными взглядами на жизнь. И сегодня и у арабов, и у многих народов Центральной Азии девушку выдать за богатого замуж, чтобы она поправила свои дела или дела семьи, – это дело вполне понятное. И выдают, это происходит и в странах Восточной Европы, вообще всегда в бедных странах это происходит. Тора даётся не обществу ангелов, не обществу святых людей, не имеющих отношения к этому миру, но даётся обществу, каким оно было тогда. Суть, смысл и тайная сила Торы в том, чтобы общество менялось. Слава Богу, мы дожили до времени, когда дочерей в народе Израиля не продают, рабов нет, народ вырос. Но, для того чтобы он вырос, Тора опустилась на его уровень, и Всевышний не пренебрёг народом на том уровне, на котором он тогда существовал.
Also konnte ein Mensch seine minderjährige Tochter in die Sklaverei geben. Ein Sklave (éwed) – das ist der, der arbeitet (owéd), ein Arbeiter. Amá ist im Unterschied zu éwed eher ein Kindermädchen, menschliche Hände, die, die etwas mit den Händen tut. Aber der Sinn ist, dass das Mädchen, wenn es in ein fremdes Haus kommt, vor Übergriffen auf seine Person geschützt sein muss. Und man kann sie schon nicht mehr so einfach gehen lassen. Und in Vers 8 lesen wir so:
Итак, человек мог отдать свою несовершеннолетнюю дочь в рабство. Раб (э́вед) – это тот, кто работает (ове́д), работник. Ама́ в отличие от э́вед это больше нянька, руки человеческие, та, которая делает что-то руками. Но смысл в том, что девочка, попадая в чужой дом, должна быть защищена от покусительства на её личность. И её уже нельзя так просто отпустить. И в 8 стихе мы читаем так:
אִם־רָעָה בְּעֵינֵי אֲדֹנֶיהָ אֲשֶׁר־לֹא )לוֹ( יְעָדָהּ וְהֶפְדָּהּ לְעַם נָכְרִי לֹא־יִמְשֹׁל לְמָכְרָהּ בְּבִגְדוֹ־בָהּ׃
im-ra’á be’ené adonéha ascher-ló je’adá wehefdá le’ám nochrí lo-jimschól lemochrá bewigdo-wá
им-раа́ беэнэ́ адонэ́ѓа ашер-ло́ еада́ веѓефда́ леа́м нохри́ ло-йимшо́ль лемохра́ бевигдо-ва́
8. Wenn sie sich in den Augen des Herrn, für den sie bestimmt war, als ungeeignet erwiesen hat, hat er nicht das Recht, sie an einen Ausländer zu verkaufen, indem er sie verrät.
8. Если она оказалась неподходящей в глазах господина, которому она предназначалась, не имеет он права продать её иноземцу, предавая её.
Das heißt, das Mädchen ist herangewachsen, sie wird 12 Jahre alt, oder bei ihr zeigen sich weibliche Merkmale: Haare an den Fingern, am ersten Fingerglied, nirgendwo sonst am Körper prüft man bei ihr die Haare natürlich nicht. Wenn sie herangewachsen ist und es für sie Zeit ist zu heiraten (ja, ja, damals heiratete man so früh, mit 12 und mit 13 und mit 14 Jahren), sie dem Besitzer aber nicht gefallen hat, kann er sich an die Familie wenden und sagen: „Versucht, sie freizukaufen, ich mache einen Nachlass, kauft sie frei.“ Aber wenn das nicht gelingt, kann er sie, seine Sklavin, nicht verraten, indem er sie an einen Ausländer verkauft. Obwohl sie ihm als Sklavin verkauft worden ist, muss er ihr die Treue halten, er hat nicht das Recht, sie an einen Ausländer zu verkaufen.
То есть девочка подросла, ей исполняется 12 лет, или у неё появляются женские признаки: волосы на пальцах, на первой фланге пальцев, нигде в другом месте на теле волосы у неё, конечно же, не проверяют. Если она подросла, и время ей выходить замуж (да-да, тогда так рано выходили замуж, и в 12, и в 13, и в 14 лет), но хозяину она не понравилась, он может обратиться к семье и сказать: «Попробуйте её выкупить, я скидку сделаю, выкупите её». Но если не получается, не может он предать её, свою рабыню, продавая её иноземцу. Несмотря на то, что она продана ему в рабыни, он должен хранить ей верность, не имеет права продавать её иноземцу.
וְאִם־לִבְנוֹ יִיעָדֶנָּה כְּמִשְׁפַּט הַבָּנוֹת יַעֲשֶׂה־לָּהּ׃
we’im-liwnó ji’adénna kemischpát habbanót ja’asse-lá
веим-ливно́ йиадэ́на кемишпа́т ѓабано́т яасе-ла́
9. Wenn er aber beschließt, sie seinem Sohn zu bestimmen, soll er es nach den Regeln für junge Frauen tun.
9. Если же он её решит предназначить своему сыну, сделает это по правилам для девушек.
Das heißt, wenn er beschließt, dass diese junge Frau besser zu seinem Sohn passt, dann muss er ihr eine Mitgift geben, ihr ein Kleid kaufen und alles Nötige tun, was einer jungen Frau in einer solchen Situation zusteht, alles, was die Eltern getan hätten.
То есть, если он решит, что эта девушка больше подходит для его сына, то он должен дать ей приданое, купить ей платье и сделать всё необходимое, что положено девушке в такой ситуации, всё, что сделали бы родители.
אִם־אַחֶרֶת יִקַּח־לוֹ שְׁאֵרָהּ כְּסוּתָהּ וְעֹנָתָהּ לֹא יִגְרָע׃
im-achéret jikkach-ló sche’erá kesutá we‘onatá lo jigrá
им-ахэ́рет йиках-ло́ шеэра́ кесута́ веоната́ ло йигра́
10. Und wenn er noch eine nehmen will, darf er ihr Nahrung, Bedeckung und onatá nicht entziehen, er wird sie nicht im Mangel lassen.
10. А если он захочет взять ещё одну, не должен лишать её пропитания, покрытия и оната́, не оставит её в недостатке.
Das heißt, wenn der Besitzer sich noch eine Frau nehmen will, dann wird er drei Bedingungen einhalten müssen: sche’erá – dieses Wort bedeutet festliche Fleischspeise, das heißt eine angemessene Ernährung für sie; kesutá – nach vielen Versionen ist das festliche Kleidung für sie; onatá kann man verstehen als ihre Zeit, das heißt er wird nicht aufhören, ihr Aufmerksamkeit zu schenken. Einige Kommentatoren sprechen darüber in einem sehr vereinfachten, in einem sehr natürlichen Sinn – er muss sie in geschlechtlicher Hinsicht befriedigen. Andere Kommentatoren sagen: „Nein, hier geht es um Aufmerksamkeit, darum, dass er ihr Zeit widmen muss, Zeit finden muss, um ihr zuzuhören und bei ihr zu sein, obwohl er sich eine zweite Frau genommen hat.“ Wieder andere Kommentatoren sagen, dass die Zeit hier ihre Freizeit ist, das ist die Zeit, die sie für sich aufwendet, und das bedeutet Kosmetik, Öl (Salbmittel), Schmuck und so weiter. Dafür gibt es Parallelen in Texten, in Gesetzen anderer Völker, wo gesagt wird, dass ein Mensch, der seine Frau verlässt, ihr Nahrung, Obdach, Kleidung und Öl (Öl im Sinne von Kosmetik) erhalten muss. Auch hier wird gesagt, dass selbst wenn ein Mensch beschlossen hat, sich eine zweite Frau zu nehmen, er der ersten all das nicht entziehen darf.
То есть, если хозяин захочет взять себе ещё одну жену, то он должен будет соблюсти три условия: шеэра́ – это слово означает мясную праздничную пищу, то есть достойное питание для неё; кесута́ – по многим версиям, это праздничная одежда для неё; оната́ можно понять как её время, то есть не перестанет уделять ей внимания. Некоторые комментаторы говорят об этом в очень упрощённом, в очень природном смысле – должен удовлетворять её в половом плане. Другие комментаторы говорят: «Нет, здесь речь идёт о внимании, о том, что должен уделять ей время, должен находить время, чтобы её выслушивать и быть с ней, несмотря на то что взял себе вторую жену». Третьи комментаторы говорят, что время здесь – это её досуг, это то время, которое она тратит на себя, а это значит косметика, масло (средства умащения), украшения и так далее. Этому есть параллели в текстах, в законах других народов, когда говорится, что человек, который оставляет свою жену, должен сохранять ей пропитание, кров, одежду и масло (масло в смысле косметику). Здесь тоже говорится, что даже если человек решил взять себе вторую жену, он не должен первую лишать всего этого.
וְאִם־שְׁלָשׁ־אֵלֶּה לֹא יַעֲשֶׂה לָהּ וְיָצְאָה חִנָּם אֵין כָּסֶף׃
we’im-schelosch-élle lo ja’assé la wejaze’á chinnám en kássef
веим-шелош-э́ле ло яасэ́ ла веяцеа́ хина́м эн ка́сеф
11. Wenn er ihr diese drei nicht tut, wird sie umsonst hinausgehen, ohne Geld.
11. Если не сделает ей трёх этих, выйдет бесплатно без денег.
Was diese drei sind, können wir nicht recht verstehen. Möglicherweise bezieht sich das auf den allerersten Anfang des Gesprächs: Wenn er sich nicht von ihr loskaufen kann, sie dem Sohn geben oder zur Frau nehmen, dann geht sie umsonst hinaus, er ist verpflichtet, sie gehen zu lassen. Oder möglicherweise ist gemeint, dass er nicht einwilligt, nicht die Verpflichtung auf sich nimmt, sie ständig nach den drei Kennzeichen zu unterhalten, von denen wir gesprochen haben: sie satt ernähren, schön kleiden, mit Schmuck beschenken oder ihr Aufmerksamkeit schenken. Ich erinnere daran, dass wir hier von einer jungen Frau aus einer sehr, sehr armen Familie sprechen. Nach der mündlichen Tora hat ein Mensch nicht das Recht, seine Tochter zu verkaufen, seine Tochter in die Sklaverei zu geben, selbst wenn er nur eine Decke hat; wenn er wenigstens eine Decke hat, darf man die Tochter nicht verkaufen. Man muss schon ganz ohne alles dastehen, um die Tochter zu verkaufen. Der Höchste sagt, dass das Gericht selbst eine junge Frau aus einer solchen Familie, in einem solchen Zustand schützt. Dieses Mädchen und dieser Sklave sind dem Höchsten so wichtig, dass er das erste Gespräch mit dem Volk Israel um dies herum beginnt; er spricht nicht von den Gesetzen des Königs, von den Gesetzen der Achtung vor den Obrigkeiten und so weiter, sondern beginnt das Gespräch mit den allereinfachsten, allerniedrigsten Schichten der Gesellschaft.
Что такое три этих мы не очень можем понять. Возможно, это относится к самому началу разговора: если не сможет от неё откупиться, отдать сыну или взять в жёны, то тогда она выходит бесплатно, он её обязан отпустить. А возможно, имеется в виду, что он не согласится, не примет на себя обязательство постоянно её содержать по трем показателям, про которые мы сказали: сытно кормить, красиво одевать, одаривать украшениями или уделять внимание. Напомню, что мы здесь говорим о девушке из очень-очень бедной семьи. По устной Торе, человек не имеет права продать свою дочь, отдать свою дочь в рабство, даже если у него есть только одеяло; если у него есть хотя бы одеяло, нельзя продавать дочь. Нужно остаться уж совсем без ничего, чтобы продать дочь. Всевышний говорит о том, что даже девушку из такой семьи, в таком состоянии суд защищает. Эта девочка и этот раб Всевышнему настолько важны, что первый разговор с народом Израиля он затевает вокруг этого: не говорит о законах царя, о законах уважения к властям и так далее, а начинает разговор с самых-самых простых, самых-самых низких слоёв общества.
מַכֵּה אִישׁ וָמֵת מוֹת יוּמָת׃
makké isch wamét mot jumát
макэ́ иш вамэ́т мот юма́т
12. Wenn jemand einen anderen (den Nächsten) schlägt und dieser infolgedessen stirbt, verdient dieser, der getötet hat, den Tod.
12. Если кто-то бьёт другого (ближнего), и тот умирает в результате, этот убивший заслуживает смерти.
Die Strafe für den Tod ist der Tod. Der Höchste ist nicht gegen die Todesstrafe, wie ihr vielleicht denken könntet, wenn ihr in Kapitel 20 das Gebot lo tirzách (töte nicht) lest. Nein, einen Mörder darf man töten und, wie der Höchste hier sagt, muss man ihn sogar töten. Aber in Vers 13 lesen wir:
Наказание за смерть – смерть. Всевышний не против смертной казни, как вы могли бы подумать, читая в 20 главе заповедь ло тирца́х (не убивай). Нет, убийцу можно убить и, как здесь говорит Всевышний, даже нужно убить. Но в 13 стихе читаем:
וַאֲשֶׁר לֹא צָדָה וְהָאֱלֹהִים אִנָּה לְיָדוֹ וְשַׂמְתִּי לְךָ מָקוֹם אֲשֶׁר יָנוּס שָׁמָּה׃
wa’aschér lo zadá weha’elohím inná lejadó wesamtí lécha makóm aschér janús schámma
вааше́р ло цада́ веѓаэлоѓи́м ина́ леядо́ весамти́ ле́ха мако́м аше́р яну́с ша́ма
13. Und der, der nicht töten wollte, Gott aber gab es ihm unter die Hand, Ich habe dir einen Ort vorgesehen, wohin er fliehen kann (wo er sich verstecken kann).
13. А тот, который не хотел убивать, но Бог дал ему под руку, Я предусмотрел тебе место, куда он может убежать (где он может спрятаться).
Zum Beispiel hat ein Mensch zufällig einen Stein fallen lassen, ein Mensch hat geschossen in der Meinung, er schieße auf einen Bären, und hat einen anderen Menschen getroffen – wer weiß, was es noch für Gründe geben kann. Es gibt einen interessanten Midrasch darüber, dass es im Land Israel unter den Wegweisern nur Wegweiser zu den Zufluchtsstädten gab, das heißt, alle göttlichen Wegweiser weisen zu Orten der Rettung, Orten, an denen man sich retten kann: Gott führt den Menschen zur Rettung. Wenn ein Mensch unabsichtlich getötet hat, kann er sich vor dem Tod, vor den rächenden Verwandten in den Zufluchtsstädten retten.
Например, человек случайно уронил камень, человек выстрелил, думая, что стреляет в медведя, и попал в другого человека – мало ли, какие ещё причины могут быть. Есть интересный мидраш о том, что в стране Израиля, среди дорожных указателей, были только указатели на города-убежища, то есть все Божественные указатели направляют в места спасения, места, где можно спастись: Бог ведёт человека ко спасению. Если человек убил непреднамеренно, он может спастись от смерти, от родственников-мстителей в городах-убежищах.
וְכִי־יָזִד אִישׁ עַל־רֵעֵהוּ לְהָרְגוֹ בְעָרְמָה מֵעִם מִזְבְּחִי תִּקָּחֶנּוּ לָמוּת׃
wechi-jasíd isch al-re’éhu lehorgó we’ormá me’ím misbechí tikkachénnu lamút
вехи-язи́д иш аль-реэ́ѓу леѓорго́ веорма́ меи́м мизбехи́ тикахэ́ну ламу́т
14. Und wenn ein Mensch gegen seinen Nächsten Böses ersonnen hat, ihn mit List zu töten, selbst von Meinem Altar darf man ihn zum Tod wegholen.
14. А если человек злоумыслил на ближнего своего убивать хитростью, даже от жертвенника Моего можно его взять на смерть.
Wir lesen im Tanach ähnliche Geschichten: Der böswillige Mörder wird bestraft, selbst wenn er um Begnadigung fleht, selbst wenn er gekommen ist und sich an die Hörner des Altars klammert und sagt: „HERR, rette und hilf!“ So sagt hier der HERR.
Мы в Танахе читаем похожие истории: злонамеренный убийца наказывается, даже если он взывает о помиловании, даже если он пришёл и хватается за рога жертвенника и говорит: «Господи, спаси и помоги!» Так здесь говорит Господь.
וּמַכֵּה אָבִיו וְאִמּוֹ מוֹת יוּמָת׃
umakké awíw we’immó mot jumát
умакэ́ ави́в веимо́ мот юма́т
15. Wer die Hand erhebt, seinen Vater oder seine Mutter schlägt, wird des Todes sterben.
15. Тот, кто поднимает руку, бьёт отца своего или мать свою, смертью умрёт.
Der Kommentator sagt: „Wenn er ihnen irgendeine Körperverletzung zugefügt hat.“ Gibt es einen blauen Fleck? Gibt es, Gott bewahre, einen Knochenbruch? Das war’s, der Mensch verdient den Tod, unabhängig davon, ob sie gestorben sind oder nicht, denn es gibt das Gebot, Vater und Mutter zu ehren. Familienwerte sind sehr wichtig, deshalb gibt es eine sehr strenge Strafe dafür, dass ein Mensch Vater oder Mutter schlägt. Vater oder Mutter stehen über dem Gesetz in dem Sinne, dass ein Mensch für einfache Schläge nicht mit dem Tod bestraft wird, für Schläge gegen Vater oder Mutter aber – des Todes sterben wird. Man könnte meinen, umgekehrt, man könnte sagen: Na ja, Mutter und Vater werden verzeihen, wer schlägt, der liebt … Nein, nicht umgekehrt, auch wenn es jemandem logisch erscheinen mag, so zu reden, aber wer Vater oder Mutter schlägt, der wird des Todes sterben.
Комментатор говорит: «Если нанёс им какое-то телесное повреждение». Есть синяк? Есть, не дай Бог, перелом? Всё, человек заслуживает смерти, независимо от того, умерли они или нет, потому что есть заповедь почитать отца и мать. Семейные ценности очень важны, поэтому очень строгое наказание за то, что человек бьёт отца или мать. Отец или мать над законом в том смысле, что человек за простые побои смертью не наказывается, за побои же отца или матери – смертью умрёт. Казалось бы, наоборот, можно сказать: ну, мать с отцом простят, бьёт – значит любит… Нет, не наоборот, хотя кому-то может показаться логичным так говорить, но, кто ударяет отца или мать, тот смертью умрёт.
וְגֹנֵב אִישׁ וּמְכָרוֹ וְנִמְצָא בְיָדוֹ מוֹת יוּמָת׃
wegonéw isch umcharó wenimzá wejadó mot jumát
вегонэ́в иш умхаро́ венимца́ веядо́ мот юма́т
16. Wer einen Menschen gestohlen hat, um ihn zu verkaufen, und sie wurden in seiner Hand gefunden, wird des Todes sterben.
16. Тот, кто украл человека, чтобы продать, и нашлись в руке его, смертью умрёт.
Ein Mensch, der sich mit der Entführung von Glaubensgenossen befasst, um sie in die Sklaverei zu verkaufen, wird des Todes sterben. Wir haben darüber ausführlich bei 20,13 gesprochen, als wir das Gebot lo tignów (stiehl nicht) behandelt haben.
Человек, который занимается похищением единоверцев для того, чтобы продавать их в рабство, смертью умрёт. Мы говорили об этом подробно в 20:13, когда разбирали заповедь ло тигно́в (не воруй).
וּמְקַלֵּל אָבִיו וְאִמּוֹ מוֹת יוּמָת׃
umkallél awíw we’immó mot jumát
умкале́ль ави́в веимо́ мот юма́т
17. Wer seinen Vater und seine Mutter verflucht (schmäht), wird des Todes sterben.
17. Проклинающий (злословящий) отца своего и мать свою, смертью умрёт.
Was bedeutet das? Das ist, wenn ein Mensch sagt: „Dass es euch so ergehe! Es soll euch so und so ergehen!“ Oder etwas gegen seinen Vater und seine Mutter redet, sie verleumdet. Das heißt, so stark ist die Achtung vor dem Vater und vor der Mutter, dass ein Mensch selbst für einen Fluch mit Worten, für irgendwelche bösen Worte trotzdem den Tod verdient. Beachtet, dass die Gebote gleichsam unsystematisch angeordnet sind, man hätte dieses Gesetz gleich nach wer den Vater schlägt … stellen können. Der Höchste ordnet das anders an, gleichsam von Thema zu Thema springend, damit wir nicht dem Thema folgen, sondern der Stimme, man kann sagen, der allgemeinen Handschrift des Höchsten.
Что это значит? Это когда человек говорит: «Чтоб вам так! Да будет с вами так-то и так-то!» Или наговаривает что-то, клевещет на отца своего и мать свою. То есть настолько сильно уважение к отцу и к матери, что даже за словесное проклятие, за какие-то злые слова человек всё равно заслуживает смерти. Обратите внимание, что заповеди расположены как бы несистематично, можно было бы поместить этот закон сразу после побивающий отца… Всевышний раскладывает это по-другому, как бы перескакивая с темы на тему, чтобы мы не за темой следили, а за голосом, можно сказать, за общим почерком Всевышнего.
וְכִי־יְרִיבֻן אֲנָשִׁים וְהִכָּה־אִישׁ אֶת־רֵעֵהוּ בְּאֶבֶן אוֹ בְאֶגְרֹף וְלֹא יָמוּת וְנָפַל לְמִשְׁכָּב׃
wechi-jeriwún anaschím wehikka-ísch et-re’éhu be’éwen o we’egróf weló jamút wenafál lemischkáw
вехи-ериву́н анаши́м веѓика-и́ш эт-реэ́ѓу беэ́вен о веэгро́ф вело́ яму́т венафа́ль лемишка́в
18. Wenn Menschen streiten werden und einer den anderen mit einem Stein oder mit der Faust geschlagen hat und dieser nicht gestorben, sondern aufs Lager gefallen ist (krank geworden ist),
18. Если будут ссориться люди, и один ударил другого камнем или кулаком, и тот не умер, но упал на ложе (заболел),
אִם־יָקוּם וְהִתְהַלֵּךְ בַּחוּץ עַל־מִשְׁעַנְתּוֹ וְנִקָּה הַמַּכֶּה רַק שִׁבְתּוֹ יִתֵּן וְרַפֹּא יְרַפֵּא׃
im-jakúm wehithalléch bachúz al-misch’antó wenikká hammakké rak schiwtó jittén werappó jerappé
им-яку́м веѓитѓале́х баху́ц аль-мишъанто́ веника́ ѓамакэ́ рак шивто́ йитэ́н верапо́ ерапэ́
19. Wenn er aufsteht und draußen (außerhalb des Hauses) umhergeht, selbst wenn er sich stützt, wird der Schlagende rein gesprochen (freigesprochen), nur für die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit wird er ihm zahlen und auch die Heilung.
19. Если он встанет и будет ходить снаружи (вне дома), даже опираясь, будет очищен (оправдан) побивающий, только за временную неспособность к работе оплатит ему и лечение.
Das heißt, er wird das Krankengeld zahlen, sozusagen das Arbeitslosengeld, aber er wird nicht mit dem Tod oder mit irgendwelchen anderen Strafen bestraft werden. Warum? Weil das im Streit geschehen ist, so hat ein Mensch gehandelt, der vom Streit mitgerissen, ergriffen war.
То есть оплатит больничный, так сказать, пособие по безработице, но не будет наказываться смертью или какими-то другими взысканиями. Почему? Потому что это произошло в ссоре, так поступил захваченный, охваченный ссорой человек.
Das sind die ersten Gesetze des Höchsten, die wir hier sehen, die ersten Gesetze, mit denen wir hier bekannt werden. Und wir werden noch dazu kommen, welchen Schluss das Volk Israel aus all dem ziehen wird. Jedes dieser Gesetze, denke ich, hat auch mit uns zu tun. Obwohl wir natürlich keine Töchter in die Sklaverei verkaufen, begegnen wir jungen Frauen, deren Schutz und Obhut uns übertragen sind; Menschen, die sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befinden und deren Obhut uns auferlegt ist. Und wir müssen selbst Entscheidungen treffen, wie wir mit diesen Menschen umgehen sollen, wenn wir mit ihnen nach Gottes Gesetzen umgehen.
Это первые законы Всевышнего, которые мы здесь видим, первые законы, с которыми мы тут знакомимся. И мы ещё дойдем до того, какой вывод народ Израиля из всего этого сделает. Каждый из этих законов, я думаю, имеет отношение и к нам. Несмотря на то, что мы, конечно, не продаём дочерей в рабство, мы сталкиваемся с девушками, защита которых и покровительство которым возложены на нас; с людьми, которые находятся в трудной экономической ситуации, и покровительство которым наложено на нас. И мы должны сами принимать решения, как нам поступать с этими людьми, если поступать с ними по Божьим законам.
Es geht ein Öchslein und stößt (21,20–22,3)
Идёт бычок бодается (21:20-22:3)
Wir haben also gesagt, dass der Wochenabschnitt Mischpatim darin ungewöhnlich ist, dass er keine Beschreibung von Ereignissen enthält. Er besteht aus verschiedenen juristischen Beispielen, verschiedenen Gerichtsentscheidungen, auf deren Grundlage jeder Leser sich eine Vorstellung davon machen kann, wie die Gerichte des Höchsten im Verhältnis zwischen den Menschen auf allen Ebenen der Existenz des Volkes Gottes eingerichtet sind.
Итак, мы говорили, что недельная глава Мишпатим необычна тем, что она не содержит в себе описания событий. Она состоит из разных юридических примеров, разных судебных решений, на основании которых любой читатель может составить представление о том, как устроены суды Всевышнего в отношении между людьми на всех уровнях существования народа Божьего.
וְכִי־יַכֶּה אִישׁ אֶת־עַבְדּוֹ אוֹ אֶת־אֲמָתוֹ בַּשֵּׁבֶט וּמֵת תַּחַת יָדוֹ נָקֹם יִנָּקֵם׃
wechi-jakké isch et-awdó o et-amató baschéwet umét táchat jadó nakóm jinnakém
вехи-яке́ иш эт-авдо́ о эт-амато́ баше́вет умэ́т та́хат ядо́ нако́м йинакэ́м
20. Wenn ein Mensch seinen Sklaven oder seine Sklavin mit einem Stock schlägt (oder mit einem Stab, oder mit einer Rute: Das Wort kann man verschieden übersetzen, wörtlich ist es ein Zweig mit einem Ast), und der Sklave oder die Sklavin unter seiner Hand gestorben sind, wird mit Rache gerächt werden.
20. Если ударит человек своего раба или свою рабыню палкой (или посохом, или розгой: слово можно по-разному перевести, если дословно – это ветка с суком), и раб или рабыня умерли под его рукой, местью будет отмщён.
Dieser Mensch verdient den Tod, wenn der Sklave und die Sklavin sofort unter seiner Hand gestorben sind.
Этот человек заслуживает смерти, если раб и рабыня умерли сразу под его рукой.
אַךְ אִם־יוֹם אוֹ יוֹמַיִם יַעֲמֹד לֹא יֻקַּם כִּי כַסְפּוֹ הוּא׃
ach im-jom o jomájim ja’amód lo jukkám ki chaspó hu
ах им-ём о ёма́йим яамо́д ло юка́м ки хаспо́ ѓу
21. Aber wenn er danach weiterlebt (danach durchsteht, danach aushält), einen Tag oder zwei, wird es für diesen Menschen (der den Sklaven getötet hat) keine Vergeltung geben (er wird den Tod nicht verdienen), denn das ist sein Geld.
21. Но, если проживёт после этого (простоит, выдержит после этого) день или два, не будет этому человеку (убившему раба) воздаяния (не будет он заслуживать смерти), потому что это его деньги.
Viel Unverständliches auf einmal in einem Vers. Erstens, warum steht geschrieben „lebt einen Tag oder zwei weiter“? Wenn er einen Tag weiterlebt, ist schon klar, dass er auch zwei weiterleben wird. Wozu „oder zwei“ schreiben? „Einen Tag oder zwei“ – das bedeutet mehr als einen Tag, also etwas mehr als einen Tag, wie ein Jahr und ein Tag. Wenn er länger als vierundzwanzig Stunden lebt, das heißt, nicht sofort stirbt. Worin liegt hier der Kern? Ein Mensch hat mit einem Stab geschlagen, und wenn man mit einem Stab schlägt, weiß man, dass man mit ihm versehentlich töten kann. Der Stab ist so ein Werkzeug, mit dem man leicht schlagen kann, der Hand tut es nicht weh, wenn man mit einem Stab schlägt. So lehrt man in vielen Schulen östlicher Kampfkünste zuerst, mit einem Stock zu schlagen, damit der Mensch keine Angst hat zuzuschlagen, keine Angst hat, seiner Hand wehzutun. Wenn ein Mensch mit einem Stab schlägt – ist es für die Hand nicht beängstigend, es tut nicht weh, er spürt keinen Unterschied in der Kraft und kann eine größere Verletzung zufügen. Man kann so zuschlagen, an eine solche Stelle, dass man den Menschen sofort tötet. Wenn er ihn sofort getötet hat, dann unterliegt er dem Gericht. Wenn derjenige, der geschlagen wurde, länger als vierundzwanzig Stunden gelebt hat, das heißt, dem Organismus keine Verletzungen zugefügt wurden, die den sofortigen Tod nach sich gezogen haben (das ist eine Besonderheit der Rechtswissenschaft: Sofortiger Tod ist ein Tod innerhalb von weniger als vierundzwanzig Stunden), wenn kein sofortiger Tod vorliegt, dann unterliegt der Schlagende nicht der Todesstrafe. Warum? Es steht geschrieben: ki chaspó – das ist sein Geld. Interessant, was bedeutet das ist sein Geld? Für diesen Ausdruck gibt es zwei Verständnisse. Das erste Verständnis sagt: „Weil ein Mensch einen Sklaven schlagen kann, um seinen wirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Er braucht den Sklaven, und wenn der Sklave faul ist, sich weigert zu arbeiten, irgendetwas sabotiert, muss man den Sklaven irgendwie lenken, und deshalb kann man irgendwelche rechtfertigenden Umstände darin finden, dass ein Mensch seinen Sklaven geschlagen hat.“ Obwohl das auch keine Erlaubnis ist, ist es doch eine gewisse Rechtfertigung, ein mildernder Umstand. Die zweite Variante: Die Tötung des Sklaven fügt dem Besitzer selbst einen Verlust zu, das heißt, ein Mensch wird nicht einen Sklaven schlagen, der sein Eigentum ist. In jenen Zeiten war der Sklave Eigentum des Besitzers. Und genauso wie ein Mensch heute nicht absichtlich sein Auto zu Schrott fahren will, wollte er in jener Zeit nicht absichtlich seinen Sklaven töten. Und in einem solchen Fall spricht die Tötung von einer gewissen Unabsichtlichkeit der Ereignisse. Unser Abschnitt (diese zwei Verse) spricht von gewissen mildernden Umständen und vom Fehlen der Absicht zu töten. In Vers 22 haben wir eine völlig andere Geschichte vor uns:
Много непонятного сразу в одном стихе. Во-первых, почему написано «проживёт день или два»? Если проживёт день, то уже понятно, что и два тоже проживёт. Зачем писать «или два»? «День или два» – это значит больше одного дня, значит, чуть больше дня, как год и один день. Если проживёт более суток, то есть не умрёт сразу. В чём тут суть? Человек ударил посохом, а когда ударяют посохом, знают, что им можно нечаянно убить. Посох – это такое орудие, которым легко бить, руке не больно, когда бьёшь посохом. Так во многих школах восточных единоборств сначала учат бить палкой, чтобы человек не боялся ударять, не боялся сделать больно своей руке. Когда бьёт человек посохом – руке не страшно, не больно, он не чувствует различия по силе и может нанести большее повреждение. Можно ударить так, по такому месту, чтобы сразу человека убить. Если сразу же убил, то подлежит суду. Если тот, кого ударили, прожил более суток, то есть организму не нанесены повреждения, повергшие за собой немедленную смерть (это особенность юриспруденции: немедленная смерть – это смерть на протяжении менее суток), если немедленной смерти нет, то ударивший не подлежит смертному наказанию. Почему? Написано: ки хаспо́ – это его деньги. Интересно, что значит это его деньги? У этого выражения есть два понимания. Первое понимание говорит: «Потому что человек может бить раба для того, чтобы предотвратить свой экономический ущерб. Ему нужен раб, и, если раб ленив, отказывается работать, саботирует что-то, нужно как-то рабом управлять и поэтому можно найти какие-то оправдывающие обстоятельства в том, что человек ударил своего раба». Хотя это и не дозволение, но это некое оправдание, облегчающее обстоятельство. Второй вариант: убийство раба наносит убыток самому хозяину, то есть человек не будет бить раба, который является его имуществом. В те времена раб был имуществом хозяина. И точно так же, как человек сегодня не хочет намеренно разбить свою машину, в то время он не хотел намеренно убивать своего раба. И в таком случае убийство говорит о некоей непреднамеренности событий. Наш раздел (эти два стиха) говорит о некоторых облегчающих обстоятельствах и отсутствии намерения убить. В 22 стихе перед нами совершенно другая история:
וְכִי־יִנָּצוּ אֲנָשִׁים וְנָגְפוּ אִשָּׁה הָרָה וְיָצְאוּ יְלָדֶיהָ וְלֹא יִהְיֶה אָסוֹן עָנוֹשׁ יֵעָנֵשׁ כַּאֲשֶׁר יָשִׁית עָלָיו בַּעַל הָאִשָּׁה וְנָתַן בִּפְלִלִים׃
wechi-jinnazú anaschím wenagefú ischá hará wejazeú jeladéha weló jihjé asón anósch je’anésch ka’aschér jaschít aláw bá’al ha’ischá wenatán biflilím
вехи-йинацу́ анаши́м венагефу́ иша́ ѓара́ веяцеу́ еладэ́ѓа вело́ йиѓйе́ асо́н ано́ш еанэ́ш кааше́р яши́т ала́в ба́аль ѓаиша́ вената́н бифлили́м
22. Wenn sie miteinander gestritten und eine Frau gestoßen haben, und sie ist schwanger, und sie hat eine Fehlgeburt erlitten, sie selbst aber ist nicht umgekommen, wird der, der die Frau gestoßen hat, mit einer Strafe bestraft werden, die ihm der Mann der Frau vor den Richtern geben wird (vor den Gerichtsvollziehern, vor den Vollstreckungsbeamten).
22. Если ссорились друг с другом и толкнули женщину, и она беременна, и у неё случился выкидыш, но сама она не погибла, наказанием будет наказан толкнувший женщину, которое даст ему муж жены перед судьями (перед судебными приставами, перед судебными исполнителями).
Das Wort nez bedeutet Adler oder Habicht. Zwei Menschen haben sich geschlagen, geprügelt, sind aneinandergeraten und haben im Kampf unabsichtlich eine zufällig vorbeigehende Frau gestoßen. Sie haben sich gerauft, sind so tief gesunken, dass sie eine schwangere Frau gestoßen haben. Wir sprechen von jenem Zeitalter, in dem eine Frau, die eine Fehlgeburt erlitt, durch Blutverlust umkommen konnte. Hier hat sie eine Fehlgeburt erlitten, sie selbst aber ist nicht umgekommen. Was ist vom juristischen Standpunkt aus geschehen? Zu diesem Zeitpunkt ist das Kind, das sich im Körper der Frau befindet, ein kleiner Embryo, – wie ihr inneres Organ: Denn es befindet sich in der Gebärmutter, ist mit ihr durch die Plazenta verbunden und ist im Grunde eines der Organe ihres Organismus bis zum Moment der Geburt. Somit ist es, wenn der Frau unabsichtlich Schaden zugefügt wurde, wie eine Körperverletzung gegenüber der Frau. Wir betrachten jetzt nicht, die Tora betrachtet jetzt nicht, was im Hinblick auf das Kind geschieht. Wenn das absichtlich begangen würde, würden wir von der Tötung eines Fötus sprechen, aber das Ereignis, um das es geht, betrachtet das Gerichtsverfahren als Körperverletzung gegenüber der Frau. Und die Pflicht des Gerichts ist es, von einem solchen Menschen Geld einzutreiben. Ein Mensch kann sagen: „Ich wollte sie doch nicht stoßen“ oder „Ich habe sie nicht so stark gestoßen, dass sie eine Fehlgeburt hatte, und vielleicht ist sie überhaupt eine Frau, die oft Fehlgeburten hat …“ Nein, hier wird gesagt, dass das Gerichtssystem selbst eingreifen und den Menschen zwingen muss zu zahlen, was der Vater fordert. Wie kann man Geld fordern, wie kann man eine Fehlgeburt bewerten? Und hier, so grausam das auch klingt, wirkt das Prinzip der „Preisliste für Menschen“. Wir lesen in der Tora viel darüber, dass das Lösegeld für eine Seele von Alter und Gesundheit abhängt. Zum Beispiel, um wie viel teurer wurde eine schwangere Sklavin verkauft als eine nicht schwangere? Viele ähnliche Beispiele.
Слово нэц означает орёл или ястреб. Два человека бились, дрались, схлестнулись и в драке ненамеренно толкнули случайную прохожую женщину. Они задрались, опустились так низко, что толкнули беременную женщину. Мы говорим о том веке, когда женщина, у которой случался выкидыш, могла погибнуть от потери крови. Здесь у неё случился выкидыш, но сама она не погибла. Что произошло с юридической точки зрения? На тот момент ребёнок, который находится в теле женщины, маленький зародыш, – это как её внутренний орган: ведь он находится в матке, присоединён к ней плацентой и, по сути, является одним из органов её организма до момента рождения. Таким образом, когда женщине нанесён непреднамеренный вред – это как членовредительство по отношению к женщине. Мы сейчас не рассматриваем, Тора сейчас не рассматривает, что происходит по отношению к ребёнку. Если бы это намеренно совершалось, мы говорили бы об убийстве плода, но событие, о котором идёт речь, юридический процесс рассматривает как членовредительство по отношению к женщине. И обязанность суда – взыскать с такого человека деньги. Человек может сказать: «Да я не хотел её толкнуть» или «Я не толкнул её настолько сильно, чтобы у неё был выкидыш, и, может быть, она вообще женщина, у которой часто случаются выкидыши…» Нет, здесь говорится, что сама судебная система должна вмешаться и заставить человека заплатить то, что требует отец. Как можно требовать деньги, как можно оценить выкидыш? И здесь, как это не жестоко звучит, работает принцип «прейскуранта на людей». Мы много в Торе читаем о том, что выкуп за душу зависит от возраста и здоровья. Например, насколько беременная рабыня продавалась дороже, чем не беременная? Много подобных примеров.
Also kann der Mann den Schaden bewerten, der zugefügt wurde, und dieser Schaden wird finanziell ersetzt. Wenn wir sagen würden, dass man diesen Menschen, der der Frau solche Verletzungen zugefügt hat, töten, erschießen, ins Gefängnis stecken, ihm Arm und Bein amputieren, ein Auge ausstechen oder noch etwas anderes tun müsse, hätte die Familie keinerlei Ersatz des Schadens. Die Familie bekäme nichts, und sie bekäme keine Erleichterung, wenn jener Mensch eine Strafe erlitte, und die Tora, kann man sagen, führt alles auf Geld zurück, regelt alles auf verständliche Weise.
Итак, муж может оценить ущерб, который был причинён, и этот ущерб возмещается финансово. Если бы мы сказали, что этого человека, который нанёс женщине такие повреждения, надо убить, расстрелять, посадить в тюрьму, ампутировать ему руку и ногу, выколоть глаз или ещё что-то, у семьи не было бы никакого возмещения ущерба. Семья не получила бы ничего, и она не получила бы облегчения, если бы тот человек понёс наказание, и Тора, можно сказать, сводит всё к деньгам, регулирует всё понятным образом.
Dieses Gericht, dieses Gerichtsverfahren, das muss man unbedingt sagen, – ist Gnade auch gegenüber dem Verbrecher. Der Verbrecher hat die Möglichkeit, diese Schuld von sich abzuwischen, in die Gesellschaft zurückzukehren, denn auch er ist ein Geschöpf des Höchsten. Und wir haben kein Interesse, wie auch der Höchste kein Interesse hat, am Untergang des Sünders. Man kann dazu stehen, wie man will, aber so formuliert die Tora dieses Gesetz.
Этот суд, этот судебный процесс, обязательно нужно это сказать, – милость и по отношению к преступнику. У преступника есть возможность стереть с себя эту вину, вернуться в общество, потому что и он – творение Всевышнего. И мы не заинтересованы, как и Всевышний не заинтересован, в гибели грешника. Можно как угодно к этому относиться, но вот так Тора формулирует этот закон.
וְאִם־אָסוֹן יִהְיֶה וְנָתַתָּה נֶפֶשׁ תַּחַת נָפֶשׁ׃
we’im-asón jihjé wenatattá néfesch táchat náfesch
веим-асо́н йиѓйе́ венатата́ нэ́феш та́хат на́феш
23. Aber wenn ein Unglück geschieht, dann wird er Seele für Seele geben.
23. Но если случится несчастье, то отдаст душу за душу.
Und weiter folgen allgemeine Regeln. Regeln, die, kann man sagen, unter den Streitern mit der Tora, unter den Gegnern der Tora zum Sprichwort unter den Völkern geworden sind (bei den Heiden im wörtlichen Sinn dieses Wortes).
И дальше следуют общие правила. Правила, которые, можно сказать, в среде спорщиков с Торой, в среде противников Торы стали притчей во языцех (у язычников в буквальном смысле этого слова).
עַיִן תַּחַת עַיִן שֵׁן תַּחַת שֵׁן יָד תַּחַת יָד רֶגֶל תַּחַת רָגֶל׃
ájin táchat ájin schen táchat schen jad táchat jad régel táchat rágel
а́йин та́хат а́йин шен та́хат шен яд та́хат яд рэ́гель та́хат ра́гель
24. Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß,
24. Глаз за глаз, зуб за зуб, руку за руку, ногу за ногу,
כְּוִיָּה תַּחַת כְּוִיָּה פֶּצַע תַּחַת פָּצַע חַבּוּרָה תַּחַת חַבּוּרָה׃
kewijá táchat kewijá péza táchat páza chabburá táchat chabburá
кевия́ та́хат кевия́ пэ́ца та́хат па́ца хабура́ та́хат хабура́
25. Verbrennung für Verbrennung, Wunde für Wunde, Bruch für Bruch.
25. Ожог за ожог, рану за рану, перелом за перелом.
Solche Regeln werden hier also aufgezählt, und man kann das so verstehen, viele verstehen es auch so, dass, wenn ein Mensch seinem Nächsten ein Auge ausgestochen hat, man auch ihm ein Auge ausstechen darf. Und so bis zu zweimal. Nach dem dritten Mal, wenn er einem Dritten ein Auge ausgestochen hat, ist er schon nicht mehr strafbar. Hände gibt es auch zwei und Beine auch zwei. Verbrennungen kann man einem Menschen natürlich unendlich zufügen. Und wahrscheinlich gäbe es dann das Amt eines „Verbrenners“ – eines Menschen, der für Verbrennungen vergelten würde, er hätte Brandeisen, und mit ihnen würde er brennen. Und brennen müsste man genau so viele Male, wie viele Verbrennungen der Mensch dem Geschädigten zugefügt hat. Das hätte wahrscheinlich eine Goldschmiedekunst sein müssen. Genauso auch der „Knochenbrecher“. Da gäbe es so einen Meister-Henker, der auf Bestellung Rippen, Oberschenkel, den Oberschenkelhals oder den kleinen Finger brechen würde. So kann man das alles verstehen, und so wird es oft verstanden. Welchen Nutzen der Geschädigte von diesem Vorgang hätte – das ist völlig unverständlich. Dabei hat der geschädigte Mensch, der ein Auge oder ein Bein verloren hat, auch die Arbeitsfähigkeit verloren, hat im Grunde die Möglichkeit verloren, für sich und seine Familie den Lebensunterhalt zu sichern. In jenen Zeiten gab es keine Invalidenrente, gab es keine Sozialleistungen. Im ersten Buch Melachim in Kapitel 20 gibt es eine erfundene Geschichte von einem Sklaven, den man zur Obhut zurückgelassen hatte, und dort ist das Verständnis genau dieses Wortes táchat, das wir mit für übersetzt haben, völlig klar ausgedrückt. Es bedeutet auch anstelle. Das heißt, ich muss dem Menschen ein Auge anstelle des Auges geben, nicht mein Auge, sondern irgendeine Entschädigung dafür. Und wir wissen, dass schon in der Zeit des Zweiten Tempels diese Verse genau so ausgelegt wurden. Und wir wissen auch, dass die Weisen das nicht für einen Midrasch hielten, die Weisen hielten das für den einfachen Sinn der Tora. Die Grundlage dafür seht euch in Kapitel 20 des Buches Melachim an: Ganz am Ende des Kapitels gibt es eine Geschichte darüber, dass „deine Seele anstelle seiner Seele sein wird, so wirst du Seele für Seele geben“, das heißt, du wirst es abdienen, wirst anstelle dieses Menschen dienen, und dein Volk wird anstelle seines Volkes sein.
Вот такие правила перечисляются, и можно это понять, многие так и понимают, что, если человек выколол глаз своему ближнему, ему тоже можно выколоть глаз. И так до двух раз. После третьего, если он кому-то третьему выколол глаз, он уже не наказуем. Руки тоже две и ноги тоже две. Ожоги, конечно, можно наносить человеку бесконечно. И, наверное, была бы должность «ожогщика» – человека, который воздавал бы за ожоги, у него были бы клейма, и он бы ими ожигал. И ожечь надо было точно столько же, сколько ожогов человек сделал пострадавшему. Это, наверное, должно было быть ювелирным искусством. Точно так же и «переломщик». Вот был бы такой мастер-палач, который бы ломал по заказу рёбра, бёдра, шейку бедра или мизинец. Так это всё можно понять, и так это часто понимается. Что было бы проку пострадавшему от этого процесса – совершенно непонятно. А между тем пострадавший человек, который потерял глаз или ногу, потерял и трудоспособность, по сути, потерял возможность обеспечивать себе и своей семье существование. В те времена не было пособия по инвалидности, не было социальных выплат. В первой книге Мелахим в 20 главе есть выдуманная история о рабе, которого оставили на попечение, и там совершенно ясно выражено понимание вот этого слова та́хат, которое мы перевели за. Это означает ещё и вместо. То есть я должен человеку дать глаз вместо глаза, не свой глаз, а какую-то его компенсацию. И мы знаем, что уже во времена Второго храма эти стихи толковались именно так. И мы также знаем, что мудрецы не считали это мидрашом, мудрецы считали это простым смыслом Торы. Основание для этого посмотрите в 20 главе книги Мелахим: в самом конце главы есть история о том, что «будет твоя душа вместо его души, ты так отдашь душу за душу», то есть отслужишь, послужишь вместо этого человека, и твой народ будет вместо его народа.
Man muss also verstehen, dass das Wort táchat sehr selten verwendet wird, es bedeutet anstelle von etwas sein, anstelle von etwas geben. Das heißt, der Wert eines Auges anstelle des Auges, der Wert einer Hand anstelle der Hand. Wieder einmal sagen wir: „Hoppla! Hier läuft alles aufs Geld hinaus.“ Ja, oft läuft alles aufs Geld hinaus. Und wieder ist das Gnade gegenüber dem Verbrecher und in diesem Fall Gnade gegenüber dem Geschädigten, denn wenn man dem Verbrecher einfach ein Auge aussticht, könnte der Geschädigte nicht weiter von dem ausgestochenen Auge des Verbrechers leben. Das Gericht, im jüdischen Verständnis des Rechtsprechens, ist immer Gnade sowohl gegenüber dem Verbrecher (der sich von seiner Schuld vor der Gesellschaft, vor dem, dem er Schaden zugefügt hat, befreien kann, für sich den Kreis schließen kann) als auch gegenüber dem Geschädigten. Natürlich zeigt sich Gnade in verschiedener Form, aber man muss sich daran erinnern, dass auch ein Gericht Gnade sein kann, und die Regeln über den Ersatz finanziellen Schadens sind die allgemeine Regel für den ganzen Kanon, der Nesekin heißt – die Gesetze über Schäden im Judentum.
Итак, нужно понимать, что слово та́хат очень редко используется, оно означает быть вместо чего-то, дать вместо чего-то. То есть стоимость глаза вместо глаза, стоимость руки вместо руки. Опять-таки мы говорим: «Опа! Здесь всё сводится к деньгам». Да, зачастую всё сводится к деньгам. И снова это милость к преступнику и милость в данном случае к пострадавшему, потому что, если просто выколоть глаз у преступника, пострадавший не смог бы дальше существовать за счёт выколотого глаза преступника. Суд, в еврейском понимании совершения суда, – это всегда милость и по отношению к преступнику (который может избавиться от своей вины перед обществом, перед тем, кому он нанёс вред, закрыть круг для себя), и по отношению к пострадавшему. Конечно, в разной форме проявляется милость, но нужно помнить, что суд тоже может быть милостью, и правила возмещения финансового ущерба – это общее правило для всего канона, который называется Незекин – законы об ущербе в иудаизме.
In Vers 26 lesen wir die Weiterentwicklung dieses Gedankens. Wir haben zum Beispiel letztes Mal gesagt, dass, wenn ein Mensch seinen Nächsten schlägt, er des Todes schuldig ist. Aber wenn dieser Schlag einem Sklaven zugefügt wird, wie wir am Anfang dieses Kapitels gelesen haben, dann gibt es bestimmte mildernde Umstände, und der Mensch ist nicht des Todes schuldig. Die Beziehungen zwischen Nächsten und die Beziehungen zwischen Besitzer und Sklave unterscheiden sich ein wenig voneinander. Das bedeutet keineswegs, dass der Sklave keinerlei Rechte hat, aber nachdem die Tora die Situation im Allgemeinen erklärt hat, spricht sie erneut und erklärt es am Beispiel des Sklaven:
В 26 стихе прочитаем развитие этой идеи. Мы говорили, например, в прошлый раз, что, если человек ударит ближнего, он подлежит смерти. Но если этот удар нанесён рабу, как мы читали в начале этой главы, то есть определённые облегчающие обстоятельства и человек смерти не подлежит. Отношения между ближними и отношения хозяина и раба немного отличаются друг от друга. Это никак не значит, что у раба нет никаких прав, но, объяснив ситуацию в общем, Тора вновь говорит и объясняет на примере раба:
וְכִי־יַכֶּה אִישׁ אֶת־עֵין עַבְדּוֹ אוֹ־אֶת־עֵין אֲמָתוֹ וְשִׁחֲתָהּ לַחָפְשִׁי יְשַׁלְּחֶנּוּ תַּחַת עֵינוֹ׃
wechi-jakké isch et-én awdó o-et-én amató weschichatá lachofschí jeschallechénnu táchat éno
вехи-якэ́ иш эт-э́н авдо́ о-эт-э́н амато́ вешихата́ лахофши́ ешалехэ́ну та́хат э́но
26. Und wenn ein Mensch seinem Sklaven oder seiner Sklavin ins Auge schlägt (das ist wie jener Vers, mit dem wir begonnen haben: eine Ausnahme für Sklaven, ein besonderer Fall im Verhältnis zu Sklaven) und es beschädigt hat, wird der Sklave für diese Beschädigung sofort von seiner Sklaverei befreit und geht in die Freiheit hinaus.
26. А если человек ударит в глаз раба своего или рабыни своей (это как тот стих, с которого мы начали: исключение для рабов, особый случай в отношении с рабами) и повредил его, за это повреждение раб немедленно освобождается от своего рабства и выходит на свободу.
וְאִם־שֵׁן עַבְדּוֹ אוֹ־שֵׁן אֲמָתוֹ יַפִּיל לַחָפְשִׁי יְשַׁלְּחֶנּוּ תַּחַת שִׁנּוֹ׃
we’im-schén awdó o-schén amató jappíl lachofschí jeschallechénnu táchat schínno
веим-ше́н авдо́ о-ше́н амато́ япи́ль лахофши́ ешалехэ́ну та́хат ши́но
27. Und wenn er einen Zahn seines Sklaven oder einen Zahn seiner Sklavin ausschlägt, so wird er (sie) für seinen Zahn in die Freiheit hinausgehen.
27. А если выбьет зуб раба своего или зуб рабыни своей, то за зуб свой он (она) выйдет на свободу.
Interessant ist, dass sich im Hebräischen der Ausdruck „mit Mühe aus etwas herauskommen“ herausgebildet hat, das heißt „für Zahn und für Auge hinausgehen“, sozusagen mit letzter Kraft hinausgehen, sich aus etwas losreißen. Warum das Auge gesondert und der Zahn gesondert? Weil es nur zwei Augen gibt und die Beschädigung eines Auges eine sehr ernste Beschädigung ist. Ein Zahn ist eine kleinere Beschädigung. Ein Mensch wird als Arbeiter nicht einmal nach der Anzahl seiner Zähne bewertet. Für den Besitzer macht es keinen besonderen Unterschied, wie viel er isst. Ein Zahn unterscheidet sich doch im Ausmaß des Schadens, und es lohnt sich hier zu sagen, dass der Besitzer sogar wegen eines kleinen Schadens, der dem Sklaven zugefügt wurde, verpflichtet ist, ihn in die Freiheit zu entlassen. Der Preis jedes Organs: eines Fingers, eines Ohrs, eines Zahns – das ist die Freiheit. Der Sklave hat ein Recht auf seinen Körper. Wenn sein Körper irgendwie beschädigt wird, dann geht er in die Freiheit hinaus. Und wir sprechen jetzt über das Verhältnis zwischen Mensch und Mensch, über vorsätzliche Verbrechen, über nicht vorsätzliche Verbrechen, darüber, wann der Mensch es beabsichtigte und es geschah, oder es versehentlich geschah.
Интересно, что в иврите сложилось выражение «еле выбраться из чего-то», то есть «выйти за зуб и за глаз», выйти, так сказать, из последних сил, вырваться из чего-то. Почему глаз отдельно, а зуб отдельно? Потому что глаза всего два и повреждение глаза – очень серьёзное повреждение. Зуб – это повреждение более мелкое. Человек даже не оценивается как работник по количеству зубов. Хозяину нет особой разницы, сколько он ест. Зуб всё-таки по уровню ущерба отличается, и стоит здесь сказать, что даже из-за малого ущерба, причинённого рабу, хозяин обязан выпустить его на свободу. Цена любого органа: пальца, уха, зуба – это свобода. Раб имеет право на своё тело. Если тело его как-то повреждается, то он выходит на свободу. И мы сейчас говорим об отношении между человеком и человеком, о намеренных преступлениях, о ненамеренных преступлениях, о том, когда человек подразумевал и случилось или нечаянно случилось.
Die Tora beschreibt verschiedene Situationen, aber die Welt besteht nicht nur aus Menschen, in der Welt gibt es auch das Eigentum der Menschen, auch Eigentum kann Schaden anrichten, und davon lesen wir weiter:
Тора описывает разные ситуации, но мир состоит не только из людей, в мире есть ещё имущество людей, имущество тоже может причинить вред, и об этом мы читаем дальше:
וְכִי־יִגַּח שׁוֹר אֶת־אִישׁ אוֹ אֶת־אִשָּׁה וָמֵת סָקוֹל יִסָּקֵל הַשּׁוֹר וְלֹא יֵאָכֵל אֶת־בְּשָׂרוֹ וּבַעַל הַשּׁוֹר נָקִי׃
wechi-jiggách schor et-ísch o et-ischá wamét sakól jissakél haschór weló je’achél et-besaró uwá’al haschór nakí
вехи-йига́х шор эт-и́ш о эт-иша́ вамэ́т сако́ль йисакэ́ль ѓашо́р вело́ еахэ́ль эт-бесаро́ ува́аль ѓашо́р наки́
28. Wenn ein Stier einen Mann oder eine Frau stößt und dieser Mann oder diese Frau gestorben sind, wird der Stier mit Steinen erschlagen werden und nicht gegessen werden (sein Fleisch wird nicht gegessen werden), und der Besitzer des Stiers wird rein sein.
28. Если боднёт бык мужчину или женщину, и этот мужчина или женщина умерли, камнями будет побит бык и не будет съеден (не будет съедено его мясо), а хозяин быка будет чистым.
Der Stier hat einen Besitzer, und durch eine Unachtsamkeit des Besitzers oder vielleicht durch eine Unachtsamkeit des Mannes oder der Frau, gleichgültig durch wessen Schuld das geschehen ist, hat der Stier einen Menschen gestoßen, und der Mensch ist gestorben. Hier gibt es keine böse Absicht eines Menschen, es gibt nicht einmal eine unvorsätzliche Tötung seitens des Besitzers des Stiers, man kann sagen, dass das eine Naturerscheinung ist, aber die Tora sagt: Der Stier wird mit Steinen erschlagen werden, das heißt, er wird so getötet werden, dass man ihn nicht essen kann, und der Besitzer des Stiers wird rein sein. Er hat als Strafe erhalten, dass er den Stier verloren hat. Ein Stier ist ein ziemlich teures Eigentum, er konnte alles sein, was ein Mensch hat. Man kann sich diese Geschichte auch anders vorstellen: Wenn ein Mensch wegen eines Defekts seines Autos, eines unerwarteten Defekts, einen Unfall verursacht hat, dann erfolgt der ganze Schadenersatz auf Kosten der Versicherungsgesellschaft, im Grunde kann man sagen, „auf Kosten des Autos“, wenn es ein zufälliger Defekt ist, auf den der Mensch wirklich nicht achten konnte. Ich vereinfache sehr, ich vergleiche einfach, damit die Gesetze verständlich sind. Die Tora spricht nicht nur von Stieren, aber das, was sie sagt, ist im Großen und Ganzen auch auf einen Hund anwendbar. Und wenn wir sagen: „Wenn er mit einem Stab geschlagen hat“, dann ist klar, dass, wenn man mit einer Armierungsstange oder mit Nunchakus schlägt, die Regel des Stabes hier ebenfalls anwendbar ist. Die Tora führt uns konkrete Gerichtsfälle an, damit wir das Gesamtbild sehen. Genauso ist es auch mit dem Stier.
У быка есть хозяин, и по недосмотру хозяина или, может, по недосмотру мужчины или женщины, неважно по чьей вине это произошло, бык боднул человека, и человек умер. Здесь нет злого намерения человека, даже нет непреднамеренного убийства со стороны хозяина быка, можно сказать, что это природное явление, но Тора говорит, что камнями будет побит бык, то есть он будет забит так, чтобы его нельзя было съесть, а хозяин быка будет чистым. Он получил в наказание то, что лишился быка. Бык – довольно дорогое имущество, оно могло оказаться всем, что у человека есть. Можно представить эту историю по-другому: если человек из-за неисправности автомобиля, неожиданной неисправности, совершил аварию, то всё возмещение ущерба происходит за счёт страховой компании, по сути, можно сказать, «за счёт автомобиля», если это случайная неисправность, за которой человек действительно не мог уследить. Я очень упрощаю, сравниваю просто, чтобы были понятны законы. Тора говорит не только о быках, но то, что она говорит, применимо, в общем-то, и к собаке. И когда мы говорим: «Если ударил посохом», то понятно, что если ударить арматурой или нунчаками, то правило посоха здесь тоже применимо. Тора приводит нам конкретные судебные дела, чтобы мы видели общую картину. Точно так же и с быком.
וְאִם שׁוֹר נַגָּח הוּא מִתְּמֹל שִׁלְשֹׁם וְהוּעַד בִּבְעָלָיו וְלֹא יִשְׁמְרֶנּוּ וְהֵמִית אִישׁ אוֹ אִשָּׁה הַשּׁוֹר יִסָּקֵל וְגַם־בְּעָלָיו יוּמָת׃
we’ím schor naggách hu mittemól schilschóm wehu’ád biw’aláw weló jischmerénnu wehemít isch o ischá haschór jissakél wegam-be’aláw jumát
веи́м шор нага́х ѓу митемо́ль шильшо́м веѓуа́д бивъала́в вело́ йишмерэ́ну веѓеми́т иш о иша́ ѓашо́р йисакэ́ль вегам-беала́в юма́т
29. Und wenn es ein stößiger Stier ist, gestern und vorgestern und vor drei Tagen, und man den Besitzer gewarnt hat (wenn man ihm gesagt hat: „Hör mal, pass auf deinen Stier auf, er ist zu aggressiv“), und er danach nicht auf ihn aufgepasst hat, und dieser Stier einen Mann oder eine Frau getötet hat – so wird der Stier mit Steinen erschlagen werden, und auch sein Besitzer wird sterben.
29. А если это бодливый бык вчера, и позавчера, и третьего дня, и предупредили хозяина (если ему сказали: «Слушай, присмотри за своим быком, он слишком агрессивный»), и после этого он не следил за ним, и бык этот убил мужчину или женщину – и бык будет побит камнями, и хозяин его тоже умрёт.
Wieder einmal: Wenn ein Mensch weiß, dass sein Auto defekt ist, irgendeine seiner Maschinen defekt ist, und er nicht darauf geachtet hat, sich nicht darum gekümmert hat, das zu reparieren, obwohl man ihn gewarnt hat, obwohl dieser Defekt sich schon bemerkbar gemacht hat, dann verliert er nicht nur sein Eigentum, sondern unterliegt auch einer Strafe. In diesem Fall beginnen wir scheinbar von der Todesstrafe zu sprechen, aber in Vers 30 lesen wir:
Опять-таки, если человек знает, что его автомобиль неисправен, какая-то его техника неисправна, и он не следил за этим, не позаботился это исправить, несмотря на то что его предупредили, несмотря на то что эта неисправность уже давала о себе знать, он не только лишается своего имущества, но и подвержен наказанию. В данном случае мы начинаем вроде бы говорить о смертной казни, но в 30 стихе читаем:
אִם־כֹּפֶר יוּשַׁת עָלָיו וְנָתַן פִּדְיֹן נַפְשׁוֹ כְּכֹל אֲשֶׁר־יוּשַׁת עָלָיו׃
im-kófer juschát aláw wenatán pid’jon nafschó kechól ascher-juschát aláw
им-ко́фер юша́т ала́в вената́н пидъён нафшо́ кехо́ль ашер-юша́т ала́в
30. Wenn ihm ein Lösegeld auferlegt wird, wird er ein Lösegeld für seine Seele geben.
30. Если на него будет назначен выкуп, он даст выкуп за душу свою.
Und wieder: Wir wollen nicht den Tod eines Menschen, selbst wenn er manchmal den Tod verdient, deshalb ist ihm die Möglichkeit gegeben, für sich ein Lösegeld zu geben. Wenn man ihn schon wegen seines Stiers gewarnt hatte, wenn man ihn schon gewarnt hatte, dass seine Handlungen zu einem Unglück führen können, er aber nichts getan hat, um für die Sicherheit der Menschen um ihn herum zu sorgen. Hier sprechen wir davon, wenn bei Unfällen, bei irgendwelchen Unglücken etwas oder jemand beteiligt ist, dessen Willen wir nicht überwachen können, sondern nur ihn selbst überwachen können, darauf achten, dass er funktioniert, dass er sicher existiert.
И опять: мы не хотим смерти человека, даже когда он порой смерти заслуживает, поэтому ему дана возможность дать за себя выкуп. Если его уже предупреждали о его быке, если его уже предупреждали, что его действия могут привести к несчастью, но он ничего не сделал, чтобы позаботиться о безопасности окружающих. Здесь мы говорим о том, когда в авариях, в каких-то несчастьях присутствует нечто или некто, за волей которого мы не можем следить, а только можем следить за ним самим, присматривать, чтобы он функционировал, чтобы он существовал безопасно.
Es entsteht noch eine interessante Frage: Wenn ein Stier, der stößt, sofort mit Steinen erschlagen und nicht gegessen wird, woher kommt dann bei uns in Vers 29 so ein Wiederholungstäter von Stierchen, der es fertigbringt, sowohl seit gestern als auch seit vorgestern stößig zu sein, und den Besitzer warnt man bloß? Nun, das ist der Fall, wenn der Stier jemanden gestoßen hat oder zu stoßen versucht hat, aber ohne schwere Folgen, oder jemandem gedroht hat. Oder man hat diesen Stier bloß verdächtigt und wusste nicht, ob es wirklich dieser Stier war, und hat mehrere Besitzer gewarnt. Es gibt verschiedene Varianten. Nun, es gibt ja Warnungen darüber, dass zum Beispiel in irgendwelchen Autos irgendein defektes System ist, dass man bei irgendwelchen Geräten auf etwas Besonderes achten muss, und in unserem Fall ist es ungefähr so eine Situation. Was tun, wenn nicht alles von uns abhängt? Wir müssen in diesem Fall das tun, was von uns abhängt.
Возникает ещё один интересный вопрос: если быка, который бодается, сразу же побивают камнями и не съедают, то откуда же взялся у нас в 29 стихе такой бычок-рецидивист, который ухитряется и со вчерашнего дня, и с позавчерашнего дня быть бодливым, и хозяина просто предупреждают? А это тот случай, когда бык кого-то бодал или пытался боднуть, но без тяжёлых последствий, или кому-то грозил. Или этого быка просто подозревали и не знали, точно ли этот бык и предупредили нескольких хозяев. Есть разные варианты. Ну, существует ведь предупреждение о том, что, например, в каких-то автомобилях есть какая-то неисправная система, в каких-то приборах нужно следить за чем-то особенным, и в нашем случае примерно вот такая ситуация. Как быть, когда не всё зависит от нас? Мы должны в этом случае делать то, что зависит от нас.
אוֹ־בֵן יִגָּח אוֹ־בַת יִגָּח כַּמִּשְׁפָּט הַזֶּה יֵעָשֶׂה לּוֹ׃
o-wén jiggách o-wát jiggách kammischpát hassé je’ásse lo
о-вэ́н йига́х о-ва́т йига́х камишпа́т ѓазэ́ еа́се ло
31. Wenn er einen Sohn stößt oder eine Tochter stößt, wird ihm getan werden wie dieser Rechtsspruch.
31. Если сына боднёт или дочь боднёт, сделано ему будет, как этот суд.
Wozu ist uns das geschrieben? Das ist uns dazu geschrieben, damit wir das, was wir jetzt gelernt haben, auch auf Kinder ausdehnen. Kinder können, man kann sagen, wie Rowdys, unerwartet auf die Straße springen, sich unter die Räder werfen, wer weiß, was sie sonst noch anstellen. Vielleicht haben sie vor diesem Stier mit einer roten Revolutionsfahne gewedelt, und der Stier ist auf sie losgegangen. Ja, ich weiß, dass Stiere keine Farben unterscheiden, das ist nur eine Metapher. Das heißt, vielleicht hat das Kind den Stier gereizt … Egal. Ob Junge, ob Mädchen, ob ein Schwarzer vorgerückten Alters – das spielt keine Rolle, dieses Gericht wird über den Besitzer des Stiers gehalten, und man kann zum Fußgänger, zum Passanten oder zum Jungen nicht sagen: „Du bist selbst schuld.“
Для чего это нам написано? Это нам написано для того, чтобы мы распространили то, что сейчас выучили, и на детей. Дети, можно сказать, как хулиганы, могут неожиданно выскочить на улицу, броситься под колёса, мало ли ещё что они вытворят. Может быть, они красным революционным знаменем махали перед этим быком, и бык на них взъелся. Да, я знаю, что быки не различают цвета, это просто метафора. То есть, может быть, ребёнок быка разозлил… Неважно. Мальчик ли, девочка ли, негр ли преклонных годов – не имеет значения, этот суд совершается над хозяином быка, и нельзя сказать пешеходу, прохожему или мальчику: «Ты сам виноват».
אִם־עֶבֶד יִגַּח הַשּׁוֹר אוֹ אָמָה כֶּסֶף שְׁלֹשִׁים שְׁקָלִים יִתֵּן לַאדֹנָיו וְהַשּׁוֹר יִסָּקֵל׃
im-éwed jiggách haschór o amá késsef scheloschím schekalím jittén ladonáw wehaschór jissakél.
им-э́вед йига́х ѓашо́р о ама́ кэ́сеф шелоши́м шекали́м йитэ́н ладона́в веѓашо́р йисакэ́ль.
32. Und wenn ein Stier einen Sklaven oder eine Sklavin stößt, soll man ihrem Herrn dreißig Schekel in Silber geben, und der Stier wird gesteinigt werden.
32. А если раба или рабыню забодает бык, тридцать шекелей серебром следует дать господину их, а бык будет побит камнями.
In diesem Fall ist mit Sklave und Sklavin ein Fremder gemeint, das heißt ein Sklave oder eine Sklavin aus anderen Völkern, denn für „sowjetische Sklaven“Im Russischen steht hier wörtlich „sowjetische Sklaven“. Vermutlich ist das ein Hörfehler der Mitschrift und gemeint sind die eigenen, israelitischen Sklaven; wir haben den Wortlaut beibehalten. kann es ein solches Gericht nicht geben: Sie haben Verwandte. Ein Sklave aber, der aus den Fremdstämmigen genommen ist, vielleicht ist er infolge eines Krieges irgendwo gefangen genommen worden, hat keine Verwandten, niemand ist auf seinen Unterhalt angewiesen, und außer dem Besitzer hat er niemanden. 30 Schekel sind der Standardpreis für einen statistisch durchschnittlichen Sklaven. Wenn sich plötzlich herausstellt, dass er Chinesisch kann, Cello spielen oder auf dem Seil gehen kann, steigt sein Preis, aber im Durchschnitt ist der Standardpreis eines Sklaven, ohne Berücksichtigung seiner Fähigkeiten, 30 Schekel. Und 30 Schekel sind 30 Maß Silber: der Verkaufspreis eines Sklaven und nicht nur der Verkaufspreis eines Sklaven.
В данном случае под рабом и рабыней подразумевается пришелец, то есть раб или рабыня из других народов, потому что «советским рабам» не может быть такого суда: у них есть родственники. А вот у раба, который взят из иноплеменников, может быть, в результате войны он где-то захвачен, родственников нет, на иждивении у него никто не находится и кроме хозяина у него никого нет. 30 шекелей – стандартная цена за среднестатистического раба. Если вдруг выясняется, что он знает китайский язык, умеет играть на виолончели или ходить по канату, его цена увеличивается, но в среднем стандартная цена раба, без учёта его способностей, – 30 шекелей. И 30 шекелей – это 30 мер серебра: цена продажи раба и не только цена продажи раба.
Und der Stier wird trotzdem gesteinigt. Das heißt, wenn das einem Sklaven geschieht, der nur Eigentum des Besitzers ist, dann wird dem Besitzer der Schaden ersetzt. Entsprechend, wenn es ein Auto ist, das nicht in den Sklaven des Besitzers gefahren ist, sondern in seinen Karren, in irgendein Eigentum von ihm, wenn es eine Beschädigung von Eigentum ist, dann wird der Wert des Eigentums ersetzt. Woraus wird es ersetzt? Nun, wiederum aus der Autoversicherung, wenn man das in die heutige Sprache überträgt.
А бык всё равно побиваем. То есть если это случается с рабом, который только имущество хозяина, то хозяину возмещают ущерб. Соответственно, если это автомобиль, который врезался не в раба хозяина, а в его тележку, в его какое-то имущество, если это повреждение имущества, то возмещается стоимость имущества. Из чего возмещается? Ну, снова-таки из страховки автомобильной, если переводить это на современный язык.
In Vers 33 ist wieder von Situationen die Rede, in denen der Tod nicht vorsätzlich, sondern aus Fahrlässigkeit eintritt. Also:
В 33 стихе вновь говорится о ситуациях, когда смерть происходит не преднамеренно, а по неосторожности. Итак:
וְכִי־יִפְתַּח אִישׁ בּוֹר אוֹ כִּי־יִכְרֶה אִישׁ בֹּר וְלֹא יְכַסֶּנּוּ וְנָפַל־שָׁמָּה שּׁוֹר אוֹ חֲמוֹר׃
wechi-jiftách isch bor o ki-jichré isch bor weló jechassénnu wenafal-schámma schor o chamór
вехи-йифта́х иш бор о ки-йихрэ́ иш бор вело́ ехасэ́ну венафаль-ша́ма шор о хамо́р
33. Wenn ein Mensch eine Grube öffnet (eine schon fertige Grube öffnet) oder ein Mensch eine Grube gräbt und sie nicht zudeckt, und ein Stier oder ein Esel fällt hinein,
33. Если откроет человек яму (откроет уже готовую яму), или выкопает человек яму и не покроет её, и упадёт туда бык или осёл,
Das heißt, fahrlässige Schädigung von Eigentum.
То есть причинение ущерба имуществу по неосторожности.
בַּעַל הַבּוֹר יְשַׁלֵּם כֶּסֶף יָשִׁיב לִבְעָלָיו וְהַמֵּת יִהְיֶה־לּוֹ׃
bá’al habbór jeschallém késsef jaschíw liw’aláw wehammét jihje-ló
ба́аль ѓабо́р ешале́м кэ́сеф яши́в ливъала́в веѓамэ́т йиѓйе-ло́
34… der Besitzer der Grube wird Geld bezahlen (derjenige, der sie geöffnet hat), und das umgekommene Tier wird ihm gehören.
34…хозяин ямы заплатит деньги (тот, кто её открыл), а погибшее животное будет его.
Das heißt, der Besitzer der Grube zahlt den Besitzern des Esels oder des Stiers den vollen Wert dieses Tieres, und das Tier selbst bleibt bei ihm. Wenn durch unsere Schuld bei einem Menschen irgendein Eigentum beschädigt worden ist, dann bezahlen wir ihm den vollen Wert, und das Eigentum selbst bleibt uns. Wenn wir versehentlich jemandes Handy zerbrochen haben, müssen wir den Wert dieses Handys auszahlen, und das zerbrochene Handy selbst bleibt uns. Nun, selbstverständlich berücksichtigen wir jetzt den Datenschutz nicht.
То есть хозяин ямы платит хозяевам осла или быка полную стоимость этого животного, а само животное остаётся у него. Если по нашей вине у человека повредилось какое-то имущество, то мы оплачиваем ему полную стоимость, а само имущество остается нам. Если мы нечаянно разбили чей-то сотовый телефон, мы должны выплатить стоимость этого сотового телефона, а сам телефон разбитый остаётся нам. Ну, разумеется, мы сейчас не принимаем во внимание защиту информации.
וְכִי־יִגֹּף שׁוֹר־אִישׁ אֶת־שׁוֹר רֵעֵהוּ וָמֵת וּמָכְרוּ אֶת־הַשּׁוֹר הַחַי וְחָצוּ אֶת־כַּסְפּוֹ וְגַם אֶת־הַמֵּת יֶחֱצוּן׃
wechi-jiggóf schor-ísch et-schór re’éhu wamét umacherú et-haschór hacháj wechazú et-kaspó wegám et-hammét jechezún
вехи-йиго́ф шор-и́ш эт-шо́р реэ́ѓу вамэ́т умахеру́ эт-ѓашо́р ѓаха́й вехацу́ эт-каспо́ вега́м эт-ѓамэ́т ехецу́н
35. Wenn zwei Stiere aneinandergeraten sind und einer den anderen gestoßen hat und (dieser) gestorben ist, wird man den lebenden Stier verkaufen, das Geld teilen, und den toten Stier wird man auch teilen.
35. Если два быка сошлись, и один боднул другого, и (тот) умер, продадут живого быка, поделят деньги, и мёртвого быка тоже разделят.
Zwei Stiere haben sich gerauft. Da sind zwei Stiere, die beide unlenkbar sind, beide haben keinen Verstand, weder irgendwelche Absichten noch irgendwelche Befürchtungen. Alles wird geteilt. Also, wenn irgendein Schaden dem Eigentum halb und halb zugefügt ist, dann wird also auch der Schaden zur Hälfte geteilt. Wenn dieser Schaden mit Stieren, mit Hunden oder mit etwas zusammenhängt, das wir nicht lenken können. Aber wiederum, wie wir auch das letzte Mal gesagt haben:
Два быка подрались. Вот два быка, которые оба неуправляемые, у обоих нет разума, ни каких-то намерений, ни каких-то опасений. Всё делится. Значит, если какой-то ущерб причинён имуществу напополам, то значит и ущерб делится пополам. Если этот ущерб связан с быками, с собаками или чем-то, чем мы не можем управлять. Но опять-таки, как и в прошлый раз мы говорили:
אוֹ נוֹדַע כִּי שׁוֹר נַגָּח הוּא מִתְּמוֹל שִׁלְשֹׁם וְלֹא יִשְׁמְרֶנּוּ בְּעָלָיו שַׁלֵּם יְשַׁלֵּם שׁוֹר תַּחַת הַשּׁוֹר וְהַמֵּת יִהְיֶה־לּוֹ׃
o nodá ki schór naggách hu mittemól schilschóm weló jischmerénnu be’aláw schallém jeschallém schor táchat haschór wehammét jihje-lo.
о нода́ ки шо́р нага́х ѓу митемо́ль шильшо́м вело́ йишмерэ́ну беала́в шале́м ешале́м шор та́хат ѓашо́р веѓамэ́т йиѓйе-ло.
36. Wenn bekannt ist, dass einer der Stiere stößig ist und sein Besitzer ihn nicht bewacht hat, dann wird er für den umgekommenen Stier den vollen Wert bezahlen, und der Kadaver wird ihm gehören.
36. Если известно, что один из быков бодливый и хозяин его не стерёг, то заплатит за погибшего быка полную стоимость, а туша будет принадлежать ему.
In Vers 37 ist es schon eine ganz andere Geschichte:
В 37 стихе уже совершенно другая история:
כִּי יִגְנֹב־אִישׁ שׁוֹר אוֹ־שֶׂה וּטְבָחוֹ אוֹ מְכָרוֹ חֲמִשָּׁה בָקָר יְשַׁלֵּם תַּחַת הַשּׁוֹר וְאַרְבַּע־צֹאן תַּחַת הַשֶּׂה׃
ki jignow-ísch schor o-sé utwachó o mecharó chamischá wakár jeschallém táchat haschór we’arba-zón táchat hassé
ки йигнов-и́ш шор о-сэ́ утвахо́ о мехаро́ хамиша́ вака́р ешале́м та́хат ѓашо́р веарба-цо́н та́хат ѓасэ́
37. Wenn ein Mensch einen Stier oder ein Lamm stiehlt und ihn schlachtet oder ihn verkauft, wird er fünf Werte eines Stiers für den Stier bezahlen und vier Werte eines Schafes oder Böckchens für das Schaf oder Böckchen bezahlen.
37. Если человек украдёт быка или барашка и зарежет его или продаст его, пять стоимостей быка заплатит за быка и четыре стоимости овцы или козлёнка заплатит за овцу или козлёнка.
Warum ein solcher Unterschied? Dazu gibt es eine sehr interessante Bemerkung. Wenn ein Mensch einen Stier stiehlt, treibt er ihn mit einer Gerte und führt ihn irgendwohin. Meistens, wenn ein Mensch einen Widder stiehlt, trägt er ihn auf sich. Darin liegt ein Element der Schande, der Angst. Der Mensch erleidet irgendwelche Leiden, er läuft mit diesem Widder, mit diesem Schaf oder mit dieser Ziege herum, das ist ihm sehr unangenehm, er schämt sich, und dafür hat er einen mildernden Umstand. Für den Stier, den der Mensch treibt, wird fünffach vergolten, und für das Schaf, das er auf sich trägt, vierfach, weil darin die Schande liegt, die der Mensch schon erlitten hat.
Почему такая разница? Очень интересное замечание есть на этот счёт. Когда человек ворует быка, он гонит его хворостиной и куда-то ведёт. Чаще всего, когда человек ворует барана, он его несёт на себе. В этом есть элемент позора, страха. Человек претерпевает какие-то страдания, он ходит с этим бараном, с этой овцой или с этой козой, ему очень это неприятно, он стыдится, и за это у него есть смягчающее обстоятельство. За быка, которого человек гонит, воздаётся впятеро, а за овцу, которую он несёт на себе, – вчетверо, потому что в этом есть позор, который человек уже претерпел.
Wir lesen noch ein kleines Stückchen des zweiundzwanzigsten Kapitels, das mit einem ganz anderen Fall beginnt, man kann sagen, mit einem Fall von Selbstverteidigung:
Мы прочитаем ещё небольшой кусочек двадцать второй главы, которая начинается совершенно с другого дела, можно сказать, с дела о самообороне:
אִם־בַּמַּחְתֶּרֶת יִמָּצֵא הַגַּנָּב וְהֻכָּה וָמֵת אֵין לוֹ דָּמִים׃
im-bammachtéret jimmazé haggannáw wehukká wamét en lo damím
им-бамахтэ́рет йимацэ́ ѓагана́в веѓука́ вамэ́т эн ло дами́м
1. Wenn ein Dieb beim Durchbruch entdeckt wird und so geschlagen wird, dass er stirbt, dann liegt auf dem, der ihn getötet hat, keine Schuld für sein Blut.
1. Если в подкопе обнаружен вор и побит будет так, что умрёт, то не будет на убившем вины за его кровь.
In der Nacht überprüfte ein Mensch seinen Keller, entdeckte im Keller einen Durchbruch, entdeckte, dass dort ein Dieb ist, und bekam Angst vor ihm: Der Dieb kann ihn töten, wer weiß, was man von einem Dieb zu erwarten hat. Und aus Angst um sein Leben, zum Zweck der Selbstverteidigung, tötete der Besitzer diesen Dieb. Und er unterliegt keiner Strafe, da er zum Zweck der Selbstverteidigung getötet hat.
Ночью человек проверял свой подвал, обнаружил в подвале подкоп, обнаружил, что там есть вор, испугался его: вор может его убить, мало ли что от вора ожидать. И, опасаясь за свою жизнь, в целях самообороны, хозяин убил этого вора. И он не подлежит наказанию, поскольку убил в целях самообороны.
אִם־זָרְחָה הַשֶּׁמֶשׁ עָלָיו דָּמִים לוֹ שַׁלֵּם יְשַׁלֵּם אִם־אֵין לוֹ וְנִמְכַּר בִּגְנֵבָתוֹ׃
im-sarechá haschémesch aláw damím lo schallém jeschallém im-én lo wenimkár bignewató
им-зареха́ ѓаше́меш ала́в дами́м ло шале́м ешале́м им-э́н ло венимка́р бигневато́
2. Wenn aber über dem Dieb die Sonne aufgegangen ist, liegt auf dem, der ihn getötet hat, Schuld für sein Blut. Wenn der Dieb am Leben geblieben ist, dann muss er bezahlen, und wenn er nichts hat, womit er bezahlen kann, dann soll man ihn verkaufen für den Diebstahl, den er begangen hat.
2. Если же над вором взошло солнце, лежит на убившем вина за его кровь. Если вор остался в живых, то он должен платить, а если платить ему нечем, то пусть продадут его за кражу, совершённую им.
Das heißt, wenn das aber bei Tageslicht geschieht und wir sehen, dass das einfach ein Dieb ist, der uns etwas stehlen will, uns aber nicht töten will, unser Leben nicht bedroht, dann darf man ihn nicht töten, von ihm kann man alles Gestohlene eintreiben. Wir wissen ja, dass es ein Durchbruch ist, und vielleicht ist nicht nur das abhandengekommen, was der Dieb jetzt hat (das, was er bei sich hat), sondern die ganze Summe des Gestohlenen, die Summe des Schadens kann man ihm anrechnen. Und wenn er das nicht hat, stülpt er die Taschen um und sagt: „Na ja, versoffen habe ich es, versoffen habe ich das, verjubelt oder für die kranke Mama ausgegeben“, dann wird er in diesem Fall für seinen Diebstahl in die Sklaverei verkauft, und hier ist das Motiv nicht wichtig.
То есть, если же это происходит при свете дня, и мы видим, что это просто вор, который хочет у нас что-то украсть, но не хочет нас убивать, не угрожает нашей жизни, тогда его нельзя убивать, с него можно взыскать всё похищенное. Ведь мы знаем, что это подкоп, и, может быть, пропало не только то, что у вора сейчас есть (то, что при нём), но всю сумму похищенного, сумму ущерба с него можно списать. А если у него нет этого, он выворачивает карманы и говорит: «Ну, пропил я, пропил я это, прогулял или потратил на больную маму», то в этом случае он продаётся в рабство за свою кражу, и здесь не важен мотив.
אִם־הִמָּצֵא תִמָּצֵא בְיָדוֹ הַגְּנֵבָה מִשּׁוֹר עַד־חֲמוֹר עַד־שֶׂה חַיִּים שְׁנַיִם יְשַׁלֵּם׃
im-himmazé timmazé wejadó haggenewá mischór ad-chamór ad-sé chajím schenájim jeschallém
им-ѓимаце́ тимацэ́ веядо́ ѓагенева́ мишо́р ад-хамо́р ад-сэ́ хайи́м шена́йим ешале́м
3. Wenn du bei ihm das Gestohlene findest, vom Ochsen bis zum Esel (oder Widder), wird er mit zwei lebenden Widdern bezahlen.
3. Если ты найдёшь у него похищенное от вола до осла (или барана), живыми двумя баранами заплатит.
Das heißt, wenn man beim Dieb einen Widder oder eine Ziege oder einen Stier gefunden hat (lebendig, nicht lebendig – egal), zahlt er den doppelten Preis als einer, der auf frischer Tat ertappt wurde. Wenn ein Mensch, der mit dem Gestohlenen geflohen ist, eine Summe auszahlt, die vier- oder fünfmal größer ist, haben wir gelesen, dann zahlt er hier beim Durchbruch, wenn man den Dieb gefasst hat, wenn er es geschafft hat, etwas wegzuschleppen, den doppelten Preis in lebenden Widdern, lebenden Schafen, lebenden Ziegen. Zum Preis von lebenden.
То есть, если у вора нашли барана, или козу, или быка (живого, не живого – не важно), он платит двойную цену как пойманный с поличным. Если человек, который сбежал с украденным, выплачивает сумму в четыре или в пять раз больше, мы читали, то здесь при подкопе, если вора взяли, если он успел что-то утащить, он выплачивает двойную цену живыми баранами, живыми овцами, живыми козами. По цене живых.
Wir haben also einen ziemlich großen Abschnitt mit verschiedenen Rechtssprüchen gelesen. Und darin ist nicht von konkreten Fällen die Rede, die Tora spricht nicht nur vom Dieb beim Durchbruch, nicht nur von dem Menschen, der seinen Sklaven getötet hat, wir müssen dahinter rekonstruieren, versuchen, das allgemeine Schema zu sehen, die allgemeinen Prinzipien der Rechtsprechung des Höchsten.
Итак, мы прочитали довольно большой отрывок с разными судами. И в нём говорится не о конкретных случаях, Тора говорит не только о воре при подкопе, не только о человеке, который убил своего раба, мы должны за этим восстанавливать, пытаться видеть общую схему, общие принципы правосудия Всевышнего.
Das war nicht ich, und überhaupt aus Versehen (22,4–26)
Это не я и вообще нечаянно (22:4-26)
Wir lesen weiter ab Vers 4 von Kapitel 22. Ich wiederhole, was ich schon gesagt habe: Dieser Wochenabschnitt enthält keine Beschreibung von Ereignissen, sondern besteht aus einer Liste von Gesetzen, die Beispiele sind, Muster für den Aufbau eines Gesetzgebungssystems, für den Aufbau des Rechts in der Gesellschaft des Volkes Gottes. Und wir lesen Gesetz um Gesetz, Beispiel um Beispiel, damit sich bei uns ein allgemeines Verständnis bildet, wie und warum das alles eingerichtet sein muss.
Мы продолжим читать с 4 стиха 22 главы. Повторю то, что уже говорил: эта недельная глава не содержит в себе описания событий, а состоит из списка законов, которые являются примерами, образцами для построения законодательной системы, для построения закона в обществе народа Божьего. И мы читаем закон за законом, пример за примером для того, чтобы у нас складывалось общее понимание, как и почему оно всё должно быть устроено.
כִּי יַבְעֶר־אִישׁ שָׂדֶה אוֹ־כֶרֶם וְשִׁלַּח אֶת־בְּעִירָה (בְּעִירוֹ) וּבִעֵר בִּשְׂדֵה אַחֵר מֵיטַב שָׂדֵהוּ וּמֵיטַב כַּרְמוֹ יְשַׁלֵּם׃
ki jaw’er-ísch sadé o-chérem weschillách et-be’iró uwi’ér bisdé achér metáw sadéhu umetáw karmó jeschallém
ки явъэр-и́ш садэ́ о-хэ́рем вешила́х эт-беиро́ увиэ́р бисдэ́ ахэ́р мета́в садэ́ѓу умета́в кармо́ ешале́м
4. Wenn ein Mensch ein Feld oder einen Weinberg zertrampelt (zum Zertrampeln bringt) und seine Trampler losgeschickt hat, dann wird er mit einem anderen Feld aus seinen besten Feldern und aus seinen besten Weinbergen bezahlen.
4. Если затопчет человек (приведёт к затаптыванию) поле или виноградник и послал топтателей своих, то другим полем из лучших своих полей и из лучших своих виноградников оплатит.
Wer sind die Trampler? Das ist Kleinvieh, größtenteils Schafböcke; sie zertrampeln alles, was sie nicht fressen, stampfen den Boden hinter sich sehr fest, er wird schwer zu bearbeiten, die Saaten gehen zugrunde, und den Feldern wird ein nicht wiedergutzumachender Schaden zugefügt. Dasselbe tun auch die Wildschweine, aber die Wildschweine sind natürlich nicht in der Gewalt des Menschen. Das heißt, wenn ich meine Schafböcke (aus Unvorsichtigkeit oder absichtlich) auf ein fremdes Feld getrieben und es verdorben habe, muss ich mit gleichwertigem Land entschädigen. Aber ich kann zu dem Menschen nicht sagen: „Ich habe ein Grundstück ein bisschen südlich von Salechard, dort kannst du dir einen Weinberg anlegen, ich gebe es dir von ganzem Herzen als Entschädigung.“ Nein, ich muss bezahlen und meinen besten Weinberg oder mein bestes Feld hergeben, selbst wenn dieses Feld von der Qualität her besser ist als das, welches ich beschädigt habe. Denn ein Mensch muss für seine Unaufmerksamkeit bezahlen.
Кто такие топтатели? Это мелкий скот, по большей части бараны, они вытаптывают всё, что не съедают, очень плотно утрамбовывают после себя почву, она становится сложной для обработки, посевы гибнут, и полям наносится непоправимый ущерб. Это же делают и дикие кабаны, но кабаны, естественно, не во власти человека. То есть, если я загнал своих баранов (по неосторожности или намеренно) на чужое поле и испортил его, я должен компенсировать равноценной землёй. Но я не могу сказать человеку: «У меня есть участок чуть южнее Салехарда, там ты можешь сделать себе виноградник, я тебе его со всем сердцем отдаю в качестве компенсации». Нет, я должен заплатить и отдать лучший свой виноградник или лучшее своё поле, даже если это поле лучше по качеству, чем то, которое я повредил. Потому что человек должен расплачиваться за свою невнимательность.
Das zweite Beispiel handelt ebenfalls von Unaufmerksamkeit oder Unvorsichtigkeit:
Второй пример тоже о невнимательности или неосторожности:
כִּי־תֵצֵא אֵשׁ וּמָצְאָה קֹצִים וְנֶאֱכַל גָּדִישׁ אוֹ הַקָּמָה אוֹ הַשָּׂדֶה שַׁלֵּם יְשַׁלֵּם הַמַּבְעִר אֶת־הַבְּעֵרָה׃
ki-tezé esch umazeá kozím wene’echál gadísch o hakkamá o hassadé schallém jeschallém hammaw’ír et-habbe’erá
ки-тецэ́ эш умацеа́ коци́м венеэха́ль гади́ш о ѓакама́ о ѓасадэ́ шале́м ешале́м ѓамавъи́р эт-ѓабеэра́
5. Wenn ein Feuer ausbricht und es Dornen entzündet, und ein Schober verbrennt oder der ungeschnittene Teil der Ernte oder ein ganzes Feld, wird derjenige, der den Brand herbeigeführt hat, als Bezahlung den Wert des Angezündeten bringen.
5. Если выйдет огонь и зажжёт он тёрн, и сгорит стог, или несжатая часть урожая, или целое поле, тот, кто привёл к поджогу, принесёт в качестве оплаты стоимость подожжённого.
Das heißt, man muss irgendein Geldäquivalent (nach Schätzung der Richter) für den Marktwert des Weizens oder des Heuschobers oder dessen, was beschädigt ist, bezahlen. Hier gibt es keine Überzahlung, das ist keine doppelte Bezahlung, keine vierfache Bezahlung, sondern eine Bezahlung des vollen Äquivalents. Feuer ist natürlich viel weniger beherrschbar als Stiere oder als Vieh, das Felder zertrampelt, aber auch mit ihm ist Vorsicht gefordert, für Unvorsichtigkeit muss man bezahlen. Wenn ich unvorsichtig ein Lagerfeuer gemacht habe und das Feld des Nachbarn in Brand geraten ist, kann ich zum Nachbarn nicht sagen: „Na, entschuldige, das ist höhere Gewalt, das hängt nicht von mir ab.“ Es hängt von mir ab. Eine ungefähr ähnliche Situation ist es, wenn ich die Wohnung des Nachbarn überflutet oder versehentlich in Brand gesteckt habe.
То есть необходимо заплатить какой-то денежный эквивалент (по оценке судей) рыночной стоимости пшеницы, или стога сена, или того, что повреждено. Здесь нет сверхплаты, это не двойная плата, не плата четверная, а плата полного эквивалента. Огонь, конечно, гораздо менее управляем, чем быки, или чем скот, который топчет поля, но с ним тоже требуется осторожность, за неосторожность нужно расплачиваться. Когда я неосторожно жёг костер и загорелось поле соседа, я не могу сказать соседу: «Ну, извини, это форс-мажор, это от меня не зависит». От меня это зависит. Примерно похожая ситуация – когда я затопил квартиру соседа или поджёг нечаянно.
כִּי־יִתֵּן אִישׁ אֶל־רֵעֵהוּ כֶּסֶף אוֹ־כֵלִים לִשְׁמֹר וְגֻנַּב מִבֵּית הָאִישׁ אִם־יִמָּצֵא הַגַּנָּב יְשַׁלֵּם שְׁנָיִם׃
ki-jittén isch el-re’éhuDie russische Umschrift hat in diesem Wort ein g statt eines h. Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen: re'éhu. késsef o-chelím lischmór wegunnáw mibbét ha’ísch im-jimmazé haggannáw jeschallém schenájim
ки-йите́н иш эль-реэ́гу кэ́сеф о-хели́м лишмо́р вегуна́в мибэ́т ѓаи́ш им-йимацэ́ ѓагана́в ешале́м шена́йим
6. Wenn ein Mensch seinem Nächsten Silber oder Gefäße gibt, zum Aufbewahren dagelassen hat, und dieses Geld dem Menschen gestohlen wurde, und wenn in dieser Zeit der Dieb gefunden wird, dann wird er den doppelten Wert bezahlen.
6. Если человек даст ближнему своему серебро или сосуды, оставил сохранять, и эти деньги были украдены у человека, и если за это время будет найден вор, то он заплатит двойную стоимость.
Das heißt, eine Situation, in der jemand, als er in ferne Länder verreiste, den silbernen Krug seines Großvaters, ein Set silberner Löffel und 500 Dollar in bar bei einem seiner Freunde gelassen und gebeten hat: „Bewahre es bitte auf, ich komme zurück und hole es ab, denn auf die Reise kann ich es nicht mitnehmen“, und all das wurde aus seinem Haus gestohlen. Eine sehr unangenehme Situation. Ich stelle mich an die Stelle jedes der Helden dieser Geschichte: Ich habe bei jemandem etwas für mich Wertvolles gelassen, irgendwelche Sachen, die silbernen Leuchter meiner Urgroßmutter, ich komme zurück, und man sagt mir: „Die Leuchter wurden gestohlen.“ Andererseits stelle ich mich auch an die Stelle des Menschen, bei dem diese Leuchter aufbewahrt wurden; man hat sie ihm gestohlen, und er muss sich irgendwie rechtfertigen. Er wollte doch eigentlich eine gute Tat tun, und nun steht er als Schuldiger da.
То есть ситуация, когда не́кто, уезжая в дальние края, оставил серебряный кувшин своего деда, набор серебряных ложек и 500 долларов наличными у кого-то из своих друзей и попросил: «Побереги, пожалуйста, я вернусь и заберу, потому что в дорогу с собой взять не могу», а всё это украли из его дома. Очень неприятная ситуация. Представляю себя на месте каждого из героев этой истории: я оставил у кого-то что-то дорогое для меня, какие-то вещи, серебряные подсвечники моей прабабки, я возвращаюсь, а мне говорят: «Подсвечники украли». С другой стороны, представляю себя и на месте человека, у которого эти подсвечники хранились, у него их украли, и он должен как-то оправдываться. Вроде бы хотел сделать доброе дело, а оказался виноватым.
אִם־לֹא יִמָּצֵא הַגַּנָּב וְנִקְרַב בַּעַל־הַבַּיִת אֶל־הָאֱלֹהִים אִם־לֹא שָׁלַח יָדוֹ בִּמְלֶאכֶת רֵעֵהוּ׃
im-ló jimmazé haggannáw wenikráw ba’al-habbájit el-ha’elohím im-ló schalách jadó bimléchet re’éhu
им-ло́ йимацэ́ ѓагана́в веникра́в бааль-ѓаба́йит эль-ѓаэлоѓи́м им-ло́ шала́х ядо́ бимле́хет реэ́ѓу
7. Und wenn sich der Dieb nicht gefunden hat, dann wird man den Hausherrn heranbringen, ihn vor den Richtern (oder vor dem Höchsten, hier kann man es auf zweierlei Weise verstehen) zum Schwur führen, damit er schwört, dass er seine Hand nicht nach der Arbeit des Nächsten ausgestreckt hat.
7. А если не нашёлся вор, и приблизят, приведут хозяина дома к клятве перед судьями (или Всевышним, тут двояко можно понимать), чтобы он поклялся, что он не простёр руку на труд ближнего.
Was bedeutet hier Arbeit des Nächsten? Das bedeutet, dass er diesen Gegenstand nicht nur nicht genommen, nicht gestohlen, sondern auch nicht benutzt hat. Das heißt, wenn ich bei jemandem meine Leuchter oder meinen Hobel lasse, dann gibt es einen Unterschied, ob dieser Mensch sie im Haushalt benutzen wird oder nicht. Wenn er angefangen hat, meinen Hobel zu benutzen, ihn irgendwo liegen gelassen hat und der Hobel gestohlen wurde, dann liegt hier schon offensichtlich eine Nachlässigkeit vor. Der Mensch hat nicht daran gedacht, meine Bitte vollständig zu erfüllen.
Что здесь значит труд ближнего? Это значит, что не только не брал, не воровал этот предмет, но и не использовал его. То есть если я оставляю у кого-то свои подсвечники или свой рубанок, то есть разница, будет ли этот человек использовать их в хозяйстве или нет. Если он стал использовать мой рубанок, оставил его где-то и рубанок украли, то тут уже на лицо недосмотр. Человек не подумал о том, чтобы выполнить мою просьбу полностью.
עַל־כָּל־דְּבַר־פֶּשַׁע עַל־שׁוֹר עַל־חֲמוֹר עַל־שֶׂה עַל־שַׂלְמָה עַל־כָּל־אֲבֵדָה אֲשֶׁר יֹאמַר כִּי־הוּא זֶה עַד הָאֱלֹהִים יָבֹא דְּבַר־שְׁנֵיהֶם אֲשֶׁר יַרְשִׁיעֻן אֱלֹהִים יְשַׁלֵּם שְׁנַיִם לְרֵעֵהוּ׃
al-kol-dewar-péscha al-schór al-chamór al-sé al-salmá al-kol-awedá aschér jomár ki-hu se ad ha’elohím jawó dewar-schenehémDie russische Umschrift hat in diesem Wort ein g statt eines h. Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen: schenehém. aschér jarschi’ún elohím jeschallém schenájim lere’éhu
аль-коль-девар-пэ́ша аль-шо́р аль-хамо́р аль-сэ́ аль-сальма́ аль-коль-аведа́ аше́р ёма́р ки-ѓу зэ ад ѓаэлоѓи́м яво́ девар-шенеге́м аше́р яршиу́н элоѓи́м ешале́м шена́йим лереэ́ѓу
8. Für jedes Vergehen: für einen Stier, für einen Esel, für einen Ziegenbock, für ein Kleid, für jeden Verlust, wenn ein Zeuge kommt und sagt, dass es jener war, und die Sache der beiden vor die Richter gelangt, und wer schuldig gesprochen wird, der wird seinem Nächsten den doppelten Teil bezahlen.
8. За всякое преступление: за быка, за осла, за козла, за платье, за всякую потерю, если придёт свидетель и скажет, что это тот был, и до судей дойдёт дело обоих, и, кто будет обвинён, тот заплатит двойную часть ближнему своему.
Nehmen wir an, ich bin zu dem Menschen gekommen und sage zu ihm: „Gib meine Leuchter heraus.“ Und er sagt: „Alex, verzeih, deine Leuchter wurden gestohlen, verzeih, ich habe nicht aufgepasst.“ Nehmen wir an, ich habe dem Freund nicht geglaubt und sage: „Gehen wir zu den Richtern, du wirst schwören“, und er hat geschworen. Dann taucht ein Zeuge auf und sagt: „Ich habe gesehen, wie dieses ‚Radieschen‘, dieser üble Mensch, deine Leuchter bei sich unter der Scheune vergraben hat.“ So eine Situation ist das hier. Das heißt, es gibt einen Zeugen, es gibt einen Ankläger, die Richter hören zu, schauen hin. Wenn der Ankläger recht hatte, wenn dieser Mensch, der den Diebstahl gemeldet hat, tatsächlich schuldig gesprochen wird, dann wird er seinem Nächsten den doppelten Teil bezahlen. Und wenn der Zeuge auf einen anderen Menschen zeigt, auf den Dieb, der wirklich gestohlen hat, nicht auf den Hausherrn, Gott vergib, dann wird hier schon derjenige, der gestohlen hat, den doppelten Teil bezahlen. Aber der direkte Sinn ist: Wenn man doch den Hausherrn, in dessen Haus meine Sachen aufbewahrt wurden, schuldig spricht, dann wird er in diesem Fall den doppelten Teil bezahlen. Wenn sie ihm aber aus dem Haus gestohlen wurden, aber bewiesen wird, dass er sie nicht genommen hat, nicht daran beteiligt ist, dann ist das ein Fall höherer Gewalt.
Допустим, что я пришёл к человеку и говорю ему: «Отдавай мои подсвечники». А он говорит: «Алекс, прости, украли твои подсвечники, прости, не доглядел». Допустим, я не поверил другу и говорю: «Пойдём к судьям, поклянёшься», и он поклялся. Потом появляется свидетель и говорит: «Я видел, как этот «редиска», этот нехороший человек, закапывал твои подсвечники у себя под овином». Вот такая здесь ситуация. То есть имеется свидетель, есть обвинитель, судьи выслушивают, смотрят. Если обвинитель был прав, если этот человек, который заявил о краже, действительно будет обвинён, то он заплатит двойную часть ближнему своему. А если свидетель укажет на другого человека, на вора, который действительно украл, не на хозяина, прости Бог, тут уже тот, кто украл, заплатит двойную часть. Но прямой смысл – если всё-таки хозяина дома, в котором хранились мои вещи, обвинят, то в этом случае он заплатит двойную часть. Если же у него их украли из дома, но будет доказано, что он не брал, не причастен к этому, то тогда это форс-мажорный случай.
Noch ein Beispiel, das sich, so scheint es, durch nichts vom vorigen Beispiel unterscheidet:
Ещё один пример, который, казалось бы, ничем не отличается от примера предыдущего:
כִּי־יִתֵּן אִישׁ אֶל־רֵעֵהוּ חֲמוֹר אוֹ־שׁוֹר אוֹ־שֶׂה וְכָל־בְּהֵמָה לִשְׁמֹר וּמֵת אוֹ־נִשְׁבַּר אוֹ־נִשְׁבָּה אֵין רֹאֶה׃
ki-jittén isch el re’éhu chamór o-schór o-sé wechol-behemá lischmór umét o-nischbár o-nischbá en ro’é
ки-йите́н иш эль реэ́ѓу хамо́р о-шо́р о-сэ́ вехоль-беѓема́ лишмо́р умэ́т о-нишба́р о-нишба́ эн роэ́
9. Wenn ein Mensch seinem Nächsten einen Esel oder einen Stier oder ein Schäfchen und jedes Stück Vieh zur Aufbewahrung gibt, und das Tier ist gestorben oder verkrüppelt oder in Gefangenschaft weggeführt worden, und es gibt keinen Zeugen –
9. Если даст человек ближнему своему осла, или быка, или барашка, и всякую скотинку на сохранение и животное умерло, или покалечено, или взято в плен, и нет свидетеля –
שְׁבֻעַת יְהוָה תִּהְיֶה בֵּין שְׁנֵיהֶם אִם־לֹא שָׁלַח יָדוֹ בִּמְלֶאכֶת רֵעֵהוּ וְלָקַח בְּעָלָיו וְלֹא יְשַׁלֵּם׃
schewu’át adonáj tihjé ben schenehém im-ló schalách jadó bimléchet re’éhu welakách be’aláw weló jeschallém
шевуа́т адона́й тиѓйе́ бэн шенеѓе́м им-ло́ шала́х ядо́ бимле́хет реэ́ѓу велака́х беала́в вело́ ешале́м
10. Ein Schwur vor dem HERRN wird zwischen ihnen sein: Wenn er seine Hand nicht nach dem Gut des Besitzers (nach diesem Tier) ausgestreckt hat, wird er nicht bezahlen.
10. Клятва Господу будет между ними: если он не простирал руку на хозяйское добро (на это животное), он не будет платить.
Wieder gibt es keinen Zeugen, aber ich habe diesem Menschen ja vertraut, zwischen uns war Vertrauen; deshalb, wenn es schon mit Vertrauen begonnen hat, lasst uns auch mit Vertrauen enden – ein Schwur Gottes wird zwischen den beiden sein.
Опять-таки свидетеля нет, но ведь я доверил этому человеку, между нами было доверие; поэтому, если уж началось доверием, давайте и заканчивать доверием – клятва Божия будет между двумя.
וְאִם־גָּנֹב יִגָּנֵב מֵעִמּוֹ יְשַׁלֵּם לִבְעָלָיו׃
we’im-ganów jigganéw me’immó jeschallém liw’aláw
веим-гано́в йиганэ́в меимо́ ешале́м ливъала́в
11. Wenn man ihm dieses Tier gestohlen hat, dann wird er seinem Besitzer bezahlen.
11. Если у него украли это животное, то он заплатит хозяину его.
אִם־טָרֹף יִטָּרֵף יְבִאֵהוּ עֵד הַטְּרֵפָה לֹא יְשַׁלֵּם׃
im-taróf jittaréf jewi’éhu ed hatterefá lo jeschallém
им-таро́ф йитарэ́ф евиэ́ѓу эд ѓатерефа́ ло ешале́м
12. Und wenn es bei ihm gerissen wurde und er ein Zeugnis vorlegt, dann wird er für das Gerissene nicht bezahlen.
12. А если у него растерзали и представит свидетельство, то за растерзанное не будет платить.
Worin liegt der Unterschied? Warum heißt es im einen Fall, wenn gestohlen wurde – na gut, gestohlen, Entschuldigung, und im anderen Fall, wenn gestohlen wurde – wird er bezahlen. Der Unterschied liegt hier darin, dass ich im ersten Fall den Menschen gebeten habe: „Mein Freund, bewahre mir bitte unentgeltlich, als Gefälligkeit, bewahre mir meine Sache auf.“ Im zweiten Fall habe ich dem Menschen mein Stierkalb, mein Schäfchen gegeben, damit er es weidet, habe ihm einen Monatslohn dafür festgesetzt, dass er Hirte ist, und er erweist mir keinen Gefallen, sondern bekommt von mir Geld. Das ist ein großer Unterschied. Deshalb, wenn man ihm gestohlen hat, bedeutet das, er hat schlecht aufgepasst und es nicht im Auge behalten. Wenn man es ihm aber weggenommen und gerissen hat und er das beweisen kann, dann muss er mir dafür nicht bezahlen, er muss es mir nicht ersetzen. Warum ist das so? Ich erwarte nicht, dass der Hirte, den ich angestellt habe, sich mit der Brust auf ein Rudel Wölfe wirft, die zu ihm gekommen sind, um einen Schafbock zu holen. Und ich erwarte nicht, dass er sich in die Kugeln von Banditen stürzt, die gekommen sind, um ihm ein Zicklein wegzunehmen. Deshalb, wenn er einfach aus Unaufmerksamkeit oder aus Nachlässigkeit einen Diebstahl zugelassen hat – das ist das eine. Aber wenn er nicht sein Leben riskiert hat, irgendwo den Räubern nachgegeben hat, dann ist das etwas völlig anderes, und er ist in diesem Fall natürlich nicht verpflichtet zu bezahlen. Ich selbst würde mich auch nicht immer für ein Schäfchen in fremde Kugeln stürzen, um so weniger kann ich von meinem Lohnarbeiter verlangen, das zu tun.
В чём разница? Почему в одном случае, если украли – ну что ж, украли, извините, а в другом, если украли – будет платить. Разница здесь в том, что в первом случае я попросил человека: «Друг мой, сохрани мне, пожалуйста, бесплатно, в качестве услуги, сохрани мне мою вещь». Во втором случае я дал человеку своего бычка, своего барашка, чтобы он его пас, назначил ему месячную плату за то, чтобы он был пастухом, и он не оказывает мне одолжения, а получает от меня деньги. Это большая разница. Поэтому, если у него украли, это значит, он плохо следил и не уследил. А вот если у него забрали и растерзали и он может это доказать, то он не должен мне за это платить, он не должен мне это компенсировать. Почему так? Я не ожидаю, что пастух, которого я нанял, грудью навалится на стадо волков, которые пришли к нему за бараном. И я не ожидаю, что он полезет под пули бандитов, которые пришли забирать у него козлёнка. Поэтому, если он просто по невнимательности или по недосмотру допустил кражу – это одно. Но если он не рискнул жизнью, где-то поддался грабителям, то это совершенно другое, и он в этом случае, конечно же, не обязан платить. Я бы и сам не всегда полез под чужие пули за барашка, тем более я не могу просить от своего наёмника это делать.
וְכִי־יִשְׁאַל אִישׁ מֵעִם רֵעֵהוּ וְנִשְׁבַּר אוֹ־מֵת בְּעָלָיו אֵין־עִמּוֹ שַׁלֵּם יְשַׁלֵּם׃
wechi-jisch’ál isch me’ím re’éhu wenischbár o-mét be’aláw en-immó schallém jeschallém
вехи-йишъа́ль иш меи́м реэ́ѓу венишба́р о-мэ́т беала́в эн-имо́ шале́м ешале́м
13. Und wenn ein Mensch sich bei seinem Nächsten etwas geliehen hat, und wenn das gestorben ist (oder zerbrochen ist), und der Besitzer (des Tieres oder des Gegenstands) nicht dabei war, dann muss der, der es genommen hat, dafür bezahlen.
13. А если человек одолжил у ближнего своего, и если это умерло (или сломалось), и хозяина (животного или предмета) рядом не было, то взявший должен за это заплатить.
Hier ist die Situation so: Ein Mensch will sich bei mir etwas leihen und sagt: „Alex, gib mir den Rasenmäher (zum Beispiel), ich will den Rasen mähen.“ Das heißt, mein Nachbar ist zu mir gekommen und hat gesagt: „Nachbar, gib her.“ Ich habe ihn ihm gegeben, er ist gegangen, ist Rasen mähen gegangen, hat versehentlich versucht, einen Ziegelstein zu mähen, und der Rasenmäher hat „alle viere von sich gestreckt“. Also muss dieser Mensch mir bezahlen. Wenn ich aber selbst mit meinem Rasenmäher gegangen bin, um beim Nachbarn den Rasen zu mähen – ihn nicht einfach verliehen habe, sondern dabei war, als mein Rasenmäher kaputtgegangen ist –, dann schuldet er mir nichts, muss keine Entschädigung bezahlen. Davon lesen wir in Vers 14:
Вот тут ситуация такая: человек хочет одолжить у меня что-то и говорит: «Алекс, дай мне газонокосилку (например), я хочу покосить газон». То есть пришёл ко мне сосед мой и сказал: «Сосед, дай». Я ему дал, он ушёл, пошёл косить газон, нечаянно попытался покосить кирпич, и газонокосилка «откинула копыта». Значит, этот человек должен мне заплатить. Если же я сам пошёл со своей газонокосилкой косить газон у соседа – не просто её одолжил, а был рядом, когда моя газонокосилка сломалась, – вот тогда он мне ничего не должен, не должен платить компенсацию. Об этом мы читаем в 14 стихе:
אִם־בְּעָלָיו עִמּוֹ לֹא יְשַׁלֵּם אִם־שָׂכִיר הוּא בָּא בִּשְׂכָרוֹ׃
im-be’aláw immó lo jeschallém im-sachír hu ba bischaró
им-беала́в имо́ ло ешале́м им-сахи́р ѓу ба бисхаро́
14. Wenn aber sein Besitzer bei ihm (dem Tier oder dem Gegenstand) ist, muss er nicht bezahlen; wenn es gemietet ist, dann ist es für seinen Lohn gekommen.
14. Если же хозяин его при нём (животном или предмете), не должен платить; если наёмное это, то пришло за плату свою.
Das heißt, wenn ich, Alex, mit meinem Rasenmäher gegangen bin, wird man mir die Beschädigung des Geräts nicht bezahlen. Aber wenn man mich für Geld angestellt und gesagt hat: „Geh und mäh den Rasen, und du bekommst etwas dafür“ – ich weiß nicht einmal, wie viel ich für das Mähen eines Rasens nehmen würde, aber glaubt mir, teuer –, dann muss man mir dieses „teuer“ bezahlen. So geht es in einer Gesellschaft anständiger Menschen zu.
То есть, если я, Алекс, пошёл со своей газонокосилкой, мне не заплатят за повреждение инструмента. Но если меня наняли за деньги и сказали: «Иди и скоси газон, и получишь за это» – я даже не знаю, сколько я возьму за покос газона, но поверьте, дорого, – то вот это «дорого» мне надо заплатить. Так происходит в обществе приличных людей.
Jetzt sprechen wir über Fälle, die völlig aus der Reihe fallen.
Теперь поговорим про случаи из ряда вон выходящие.
וְכִי־יְפַתֶּה אִישׁ בְּתוּלָה אֲשֶׁר לֹא־אֹרָשָׂה וְשָׁכַב עִמָּהּ מָהֹר יִמְהָרֶנָּה לּוֹ לְאִשָּׁה׃
wechi-jefatté isch betulá aschér lo-orássa weschacháw immá mahór jimharénna lo le’ischá
вехи-ефатэ́ иш бетула́ аше́р ло-ора́са вешаха́в има́ маѓо́р йимѓарэ́на ло леиша́
15. Wenn ein Mensch eine Jungfrau verführt, die nicht verlobt ist, und sich zu ihr gelegt hat, – wird er ihren vollen Wert bezahlen.
15. Если соблазнит человек девственницу, которая не обручена, и возлёг с ней, – заплатит он полную стоимость её.
Mahór (Brautpreis), Brautgeld oder Brautgabe – das ist irgendeine Summe, die der Bräutigam seinem künftigen Schwiegervater für dessen Tochter bezahlt. Selten kommt das Wort im Tanach vor, aber trotzdem gibt es es. Der Schwiegervater kann jede Summe verlangen, jeden Preis, aber für den Brautpreis gab es doch gewisse, sagen wir es so, übliche Marktpreise. Die Situation ist schrecklich: Im Grunde ist das Mädchen ein einziges Mal ausgerutscht, hat sich darauf eingelassen. Beachtet: Es geht hier nicht um Gewalt, sondern um Verführung, darum, dass ein Mensch das Mädchen mit irgendwelchen süßen Reden überredet hat. Aber jetzt ist er für sie verantwortlich, muss dem Vater den mahór (Brautpreis) bezahlen und sie heiraten. Er ist verpflichtet zu heiraten, es sei denn, es geschieht das, wovon wir in Vers 16 lesen:
Маѓо́р (выкуп за невесту), калы́м или ве́но – это какая-то сумма, которую платит жених будущему своему тестю за его дочь. Редко встречается слово в Танахе, но тем не менее оно есть. Тесть может попросить любую сумму, любую цену, но для выкупа всё же были какие-то, скажем так, стандартные рыночные цены. Ситуация ужасная: по сути, девушка один раз поскользнулась, согласилась на это. Обратите внимание, речь идёт здесь не о насилии, а о соблазне, о том, что человек какими-то сладкими речами убедил девушку. Но теперь он отвечает за неё, должен заплатить отцу маѓо́р (выкуп) и жениться на ней. Он обязан жениться, если только не произойдёт то, о чём мы читаем в 16 стихе:
אִם־מָאֵן יְמָאֵן אָבִיהָ לְתִתָּהּ לוֹ כֶּסֶף יִשְׁקֹל כְּמֹהַר הַבְּתוּלֹת׃
im-ma’én jema’én awíha letittá lo késsef jischkól kemóhar habbetulót
им-маэ́н емаэ́н ави́ѓа летита́ ло кэ́сеф йишко́ль кемо́ѓар ѓабетуло́т
16. Und wenn der Vater sich weigert, sie ihm zu geben, muss man dem Vater den Brautpreis trotzdem bezahlen.
16. А если отец откажется дать её ему, выкуп всё равно надо отцу заплатить.
Das heißt, der Vater weigert sich und sagt: „Du bist mir kein Bräutigam, vom Stand her reichst du nicht heran“, oder aus irgendeinem anderen Grund, aber genau diesen mahór muss man ihm trotzdem bezahlen. Nach einigen Angaben, die auf uns gekommen sind, waren das damals ungefähr 40 Schekel in Silber. Die Zeiten änderten sich, und es gab Fälle, dass manche Mädchen für weniger als einen Sack Gold nicht einwilligten, die Heiligung (Kidduschin) zu vollziehen, das lesen wir im Talmud, im gleichnamigen Traktat Kidduschin, und dann war für solche Mädchen auch die Brautgabe entsprechend größer. So ist diese Situation und so ihre Lösung.
То есть откажется отец и скажет: «Ты мне не жених, статусом ты не вышел», либо ещё по какой-то причине, но этот самый маѓо́р всё равно нужно ему заплатить. По некоторым дошедшим до нас сведениям, это где-то около 40 шекелей серебром было на тот момент. Времена менялись, и были случаи, что некоторые девушки меньше, чем за мешок золота, не соглашались делать посвящение (кидушин), мы читаем это в Талмуде, в одноимённом трактате Кидушин, и тогда для таких девушек и ве́но, соответственно, было большим. Вот такая ситуация и такое её решение.
Wieder sehen wir, dass der Ansatz des Tanach, und das heißt auch der Ansatz des Höchsten, darin besteht, nach jedem Vergehen (wie bitter und traurig es auch sein mag) den Menschen nicht aus der Stadt hinauszuwerfen, indem man ihn einfach steinigt, sondern das Problem irgendwie zu lösen, damit die Menschen in der Gesellschaft weiter bestehen, vollwertige Glieder der Gesellschaft sein und zum Volk Gottes zurückkehren können.
Опять-таки мы видим, что подход Танаха, а значит, и подход Всевышнего, состоит в том, чтобы после любого проступка (каким бы горьким и печальным он ни был) не выгнать человека из города, просто побив его камнями, а решить как-то проблему, чтобы люди могли продолжать существовать в обществе, быть полноценными членами общества, вернуться к народу Божьему.
Aber nicht bei allen gelingt das so, deshalb lesen wir in Vers 17:
Но не со всеми так получается, поэтому в 17 стихе мы читаем:
מְכַשֵּׁפָה לֹא תְחַיֶּה׃
mechaschefá lo techajé
мехашефа́ ло техае́
17. Eine Hexe (Wahrsagerin, Zauberin) sollst du nicht am Leben lassen.
17. Ведьму (ворожею, колдунью) не оставляй в живых.
Was bedeutet mechaschefá? Wer ist eine Wahrsagerin? Die Wurzel des Wortes, Kaf-Schin-Pe, ist dieselbe wie beim Wort kischúf (Zauberei, Magie). Im Grunde kann man das Wort kischúf in der heutigen Sprache als Korruption verstehen. Magier, Zauberer sagten, dass es sehr viele Kräfte gibt, sehr viele Arbeiter, Beamte in der göttlichen Welt. Tatsächlich gibt es viele Engel und viele Kräfte, durch die Gott handelt. Und statt sich oben zu einigen, alles nach dem Gesetz und nach den gesetzlichen Preislisten zu machen, kann man (auf niedriger Ebene) jemandem Bestechungsgeld geben, einen Polizisten anheuern, damit man einen Unschuldigen verhaftet, dem Gefängniswärter Bestechungsgeld geben, damit man einen Schuldigen freilässt. Das ist eine Parallele zur geistlichen Welt. Eine mechaschefá ist ein Bestecher, der die „Schliche“ in der geistlichen Welt kennt, eine Art Hacker, also ein Mensch, der versucht, die Gesetze Gottes zu knacken, am Gesetz vorbei. Es gibt Dinge, die existieren, wirken, aber es ist verboten, sie zu benutzen. Sie gehen von vornherein davon aus, dass Gottes Wille geändert wird, die göttliche Macht wird verleugnet. Höhere Kräfte und das Recht zu entscheiden werden denen gegeben, die kein Recht haben zu entscheiden. Daher kommt alle Zauberei, Beschwörungen, Verwünschungen, das Verhängen des bösen Blicks, das Lösen eines Schadenzaubers und anderes. All das kann kischúf sein, wenn es nicht an den Höchsten gerichtet ist. Jede Handlung, die an geistliche Kräfte außer dem Höchsten gerichtet ist, ist Magie, und eine solche Handlung ist verboten.
Что значит мехашефа́? Кто такая ворожея? Корень слова каф-шин-пей тот же, что и у слова кишу́ф (колдовство, магия). По сути, можно понять слово кишу́ф насовременном языке как коррупция. Маги, волшебники говорили, что есть очень много сил, есть очень много работников, чиновников в божественном мире. Действительно, есть много ангелов и много сил, через которые Бог действует. И вместо того, чтобы договариваться наверху, делать всё по закону и по законным прейскурантам, можно (на низком уровне) кому-то дать взятку, нанять полицейского, чтобы арестовали невиновного, дать взятку тюремщику, чтобы освободили виновного. Это параллель с духовным миром. Мехашефа́ – это коррупционер, знающий «ходы» в духовном мире, своего рода хакер, то есть человек, который пытается взломать законы Бога, минуя закон. Есть вещи, которые существуют, действуют, но ими запрещено пользоваться. Они изначально исходят из того, что меняется Божья воля, отрицается Божественная власть. Высшие силы и право решать даются тем, кто решать не имеет права. Отсюда всякое колдовство, заговоры, наговоры, наведение сглаза, снятие порчи и прочее. Всё это может быть кишу́ф, если не обращено ко Всевышнему. Любое действие, обращённое к духовным силам помимо Всевышнего, является магией, и такое действие запрещено.
Worin liegt der Unterschied, sagen wir, zur Medizin? Gott hat auf irgendeine Weise festgelegt, dass, wenn wir einen bestimmten Stoff einnehmen, dieser so auf unser Gehirn wirkt, dass unsere Kopfschmerzen vergehen. Er hat das festgelegt und erlaubt, es zu tun. Die Biochemie des Gehirns ist keine Kraft, sie besitzt keinen eigenständigen Willen, wir statten sie nicht mit einem Willen aus. Wir bitten nicht: „Kopfschmerz, geh weg!“, wir wenden uns nicht an den Engel des Kopfschmerzes. Wir wirken auf bestimmte Prozesse im Gehirn ein, chemisch genauso, wie wir essen oder trinken.
В чём отличие, скажем, от медицины? Бог установил каким-то образом, что если мы примем определённое вещество, то это воздействует на наш мозг так, что у нас проходит головная боль. Он это установил и разрешил делать. Биохимия мозга – это не сила, она не обладает самостоятельной волей, мы её не наделяем волей. Мы не просим: «Головная боль, уходи!», не обращаемся к ангелу головной боли. Мы воздействуем на определённые процессы в мозгу, химически точно так же, как мы кушаем или пьём.
Hierher gehört, sagen wir, auch die Massage. Wir wirken auf die Muskeln ein, entspannen sie physisch und dergleichen. Wenn wir uns dabei an Götter der Kraft oder an sonst jemanden wenden würden, wäre das Götzendienst, und das wäre kischúf, das wäre Magie. Deshalb ist eine Wahrsagerin oder mechaschifá diejenige, die die göttlichen Gesetze verletzt, die Schlupflöcher in der göttlichen Welt sucht. Meistens ist das ein Mythos, die meisten von ihnen haben keinerlei reale Wirkung, und all das ist Betrug. Aber es verbreitet den Glauben, dass man die göttlichen Server irgendwie knacken kann, dass man in den göttlichen Speicher auf ungesetzlichem Weg eindringen kann.
Сюда же относится, скажем, и массаж. Мы действуем на мышцы, физически расслабляем их и тому подобное. Если бы мы при этом обращались бы к богам силы или ещё к кому-то, это было бы идолопоклонство и это было бы кишу́ф, это была бы магия. Поэтому ворожея или мехашифа́ – это та, которая нарушает Божественные законы, которая ищет лазейки в Божественном мире. Чаще всего это миф, большинство из них не оказывает никакого реального воздействия, и всё это обман. Но это распространяет веру в то, что Божественные сервера можно каким-то образом взломать, что в Божественное хранилище можно проникнуть незаконным путём.
Außerdem lohnt es sich, darauf zu achten, dass das Wort mechaschifá im weiblichen Geschlecht steht. Einige Kommentatoren sagen, dass sich meistens Frauen mit dieser Sache beschäftigt hätten, aber das ist nicht so. Es gibt sehr viele Traktate über Magie, darunter auch jüdische Traktate über Magie, die von Männern geschrieben wurden. Die Magier beim Pharao waren Männer, die Magier bei Newuchadnezar waren Männer. Und im Großen und Ganzen ist es schwer, diese Sache den Frauen anzulasten. Das Wort mechaschifá ist in diesem Fall eine Sammelform der Sprache, wie man sagt: Der Fisch zieht, der Fisch beißt – nicht ein Fisch beißt, sondern viel Fisch beißt, oder: Der Vogel fliegt nach Süden, so sagt man auch in der heutigen russischen Sprache.
Ещё стоит обратить внимание на то, что слово мехашифа́ стоит в женском роде. Некоторые комментаторы говорят, что чаще всего этим делом занимались женщины, но это не так. Есть очень много трактатов по магии, в том числе и еврейских трактатов по магии, которые писались мужчинами. Маги при фараоне были мужчинами, маги при Невухаднецаре были мужчины. И, в общем-то, трудно свалить это дело на женщин. Слово мехашифа́ в данном случае – это собирательная форма языка, как говорят: рыба пошла, рыба клюёт – не одна рыба клюёт, а много рыбы клюёт, или птица летит на юг, так говорят и в современном русском языке.
כָּל־שֹׁכֵב עִם־בְּהֵמָה מוֹת יוּמָת׃
kol-schochéw im-behemá mot jumát
коль-шохэ́в им-беѓема́ мот юма́т
18. Jeder, der sich zu einem Tier legt, wird des Todes sterben.
18. Всякий, кто возляжет с животным, смертью умрет.
Das betrifft sowohl Männer als auch Frauen. Vielen wird das als völlig unrealer, fantastischer Fall erscheinen, aber selbst in unseren Tagen ist diese Erscheinung nicht ausgerottet, sie ist verbreitet (ich weiß nicht, ob in allen Ländern, aber von vielen Fällen habe ich mehrfach gehört). Manche Völker schämen sich übrigens nicht einmal, offen darüber zu erzählen. Offenbar war das in den Zeiten, als die Tora gegeben wurde, eine noch verbreitetere Erscheinung. Wir lesen sowohl kanaanäische Gesetze als auch assyrische Gesetze, die das verbieten. Zugleich gibt es einige Basreliefs, einige Zeichnungen, die das darstellen. Offenbar wurde über die Sittlichkeit dieser Tat im Orient gestritten.
Это относится и к мужчинам, и к женщинам. Многим покажется совершенно нереальным, фантастическим случаем, но даже в наши дни это явление не изжито, оно распространено (не знаю, во всех ли странах, но о многих случаях слышал неоднократно). Некоторые народы, кстати, даже не стесняются об этом открыто рассказывать. Видимо, во времена, когда была дана Тора, это было явлением ещё более распространённым. Мы читаем и ханаанские законы, и ассирийские законы, которые это запрещают. В то же время, есть несколько барельефов, несколько рисунков, которые это изображают. Видимо, относительно этичности этого поступка велись споры на Востоке.
זֹבֵחַ לָאֱלֹהִים יָחֳרָם בִּלְתִּי לַיהוָה לְבַדּוֹ׃
sowéjach la’elohím jachorám biltí ladonáj lewaddó
зовэ́ях лаэлоѓи́м яхора́м бильти́ ладона́й левадо́
19. Wer einem anderen Gott ein Opfer darbringt, wird vernichtet werden, außer wenn es ein Opfer des HERRN ist.
19. Тот, кто возносит жертву другому Богу, будет уничтожен, кроме как если это жертва Господа.
Das heißt, keinem Gott außer dem HERRN darf man ein Opfer darbringen, das ist ein ziemlich verständlicher Satz. Warum steht gerade vom Opfer geschrieben? Um den Akzent darauf zu setzen, dass das Darbringen von Opfern eigentlich so ein Dienst der Anbetung anderer Götter ist, und dafür gibt es die Todesstrafe – chérem. Und das ist nicht einfach die Todesstrafe, das ist die Todesstrafe, die von einem Fluch begleitet wird. Dieser Mensch ist mit dem Bann belegt, mit ihm kann man nicht verkehren, er ist ein Fluch für seine ganze Umgebung, allein die Tatsache seines „Nicht-Todes“ legt sich als Fluch auf die Gesellschaft. Das heißt, das Wort chérem bedeutet nicht einfach ein Todesurteil oder einen Fluch, sondern einen Fluch, der auf alle fällt, die ringsum sind, und auf alle, die nahe sind.
То есть, никакому Богу, кроме Господа, жертву возносить нельзя, это довольно понятная фраза. Почему написано именно про жертву? Чтобы сделать акцент на том, что принесение жертв – это такое, собственно, служение поклонения другим богам, и за это есть смертная казнь – хе́рем. И это не просто смертная казнь, это смертная казнь, сопровождающаяся проклятием. Этот человек заклят, с ним невозможно общаться, он – проклятие для всего окружения, сам факт его «несмерти» ложится на общество проклятием. То есть слово хэ́рэм не просто означает приговор к смерти или проклятие, а проклятие, которое падает на всех, кто вокруг и на всех, кто рядом.
וְגֵר לֹא־תוֹנֶה וְלֹא תִלְחָצֶנּוּ כִּי־גֵרִים הֱיִיתֶם בְּאֶרֶץ מִצְרָיִם׃
wegér lo-toné weló tilchazénnu ki-gerím hejitém be’érez mizrájim
вегэ́р ло-тонэ́ вело́ тильхацэ́ну ки-гери́м ѓейитэ́м беэ́рец мицра́йим
20. Und den Fremdling bedränge nicht, quäle ihn nicht, denn Fremdlinge seid ihr im Land Ägypten gewesen.
20. И пришельца не притесняй, не мучь его, ибо пришельцами вы были в стране Египетской.
Manche Verdrehungen der Rechtsprechung können richtig oder erhaben erscheinen. Zum Beispiel, wenn es ein Gericht gibt, irgendeinen Rechtsstreit zwischen einem der Eigenen und einem Fremdling, wäre es schöner, menschlich, „auf unsere Art“ zugunsten des Eigenen zu entscheiden und den Fremdling zu übergehen. Und der Höchste sagt: „Dein Gericht soll gerecht sein, richte nicht voreingenommen gegen ihn, zögere sein Verfahren nicht hinaus, übergehe ihn nicht, denn du selbst bist ein Fremdling gewesen.“ Das heißt: Denk daran, wie es dir ergangen ist. Genauso auch in Vers 21:
Некоторые искажения правосудия могут показаться правильными или возвышенными. Например, если есть суд, какая-то тяжба между своим и пришельцем, было бы красивее, по-человечески, «по-нашенски» рассудить в сторону своего, а пришельцем пренебречь. И Всевышний говорит: «Суд твой да будет справедлив, не суди против него предвзято, не задерживай его суд, не игнорируй его, потому что ты и сам был пришельцем». То есть помни, каково оно тебе было. Точно так же и в 21 стихе:
כָּל־אַלְמָנָה וְיָתוֹם לֹא תְעַנּוּן׃
kol-almaná wejatóm lo te’annún
коль-альмана́ веято́м ло теану́н
21. Keine Witwe und keine Waise sollt ihr quälen (zieht ihr Gerichtsverfahren nicht in die Länge).
21. Всякую вдову и сироту не мучьте (не затягивайте ей суд).
Es gibt ein Gleichnis von einem schlechten Richter, einem ungerechten Richter, der das Verfahren einer Witwe in die Länge zog. Die Witwe bringt kein Geschenk, die Witwe hat keine reichen Verwandten, die einen irgendwie im Dienst befördern könnten. Und sich mit ihr zu beschäftigen ist eine undankbare Arbeit, manchmal sind ihre Klagen kleinlich, ihre Forderungen sind Pfennigbeträge, auch wenn sie für sie wichtig sind. Und der Richter möchte sich mit größeren, grandioseren Fällen beschäftigen, die mehr Ruhm bringen, die einen mit interessanten Menschen zusammenführen. Und der Höchste sagt: „Quäle nicht, behandle die Witwe und die Waise nicht so.“
Есть притча о плохом судье, несправедливом судье, который затягивал суд со вдовой. Вдова не принесёт подарок, у вдовы нет богатых родственников, которые как-то могут продвинуть по службе. И заниматься ею – работка неблагодарная, иногда иски у неё мелочные, претензии у неё копеечные, хоть для неё и важные. И судье хочется заниматься более крупными, более грандиозными делами, которые больше прославляют, сводят с людьми интересными. И Всевышний говорит: «Не мучай, не относись так ко вдове и к сироте».
אִם־עַנֵּה תְעַנֶּה אֹתוֹ כִּי אִם־צָעֹק יִצְעַק אֵלַי שָׁמֹעַ אֶשְׁמַע צַעֲקָתוֹ׃
im-anné te’anné otó ki im-za’ók jiz’ák eláj schamóa eschmá za’akató
им-анэ́ теанэ́ ото́ ки им-цао́к йицъа́к эла́й шамо́а эшма́ цаакато́
22. Wenn du sie quälen wirst und wenn sie zu Mir aufschreit, dann werde Ich sie mit Hören hören.
22. Если ты будешь мучать её и если она возопит ко Мне, то Я слухом услышу её.
Das heißt: „Wenn du sie mit Quälen quälen wirst und sie zu Mir mit Schreien schreien wird, dann werde Ich sie mit Hören hören.“ Es ist eine zunehmende Steigerung.
То есть: «Если ты будешь её мучением мучать и она ко Мне будет криком кричать, то Я её слухом услышу». Идёт нарастающее усиление.
וְחָרָה אַפִּי וְהָרַגְתִּי אֶתְכֶם בֶּחָרֶב וְהָיוּ נְשֵׁיכֶם אַלְמָנוֹת וּבְנֵיכֶם יְתֹמִים׃
wechará appí weharagtí etchém bechárew wehajú neschechém almanót uwnechém jetomím
вехара́ апи́ веѓарагти́ этхэ́м беха́рев веѓаю́ нешехэ́м альмано́т увнехэ́м етоми́м
23. Und Ich werde zornig werden, und Ich werde euch mit dem Schwert töten, und eure Frauen werden Witwen sein, und eure Söhne werden Waisen sein.
23. И возгневаюсь Я, и убью Я вас мечом, и ваши женщины будут вдовами, и сыновья ваши будут сиротами.
In Vers 24 wird es schon um etwas anderes gehen.
В 24 стихе речь пойдёт уже о другом.
אִם־כֶּסֶף תַּלְוֶה אֶת־עַמִּי אֶת־הֶעָנִי עִמָּךְ לֹא־תִהְיֶה לוֹ כְּנֹשֶׁה לֹא־תְשִׂימוּן עָלָיו נֶשֶׁךְ׃
im-késsef talwé et-ammí et-he’aní immách lo-tihjé lo kenosché lo-tessimún aláw néschech
им-ке́сэф тальвэ́ эт-ами́ эт-ѓеани́ има́х ло-тиѓйе́ ло кеноше́ ло-тесиму́н ала́в не́шех
24. Wenn du jemandem aus dem Volk Geld leihst, dem Armen deines Volkes, sei ihm nicht zur Last (mach es ihm nicht zur Schuldknechtschaft, zum Joch) und beiße ihn nicht, lege ihm keine Bisse auf.
24. Если кому-то из народа ты одолжишь деньги, бедняку твоего народа, не будь ему в обузу (не превращай это ему в кабалу, в ярмо) и не кусай его, не накладывай на него укусы.
Selbstverständlich geht es hier um Zinsen, aber nicht nur um Zinsen in Geldform. Es gibt einen solchen Begriff wie awák ribít (Staub der Zinsen). Zum Beispiel, wenn ein Mensch mir Geld schuldet (und ich weiß, dass er mir die Schuld eine Zeit lang nicht zurückgeben kann, oder ich habe ihm gerade erst geliehen), kann ich sofort anfangen, ihn zu bitten: „Fahr mich dahin und dahin, hilf mir, zu Hause ein Bild aufzuhängen, hilf meiner Frau, die Taschen vom Markt zu tragen.“ Ich verlange von ihm kleine Dienste, die er aufgrund seiner Verpflichtung mir gegenüber nicht ablehnen kann. Das sind auch Zinsen. Wenn er mich früher nicht mit „Sie“ angeredet hat, es jetzt aber tut, oder sich bei der Begegnung verbeugt – das sind auch Zinsen, und so darf man es auch nicht machen, ganz zu schweigen davon, dass man dem armen Nächsten kein Geld auf Zinsen geben darf.
Разумеется, речь идёт здесь о процентах, но не только о процентах в денежном выражении. Есть такое понятие как ава́к риби́т (пыль процентов). Например, если человек должен мне деньги (а я знаю, что какое-то время он не сможет мне отдать долг, или я только ему одолжил), я могу сразу начать его просить: «Подвези меня туда-то, помоги мне повесить картину дома, помоги моей жене донести сумки с базара». Я требую от него мелких услуг, от которых он, в силу своей обязанности по отношению ко мне, не может отказаться. Это тоже проценты. Если раньше он не называл меня на «вы», а теперь называет или кланяется при встрече – это тоже проценты, и так тоже нельзя делать, не говоря уже о том, что ближнему бедняку нельзя давать деньги в рост.
אִם־חָבֹל תַּחְבֹּל שַׂלְמַת רֵעֶךָ עַד־בֹּא הַשֶּׁמֶשׁ תְּשִׁיבֶנּוּ לוֹ׃
im-chawól tachból salmát re’écha ad-bó haschémesch teschiwénnu lo
им-хаво́ль тахбо́ль сальма́т реэ́ха ад-бо́ ѓаше́меш тешивэ́ну ло
25. Wenn du das Kleid deines Nächsten ergreifst, es für irgendeine Schuld als Pfand nimmst, gib es ihm bis zum Sonnenuntergang zurück.
25. Если ты захватишь, возьмешь в залог за какой-то долг платье ближнего твоего, до захода солнца верни его ему.
Das heißt, wenn du von einem Menschen für Schulden einen Mantel als Pfand genommen hast, behalte ihn nicht über Nacht bei dir, gib ihn ihm vor der Nacht zurück, denn das ist das Kleidungsstück, mit dem er sich nachts zudecken wird; du kannst ihm nicht seine letzte Decke nehmen. Am Morgen nimmst du ihn wieder, und so jedes Mal: Für die Nacht wirst du ihn herausgeben, am Morgen wegnehmen, so ein Pfand wirst du haben.
То есть, если ты забрал в залог за долги у человека плащ, не оставляй его у себя на ночь, верни ему его до ночи, потому что это одежда, которой он будет ночью укрываться, ты не можешь лишить его последнего покрытия. Утром снова заберёшь, и так каждый раз: будешь на ночь выдавать, утром забирать, вот такой у тебя будет залог.
כִּי הִוא כְסוּתָה (כְסוּתוֹ) לְבַדָּהּ הִוא שִׂמְלָתוֹ לְעֹרוֹ בַּמֶּה יִשְׁכָּב וְהָיָה כִּי־יִצְעַק אֵלַי וְשָׁמַעְתִּי כִּי־חַנּוּן אָנִי׃
ki hi chesutó lewaddá hi simlató le’oró bammé jischkáw wehajá ki-jiz’ák eláj weschama’tí ki-channún áni
ки ѓи хесуто́ левада́ ѓи симлато́ леоро́ бамэ́ йишка́в веѓая́ ки-йицъа́к эла́й вешама’ти́ ки-хану́н а́ни
26. Denn das ist seine einzige Decke und das Kleid auf seiner Haut (seinem Leib), worauf soll er denn schlafen? Wenn er zu Mir schreit, werde Ich ihn hören, und Ich bin ein gnädiger Gott.
26. Потому что это единственное его покрытие и платье на коже (теле) его, на чём же он будет спать? Если он возопит ко Мне, Я его услышу, а Я – Бог милостивый.
In diesem Fall wird die Gnade ihm gegenüber sein, nicht dir gegenüber, denn du bist nicht gnädig.
В данном случае милость будет по отношению к нему, не по отношению к тебе, потому что ты не милостивый.
Damit endet unser Gespräch; sehr viel Verschiedenes steckt in diesen zusammengelegten Teilen des Mosaiks, damit wir lernen, den Plan der Wahrheit des Höchsten tiefer verstehen.
Вот на этом заканчивается наша беседа, очень много всего разного в этих сложенных вместе элементах мозаики, чтобы мы учились, глубже понимали замысел правды Всевышнего.
Erniedrigt euch nicht (22,27–23,5)
Не опускайтесь (22:27 – 23:5)
Dieser Abschnitt ist ganz klein, und er enthält Gebote, die die Reinheit des Volkes Israel betreffen, die Reinheit seines Gerichtssystems. Wir werden hier keine, praktisch keine Strafen für die Übertretung dieser Gesetze und keine Bußen für die Übertretung dieser Gesetze sehen, denn die Strafe für das Abweichen von der UnreinheitIm Russischen steht wörtlich „Abweichen von der Unreinheit“; gemeint ist vermutlich das Abweichen von der Reinheit. Wir haben den Wortlaut beibehalten. ist die Unreinheit selbst. Die Strafe für den Verlust der Würde ist das Fehlen der Würde. Und diese Gebote sprechen davon, wie man die Heiligkeit bewahrt, wie man würdig ist, zugehörig zum Volk Israel. Und wir beginnen mit Vers 27 von Kapitel 22.
Этот отрывок совсем небольшой, и он содержит в себе заповеди, касающиеся чистоты народа Израиля, чистоты его судебной системы. Мы здесь не увидим, практически не увидим каких-то наказаний за нарушение этих законов и взысканий за нарушение этих законов, потому что наказание за отступление от нечистоты – сама нечистота. Наказание за потерю достоинства – отсутствие достоинства. И заповеди эти говорят о том, как хранить святость, как быть достойным, причастным к народу Израиля. И мы начнём с 27 стиха 22 главы.
אֱלֹהִים לֹא תְקַלֵּל וְנָשִׂיא בְעַמְּךָ לֹא תָאֹר׃
elohím lo tekallél wenassí we’ammechá lo tá’or
элоѓи́м ло текале́ль венаси́ веамеха́ ло та́ор
27. Verfluche Gott nicht (oder verfluche den Richter nicht), und über den Anführer, den Vorsteher deines Volkes, rede nicht übel.
27. Не проклинай Бога (или не проклинай судью) и лидера, начальника твоего народа, не злословь.
Man kann sagen: „Verfluche nicht den richter oder den Richter“, mit kleinem oder mit großem Anfangsbuchstaben. Selbstverständlich ist nicht von jedem beliebigen Richter und nicht von jedem beliebigen Anführer die Rede, die Rede ist von denen, die Gottes Gesetz in die Gesellschaft hineintragen.
Можно сказать: «Не проклинай судью или Судью», с маленькой или с большой буквы. Разумеется, идёт речь не о любом судье и не о любом лидере, речь идёт о тех, кто привносит в общество Божий закон.
Als wir den vorigen Abschnitt (22,26) beendeten, sprachen wir von einem Menschen, dem man für Schulden tagsüber den Mantel wegnimmt, und er kann sich empören und sagen: „Wie kann das sein, was sind das für Gesetze? Na gut, ich schulde etwas, aber was ist jetzt mit mir – tagsüber nicht auf die Straße gehen? Und was für eine Schande, das ist eine Beschneidung meiner Rechte!“ Der andere Mensch, der ihm das Geld geliehen hat, kann sagen: „Ich gebe ihm jede Nacht den Mantel, und deswegen kann er mir jahrelang das Geld nicht zurückgeben?“ Beide empören sich und schimpfen auf das Justizsystem. Und dieses Gebot, das, welches in Vers 27 geschrieben steht, besteht gleichsam aus zwei Teilen: Schimpfe nicht auf die Richter, die die Gerichtsurteile fällen; schimpfe nicht auf den Vorsteher im Volk, der für die Einhaltung der Gesetzlichkeit in deinem Land verantwortlich ist. Das ist nicht immer einfach.
Когда мы заканчивали предыдущий отрывок (22:26), то говорили о человеке, у которого за долги днём забирают плащ, и он может возмущаться и говорить: «Как это так, что это за законы такие? Ну хорошо, я должен, но что же мне теперь – днём не выйти на улицу? И какой позор, это ущемление моих прав!» Другой человек, который одолжил ему деньги, может сказать: «Я каждую ночь отдаю ему плащ, и он из-за этого может годами не отдавать мне деньги?» Оба возмущаются и ругают систему правосудия. И эта заповедь, та, что написана в 27 стихе, состоит как бы из двух частей: не ругай судей, которые выносят судебные приговоры; не ругай начальника в народе, который отвечает за соблюдение законности в твоей стране. Это не всегда бывает просто.
Ein guter Bekannter von mir arbeitete bei einer Elektrizitätsgesellschaft in Israel. Und er hatte so eine Arbeit, dass er kam, um den Strom abzustellen, wenn ein Mensch lange die Rechnung nicht bezahlt hatte. Und er war buchstäblich, man kann sagen, jeden Tag zahlreichen Flüchen all derer ausgesetzt, zu denen er kam. Obwohl, wenn man nachdenkt, wozu wurde der Strom abgestellt? Damit die anderen, diejenigen, die bezahlten, ihn zum selben Preis bekommen konnten. Und oft sind wir gezwungen, für etwas zu bezahlen, uns von irgendwelchem Geld, von irgendwelchem Besitz, von irgendeiner Freiheit zu trennen, um der Wahrung der Gesetzlichkeit willen, um der Wahrung der Rechtsordnung willen oder einfach der Ordnung in der Welt, in der uns umgebenden Welt. Das kann uns dazu bringen, auf die Regierung zu schimpfen.
Один мой хороший знакомый работал в электрокомпании в Израиле. И у него была такая работа, что он приходил отключать электричество, когда человек долго не оплачивал счёт. И он буквально, можно сказать, каждый день подвергался многочисленным проклятиям всех тех, к кому он приходил. Хотя, если подумать, для чего отключалось электричество? Для того чтобы другие, те, кто платил, могли его получать по той же цене. И часто мы вынуждены за что-то платить, расставаться с какими-то деньгами, с каким-то имуществом, с какой-то свободой ради сохранения законности, ради сохранения правопорядка или просто порядка в мире, в окружающем нас мире. Это может вынудить нас ругать правительство.
Das bedeutet nicht, dass man keinen Richter kritisieren darf, wenn er bestechlich ist, denn wir wissen, dass es solche Kritik gibt, sie kam auch durch die Propheten. Das bedeutet nicht, dass man nicht auf die Obrigkeit schimpfen darf, und Zurechtweisungen der Obrigkeit gibt es im Tanach sehr viele. Aber wenn das Volk sich am Justizsystem vergreift, am wahren, normal funktionierenden Justizsystem, wenn das Volk diejenigen kritisiert, die es aufrufen und sein Leben nach dem Gesetz Gottes regeln, dann kommt der Hunger. Wir lesen davon im Buch Rut: „Und das war die Zeit, als man die Richter richtete, und es war Hunger im Land.“ Davon handelt das Gebot in Vers 27.
Это не значит, что нельзя критиковать никакого судью, если он взяточник, потому что мы знаем, что есть такая критика, она шла и через пророков тоже. Это не значит, что нельзя ругать начальство, и обличений начальства в Танахе есть очень много. Но когда народ покушается на систему правосудия, истинную, нормально работающую систему правосудия, когда народ критикует тех, кто призывает его и регулирует его жизнь по закону Божьему, тогда приходит голод. Мы читаем об этом в книге Рут: «И это было время, когда судили судей, и был голод на земле». Вот об этом заповедь в 27 стихе.
מְלֵאָתְךָ וְדִמְעֲךָ לֹא תְאַחֵר בְּכוֹר בָּנֶיךָ תִּתֶּן־לִּי׃
mele’atechá wedim’achá lo te’achér bechór banécha titten-lí
мелеатеха́ ведимъаха́ ло теахэ́р бехо́р банэ́ха титен-ли́
28. Deine gefüllten Körner (deine prallen Körner) und deine Spenden (die Teruma) halte nicht zurück; den Erstgeborenen von deinen Söhnen gib Mir.
28. Наполненные зёрна твои (налитые зерна твои) и пожертвования твои (труму) не задерживай; первенца из сыновей своих отдавай Мне.
Man kann so sagen: „Na, wozu soll ich mich beeilen, Ihm mein Gemüse, mein Obst und die übrigen Erzeugnisse zu geben, Er hungert nicht, Ehre sei Ihm, Er hat an nichts Mangel. Und was macht das für Ihn für einen Unterschied? Bei Ihm ist ein Tag wie tausend Jahre, tausend Jahre wie ein Tag. Was macht es für Ihn für einen Unterschied, ob ich Ihm meine Erstlinge, meine ersten Früchte heute bringe oder in drei Wochen?“ Und der Höchste sagt: „Nein, halte nicht zurück. Halte nicht zurück, was Mir zusteht. Halte deinen Ausdruck der Dankbarkeit Mir gegenüber nicht zurück.“ Dankbarkeit – das ist eine der Säulen unserer ganzen Unterordnung unter den Höchsten, unserer Zusammenarbeit mit Ihm, Dankbarkeit für das, was der Höchste uns gibt. In allem, was wir haben, sehen wir Seine Hand, und unter anderem durch die Teruma, durch die Erstlinge, durch die Spenden drücken wir dem Höchsten Dankbarkeit aus. Und es geht nicht darum, dass Er mit der Uhr und einem leeren Teller dasteht und wartet, wann wir Ihm unsere zwei Melönchen bringen. Er erwartet von uns Dankbarkeit. Die Dankbarkeit leert gleichsam unseren vollen Becher, damit man neuen Wein der Segnungen in ihn gießen kann.
Можно сказать так: «Ну зачем я буду спешить давать Ему свои овощи, фрукты и прочие продукты, Он не голодает, Слава Ему, у Него нет ни в чём нужды. И какая Ему разница? У Него один день, как тысяча лет, тысяча лет, как один день. Какая Ему разница, занесу ли я Ему свои первинки, свои первые плоды сегодня или через три недели?» И Всевышний говорит: «Нет, не задерживай. Не задерживай то, что причитается Мне. Не задерживай своё выражение благодарности ко Мне». Благодарность – это один из столпов всего нашего подчинения Всевышнему, нашего с Ним сотрудничества, благодарность за то, что́ Всевышний нам даёт. Во всём, что мы имеем, мы видим Его руку и в том числе через труму, через первинки, через пожертвования мы выражаем Всевышнему благодарность. И не в том дело, что Он стоит с часами и пустой тарелкой и ждёт, когда мы принесём Ему наши две дыньки. Он ждёт от нас благодарности. Благодарность словно опустошает нашу полную чашу, чтобы в неё можно было налить новое вино благословений.
Der zweite Teil des Verses ist das Gebot über die Erstgeborenen. Wir haben schon über dieses Gebot gesprochen. Weiter wird der Höchste in größerem Maße über das Vieh sprechen.
Вторая часть стиха – заповедь о первенцах. Мы уже говорили об этой заповеди. Дальше Всевышний в большей степени будет говорить о скоте.
כֵּן־תַּעֲשֶׂה לְשֹׁרְךָ לְצֹאנֶךָ שִׁבְעַת יָמִים יִהְיֶה עִם־אִמּוֹ בַּיּוֹם הַשְּׁמִינִי תִּתְּנוֹ־לִי׃
ken-ta’assé leschorechá lezonécha schiw’át jamím jihjé im-immó bajom hascheminí titteno-lí
кен-таасэ́ лешореха́ лецонэ́ха шивъа́т ями́м йиѓйе́ им-имо́ баём ѓашемини́ титено-ли́
29. So mach es mit deinem Stier, mit deinem Kleinvieh:
29. Так сделай быку твоему, мелкому скоту твоему:
sieben Tage wird er bei seiner Mutter sein, und am achten Tag gebt ihn Mir.
семь дней будет он с матерью своей, а в восьмой день отдавайте его Мне.
Das bedeutet nicht, dass man den Erstgeborenen genau am achten Tag geben muss. Das bedeutet, dass der Erstgeborene nach dem achten Tag zur Weihe kommt. Wenn wir ihn nicht sofort geben können oder ihn noch auffüttern, kräftigen wollen, können wir das tun. Aber der Erstgeborene wird schon dem Höchsten geweiht. Und vor dem achten Tag darf man ihn nicht von der Mutter wegreißen.
Это не значит, что именно в восьмой день надо отдавать первенца. Это значит, что первенец приходит к посвящению после восьмого дня. Если мы не можем сразу его отдать или мы хотим его ещё выкормить, подкрепить, мы можем это сделать. Но первенец уже становится посвящённым Всевышнему. И раньше восьмого дня его нельзя отрывать от матери.
וְאַנְשֵׁי־קֹדֶשׁ תִּהְיוּן לִי וּבָשָׂר בַּשָּׂדֶה טְרֵפָה לֹא תֹאכֵלוּ לַכֶּלֶב תַּשְׁלִכוּן אֹתוֹ׃
we’ansche-kódesch tihjún li uwassár bassadé terefá lo tochélu lakkélew taschlichún otó
веанше-ко́деш тиѓйю́н ли уваса́р басадэ́ терефа́ ло тохэ́лу лакэ́лев ташлиху́н ото́
30. Seid mir heilige Menschen und esst kein Fleisch, das auf dem Feld gerissen wurde, dem Hund gebt es.
30. Будьте мне людьми святыми и не ешьте мяса, растерзанного в поле, собаке отдавайте его.
Eine sehr seltsame Aussage. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Heiligkeit und gerissenem Fleisch? Zwischen den Heiligen – denen, die „als Anteil genommen“ sind, die dem Höchsten gehören, den Dienern des Höchsten – und Fleisch, das man nach Wölfen, Löwen, Tigern, Hyänen, Schakalen aufessen kann, und … wer streift da sonst noch herum? Der Höchste sagt, in heutiger Sprache ausgedrückt: „Sucht nicht nach Essensresten auf Müllhalden, esst nicht aus Mülltonnen auf.“ Warum steht denn geschrieben „gebt es dem Hund“? Das bedeutet, dass man irgendein Fleisch, das wir gefunden haben, verarbeiten, verwenden kann, aber unsere Nahrung kann das nicht sein.
Очень странное заявление. Какая связь между святостью и растерзанным мясом? Между святыми –теми, кто «взят в удел», принадлежащими Всевышнему, служителями Всевышнего – и мясом, которое можно доесть после волков, львов, тигров, гиен, шакалов, и… кто там ещё бродит? Всевышний говорит, выражаясь сегодняшним языком: «Не ищите объедки на мусорках, не доедайте из мусорных ящиков». Почему же написано «отдавайте собаке»? Это значит, что можно перерабатывать, можно использовать какое-то мясо, которое мы нашли, но нашей пищей это быть не может.
Es gibt in der jüdischen Tradition zwei Arten von Verboten in Bezug auf irgendwelche Gegenstände. Die erste ist issúr achilá (Verbot als Speise), wenn etwas als Speise verboten ist, man es aber verkaufen darf. Die zweite ist issúr ana’á (Verbot der Nutzung), das, was zu verkaufen verboten ist, woraus man keinerlei Nutzen ziehen darf, nicht einmal den Ofen darf man damit anheizen. Zum Beispiel ist Chamez (Gesäuertes) an Pessach verboten, und nicht einmal ein trockenes Brötchen dürfen wir verbrennen, um uns zu wärmen: An Pessach darf man Chamez auf keinerlei Weise verwenden. Und es gibt viele verschiedene Fälle der einen und der anderen Art. Wenn wir hier lesen: „gebt es dem Hund“, dann bedeutet das, dass es uns verboten ist, es zu essen, aber benutzen dürfen wir es.
Есть два рода запрещений в отношении каких-то предметов в еврейской традиции. Первый – это ису́р ахила́ (запрещение в пищу), когда что-то запрещено в пищу, но его можно продавать. Второй – это ису́р анаа́ (запрещение на использование), то, что запрещено продавать, из чего запрещено извлекать любую пользу, даже печку этим растопить нельзя. Например, хамец (квасное) в Песах запрещён, и даже сухую булку мы не можем сжечь, чтобы согреться: в Песах нельзя никаким образом использовать хамец. И есть много разных случаев того и другого рода. Когда мы здесь читаем: «отдайте его собаке», то это значит, что нам его есть запрещено, но пользоваться им можно.
Damit endete Kapitel 22, und wir beginnen ab Vers 1 von Kapitel 23 zu lesen.
На этом закончилась 22 глава, и мы начинаем читать с 1 стиха 23 главы.
לֹא תִשָּׂא שֵׁמַע שָׁוְא אַל־תָּשֶׁת יָדְךָ עִם־רָשָׁע לִהְיֹת עֵד חָמָס׃
lo tissá schéma schaw al-táschet jadechá im-raschá lihjot ed chamás
ло тиса́ ше́ма шав аль-та́шет ядеха́ им-раша́ лиѓйёт эд хама́с
1. Trage keine falschen Gerüchte, verbreite keine Lüge; und gib deine Hand nicht dem Bösewicht zu falscher Anklage, zur Verleumdung.
1. Не носи ложных слухов, не разноси ложь; и не давай руку свою злодею для ложного обвинения, для навета.
Wenn du nicht weißt, was für eine Information dich erreicht hat, Lüge oder Wahrheit, fang nicht an, sie zu verbreiten. Angenommen, es hat dir gefallen, dass man von irgendeinem Menschen zu schlecht oder zu gut denkt, du hast dieser Information sofort geglaubt und fängst an, sie überall zu verbreiten. Heute, wo man ein Gerücht mithilfe eines Reposts verbreiten kann, reposten sehr viele Leute, teilen fremde Beiträge auf Facebook, in anderen sozialen Netzwerken. Sie teilen einen Haufen ungeprüfter Informationen über diese oder jene Menschen, die ihnen nicht gefallen und von denen man leicht glaubt, dass sie irgendein schreckliches-schreckliches Verbrechen begangen haben.
Если ты не знаешь, какая информация тебе поступила, ложь или правда, не начинай разносить её. Допустим, тебе понравилось, что о каком-то человеке думают слишком плохо или слишком хорошо, ты сразу же поверил в эту информацию и начинаешь её везде разносить. Сегодня, когда разносить слух можно с помощью репоста, очень много людей репостят, делятся чужой публикацией в фейсбуке, в других социальных сетях. Делятся кучей непроверенной информации о тех или иных людях, которые им не нравятся, и в отношении которых легко поверить, что они совершили какое-то страшное-страшное преступление.
Schon viele Monate geistert zum Beispiel so eine Information durchs Netz, dass der Papst gesagt habe, man müsse die Bibel ändern, und niemand macht sich die Mühe zu prüfen: Was ist das denn für eine Information, irgendwo dort auf der Website des Vatikans, und was hat der Papst wirklich gesagt und was hat er nicht gesagt.
Много уже месяцев гуляет по сети, например, такая информация, что Папа Римский сказал, что надо поменять Библию, и никто не удосуживается проверять: а что там за информация, где-то там, на сайте Ватикана, и что Папа Римский действительно сказал, а чего не говорил.
Also, verbreite keinen falschen Klatsch. Was ist die Strafe dafür? Keine. Die Strafe dafür ist so, dass du in einer Gesellschaft leben wirst, in der Menschen falschen Klatsch verbreiten.
Итак, не разноси ложные сплетни. Какое за это наказание? Никакое. Наказание за это такое, что ты будешь жить в обществе, в котором люди разносят ложные сплетни.
Was bedeutet „dem Bösewicht seine Hand geben“? Wiederum: Wenn Menschen jemanden, den sie hassen, durch Verleumdung falsch beschuldigen, ihn von der Macht entfernen, ihm seine Möglichkeiten nehmen, irgendwelche seiner Pläne stoppen wollen, darf man dann einen Menschen verleumden, den wir auf andere Weise nicht loswerden und den wir – na ja, wirklich gar nicht mögen? Und die Antwort: Nein, das darf man nicht. Man darf solche Bündnisse nicht schließen. Dein Gerichtssystem soll sich ausschließlich auf die Wahrheit stützen.
Что значит «давать свою руку злодею»? Опять-таки, если люди хотят кого-то, кого они ненавидят, по навету ложно обвинить, устранить его от власти, лишить его возможностей, остановить какие-то его планы, то можно ли оболгать человека, которого нам другим способом не убрать, а мы его – ну очень не любим? И ответ: нет, нельзя. Нельзя заключать такие союзы. Пусть твоя судебная система опирается исключительно на правду.
לֹא־תִהְיֶה אַחֲרֵי־רַבִּים לְרָעֹת וְלֹא־תַעֲנֶה עַל־רִב לִנְטֹת אַחֲרֵי רַבִּים לְהַטֹּת׃
lo-tihjé achare-rabbím lera’ót welo-ta’ané al-ríw lintót acharé rabbím lehattót
ло-тиѓйе́ ахаре-раби́м лерао́т вело-таанэ́ аль-ри́в линто́т ахарэ́ раби́м леѓато́т
2. Bewege dich nicht der Mehrheit nach zum Bösen und schließe dich nicht der Mehrheit an, um dich nach der Mehrheit zu neigen.
2. Не двигайся за большинством ко злу и не присоединяйся к большинству, чтобы склоняться за большинством.
Manchmal wollen wir mit der Mehrheit sein, eigentlich wollen wir fast immer mit der Mehrheit sein. Und wenn wir lesen, dass eine Milliarde Chinesen sich nicht irren, und wenn wir die sozialen Umfragen vor den Wahlen sehen, dann wollen sich sehr viele der Mehrheit anschließen, das ist ein natürlicher Wunsch. Aber wenn es eine massenhafte Verurteilung von jemandem für etwas gibt: Solschenizyn habe ich nicht gelesen, aber ich verurteile ihn, dann ist es verboten, sich dem anzuschließen. Es ist verboten, der Mehrheit zur Verurteilung von jemandem zu folgen.
Иногда нам хочется быть с большинством, собственно, нам почти всегда хочется быть с большинством. И когда мы читаем, что миллиард китайцев не ошибаются, и когда мы видим предвыборные социальные опросы, то очень многим хочется примкнуть к большинству, это естественное желание. Но когда есть массовое осуждение кого-то за что-то: Солженицына не читал, но я его осуждаю, то к этому запрещено примыкать. Запрещено следовать за большинством к осуждению кого-то.
Andererseits, wenn wir jemanden retten wollen, ihn von der Strafe befreien, ihn freisprechen wollen, und es gibt so eine Welle, dann darf man sich dieser Welle anschließen. Die Barmherzigkeit erhebt sich über das Gericht.
С другой стороны, если мы хотим кого-то спасти, избавить его от наказания, оправдать, и есть такая волна, к этой волне можно примыкать. Милость превозносится над судом.
Im jüdischen Gerichtssystem war es so eingerichtet, dass zuerst die Richter oder Teilnehmer des Gerichtsverfahrens sprachen, die am weitesten vom Richter entfernt sitzen. Das heißt, die Geringsten unter den Teilnehmern des Gerichtsverfahrens beginnen zu sprechen, dann etwas Ältere, etwas Ältere, etwas Ältere, bis die Sache beim Richter ankommt. Wozu wird das gemacht? Damit es keine, sozusagen, solchen yes-men gibt, einfach „Jasager“. Wisst ihr, wie man die Volksbeisitzer im sowjetischen Gericht nannte? Man nannte sie „Abnicker“, weil sie nur nickten, und das war ihre ganze Funktion. Also, sei kein „Abnicker“ im Gericht, unterwirf dich nicht der Mehrheit. Wenn du Teilnehmer einer Gerichtsverhandlung geworden bist, Teilnehmer eines Gerichtsverfahrens geworden bist, dann geh der Sache auf den Grund, bemühe dich, sie zu verstehen, deine Meinung zu äußern, schau nicht auf die Meinungen anderer Menschen, anderer Prozessteilnehmer.
В судебной системе еврейской было устроено так, что сначала говорили судьи или участники судебного процесса, которые сидят максимально далеко от судьи. То есть наименьшие из участников судебного процесса начинают говорить, затем чуть постарше, чуть постарше, чуть постарше, пока дело не доходит до судьи. Для чего это делается? Чтобы не было, так сказать, этаких yes-men, просто «поддакивателей». Знаете, как народных заседателей в советском суде называли? Их называли «кивалами», потому что они только кивали, и это была вся их функция. Так вот, не будь «кивалой» в суде, не подчиняйся большинству. Если ты стал участником судебного разбирательства, стал участником судебного процесса, то вникай, старайся разобраться, высказать своё мнение, не смотри на мнения других людей, других участников процесса.
וְדָל לֹא תֶהְדַּר בְּרִיבוֹ׃
wedál lo tehdár beriwó
веда́ль ло теѓда́р бериво́
3. Und bevorzuge den Armen nicht in seinem Rechtsstreit.
3. И не предпочитай бедного на суде его.
Nehmen wir an, ein armer Mensch prozessiert gegen einen reichen. Und vielleicht ist der arme Mensch ganz und gar nicht im Recht, aber wie leid er uns tut! Na und, dem Reichen geht doch nichts ab, was sind ihm schon 250 Schekel? Für einen armen Menschen aber ist das ein ganzes Vermögen. Und wir können das Gericht irrtümlich zum Armen neigen, weil uns der Arme sympathischer ist. Wir können das Gericht auch zum Reichen neigen, weil der Reiche – die Aussicht ist, ein Bestechungsgeld zu bekommen, aber auch das Umgekehrte ist sehr schlecht. Dein Gericht soll ein Gericht sein, schau auf das, was die Menschen getan haben, richte sie nach ihren Taten. Nicht danach, wer mehr weint, nicht danach, wer ärmer ist, sondern danach, wer im Recht ist und auf wessen Seite das Gesetz steht.
Допустим, бедный человек судится с богатым. И может быть, бедный человек и вовсе не прав, но как же нам его жалко! Ну что, от богатого убудет, что ему 250 шекелей? А для бедного человека это целое состояние. И мы можем по ошибке склонить суд к бедному, потому что бедный нам более симпатичен. Мы можем склонить суд и к богатому, потому что богатый – перспектива получить взятку, но и обратное тоже очень плохо. Пусть твой суд будет судом, смотри на то, что люди сделали, суди их по делам их. Не по тому, кто больше плачет, не по тому, кто беднее, а по тому, кто прав и на чьей стороне закон.
Weiter wird die Rede von Angehörigen eines Volkes sein, Stammverwandten, Nachbarn, zwischen denen ein Gerichtsverfahren stattfindet.
Дальше речь пойдёт о представителях одного народа, единородцах, соседях, между которыми происходит судебный процесс.
כִּי תִפְגַּע שׁוֹר אֹיִבְךָ אוֹ חֲמֹרוֹ תֹּעֶה הָשֵׁב תְּשִׁיבֶנּוּ לוֹ׃
ki tifgá schor ojiwchá o chamoró to’é haschéw teschiwénnu lo
ки тифга́ шор ойивха́ о хаморо́ тоэ́ ѓаше́в тешивэ́ну ло
4. Wenn du den Esel deines Feindes oder den Stier deines Feindes triffst, bring ihn zurück.
4. Если ты встретишь осла врага твоего или быка врага твоего, верни его.
Wenn dein Feind etwas verloren, irgendeinen Schaden erlitten hat, dann bedeutet das nicht, dass man sich ihm gegenüber nicht gemäß dem allgemein anerkannten Gesetz, nach den allgemein anerkannten Regeln verhalten muss. Wenn es geboten ist, Verlorenes zurückzugeben, wenn es geboten ist, einem Menschen zu helfen, der in Not geraten ist, dann muss man das tun, unabhängig davon, welche komplizierten gerichtlichen Beziehungen dich und diesen Menschen verbunden haben. Das Gericht ist eine Sache für sich, und die Zugehörigkeit zum Volk Gottes steht völlig für sich.
Если твой враг потерял что-то, понёс какой-то ущерб, то это не значит, что по отношению к нему не нужно вести себя в соответствии с общепринятым законом, по общепринятым правилам. Если положено возвращать потерю, если положено помогать человеку, оказавшемуся в беде, то это нужно делать независимо от того, какие сложные судебные отношения тебя и этого человека связали. Суд отдельно, а принадлежность к народу Божьему стоит совершенно отдельно.
כִּי־תִרְאֶה חֲמוֹר שֹׂנַאֲךָ רֹבֵץ תַּחַת מַשָּׂאוֹ וְחָדַלְתָּ מֵעֲזֹב לוֹ עָזֹב תַּעֲזֹב עִמּוֹ׃
ki-tir’é chamór sona’achá rowéz táchat massaó wechadaltá me’asów lo asów ta’asów immó
ки-тиръэ́ хамо́р сонааха́ ровэ́ц та́хат масао́ вехадальта́ меазо́в ло азо́в таазо́в имо́
5. Wenn du den Esel deines Hassers siehst, dass er unter der Schwere seines Gewichts zusammenbricht, wirst du dich etwa weigern, ihn abzuladen? Hilf und lade ihn ab.
5. Если ты видишь осла ненавистника твоего, что он загибается под тяжестью веса своего, разве ты откажешься развьючить его? Помоги и развьючь его.
Das heißt, obwohl neben dir dein Hasser ist, musst du ihm genauso helfen, wie du einfach deinem Mitbürger helfen würdest. Gerichtliche Angelegenheiten, alle Streitereien, allen Hass lass für das Haus des Gerichts. Trotz der Gerichtsverfahren zwischen euch bleibt ihr Brüder, darum verhaltet euch wie Brüder. Das ist eines der Unterpfänder der Reinheit und Heiligkeit des Volkes.
То есть несмотря на то, что рядом с тобой твой ненавистник, ты должен ему помочь точно так же, как ты просто помог бы своему согражданину. Дела судебные, все разборки, всю ненависть оставляй для дома суда. Несмотря на судебные процессы между вами, вы остаетесь братьями, потому ведите себя, как братья. Это один из залогов чистоты и святости народа.
Sehr erfreut, Gott! (23,6–19)
Очень приятно, Бог! (23:6-19)
Mit Gottes Hilfe setzen wir gemeinsam das Studium des Wochenabschnitts Mischpatim fort. Da es in diesem Abschnitt keine Handlung gibt, keine bestimmte Abfolge von Ereignissen, besteht keine Notwendigkeit, zum Inhalt der vorigen Gespräche zurückzukehren, und wir beginnen mit Vers 6 von Kapitel 23 zu lesen, in dem der Höchste sich an die Richter des Volkes Israel wendet und ihnen folgende Anweisung gibt.
С Божьей помощью мы с вами продолжаем изучать недельную главу Мишпатим. Поскольку у нас в этой главе нет сюжета, нет какой-то последовательности событий, не возникает необходимости возвращаться к содержанию предыдущих бесед, и мы начинаем читать с 6 стиха 23 главы, в которой Всевышний обращается к судьям народа Израиля и даёт им вот такое повеление.
לֹא תַטֶּה מִשְׁפַּט אֶבְיֹנְךָ בְּרִיבוֹ׃
lo tatté mischpát ewjonechá beriwó
ло татэ́ мишпа́т эвёнеха́ бериво́
6. Richte den Armen nicht voreingenommen in seinem Rechtsstreit.
6. Не суди бедного предвзято на его суде.
Wir haben schon das Gesetz erwähnt, dass man das Urteil nicht aus Mitleid zugunsten des Armen neigen darf (23,3). Das heißt, wenn wir wissen, dass der Arme in seinem Rechtsstreit nicht im Recht ist, aber er wird Schaden leiden, und dem Reichen, so scheint es, was für ein Schaden entsteht ihm schon? Aber der Arme tut uns leid, und wir werden aus Mitleid das Gericht verdrehen wollen. Die Tora verbietet, das zu tun. Wovon handelt unser jetziges Gebot? Das Gebot spricht davon, dass wir denken könnten: „Dieser Arme, dieser Bettler, natürlich hat er die Uhr gestohlen, natürlich konnte er seinem Nachbarn keine 100 Dollar leihen – woher sollte er 100 Dollar haben?“ Und indem wir auf den Armen schauen, auf seine Armut, auf seine Notlage, entscheiden wir schon irgendwie, wer im Recht ist, wer schuldig ist. Und die Tora sagt: „Tu das nicht, richte den Menschen nicht voreingenommen, selbst wenn es ein Armer ist, selbst wenn es ein bettelarmer Mensch ist. Du kennst nicht alle Umstände, untersuche die Sache des Armen gründlich, genauso wie du alle anderen Sachen untersuchst.“ Und ganz genauso muss man sich zu einer Sache verhalten, wenn zwei Arme gegeneinander prozessieren und du sagen kannst: „Eine Stunde meiner Arbeit im Gericht ist teurer als der Grund ihres Gezänks, das fehlte noch, ich habe keine Zeit zu klären, wer wem das Nudelholz gestohlen hat.“ Nein, kläre es, denn du arbeitest nicht für Geld, du bist ein Diener des Höchsten, geh den Sachen der Armen auf den Grund.
Мы уже упоминали закон о том, что нельзя склонять приговор в пользу бедного из жалости (23:3). То есть если мы знаем, что бедный не прав в своём суде, но он пострадает, а богатому, казалось бы, какой ему ущерб? А бедного жалко, и мы захотим из жалости исказить суд. Тора запрещает это делать. О чём наша нынешняя заповедь? Заповедь говорит о том, что мы можем подумать: «Этот бедняк, нищий, конечно же, это он украл часы, конечно же, он не мог одолжить своему соседу 100 долларов – откуда у него возьмутся 100 долларов?» И, глядя на бедняка, на его бедность, на его бедственное положение, мы уже каким-то образом решаем, кто прав, кто виноват. И Тора говорит: «Не делай так, не суди человека предвзято, даже если это бедняк, даже если это нищий человек. Ты не знаешь всех обстоятельств, разберись тщательно в деле бедняка так же, как ты разбираешься в любых других делах». И так же точно надо относиться к делу, когда судятся два бедняка и ты можешь сказать: «Час моей работы в суде стоит дороже, чем причина их склоки, вот ещё, недосуг мне разбираться, кто у кого украл скалку». Нет, разбирайся, потому что ты работаешь не за деньги, ты служитель Всевышнего, вникай в дела бедняков.
מִדְּבַר־שֶׁקֶר תִּרְחָק וְנָקִי וְצַדִּיק אַל־תַּהֲרֹג כִּי לֹא־אַצְדִּיק רָשָׁע׃
middewar-schéker tirchák wenakí wezaddík al-taharóg ki lo-azdík raschá
мидевар-ше́кер тирха́к венаки́ вецади́к аль-таѓаро́г ки ло-ацди́к раша́
7. Entferne dich von Worten der Lüge. Den Unschuldigen und Gerechten töte nicht (verurteile ihn nicht), denn Ich werde den Übeltäter nicht rechtfertigen.
7. Удаляйся от слов лжи. Невиновного и правого не убивай (не осуждай его), потому что Я не оправдаю злодея.
Selbstverständlich geht es hier um das Gericht. Aber um welche Fälle genau? Zum Beispiel wird bei uns die Sache eines gewissen Menschen verhandelt, der des Diebstahls verdächtigt wird. Und es gibt den Verdacht, dass er ein Übeltäter ist, dass er in irgendwelchen anderen Dingen schuldig ist, und wir können sagen: „Aber dort können wir ihn nicht hinter Gitter bringen, dort haben wir keine Beweise, hier aber können wir Falschzeugen rufen und ihn anklagen.“ Die Tora sagt: „Weiche den Worten der Lüge aus, entferne dich von der Lüge“, selbst wenn du ihn nicht verurteilen kannst und es dir wie ein großes Versäumnis vorkommt, einen Menschen freizulassen, den man nach einem untergeschobenen Paragrafen verurteilen könnte, wenn er schon wegen seiner eigentlichen Sünde nicht zu fassen ist. Der Höchste sagt: „Lüge nicht vor Gericht, Ich werde mit jedem Ungerechten abrechnen und den Übeltäter nicht rechtfertigen.“ Es gibt sehr viele Überlegungen zu der Frage, ob man überhaupt lügen darf. Und es geht so weit, dass Menschen sagen: „Wenn ein Mensch eine jüdische Familie versteckt, und die Deutschen sind gekommen und fragen: Gibt es Juden? – Na, entschuldige, Bruder, lügen kann ich nicht, deshalb sage ich, dass es welche gibt. Und, verzeih, es wäre nicht christlich, zu lügen.“ Die jüdische Tradition sagt: Nicht nur, dass man manchmal lügen darf, sondern manchmal muss man auch lügen. Zum Beispiel, wenn wir zu einer Hochzeit kommen und an der Lobpreisung der Braut teilnehmen. Und wir dürfen ihr nicht sagen: „Na, die Beine krumm, dafür die Augen blau“, wahrheitsgetreu und treffend. Oder so: „Die Beine krumm und die Augen schief – na, entschuldige, ich werde dir die nackte Wahrheit ins Gesicht sagen.“ Nein, man muss die Braut preisen, denn wir gehen davon aus, dass sie in den Augen ihres Bräutigams wunderschön ist. Hier ein anderer Fall. Wir treffen einen Menschen, und er sagt: „Schau, was für ein großartiges T-Shirt ich im Ausverkauf gekauft habe, 5 für 100.“ Und wir antworten ihm: „Na, du Trottel, hier um die Ecke werden diese T-Shirts 6 für 100 verkauft, da bist du reingefallen.“ Nein, wenn ein Mensch Freude an einem Kauf hat, muss man ihm nicht sagen, dass er etwas nicht sehr Gutes gekauft hat. Oder die Frau fragt: „Nicht wahr, ich sehe heute hässlich aus, ich bin schrecklich dick geworden und ganz aufgedunsen?“ – überlegt, lohnt es sich wirklich, ihr die Wahrheit zu sagen? Manchmal ist das gefährlich für den Frieden in der Familie.
Разумеется, речь идёт здесь о суде. А о каких именно случаях? Например, у нас рассматривается дело некоего человека, который подозревается в краже. И есть подозрение, что он злодей, что в каких-то других вещах он виновен, и мы можем сказать: «Но там мы его засадить не можем, там у нас нет доказательств, а здесь мы можем позвать лжесвидетелей и обвинить его». Тора говорит: «Уклоняйся от слов лжи, удаляйся от лжи», даже если ты не можешь его осудить и тебе кажется, что это большое упущение отпускать человека, которого можно было бы по подставной статье осудить, раз уж он не ловится по основному своему греху. Всевышний говорит: «Не лги на суде, Я разберусь со всяким неправедным и не оправдаю злодея». Есть очень много рассуждений на тему, можно ли вообще лгать. И доходит до того, что люди говорят: «Если человек прячет еврейскую семью, и пришли немцы, и спрашивают: Евреи есть? – Ну извини, брат, лгать не могу, поэтому скажу, что есть. И, прости, не по-христиански было бы солгать». Еврейская традиция говорит: мало того, что иногда можно лгать, но иногда и нужно лгать. Например, когда мы приходим на свадьбу и участвуем в прославлении невесты. И мы не должны сказать ей: «Ну, ноги кривые, зато глаза голубые», правдиво и метко. Или так: «И ноги кривые, и глаза косые – ну, извини, правду-матку буду тебе резать». Нет, надо восхвалять невесту, потому что мы исходим из того, что она прекрасна в глазах своего жениха. Вот другой случай. Мы встречаем человека, и он говорит: «Смотри, какую замечательную футболку я купил на распродаже 5 за 100». А мы ему в ответ: «Вот ты лопух, тут за углом эти футболки продаются 6 за 100, вот ты пролетел». Нет, если человек имеет радость от покупки, не надо говорить ему, что он купил что-то не очень хорошее. Или жена спрашивает: «Правда, я сегодня уродливо выгляжу, я ужасно потолстела и вся отёкшая?» – подумайте, действительно ли стоит говорить ей правду? Иногда это бывает опасно для мира в семье.
וְשֹׁחַד לֹא תִקָּח כִּי הַשֹּׁחַד יְעַוֵּר פִּקְחִים וִיסַלֵּף דִּבְרֵי צַדִּיקִים׃
weschóchad lo tikkáchIn der russischen Umschrift sind in diesem Wort zwei Laute vertauscht („tichák“). Das Hebräische liest tikkách („nimm“), dem folgt die deutsche Umschrift. ki haschóchad je’awwér pikchím wissalléf diwré zaddikím
вешо́хад ло тиха́к ки ѓашо́хад еавэ́р пикхи́м висале́ф диврэ́ цадики́м
8. Nimm keine Bestechung an, denn Bestechung blendet die Sehenden und verdreht richtige Worte.
8. Взятки не бери, потому что взятка ослепляет зрячих и искажает слова верные.
Selbst wenn wir wissen, dass man uns eine Bestechung gibt, damit wir einen Unschuldigen freisprechen, damit Gerechtigkeit geschieht, darf man trotzdem keine Bestechung annehmen. Das ist ein sehr strenges Verbot, denn schon die Tatsache, dass Bestechung angenommen wird, schon die Tatsache, dass es, sagen wir so, Korruption im Gerichtssystem gibt, verzerrt bereits das Gerichtssystem. Es gibt eine Geschichte über Rabbi Jischmael, das war ein Rabbiner der dritten Generation der Epoche der Tannaim, der im Gericht saß. Er hatte einen Arbeiter, einen Menschen, der von ihm irgendein Stück Land pachtete und als Bezahlung jeden Freitag die Früchte dieses Landes brachte. Nun, einmal kam der Mensch am Donnerstag und brachte Rabbi Jischmael die Früchte. Rabbi Jischmael sagte: „Warum hast du sie am Donnerstag gebracht und nicht am Freitag?“ Der Mensch sagte: „Ich habe einfach heute einen Prozess, ich gehe zu dir zum Gericht, und ich dachte, dass ich dir bei der Gelegenheit gleich auch einen Korb deines eigenen Obstes vorbeibringe.“ Hier nimmt Rabbi Jischmael nicht einmal irgendeine Bestechung an: Es ist sein eigenes Obst, das man ihm gebracht hat – einen Tag früher, einen Tag später, das spielt keine Rolle. Rabbi Jischmael sagte: „Ich denke, dass ich dich nicht richten kann, ich werde dich vor andere Richter stellen.“ Und er erzählt, dass er hinging und zuhörte, wie sich denn dort der Prozess entschied, weil sogar dieser Korb mit Obst ihn voreingenommen gemacht hatte. Das zeigt, dass Bestechungen im Gerichtssystem gefährlich sind, sie verzerren das ganze Gerichtssystem. Sobald sie auftauchen, verschwindet überhaupt die Wahrheit in der Gesellschaft. Das soziale Gesetz, die gesellschaftlichen Gesetze stehen auf der Unbestechlichkeit der Richter.
Даже если мы знаем, что нам дают взятку, чтобы мы оправдали невиновного, чтобы совершилась справедливость, всё равно нельзя брать взятку. Это очень строгий запрет, потому что сам факт получения взятки, сам факт наличия, так скажем, коррупции в судебной системе уже искажает судебную систему. Есть история о раби Ишмаэле, это был раввин третьего поколения эпохи танаим, который заседал в суде. У него был работник, человек, который арендовал у него какой-то участок земли и в качестве оплаты каждую пятницу приносил плоды этой земли. Вот, однажды человек пришёл в четверг и принёс раби Ишмаэлю плоды. Раби Ишмаэль сказал: «Почему ты принёс в четверг, а не в пятницу?» Человек сказал: «Просто у меня сегодня суд, я иду к тебе на суд, и я подумал, что заодно уже и корзинку твоих же фруктов занесу я тебе». Здесь раби Ишмаэль даже не берёт никакой взятки: это его собственные фрукты ему принесли – на день раньше, на день позже, значения не имеет. Раби Ишмаэль сказал: «Я думаю, что я не могу тебя судить, я поставлю тебя перед другими судьями». И он рассказывает, что он ходил и слушал, как же там разрешился процесс, потому что даже эта корзинка с фруктами сделала его предвзятым. Это говорит о том, что взятки в судебной системе опасны, они всю судебную систему искажают. Как только они появляются, исчезает вообще правда в обществе. Социальный закон, общественные законы стоят на неподкупности судей.
וְגֵר לֹא תִלְחָץ וְאַתֶּם יְדַעְתֶּם אֶת־נֶפֶשׁ הַגֵּר כִּי־גֵרִים הֱיִיתֶם בְּאֶרֶץ מִצְרָיִם׃
wegér lo tilcház we’attém jedatém et-néfesch haggér ki-gerím hejitém be’érez mizrájim
вегэ́р ло тильха́ц веатэ́м едатэ́м эт-нэ́феш ѓагэ́р ки-гери́м ѓейитэ́м беэ́рец мицра́йим
9. Und unterdrücke nicht (bedränge nicht) den Fremdling, und ihr kennt die Seele des Fremdlings, denn ihr wart Fremdlinge im ägyptischen Land.
9. И не подавляй (не притесняй) пришельца, и вы знаете душу пришельца, ибо вы были пришельцами в стране египетской.
Was meint ihr, welches Gebot wird in der Tora am häufigsten wiederholt? Das ist nicht das Gebot über den Sabbat, das sind nicht die Gebote du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen: Das ist das Gebot bedränge den Gér nicht. Mehr als zehnmal wiederholt uns die Tora in verschiedenen Variationen dieses Gebot und verweist darauf, dass wir die Seele des Gér kennen, wir waren in Ägypten, wir erinnern uns, was in Ägypten war, wir erinnern uns, wie es ist, ein Fremdling zu sein. Wer weiß, irgendwann einmal lebten meine Vorfahren in Ungarn, in Polen, in Spanien, und ich erinnere mich, wie es sich dort lebte, ich erinnere mich, wie es sich am Ufer des Rheins lebt und wonach die Morgenluft von Budapest riecht, obwohl ich mich wohl kaum in Wirklichkeit daran erinnere. Aber da wir jedes Jahr, jeden Tag, jede Stunde, in jeder Generation aus Ägypten ausziehen, spüren wir diesen Druck, diesen Wunsch, aus dem Rahmen des Gewohnten auszubrechen. Das ist ein Gefühl, das wir bewahren müssen; und als Kompass, als Zeugnis dafür dürfen wir den Fremdling nicht bedrängen.
Как вы думаете, какая заповедь больше всего повторяется в Торе? Это не заповедь о субботе, это не заповеди не убей, не укради: это заповедь не притесняй ге́ра. Больше десяти раз Тора в разных вариациях повторяет нам эту заповедь, ссылаясь на то, что мы знаем душу ге́ра, мы были в Египте, мы помним, что было в Египте, мы помним, каково это быть пришельцем. Мало ли, когда-то мои предки жили в Венгрии, в Польше, в Испании, и я помню, как там жилось, я помню, как живётся на берегу Рейна и чем пахнет утренний воздух Будапешта, хотя вряд ли я это в реальности помню. Но, поскольку каждый год, каждый день, каждый час, в каждом поколении мы выходим из Египта, мы ощущаем это давление, это желание вырваться из рамок привычного. Это ощущение, которое мы должны хранить; и как компас, как свидетельство этому мы не должны притеснять пришельца.
Es gibt verschiedene Meinungen darüber, wer dieser Fremdling ist. Ist das derjenige, der Proselyt geworden ist, der sich dem jüdischen Volk angeschlossen hat, oder derjenige, der sich in unserer Nachbarschaft niedergelassen hat? In Israel leben viele verschiedene Nationalitäten. Es gibt die tscherkessische Gemeinde, die Roma-Gemeinde, die armenische Gemeinde und viele verschiedene andere Gemeinden, nicht jüdische. Wie soll man sich zu ihnen verhalten, wie musste man sich zur Zeit des Tempels zu ihnen verhalten? Und in jedem Fall sagt die Tora in Bezug auf alle Fremdlinge: „Bedränge nicht, beuge nicht das Recht in Bezug auf den Fremdling, richte nicht gegen den Fremdling, denn du musst dich an die Seele des Fremdlings erinnern. Vergiss den Fremdling in dir nicht, nicht nur dich selbst, der aus Ägypten auszieht, sondern auch den Fremdling vergiss nicht.“
Разные есть мнения в отношении того, кто этот пришелец. Это тот, кто стал прозелитом, кто присоединился к еврейскому народу или тот, кто поселился с нами по соседству? В Израиле живёт много разных национальностей. Есть черкесская община, цыганская община, армянская община и много разных других общин, не еврейских. Как к ним относиться, как надо было к ним относиться во времена Храма? И в любом случае Тора в отношении всех пришельцев говорит: «Не притесняй, не изменяй суд в отношении пришельца, не суди против пришельца, потому что ты должен помнить душу пришельца. Не забывай пришельца в себе, не только себя, выходящего из Египта, но и пришельца тоже не забывай».
וְשֵׁשׁ שָׁנִים תִּזְרַע אֶת־אַרְצֶךָ וְאָסַפְתָּ אֶת־תְּבוּאָתָהּ׃
weschésch schaním tisrá et-arzécha we’assaftá et-tewu’atá
веше́ш шани́м тизра́ эт-арцэ́ха веасафта́ эт-тевуата́
10. Im Lauf von sechs Jahren besäe dein Land und sammle seine Ernte ein.
10. В течении шести лет засевай страну свою и собирай урожай её.
וְהַשְּׁבִיעִת תִּשְׁמְטֶנָּה וּנְטַשְׁתָּהּ וְאָכְלוּ אֶבְיֹנֵי עַמֶּךָ וְיִתְרָם תֹּאכַל חַיַּת הַשָּׂדֶה כֵּן־תַּעֲשֶׂה לְכַרְמְךָ לְזֵיתֶךָ׃
wehaschewi’ít tischmeténna untaschtá we’achelú ewjoné ammécha wejitrám tochál chaját hassadé ken-ta’assé lecharmechá lesetécha
веѓашевии́т тишметэ́на унташта́ веахелу́ эвёнэ́ амэ́ха вейитра́м тоха́ль хая́т ѓасадэ́ кен-таасэ́ лехармеха́ лезетэ́ха
11. Im siebten Jahr aber lass es aufgegeben und zurückgelassen, und die Armen deines Volkes werden essen, und die Reste wird das Tier des Feldes fressen. So verfahre auch mit deinen Weinbergen und mit deinen Olivenbäumen.
11. А в седьмой год оставь её брошенной и оставленной, и будут есть бедняки народа твоего, а остатки будет есть зверь полевой. Так поступай и с виноградниками своими, и с маслинами своими.
Heute gibt es viele Betriebe in Israel, im wiederhergestellten Israel, die dieses Gebot halten. Beim Flughafen Ben Gurion gibt es eine große Mandarinenplantage. Sie steht im siebten Jahr voller Mandarinen da, weil die Bäume Früchte tragen, aber niemand sie erntet. Jeder kann kommen, ein armer Mensch kann anhalten, hineingehen und von den Früchten nehmen. Einige Kibbuzim im Norden organisieren Busse, damit Leute hinfahren und in diesen Kibbuzim die Kirschen pflücken, weil man selbst nicht für den Verkauf ernten darf, das Land muss ruhen. Natürlich tun das nicht alle Kibbuzim, nicht alle Betriebe. Deshalb kann man in der Diaspora, im Ausland, außerhalb Israels, im siebten Jahr eine erstaunliche Szene sehen, wenn ein Jude fragt: „Ist das israelischer Sellerie?“ Man antwortet ihm: „Ja, israelischer.“ Und er sagt: „Dann kaufe ich ihn nicht.“ Denn die Leute fürchten, dass jemand dort in Israel das siebte Jahr nicht hält und man nicht von seinen Früchten kaufen darf. Diejenigen, die es halten, schreiben: „Wir halten die Schmita (das siebte Jahr)“, und dann haben sie natürlich in diesem Jahr einfach keine Früchte. Überhaupt sind viele, viele schöne Geschichten damit verbunden, und ich kann sagen, dass die Betriebe, die ihre Arbeit für ein ganzes Jahr einstellen, keine damit verbundenen Verluste melden, und ihre Geschäfte laufen normal.
Сегодня есть много хозяйств в Израиле, в восстановленном Израиле, которые эту заповедь соблюдают. Возле аэропорта Бен-Гурион есть большая мандариновая плантация. Она в седьмой год стоит полная мандаринов, потому что деревья дают плоды, но их никто не собирает. Любой может прийти, бедный человек может остановиться, зайти и взять от плодов. Некоторые кибуцы на севере организуют автобусы, чтобы люди поехали и собрали вишню в этих кибуцах, потому что самим нельзя собирать на продажу, земля должна отдыхать. Конечно, не все кибуцы, не все хозяйства это делают. Поэтому в диаспоре, за границей, за пределами Израиля, можно увидеть удивительную сцену в седьмой год, когда еврей спрашивает: «А это израильский сельдерей?» Ему отвечают: «Да, израильский». И он говорит: «Тогда я его не куплю». Потому что люди боятся, что кто-то там, в Израиле, не соблюдает седьмой год, и нельзя покупать от его плодов. Те, кто соблюдает, пишут: «Мы соблюдаем Шмиту (седьмой год)» и тогда, конечно, у них просто нет плодов в этот год. В общем, много-много историй красивых с этим связано, и я могу сказать, что хозяйства, которые останавливают свою работу на целый год, не сообщают об убытках, связанных с этим, и дела у них идут нормально.
שֵׁשֶׁת יָמִים תַּעֲשֶׂה מַעֲשֶׂיךָ וּבַיּוֹם הַשְּׁבִיעִי תִּשְׁבֹּת לְמַעַן יָנוּחַ שׁוֹרְךָ וַחֲמֹרֶךָ וְיִנָּפֵשׁ בֶּן־אֲמָתְךָ וְהַגֵּר׃
schéschet jamím ta’assé ma’assécha uwajom haschewi’í tischbót lemá’an janúach schorechá wachamorécha wejinnafésch ben-amatechá wehaggér
ше́шет ями́м таасэ́ маасэ́ха уваём ѓашевии́ тишбо́т лема́ан яну́ах шореха́ вахаморэ́ха вейинафэ́ш бен-аматеха́ веѓагэ́р
12. Sechs Tage verrichte deine Werke, am siebten Tag aber halte inne („versabbate dich“), damit dein Stier ruhe und dein Esel und die Seele deines Knechtes und deiner Magd und der Fremdling in deinem Haus.
12. Шесть дней делай дела свои, а в день седьмой остановись («осубботься»), чтобы отдыхал бык твой, и осёл твой, и душа раба твоего, и рабыни твоей, и пришелец в доме твоём.
Man könnte sagen: Da bei uns ja schon das ganze siebte Jahr Sabbat ist, werden wir in diesem Jahr den Sabbat nicht besonders begehen, es ist ohnehin Sabbat, wozu darin noch Sabbat halten. Wenn wir irgendwelche Bau- oder Reparaturarbeiten betreiben, hier Gewächshäuser flicken, dort Keller flicken, dann arbeiten wir ohne Unterbrechung, auf Hochtouren, weil es erstens nur ein Jahr ist, zweitens ohnehin Sabbat ist und ohnehin alle ringsum Faulpelze sind. Nein, sagt die Tora, das befreit dich nicht, Sabbat befreit nicht vom Sabbat, und selbst wenn bei dir das siebte Jahr ist, ist der Sabbat für dich aktuell.
Можно было сказать, что раз уже у нас весь седьмой год суббота, то в этот год мы особо субботу справлять не будем, он и так суббота, зачем ещё в нём субботствовать. Если мы занимаемся какими-то строительными, ремонтными работами, где-то латаем теплицы, где-то латаем подвалы, то мы работаем без перерыва, ударно, потому что, во-первых, только год, во-вторых, и так суббота, и так все лежебоки вокруг. Нет, говорит Тора, это тебя не освобождает, суббота от субботы не освобождает, и, если даже у тебя седьмой год, суббота для тебя актуальна.
וּבְכֹל אֲשֶׁר־אָמַרְתִּי אֲלֵיכֶם תִּשָּׁמֵרוּ וְשֵׁם אֱלֹהִים אֲחֵרִים לֹא תַזְכִּירוּ לֹא יִשָּׁמַע עַל־פִּיךָ׃
uwchól ascher-amárti alechém tischaméru weschém elohím acherím lo taskíru lo jischamá al-pícha
увхо́ль ашер-ама́рти алехэ́м тишамэ́ру веше́м элоѓи́м ахери́м ло тазки́ру ло йишама́ аль-пи́ха
13. Alles, was ich euch gesagt habe, haltet; die Namen anderer Götter erwähnt nicht, und sie werden nicht zu hören sein aus eurem Mund.
13. Всё, что я сказал вам, соблюдайте, имена других богов не упоминайте, и не будут они слышны из уст ваших.
Eine seltsame Bitte, ja? Wovon ist hier die Rede? Der Höchste sagt: „Das hier sind Meine Gesetze; wenn jemand zu euch kommt und sagt: Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber zum Beispiel in Dänemark … aber zum Beispiel in Norwegen … aber zum Beispiel in den Staaten … aber in der liberalen Gemeinschaft … aber die ganze fortschrittliche Menschheit … aber bei uns in Nordkorea … – hört auf niemanden. Das hier sind Meine Gesetze, die haltet, denkt nicht einmal daran, die Gesetze irgendwelcher anderen Götter zu halten. Warum? Weil Ich euch gezeigt habe, wer Ich bin, was Ich für euch getan habe, worin das Wesen Meines Bundes mit euch besteht. Deshalb, wenn euch jemand in eine andere Gesetzgebung lockt, lasst das, denkt nicht einmal daran, zieht nicht einmal den Namen dieser Götter in Betracht.“
Странная просьба, да? О чём здесь речь? Всевышний говорит: «Вот это Мои законы, если кто-то к вам придёт и скажет: я не знаю, как у вас, а к примеру, в Дании… а к примеру, в Норвегии… а к примеру, в Штатах… а в либеральном сообществе… а всё прогрессивное человечество… а у нас в Северной Корее… – никого не слушайте. Вот это Мои законы, их соблюдайте, даже не думайте соблюдать законы каких-то других богов. Почему? Потому что Я вам показал, кто Я, что Я для вас сделал, в чём суть Моего с вами завета. Поэтому, если вас кто-то заманивает в другое законодательство, не надо, даже не думайте об этом, даже имя этих богов не рассматривайте».
שָׁלֹשׁ רְגָלִים תָּחֹג לִי בַּשָּׁנָה׃
schalósch regalím tachóg li baschaná
шало́ш регали́м тахо́г ли башана́
14. Dreimal versammle dich zum Fest im Jahr.
14. Три раза собирайся на праздник в году.
Das Wort régel wird wörtlich als Fuß übersetzt, aber hier ist schalósch regalim – das sind drei Schläge, drei Tritte, drei Male. Es geht um die Feste, wie wir aus den nächsten Versen verstehen werden, an denen man vor das Angesicht Gottes kommen muss. Wir haben mit Gott einen Vertrag geschlossen, Gott hat uns viele Gesetze gegeben, die wir entfalten, anwenden können, auf deren Grundlage wir uns Ihm nähern, in der Heiligkeit wachsen müssen. Dreimal im Jahr gibt es eine Kontrollbegegnung, gibt es eine Parade, bei der wir schauen: „Ah, da ist er, Gott – erkannt? Erkannt. Da ist er, Alex – erkannt? Erkannt.“ Lasst uns lesen, was der Höchste sagt.
Слово ре́гель дословно переводится как нога, но здесь шало́ш реѓалим – это три удара, три наступления, три раза. Речь идёт о праздниках, как мы поймём из ближайших стихов, в которые нужно прийти пред лицо Божье. Мы заключили с Богом договор, Бог дал нам много законов, которые мы можем развивать, применять, на основании которых мы должны приближаться к Нему, возрастать в святости. Три раза в год есть контрольная встреча, есть парад, по которому мы смотрим: «А, вот он, Бог, узнаём? Узнаём. Вот он, Алекс, узнаём? Узнаём». Давайте почитаем, что говорит Всевышний.
אֶת־חַג הַמַּצּוֹת תִּשְׁמֹר שִׁבְעַת יָמִים תֹּאכַל מַצּוֹת כַּאֲשֶׁר צִוִּיתִךָ לְמוֹעֵד חֹדֶשׁ הָאָבִיב כִּי־בוֹ יָצָאתָ מִמִּצְרָיִם וְלֹא־יֵרָאוּ פָנַי רֵיקָם׃
et-chág hammazzót tischmór schiw’át jamím tochál mazzót ka’aschér ziwwitícha lemo’éd chódesch ha’awíw ki-wó jazáta mimmizrájim welo-jera’ú fanáj rekám
эт-ха́г ѓамацо́т тишмо́р шивъа́т ями́м тоха́ль мацо́т кааше́р цивити́ха лемоэ́д хо́деш ѓаави́в ки-во́ яца́та мимицра́йим вело-ерау́ фана́й река́м
15. Das Fest der ungesäuerten Brote halte; sieben Tage iss ungesäuerte Brote, wie Ich dir geboten habe, zur Zeit des Monats Awiw (des Frühlingsmonats, des Monats der Knospen), denn in diesem Monat bist du aus Ägypten ausgezogen, und sie kommen nicht zu Mir, sie werden Mein Angesicht nicht mit leeren Händen sehen.
15. Праздник опресноков храни; семь дней ешь опресноки, как Я тебе заповедовал во время месяца авив (месяца весеннего, месяца почек), потому что в этот месяц ты вышел из Египта, и не приходят ко Мне, не увидят Моё лицо пустыми.
Das heißt, wenn ihr zum Höchsten kommt, dann bringt eine Opfergabe dar, bringt ein Dankopfer dar. An Pessach, wie auch an den anderen zwei Festen im Jahr, wenn das Volk Israel vor dem Angesicht des Höchsten vorüberziehen musste, öffneten sich die Tore des Tempels (als es den Tempel gab), und alles öffnete sich direkt bis zum Allerheiligsten. Das ganze Volk konnte vorüberziehen und von weitem in das Allerheiligste hineinschauen, auf die göttliche Gegenwart schauen, auf die Lade des Bundes, auf den Altar, auf den Stein – auf alles, was in jenem Moment dort war. Die göttliche Gegenwart schaute aus dem Allerheiligsten auf die neugierigen, verwunderten, fröhlichen und nicht so fröhlichen Gesichter der Juden, die vor ihr vorüberzogen, und so begegneten wir dreimal im Jahr dem Höchsten. Und der Höchste sagt: „Kommt nicht mit leeren Händen zu Mir.“
То есть если вы приходите ко Всевышнему, то приносите жертвоприношение, приносите жертву благодарности. В Песах, как и в другие два праздника в году, когда народ Израиля должен был пройти пред лицом Всевышнего, открывались ворота Храма (когда был Храм), и напрямую всё открывалось до Святая Святых. Весь народ мог пройти и издалека заглянуть в Святая Святых, посмотреть на Божественное присутствие, на ковчег Завета, на жертвенник, на камень – на всё, что там было в тот момент. Божественное присутствие смотрело из Святая Святых на любопытные, удивлённые, весёлые и не очень лица евреев, которые перед ним проходили, и так три раза в год мы встречались со Всевышним. И Всевышний говорит: «Не приходите ко Мне с пустыми руками».
וְחַג הַקָּצִיר בִּכּוּרֵי מַעֲשֶׂיךָ אֲשֶׁר תִּזְרַע בַּשָּׂדֶה וְחַג הָאָסִף בְּצֵאת הַשָּׁנָה בְּאָסְפְּךָ אֶת־מַעֲשֶׂיךָ מִן־הַשָּׂדֶה׃
wechág hakkazír bikkuré ma’assécha aschér tisrá bassadé wechág ha’assíf bezét haschaná be’ospechá et-ma’assécha min-hassadé
веха́г ѓакаци́р бикурэ́ маасэ́ха аше́р тизра́ басадэ́ веха́г ѓааси́ф бецэ́т ѓашана́ беоспеха́ эт-маасэ́ха мин-ѓасадэ́
16. Und das Fest der Ernte (Schawuot), der Tag der Erstlinge deiner Werke, die du auf deinem Feld gesät hast; und das Fest der Einbringung der Ernte (Sukkot) am Ende des Jahres, wenn du alle Früchte deiner Werke vom Feld eingesammelt hast.
16. И Праздник Жатвы (Шавуот), день первенков дел твоих, которые посеял ты в поле своём; и Праздник уборки урожая (Суккот) в конце года, когда ты собрал все плоды дел своих из поля.
Achtet auf die Wendung bezét haschaná (am Ende des Jahres). Es gibt so einen Streit: Warum, heißt es, haben die Juden den Kalender verfälscht, und Rosch haSchana (Neujahr) ist bei uns am Anfang des siebten Monats und nicht im ersten Monat, wie es sich gehört? Und die Genossen feiern das biblische Neujahr losgelöst vom jüdischen Neujahr und trennen das Jüdische vom Biblischen. Es gibt bezét haschaná (das Ende des Jahres), es gibt das Fest Sukkot (das Fest der Einbringung der Ernte), den Abschluss des Jahres. Der Abschluss des Jahres und der Anfang des Jahres überlagern sich ein wenig, deshalb endet und beginnt das Jahr gerade im siebten Monat.
Обратите внимание на фразу бецэ́т ѓашана́ (в конце года). Есть такой спор: почему, мол, евреи исказили календарь, и Рош ѓАшана (новый год) у нас в начале седьмого месяца, а не в первом месяце, как положено? И товарищи отмечают библейский новый год в отрыве от еврейского нового года, отделяя еврейское от библейского. Есть бецэ́т ѓашана́ (конец года), есть праздник Суккот (праздник уборки урожая), завершение года. Завершение года и начало года немного накладываются друг на друга, поэтому именно в седьмом месяце и завершается, и начинается год.
שָׁלֹשׁ פְּעָמִים בַּשָּׁנָה יֵרָאֶה כָּל־זְכוּרְךָ אֶל־פְּנֵי הָאָדֹן יְהוָה׃
schalósch pe’amím baschaná jera’é kol-sechurechá el-pené ha’adón adonaj
шало́ш пеами́м башана́ ераэ́ коль-зехуреха́ эль-пенэ́ ѓаадо́н адонай
17. Dreimal im Jahr wird sich zeigen (und sehen) jeder männlichen Geschlechts vor dem Angesicht des HERRN, Gottes.
17. Три раза в год покажется (и увидит) каждый мужского пола пред лицо Господа, Бога.
Dreimal im Jahr haben wir eine Begegnung, wir gleichen die Uhren unserer inneren Heiligkeit mit dem Höchsten ab. Der Höchste überprüft sein Volk wie ein König bei einer Parade, vor dem die Armee vorüberzieht. Alle diese Gesetze sind uns gegeben, damit wir einen bestimmten Zustand bewahren, und wir müssen ihn an diesen Festen vorweisen. Ein eigenes und sehr tiefes Thema sind die Feste des HERRN.
Три раза в год у нас есть встреча, мы сверяем часы своей внутренней святости со Всевышним. Всевышний проверяет свой народ как царь на параде, пред которым проходит армия. Все эти законы даны нам, чтобы мы хранили определённое состояние, и мы должны предъявлять его в эти праздники. Отдельная и очень глубокая тема – праздники Господни.
לֹא־תִזְבַּח עַל־חָמֵץ דַּם־זִבְחִי וְלֹא־יָלִין חֵלֶב־חַגִּי עַד־בֹּקֶר׃
lo-tisbách al-chaméz dam-siwchí welo-jalín chelew-chaggí ad-bóker
ло-тизба́х аль-хамэ́ц дам-зивхи́ вело-яли́н хелев-хаги́ ад-бо́кер
18. Gieße das Blut meines Opfers nicht auf Gesäuertes, und das Fett meiner Festopfer lasst nicht über Nacht bis zum Morgen liegen.
18. Не возливай на квасное кровь моей жертвы и жир праздничных жертв моих не оставляйте ночевать до утра.
Das bedeutet, im einfachen Verständnis: An Pessach entferne zuerst allen Chamez aus dem Haus und bringe erst danach das Opfer dar. Warum so, worum geht es hier? Wir können sagen: Gut, in der Gesellschaft gibt es eine Ordnung, ich kann den Nachbarn Chaim kränken, ich kann versehentlich das Feld des Nachbarn Witja verbrennen, aber wie kann ich Gott kränken? Sehr oft hört man von Leuten: „Na, was macht es Ihm schon aus? Was macht es Gott schon aus, was ich esse, oder was macht es Ihm aus, ob ich das Opfer auf Gesäuertem darbringe oder ob ich es mit saurer Sahne darbringe? Hauptsache, von ganzem Herzen.“ Der Höchste sagt: „Bei den Opfern für Mich muss Ordnung herrschen.“ Das heißt, erinnert euch einfach, wisst, dass es eine Tempelordnung gibt, man muss sie bewahren.
Это значит, в простом понимании: в Песах сначала убери весь хаме́ц из дома и только затем приноси жертву. Почему так, о чём здесь идёт речь? Мы можем сказать: ладно, в обществе есть порядок, я могу обидеть соседа Хайма, я могу нечаянно сжечь поле соседа Вити, но как я могу обидеть Бога? Очень часто слышишь от людей: «Ну какая Ему разница? Какая Богу разница, что я ем, или какая Ему разница, на квасное я принесу жертву или со сметаной я принесу? Главное, чтобы от всей души». Всевышний говорит: «В жертвах Мне должен быть порядок». То есть просто помните, знайте, что есть храмовый порядок, его надо беречь.
Zum verbotenen Fett möchte ich Folgendes sagen. Wenn Leute in der Tora vom Verbot des Fettes lesen, sagen sie: „Na, das war’s, Fettes darf man nicht essen, die Tora verbietet es.“ Die Tora verbietet das Fett, das um die inneren Organe liegt, das Nierenfett, das beim männlichen Stier oder Schafbock die Nieren und die Hoden verbindet und beim Weibchen die Nieren und das Geschlechtssystem verbindet. Das ist ein riesiges Stück Fett, das man abschneiden muss, man darf es nicht essen. Das Fett, das an den Rippen ist, das Fett, das im Fleisch vom Lamm oder vom Rind ist, darf man essen, dieses Fett wurde als Ganzopfer dargebracht. Das Nierenfett wurde auf den Altar gebracht, und wenn es neben dem Altar übrig blieb, musste man es bis zum Morgen verbrennen. Jetzt hat es keinen Sinn, auf Einzelheiten einzugehen, sie sind in diesem Fall mehr für die Priester. Hier muss man einfach verstehen, dass der Höchste sagt: „Auch in Meinem Tempel gibt es Gesetze, und in der Beziehung zu Mir darf man nicht in allem improvisieren, das wird nicht immer gut sein.“
Относительно запретного жира я хочу сказать следующее. Когда читают люди в Торе о запрете жира, они говорят: «Ну всё, жирное нельзя кушать, Тора запрещает». Тора запрещает жир, который вокруг внутренних органов, почечный жир, который у самца быка или барана соединяет почки и яички, а у самки соединяет почки и половую систему. Это огромный кусок жира, который надо срезать, его нельзя есть. Жир, который на рёбрах, жир, который в мякоти баранины или говядины кушать можно, этот жир приносился во всесожжение. Жир почечный поднимался на жертвенник, и, если он оставался возле жертвенника, его нужно было сжечь до утра. Сейчас нет смысла вдаваться в подробности, они больше для священников в данном случае. Здесь нужно просто понимать, что Всевышний говорит: «И в Моём храме есть законы, и в отношениях со Мной нельзя во всём импровизировать, это не всегда будет хорошо».
רֵאשִׁית בִּכּוּרֵי אַדְמָתְךָ תָּבִיא בֵּית יְהוָה אֱלֹהֶיךָ לֹא־תְבַשֵּׁל גְּדִי בַּחֲלֵב אִמּוֹ׃
reschít bikkuré admatechá tawí bet adonáj elohécha lo-tewaschél gedí bachaléw immó
реши́т бикурэ́ адматеха́ тави́ бэт адона́й элоѓе́ха ло-теваше́ль геди́ бахале́в имо́
19. Den Anfang der Erstlinge deines Landes bringe in das Haus des HERRN, deines Gottes. Koche nicht das Zicklein in der Milch seiner Mutter.
19. Начало первенков земли твоей принеси в дом Господа, Бога твоего. Не вари козлёнка в молоке его матери.
Hier ist noch ein Vers, der für viele ein Stein des Anstoßes ist. Was bedeutet er denn im einfachen Sinn? Nun, in der einfachen Bedeutung kann man es genau so sagen: „Koche nicht das Zicklein in der Milch seiner Mutter.“ Das heißt, man soll keine Milch in einen Topf gießen, Ziegenfleisch hineinlegen und das kochen; das ist es, was verboten ist. Andere Kommentatoren sagen: „Ja, das ist es, was verboten ist, das hängt damit zusammen, dass es bei den Heiden solche Opferdarbringungen gab, bei denen man ein Zicklein in Milch opferte.“ Und es geht hier nicht nur (wenn auch unter anderem) um das Kochen eines Zickleins in der Milch seiner Mutter, sondern überhaupt um alle heidnischen Formen von Opferdarbringungen. Die jüdische klassische Tradition sagt heute, dass es verboten ist, Milchiges und Fleischiges zusammen zu kochen, Milchiges und Fleischiges zusammen zu essen, dass man nach Fleischigem nicht sofort Milchiges essen darf, sondern erst nach sechs Stunden, dass man das Geschirr trennen muss, und es gibt noch einige andere Trennungen. Das ist schon die heutige Halacha. Und man kann darüber streiten, ob das Pschat ist, der einfache Sinn.
Вот ещё один стих, который является преткновением для многих. Что же он в простом смысле значит? Ну, в простом значении так и можно сказать: «Не вари козлёнка в молоке его матери». То есть не надо наливать молоко в кастрюлю, класть туда козлятину и варить это; это то, что запрещено. Другие комментаторы говорят: «Да, это то, что запрещено, это связано с тем, что были такие жертвоприношения у язычников, когда приносили в жертву козлёнка в молоке». И речь здесь идёт не только (хотя и в том числе) о варке козлёнка в молоке его матери, но и вообще обо всех языческих формах жертвоприношений. Еврейская классическая традиция говорит сегодня, что запрещено варить вместе молочное и мясное, есть вместе молочное и мясное, что после мясного нельзя сразу есть молочное, а только через шесть часов, что нужно разделять посуду, и некоторые ещё другие разделения существуют. Это уже современная ѓалаха. И можно поспорить о том, является ли это пшатом, простым смыслом.
Noch eine Variante, den Pschat zu verstehen, den einfachen Sinn zu verstehen, lässt sich mit einem anderen Verständnis des Wortes lewaschél (kochen) begründen. Dieses Wort bedeutet nicht nur kochen, sondern auch zur Reife bringen, ausreifen lassen. Das heißt, man kann ein Zicklein lange, lange mit der Milch seiner Mutter halten, es zwingen, die Milch zu saugen, und dann wird sein Fleisch weicher und zarter, es wird mehr davon geben, und auf diese Weise bekommen wir eine Delikatesse, ähnlich wie man durch eine besondere Art der Fütterung von Gänsen ihre Leber größer macht. Das heißt, das ist eine Art Eingriff in die Natur, in die Veränderung der Anatomie des Tieres, eine gewisse Quälerei gegenüber dem Tier, damit der Geschmack seines Fleisches besser wird. Das ist auch ein Verständnis des Pschat, und höchstwahrscheinlich ist dieses Verständnis das richtigste.
Ещё один вариант понимания пшата, понимания простого смысла, можно обосновать иным пониманием слова леваше́ль (варить). Это слово означает не только варить, но и доводить до зрелости, до спелости. То есть можно долго-долго держать козлёнка на молоке его матери, заставлять его сосать молоко, и тогда мясо его будет мягче и нежнее, его будет больше, и таким образом мы получим деликатес, подобно тому как особым видом кормления гусей делают их печень больше. То есть это какое-то воздействие на природу, на изменение анатомии животного, определённое мучение по отношению к животному ради того, чтобы вкус его мяса был лучше. Это тоже понимание пшата, и, скорее всего, это понимание наиболее верное.
Was ist nun mit dem Gesetz über die Trennung von fleischiger und milchiger Speise? Hier würde ich es so sagen: Man muss verstehen, dass jeder Mensch, der in eine Gesellschaft hineingeboren wurde, in ihre Gesetze hineinwächst, und heute ist es für das Volk Gottes allgemein üblich, um des Höchsten willen Milchiges und Fleischiges zu trennen. Das ist Teil des Dienstes für den Höchsten geworden, und wer sind wir überhaupt, darauf zu verzichten? Es gibt zwei Gründe, das nicht einzuhalten. Der erste ist die Liebe zu etwas Fleischig-Milchigem, seien es Cheeseburger oder Pelmeni mit saurer Sahne (jeder, was er mag), und die Versuchung ist groß, da gebe ich euch recht. Der zweite ist der Wunsch, heiliger zu sein und zu sagen, dass ich so auf göttliche Weise handle und nicht gemäß der jüdischen Tradition. Aber eine solche Haltung (Cheeseburger oder Pelmeni mit Milch zu essen, um sich der jüdischen Tradition entgegenzustellen) fügt keine Heiligkeit hinzu. Für mich gibt es darin keinerlei Dilemma, obwohl ich verstehe, dass das Verständnis der Weisen höchstwahrscheinlich nicht der Pschat ist, aber es ist für mich besser, es ist für mich bequemer, es scheint mir in den Augen des Höchsten wohlgefälliger, in dieser Hinsicht mit dem Volk zu sein und fleischige und milchige Speise zu trennen (soweit möglich, versteht sich).
Как же быть с законом о разделении мясной и молочной пищи? Здесь я бы сказал так: нужно понимать, что любой человек, который родился в обществе, вливается в его законы, и сегодня для народа Божьего общепринято ради Всевышнего разделять молочное и мясное. Это стало частью служения Всевышнему, да и кто мы такие, чтобы от этого отказываться? Есть две причины это не соблюдать. Первая – это любовь к чему-то мясомолочному, будь то чизбургеры или пельмени со сметаной (кто что любит), и соблазн большой, я с вами соглашусь. Вторая – это желание быть святее и говорить, что так я поступаю по- божьему, а не согласно еврейской традиции. Но такая позиция (есть чизбургеры или пельмени с молоком, чтобы противопоставить себя еврейской традиции) не добавляет святости. Для меня в этом нет никакой дилеммы, хотя я понимаю, что, скорее всего, понимание мудрецов – это не пшат, но мне лучше, мне удобнее, мне это кажется более угодным в глазах Всевышнего быть в этом отношении с народом и разделять мясную и молочную пищу (по мере возможности, разумеется).
Hat jemand einen Engel gerufen? (23,20–33)
Ангела вызывали? (23:20-33)
Mit Gottes Hilfe setzen wir gemeinsam das Studium des Wochenabschnitts Mischpatim fort. Und das, was wir heute lesen werden, wird erstaunlich sein und wird sich sehr stark von allem unterscheiden, was wir in diesem Wochenabschnitt bisher gelesen haben. Alles, was wir früher gelesen haben, waren Beispiele göttlicher Gesetze und Weisungen darüber, wie man juristisch, auf göttliche Weise, die eine oder andere Situation lösen muss, in die wir geraten können. Ab Vers 20 von Kapitel 23 lesen wir etwas völlig anderes, die Ansprache des Höchsten ändert sich vollständig.
С Божьей помощью, мы с вами продолжаем изучать недельную главу Мишпатим. И то, что мы будем читать сегодня, будет удивительным и будет очень сильно отличаться от всего того, что мы читали в недельной главе до этого. Всё, что мы читали раньше, это были примеры Божественных законов и повелений о том, как нужно юридически, по-Божески, разрешать ту или иную ситуацию, в которой мы можем оказаться. Начиная с 20 стиха 23 главы мы читаем совершенно другое, обращение Всевышнего совершенно меняется.
הִנֵּה אָנֹכִי שֹׁלֵחַ מַלְאָךְ לְפָנֶיךָ לִשְׁמָרְךָ בַּדָּרֶךְ וְלַהֲבִיאֲךָ אֶל־הַמָּקוֹם אֲשֶׁר הֲכִנֹתִי׃
hinné anochí scholéach mal’ách lefanécha lischmorchá baddárech welahawi’achá el-hammakóm aschér hachinóti
ѓинэ́ анохи́ шоле́ях малъа́х лефанэ́ха лишморха́ бада́рех велаѓавиаха́ эль-ѓамако́м аше́р ѓахино́ти
20. Siehe, Ich sende einen Engel vor dir her, um dich auf dem Weg zu behüten und um dich an den Ort zu bringen, den Ich bereitet habe.
20. Вот, Я посылаю ангела перед тобою, чтобы хранить тебя в дороге и чтобы привести тебя в место, которое Я приготовил.
So viel Erstaunliches auf einmal in diesem einen kurzen Vers. Wer ist dieser Engel? Warum sendet der Höchste, Der das Volk Israel mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt hat, Der dafür gepriesen wird, dass Er Selbst, Gott Selbst sein Volk herausgeführt hat, plötzlich einen Engel? Und wenn es so ernste, schwierige Fragen gibt, ist klar, dass im Laufe der langen Geschichte des Kommentierens und Durchdenkens der Tora viele verschiedene Versuche entstehen, sie zu beantworten.
Сразу столько всего удивительного в одном этом коротком стихе. Кто такой этот ангел? Почему Всевышний, Который вывел народ Израиля из Египта рукою крепкой, Который прославляется тем, что Он Сам, Сам Бог вывел свой народ, вдруг посылает ангела? И, когда есть такие серьёзные, сложные вопросы, понятно, что за долгую историю комментирования и осмысления Торы возникает много разных попыток ответа на них.
Zur ersten Frage – wer dieser Engel ist – sagen einige Kommentatoren, dass man das Wort Engel hier nicht wörtlich verstehen muss. Möglicherweise geht es um die Tora, eigentlich um das Buch der Tora, das der Wegweiser Israels über ihre ganze Geschichte hinweg sein wird. Möglicherweise geht es um die Lade des Bundes. Die Lade des Bundes ist wie ein Panzer, der vor der Infanterie herfährt und, wie die Midraschim beschreiben, das Abschüssige ebnet und das Bergige ebnet und alles in eine Ebene verwandelt, so ein mächtiges Gerät. Außerdem sagt man, dass es um den guten Trieb (jezer ha-tow) geht, der in den Menschen gesät ist, der in ihm wirkt und den Menschen antreibt, das Gute zu wählen.
По первому вопросу – кто такой этот ангел – некоторые комментаторы говорят, что слово ангел здесь не нужно понимать буквально. Возможно, речь идёт о Торе, собственно, о книге Торы, которая будет путеводителем Израиля на всём протяжении её истории. Возможно, речь идёт о ковчеге Завета. Ковчег Завета – это как танк, идущий впереди пехоты и, как описывают мидраши, выравнивающий пологое и выравнивающий горное, превращая всё в равнину, мощная такая техника. Ещё говорят, что речь идёт о добром начале (ецер ѓа-тов), которое посеяно в человеке, которое в нём действует и побуждает человека выбирать добро.
Einige Kommentatoren sagen: „Warum es nicht wörtlich verstehen? Wenn das Wort mal’ach, Engel geschrieben steht, dann muss man es auch verstehen als Engel“. An vielen Stellen des Tanach, in anderen Quellen handelt der Höchste durch einen Engel. Nur muss das nicht irgendein einfacher Engel sein, kein gewöhnlicher Engel. Das muss ein Engel des unteren AntlitzesDas russische Wort, hier mit „Antlitz“ übersetzt, kann in der Engellehre auch „Rang“ oder „Chor“ der Engel bedeuten. Wir haben wörtlich übersetzt. nach der Hierarchie der Engel sein, zum Beispiel Metatron. Metatron ist das Oberhaupt der ganzen Engelskanzlei des Höchsten. Das Wort Metatron kann man in gewissem Sinn so auslegen, dass es mit dem Verb lintór (bewachen), oder lischmór (behüten), verbunden ist, wie hier lischmorchá (dich behüten) geschrieben steht. Genau deshalb sehen die Kommentatoren hier Metatron. Was Metatron ist oder wer Metatron ist – das ist eine eigene Geschichte, es sind sogar mehrere Bücher darüber geschrieben worden, darunter auch auf Russisch. Aber wir können nicht darauf eingehen: Wenn wir in dieses Thema eintauchen, werden wir so bald nicht wieder daraus auftauchen.
Некоторые комментаторы говорят: «Почему не понимать буквально? Если написано слово малъах, ангел, то нужно и понимать его как ангел». Во многих местах Танаха, в других источниках Всевышний действует через ангела. Только это должен быть не простой какой-то ангел, не рядовой ангел. Это должен быть ангел нижнего лика по иерархии ангелов, например, Метатрон. Метатрон – это глава всей ангельской канцелярии Всевышнего. Слово метатрон в каком-то смысле можно истолковать как связанное с глаголом линто́р (охранять), или лишмо́р (хранить), как написано здесь лишморха́ (хранить тебя). Именно поэтому комментаторы видят здесь Метатрона. Что такое Метатрон или кто такой Метатрон – это отдельная история, даже несколько книг написано об этом, в том числе и на русском языке. Но мы не можем в это вдаваться: если мы погрузимся в эту тему, мы из неё не скоро выплывем.
Noch ein Kommentar, der die Version mit dem Engel stützt, sagt, dass der Engel hier der Erzengel Michael ist. Der Erzengel Michael ist, wie er auch im Buch Daniel genannt wird, der Minister für die Angelegenheiten Israels in der Himmlischen Kanzlei des Höchsten. Eben dieser Erzengel ist, wie die Kommentatoren sagen, auch Jehoschua, dem Sohn Nuns, vor seiner Schlacht bei Jericho erschienen. Wenn es viele Versionen gibt, dann ist klar, dass nichts klar ist.
Ещё один комментарий, поддерживающий версию об ангеле, говорит, что ангел здесь – это архангел Михаэль. Архангел Михаэль, как он и назван в книге Даниэля, – министр по делам Израиля в Небесной канцелярии Всевышнего. Именно этот Архангел, как говорят комментаторы, явился и Йеѓошуа, сыну Нуна, перед его сражением в Йерихо. Когда есть много версий, тогда понятно, что ничего не понятно.
Die zweite Frage – warum sendet der Höchste, der Israel mit starker Hand herausgeführt hat und der dafür gepriesen wird, Selbst gehandelt zu haben und nicht durch Mittler, hier einen Engel? Erinnern wir uns (20,18–19): Als der Posaunenschall ertönte, der lange Posaunenschall, und das Volk Israel auf den Berg steigen und sich mit dem Höchsten vereinigen sollte, Ihn von Angesicht zu Angesicht sehen, auf eine völlig andere Ebene der Beziehung zum Höchsten aufsteigen sollte, da fürchtete sich das Volk. Das Volk fürchtete sich und sagte zu Mosche: „Sei du der Mittler zwischen uns und dem Höchsten. Alles, was Ihm von uns übermittelt werden muss, übermittle du. Alles, was uns von Ihm übermittelt werden muss, übermittle du, wir vertrauen dir. Vorwärts, Mosche! Wir selbst fürchten uns, dass wir nicht etwa sterben an einem so engen Kontakt, an einer solchen Nähe zum Höchsten.“ Jemand kann sagen, dass das Feigheit ist, dass das eine Art Unentschlossenheit und Kleinglaube ist, aber wenn ein Mensch sagt: „Geh aus meinem Boot, denn ich bin ein sündiger Mensch“, dann ist das nicht ganz ein Ausdruck von Unglauben, das ist auch ein Ausdruck von Demut, von Furcht. Wenn wir Gott nicht fürchten, dann sind auch wir in großer Not. Darum kann man nicht eindeutig sagen, dass diese Furcht da so ein großes Laster des Volkes Israel ist; beeilt euch nicht, Steine auf die Juden des Stehens am Sinai zu werfen, sie hatten wirklich Angst. Und der barmherzige Höchste sagt, dass vom Anfang der Zeiten an, seit der Erschaffung der Welt, noch eine weitere Art der Führung vorgesehen ist: „Ich kann in den Propheten reden, Ich kann im Sohn reden, Ich kann durch den Heiligen Geist reden. Ich werde nach Meiner Gnade durch offenbare und nicht offenbare Mittler handeln, die mit euch zusammenwirken werden, und ihr werdet unter ihrer Führung sein, und sie werden euch behüten. Und wenn ihr nicht bereit seid, dass Ich gehe, dann werde Ich einen Engel senden, der euch behüten und euch an den Ort bringen wird, den Ich bereitet habe.“
Второй вопрос – почему Всевышний, который вывел Израиль рукою крепкой и который прославляется тем, что действовал Сам, а не через посредников, здесь посылает ангела? Вспомним (20:18-19): когда прозвучал трубный звук, долгий трубный звук и народ Израиля должен был подняться на гору и соединиться со Всевышним, увидеть Его лицом к лицу, подняться на совершенно иной уровень отношений со Всевышним, то народ убоялся. Народ убоялся и сказал Моше: «Давай ты будешь посредником между нами и Всевышним. Всё, что надо передать Ему от нас, ты передавай. Всё, что надо передать нам от Него, ты передавай, мы тебе доверяем. Вперёд, Моше! Мы сами боимся, как бы нам не умереть от такого тесного контакта, от такой близости со Всевышним». Кто-то может сказать, что это трусость, что это какая-то нерешительность и маловерие, но, когда человек говорит: «Выйди из моей лодки, ибо я человек грешный», это не совсем проявление неверия, это и проявление смирения, боязни. Если мы не боимся Бога, то мы тоже в большой беде. Потому нельзя однозначно сказать, что вот этот страх – это такой большой порок народа Израиля, не спешите кидать камни в евреев Синайского стояния, им было реально страшно. И Милостивый Всевышний говорит, что от начала веков, от сотворения мира, предусмотрен ещё один режим управления: «Я могу говорить в пророках, Я могу говорить в Сыне, Я могу говорить через Духа Святого. Я по милости Своей буду действовать через открытых и неоткрытых посредников, которые будут взаимодействовать с вами, и вы будете под их водительством, и они будут охранять вас. И если вы не готовы, чтобы Я шёл, то Я пошлю ангела, который будет вас охранять и приведёт вас в место, которое Я приготовил».
Dieses ganze Kapitel ist grundlegend für die Mystik, für die Angelologie. Und man kann endlos über diese Stelle reden, darüber, was das für ein Engel ist, wo und wie wir diesen Engeln in unserem Leben begegnen. Aber wir versuchen jetzt, knapp zu lernen, deshalb schlage ich jedem vor, selbstständig tiefer über dieses Thema nachzudenken. Und weiter gebietet der Höchste:
Вся эта глава фундаментальна для мистики, для ангелологии. И можно бесконечно говорить об этом месте, о том, что́ это за ангел, где и как мы встречаем этих ангелов в нашей жизни. Но мы пытаемся сейчас учиться лаконично, поэтому я предлагаю каждому самостоятельно глубже поразмыслить на эту тему. И дальше Всевышний повелевает:
הִשָּׁמֶר מִפָּנָיו וּשְׁמַע בְּקֹלוֹ אַל־תַּמֵּר בּוֹ כִּי לֹא יִשָּׂא לְפִשְׁעֲכֶם כִּי שְׁמִי בְּקִרְבּוֹ׃
hischámer mippanáw uschmá bekoló al-tammér bo ki lo jissá lefisch’achém ki schemí bekirbó
ѓиша́мер мипана́в ушма́ беколо́ аль-тамэ́р бо ки ло йиса́ лефишъахэ́м ки шеми́ бекирбо́
21. Hüte dich vor seinem Antlitz und höre auf seine Stimme, lehne dich nicht gegen ihn auf (oder widersprich ihm nicht, rebelliere nicht gegen ihn), weil er eure Sünden nicht tragen wird, denn Mein Name ist in ihm.
21. Берегись лика его и слушай голоса его, не восставай против него (или не возражай ему, не бунтуй против него), потому что он не понесёт грехов ваших, ибо имя Моё в нём.
Das heißt, wenn ihr euch auflehnt, diesen Engel lästert, in dem Mein Name ist, dann wird er eure Sünden nicht tragen. Nur der Höchste kann Sünden vergeben. Wenn wir durch einen Engel verkehren, entsteht für uns ein Problem. Der Engel ist ein Leiter des Willens des Höchsten, aber er ist ein „Halbleiter“. Er kann uns einen Tonbrief vom Höchsten überbringen, irgendeine Botschaft vom Höchsten, aber wir können uns nicht mit einem Gebet an ihn wenden. Er ist ein Engel, er ist nicht der Höchste, und in den Gebeten müssen wir uns gerade an den Höchsten selbst wenden. Der Engel kann auch keine Sünden vergeben, so wie ein angestellter Verkäufer nicht das Recht hat, einen Rabatt zu geben. Um einen Rabatt zu bitten, muss man sich an die Vorgesetzten wenden, denn der Verkäufer – er ist bloß ein Verkäufer, obwohl er alle Informationen über die Preise und alles Derartige kennt. Und obwohl der Engel eine gewaltige Kraft, gewaltige Vollmachten besitzt, und das, was er sagt, die Worte Gottes sind, ist er doch nicht die Ohren Gottes, nur der Mund Gottes.
То есть, если вы будете восставать, хулить этого ангела, в котором есть Моё имя, то он не понесёт ваших грехов. Только Всевышний может прощать грехи. Когда мы общаемся через ангела, у нас возникает проблема. Ангел – проводник воли Всевышнего, но он «полупроводник». Он может доставить нам звуковое письмо от Всевышнего, какое-то послание от Всевышнего, но мы не можем обращаться к нему с молитвой. Он – ангел, он не Всевышний, и в молитвах нам надо обращаться именно к самому Всевышнему. Ангел также не может прощать грехов, как на́нятый продавец не имеет права сделать скидку. Для того, чтобы просить скидку, надо обращаться к начальству, потому что продавец – он всего лишь продавец, хотя и знает всю информацию о ценах и всё подобное. И хотя ангел обладает огромной силой, огромными полномочиями, и то, что он говорит, это слова Бога, но он не является ушами Бога, только устами Бога.
כִּי אִם־שָׁמֹעַ תִּשְׁמַע בְּקֹלוֹ וְעָשִׂיתָ כֹּל אֲשֶׁר אֲדַבֵּר וְאָיַבְתִּי אֶת־אֹיְבֶיךָ וְצַרְתִּי אֶת־צֹרְרֶיךָ׃
ki im-schamóa tischmá bekoló we’assíta kol aschér adabbér we’ajawtí et-ojewécha wezartí et-zorerécha
ки им-шамо́а тишма́ беколо́ веаси́та коль аше́р адабэ́р веаявти́ эт-оевэ́ха вецарти́ эт-цорерэ́ха
22. Wenn du mit Hören auf seine Stimme hörst und alles tust, was Ich sage (beachtet: Der Engel – er ist nur eine Box, ein Lautsprecher, durch den der Höchste spricht), werde Ich deinen Feinden feind sein und deine Bedränger bedrängen.
22. Если ты слушаньем услышишь его голос и будешь делать всё, что Я говорю (обратите внимание, ангел – он только колонка, громкоговоритель, через который Всевышний говорит), Я буду враждовать с врагами твоими и буду притеснять притеснителей твоих.
כִּי־יֵלֵךְ מַלְאָכִי לְפָנֶיךָ וֶהֱבִיאֲךָ אֶל־הָאֱמֹרִי וְהַחִתִּי וְהַפְּרִזִּי וְהַכְּנַעֲנִי הַחִוִּי וְהַיְבוּסִי וְהִכְחַדְתִּיו׃
ki-jeléch mal’achí lefanécha wehewi’achá el-ha’emorí wehachittí wehapperissí wehakkena’aní hachiwwí wehajwussí wehichchadtíw
ки-еле́х малъахи́ лефанэ́ха веѓевиаха́ эль-ѓаэмори́ веѓахити́ веѓаперизи́ веѓакенаани́ ѓахиви́ веѓайвуси́ веѓиххадти́в
23. Wenn der Engel vor dir hergeht und dich zu den Amoritern und den Hethitern und den Perisitern und den Kna’anitern und den Hiwitern und den Jebusitern bringt und sie vernichtet (die Völker, deren Land ihr erbt),
23. Когда пойдет ангел перед тобой, и приведёт тебя к аморейцам, и хеттийцам, и презийцам, и кнаанейцам, и хивийцам, и евусеям, и уничтожит их (народы, землю которых вы наследуете),
לֹא־תִשְׁתַּחֲוֶה לֵאלֹהֵיהֶם וְלֹא תָעָבְדֵם וְלֹא תַעֲשֶׂה כְּמַעֲשֵׂיהֶם כִּי הָרֵס תְּהָרְסֵם וְשַׁבֵּר תְּשַׁבֵּר מַצֵּבֹתֵיהֶם׃
lo-tischtachawé lelohehém weló ta’owdém weló ta’assé kema’assehém ki harés teharessém weschabbér teschabbér mazzewotehém
ло-тиштахавэ́ лелоѓеѓе́м вело́ таовдэ́м вело́ таасэ́ кемаасеѓе́м ки ѓарэ́с теѓаресэ́м вешабэ́р тешабэ́р мацевотеѓе́м
24. Bete ihre Götter nicht an und diene ihnen nicht und tue nicht nach ihren Taten, sondern zerbrich alle ihre Kultbauten, zerschlage alle ihre Stelen.
24. Не поклоняйся их богам, и не служи им, и не делай, как их дела, но сломай все их культовые сооружения, разбей все их стелы.
Ihr könnt in ihre Tempel hineingehen, irgendwelche grandiosen Bauten sehen, riesige steinerne irgendwelche Wesen sehen, riesige Götzen, und ihr könnt, Gott bewahre, denken, dass sie eine gewisse Kraft besitzen. Auf dem Gebiet Israels finden Archäologen ständig Spuren irgendwelcher heidnischer Tempel, und obwohl das heute wie so klägliche Ruinen aussieht, kann man sich vorstellen, welchen Eindruck das auf einen Menschen zu jener Zeit machen konnte. Jeder Mensch, der in ein anderes Land umzieht, schaut, wie die Bewohner jenes Landes handeln, wie sie leben, beobachtet ihre Traditionen. Und manchmal wird es für ihn interessant, dasselbe auszuprobieren, auszuprobieren, es genauso zu machen wie sie. Und der Höchste sagt: „Tut nicht, handelt nicht nach ihren Taten, übernehmt nicht ihre Bräuche.“ Aber bete sie nicht nur nicht an, sondern sage auch nicht, dass das das kulturelle Erbe des Landes ist – lassen wir es, das ist ein Teil der Geschichte. Nein, in diesem Fall erbst du das Land, und auf dir liegt das Gebot, keine kulturelle Spur zu hinterlassen, keinerlei Kontinuität der Traditionen zwischen ihnen und dir.
Вы можете войти в их храмы, увидеть какие-то грандиозные сооружения, увидеть огромных каменных каких-то существ, огромных идолов, и можете, не дай Бог, подумать, что они обладают определённой силой. На территории Израиля археологи постоянно находят следы каких-то языческих храмов, и, хотя сегодня это выглядит такими жалкими руинами, можно себе представить, какое впечатление это могло произвести на человека в то время. Любой человек, который переезжает в другую страну, смотрит на то, как поступают жители той страны, как они живут, наблюдает за их традициями. И иногда ему становится интересно попробовать то же, попробовать делать так же, как они. И Всевышний говорит: «Не делайте, не поступайте по их делам, не перенимайте их обычаи». Но не только не поклоняйся им, но и не говори, что это культурное наследие страны – оставим, это часть истории. Нет, в данном случае ты наследуешь землю, и на тебе лежит заповедь не оставлять никакого культурного следа, никакой непрерывности традиций между ними и тобой.
וַעֲבַדְתֶּם אֵת יְהוָה אֱלֹהֵיכֶם וּבֵרַךְ אֶת־לַחְמְךָ וְאֶת־מֵימֶיךָ וַהֲסִרֹתִי מַחֲלָה מִקִּרְבֶּךָ׃
wa’awadtém et adonáj elohechém uwerách et-lachmechá we’et-memécha wahassirotí machalá mikkirbécha
ваавадтэ́м эт адона́й элоѓехэ́м увера́х эт-лахмеха́ веэт-мемэ́ха ваѓасироти́ махала́ микирбэ́ха
25. Ihr werdet dem HERRN, eurem Gott, dienen, und Er wird dein Brot und dein Wasser segnen, und Ich werde jede Krankheit von dir wegnehmen.
25. Вы будете служить Господу, Богу вашему, и будет благословлять Он хлеб твой и воду твою, и Я уберу от тебя всякую болезнь.
Wasser meint nicht nur Wasser, sondern alle Getränke – sowohl Wein als auch Öle; alles wird der Höchste segnen und wird die Krankheiten aus deiner Mitte wegnehmen.
Вода подразумевает не только воду, но все напитки – и вино, и масла́; всё благословит Всевышний и уберёт болезни из твоей среды.
לֹא תִהְיֶה מְשַׁכֵּלָה וַעֲקָרָה בְּאַרְצֶךָ אֶת־מִסְפַּר יָמֶיךָ אֲמַלֵּא׃
lo tihjé meschakkelá wa’akará be’arzécha et-mispár jamécha amallé
ло тиѓйе́ мешакела́ ваакара́ беарцэ́ха эт-миспа́р ямэ́ха амале́
26. Es wird keine geben, die ihre Kinder verloren hat, und keine Unfruchtbare in deinem Land, und die Zahl deiner Tage werde Ich füllen.
26. Не будет потерявшей детей и не будет бесплодной в стране твоей, и число дней твоих Я наполню.
Das heißt: „Ihr werdet eine gesunde Gesellschaft von Langlebigen sein, mit gesunden Kindern, mit einer großen Schicht junger Leute, wenn ihr nicht fremden Göttern dient, wenn ihr nicht zu diesen Platten, zu diesen Götzenbildern, zu diesen Götzen geht. Und Ich verspreche, dass Ich das tun werde, darum muss man sich nicht an sie wenden, Ich bin der Garant. Obwohl der Engel euch hergeführt hat und der Engel gewisse Vollmachten hat, in gewissem Sinn weitreichende, aber nicht grenzenlose, verspreche Ich euch, dass Ich euch segnen werde. Auch wenn Ich durch einen Engel handle, denkt daran, dass da Ich handle, dass die Quelle des Segens Ich bin, der Segnende, der Unendliche, der Allmächtige, der Höchste.“
То есть: «Вы будете здоровым обществом долгожителей со здоровыми детьми, с большой прослойкой молодёжи, если вы не будете служить чужим богам, если вы не пойдёте к этим плитам, к этим истуканам, к этим идолам. И Я обещаю, что Я это сделаю, поэтому к ним не надо обращаться, Я – Гарант. Несмотря на то, что ангел вас привёл, и ангел имеет определённые полномочия, в каком-то смысле широкие, но не безграничные, Я обещаю вам, что Я буду вас благословлять. Даже когда Я действую через ангела, помните, что это действую Я, что источник благословения – Я, Благословляющий, Бесконечный, Всесильный, Всевышний».
אֶת־אֵימָתִי אֲשַׁלַּח לְפָנֶיךָ וְהַמֹּתִי אֶת־כָּל־הָעָם אֲשֶׁר תָּבֹא בָּהֶם וְנָתַתִּי אֶת־כָּל־אֹיְבֶיךָ אֵלֶיךָ עֹרֶף׃
et-ematí aschallách lefanécha wehammotí et-kol-ha’ám aschér tawó bahém wenatattí et-kol-ojewécha elécha óref
эт-эмати́ ашала́х лефанэ́ха веѓамоти́ эт-коль-ѓаа́м аше́р таво́ баѓе́м венатати́ эт-коль-оевэ́ха эле́ха о́реф
27. Meinen Schrecken (Meine Furchtbarkeit) werde Ich vor dir hersenden, und Ich werde jedes Volk verwirren, Ich werde es irreführen, in Bestürzung versetzen, wenn du zu ihnen kommst, und Ich werde alle Völker mit dem Rücken zu dir wenden (das heißt, sie werden vor dir fliehen).
27. Страх Свой (Грозность Свою) Я пошлю пред тобой, и Я спутаю, Я введу в заблуждение, в растерянность всякий народ, когда ты придёшь к ним, и поверну все народы к тебе тылом (то есть они побегут от тебя).
וְשָׁלַחְתִּי אֶת־הַצִּרְעָה לְפָנֶיךָ וְגֵרְשָׁה אֶת־הַחִוִּי אֶת־הַכְּנַעֲנִי וְאֶת־הַחִתִּי מִלְּפָנֶיךָ׃
weschalachtí et-hazzir’á lefanécha wegereschá et-hachiwwí et-hakkena’aní we’et-hachittí millefanécha
вешалахти́ эт-ѓациръа́ лефанэ́ха вегереша́ эт-ѓахиви́ эт-ѓакенаани́ веэт-ѓахити́ милефанэ́ха
28. Ich werde vor dir Insekten hersenden, und diese Insekten werden den Hiwiter, den Kna’aniter oder den Hethiter von dir vertreiben.
28. Я пошлю перед тобой насекомых, и эти насекомые изгонят хивийца, кнаанейца или хеттейца от тебя.
Das Wort zir’á ist auch ziemlich erstaunlich, im modernen Hebräisch bedeutet das Wespe. Man kann es auch übersetzen als Hummel, als Bremse, als irgendein Insekt, das sticht und zugrunde richtet. Zugleich kann man es als Hautkrankheit übersetzen, als irgendwelche Ekzeme, Geschwüre, die heranfliegen, über den Gegner herfallen, aber in größerem Maß geht es hier um Hummeln, um irgendeine kleine, aber sehr lästige Kraft. Hummeln sind natürlich, als Insekten, nicht klein, aber im Vergleich zum Menschen ziemlich kleine Wesen.
Слово циръа́ тоже достаточно удивительное, на современном иврите это означает оса. Можно также перевести как шмель, как слепень, как какое-то насекомое, жалящее и губящее. В то же время это можно перевести как кожную болезнь, как какие-то экземы, нарывы, которые налетают, нападают на противника, но в большей степени здесь речь идёт о шмелях, о какой-то мелкой, но очень досаждающей силе. Шмели, конечно, не мелкие, как насекомые, но существа достаточно маленькие по сравнению с человеком.
Drei Völker, ja? Hier sind schon nicht mehr sieben Völker erwähnt, weil das diejenigen sind, die vom östlichen Teil des Jordan her leben; die Kna’aniter leben auf beiden Seiten des Jordan. Das heißt, eben diese Hummeln, Bremsen, was auch immer, werden nicht über den Jordan gehen. Zugleich sagt der Höchste so:
Три народа, да? Уже не семь народов здесь упомянуты, потому что это те, которые живут с восточной части Иордана; кнаанейцы живут по обе стороны Иордана. То есть эти самые шмели, слепни, что бы то ни было, не перейдут через Иордан. В то же время Всевышний говорит так:
לֹא אֲגָרְשֶׁנּוּ מִפָּנֶיךָ בְּשָׁנָה אֶחָת פֶּן־תִּהְיֶה הָאָרֶץ שְׁמָמָה וְרַבָּה עָלֶיךָ חַיַּת הַשָּׂדֶה׃
lo agareschénnu mippanécha beschaná echát pen-tihjé ha’árez schemamá werabbá alécha chaját hassadé
ло агареше́ну мипанэ́ха бешана́ эха́т пен-тиѓйе́ ѓаа́рец шемама́ вераба́ але́ха хая́т ѓасадэ́
29. Nicht in einem Jahr werde Ich sie vertreiben, damit das Land nicht leer wird und dich nicht das Tier des Feldes ergreift (dass das Getier des Feldes dich überwältige).
29. Не за один год Я их изгоню, чтобы не была земля пуста и не захватил тебя зверь полевой (что бы зверьё полевое тебя преодолело).
Der Höchste, obwohl Er der Höchste, der Allmächtige, der Allgewaltige ist, sagt: „Ich werde handeln, man kann sagen, mit deiner Geschwindigkeit. Ich werde dieses Land allmählich entleeren, in dem Maß, wie du es erobern wirst, damit das Land nicht leer wird, damit um dich herum kein leeres Land ist, in dem das Tier des Feldes herrscht.
Всевышний, несмотря на то что Он Всевышний, Всесильный, Всемогущий, говорит: «Я буду действовать, можно сказать, с твоей скоростью. Я буду постепенно опустошать эту страну, по мере того как ты будешь её захватывать, чтобы земля не опустела, чтобы не было вокруг тебя пустой земли, в которой властвует полевой зверь.
מְעַט מְעַט אֲגָרְשֶׁנּוּ מִפָּנֶיךָ עַד אֲשֶׁר תִּפְרֶה וְנָחַלְתָּ אֶת־הָאָרֶץ׃
me’át me’át agareschénnu mippanécha ad aschér tifré wenachaltá et-ha’árez
меа́т меа́т агареше́ну мипанэ́ха ад аше́р тифрэ́ венахальта́ эт-ѓаа́рец
30. Ein bisschen, ein bisschen (nach und nach) werde Ich sie vor dir vertreiben, bis du dich ausbreitest und das Land erbst (oder besiedelst).
30. Чуто́к- чуто́к (мало-помалу) Я буду выгонять их от тебя, пока ты распространишься и унаследуешь (или оселишь) землю.
Der Höchste sagt: „In dem Maß, wie du vorankommst, wird der Engel vor dir hergehen. Du wirst nicht durch Gestrüpp, durch Gräben hinter ihm herlaufen müssen, er wird mit der Geschwindigkeit gehen, mit der du gehen kannst. Ich werde sie allmählich vertreiben.“
Всевышний говорит: «По мере того, как ты будешь продвигаться, ангел будет идти впереди тебя. Ты не должен будешь через кусты, через буераки бегать за ним, он будет идти с той скоростью, с какой ты можешь идти. Я выгоню их постепенно».
וְשַׁתִּי אֶת־גְּבֻלְךָ מִיַּם־סוּף וְעַד־יָם פְּלִשְׁתִּים וּמִמִּדְבָּר עַד־הַנָּהָר; כִּי אֶתֵּן בְּיֶדְכֶם אֵת יֹשְׁבֵי הָאָרֶץ וְגֵרַשְׁתָּמוֹ מִפָּנֶיךָ׃
weschattí et-gewulechá mijam-súf we’ad-jám pelischtím umimmidbár ad-hannahár ki ettén be’edchém et joschewé ha’árez wegeraschtámo mippanécha
вешати́ эт-гевулеха́ миям-су́ф веад-я́м пелишти́м умимидба́р ад-ѓанаѓа́р ки этэ́н беедхэ́м эт ёшевэ́ ѓаа́рец вегерашта́мо мипанэ́ха
31. Und Ich werde deine Grenzen festsetzen vom Roten Meer bis zum Meer der Plischtim und von der Wüste bis zum Fluss, denn Ich werde die Bewohner dieses Landes in eure Hände geben, und Ich werde sie von deinem Angesicht vertreiben.
31. И Я установлю границы твои от Красного моря до моря Плиштим, и от пустыни до реки, потому что дам Я в ваши руки жителей этой земли, и Я изгоню их от твоего лица.
לֹא־תִכְרֹת לָהֶם וְלֵאלֹהֵיהֶם בְּרִית׃
lo-tichrót lahém welelohehém berít
ло-тихро́т лаѓе́м велелоѓеѓе́м бери́т
32. Schließe nicht mit ihnen und mit ihren Göttern einen Bund.
32. Не заключай с ними и с богами их завет.
Wovon spricht der Höchste hier? Wenn die Vertreibung nicht sofort geschieht, wenn wir sehen, dass der Höchste die Völker nicht sofort vertreibt – und da sind sie scheinbar, die sogenannten Palästinenser, die es als Volk überhaupt gar nicht gibt, da haben sie sich ein Volk genannt, leben hier neben uns. Und man möchte sehr gern sagen: „Lasst uns mit ihnen irgendwo in Norwegen ein Abkommen über ein friedliches Leben schließen, lasst uns uns einigen.“ Der Höchste sagt: „Selbst wenn diese Vertreibung allmählich geschieht, Ich werde sie vertreiben, schließe mit ihnen keinen Bund, schließe keinen Bund mit ihren Göttern. Dass dieser Prozess langsam geschieht, das ist gesetzmäßig, das ist für deine Sicherheit, für dein Selbstvertrauen und teilweise natürlich zur Prüfung deines Glaubens. Darum schließe mit ihren Göttern kein Abkommen, eile nicht.“ Sehr viel Unglück Israels geschah deswegen, weil sie ein klein wenig, ein klein wenig nicht abgewartet haben, sei es der vorzeitige Auszug eines Teils des Volkes aus Ägypten (nach der Überlieferung, über die wir im Kommentar zu 13,17 gesprochen haben), oder die Geschichte mit dem goldenen Kalb, als sie es leid wurden, auf Mosche zu warten, oder die Opferdarbringung Scha’uls, als er den Propheten nicht abwartete. Irgendwo hat man einen unnötigen Frieden geschlossen, irgendwo noch etwas anderes. Der Höchste sagt hier: „Beeilt euch nicht, mit ihnen ein Friedensabkommen zu schließen, Ich werde sie vertreiben.“
О чём здесь Всевышний говорит? Когда не сразу происходит изгнание, когда мы видим, что Всевышний не сразу прогоняет народы – а вроде бы вот они, палестинцы так называемые, которых и не существует-то вовсе как народа, вот они назвались народом, живут тут рядом с нами. И очень хочется сказать: «Давайте заключим с ними где-нибудь в Норвегии соглашение о мирной жизни, давайте договоримся». Всевышний говорит: «Даже если это изгнание происходит постепенно, Я их изгоню, не заключай с ними завет, не заключай завет с их богами. То, что этот процесс происходит медленно, это закономерно, это для твоей безопасности, для твоей уверенности в себе и, отчасти конечно, для испытания твоей веры. Поэтому не заключай с их богами соглашение, не спеши». Очень много бед Израиля происходило из-за того, что они чуть-чуть, чуть-чуть не дождались, будь то несвоевременный выход части народа из Египта (по преданию, о котором мы говорили в комментарии к 13:17), или история с золотым тельцом, когда они заждали́сь Моше, или жертвоприношение Шауля, когда он не дождался пророка. Где-то заключили ненужный мир, где-то ещё что-то. Всевышний говорит здесь: «Не спешите заключать с ними мирное соглашение, Я их изгоню».
לֹא יֵשְׁבוּ בְּאַרְצְךָ פֶּן־יַחֲטִיאוּ אֹתְךָ לִי כִּי תַעֲבֹד אֶת־אֱלֹהֵיהֶם כִּי־יִהְיֶה לְךָ לְמוֹקֵשׁ׃
lo jeschewú be’arzechá pen-jachatíu otechá li ki ta’awód et-elohehém ki-jihjé lechá lemokésch
ло ешеву́ беарцеха́ пен-яхати́у отеха́ ли ки тааво́д эт-элоѓеѓе́м ки-йиѓйе́ леха́ лемокэ́ш
33. Sie werden nicht in deinem Land wohnen, damit sie dich nicht zur Sünde verleiten. Wenn du ihren Göttern dienst, wird dir das eine Mine sein, wird dir das eine ständige Versuchung sein.
33. Они не будут жить в твоей стране, чтобы они не ввели тебя в грех. Если ты станешь служить их богам, это будет тебе миной, это будет тебе постоянным соблазном.
Darum eile nicht, eile nicht, einen Bund zu schließen, eile nicht, dich irgendwelchen Bedingungen dieser Welt anzupassen, dort, wo die Erfüllung der Verheißung Gottes sich verspätet oder wenn es uns scheint, dass sie sich verspätet. Dort, wo wir nicht die offene Hand des Höchsten sehen, sondern einen Engel Gottes, eile nicht, nicht zu vertrauen.
Поэтому не спеши, не спеши заключать завет, не спеши подстраиваться под какие-то условия этого мира там, где исполнение обетования Божьего запаздывает или если нам кажется, что запаздывает. Там, где мы видим не открытую руку Всевышнего, а ангела Божьего, не спеши не доверять.
Wir sind eines Blutes, du und ich (24,1–18)
Мы с тобой одной крови (24:1-18)
Also, in den vorherigen Teilen unseres Wochenabschnitts haben wir die Weisungen gelesen, die der Höchste durch Mosche dem Volk Israel in Bezug auf die Grundlagen des Gerichtswesens übermittelte, in Bezug auf die Prinzipien der Lösung verschiedener Streitsituationen, und wir haben auch die Verheißung des Höchsten über den Engel gelesen, den Er vor dem Volk Israel herzusenden versprach. In Kapitel 24 spricht der Höchste zu Mosche über die Vorbereitung auf den Aufstieg auf den Berg.
Итак, в предыдущих частях нашей недельной главы мы читали наставления, которые Всевышний через Моше передавал народу Израиля в отношении основ судебной системы, в отношении принципов разрешения различных спорных ситуаций, а также читали обетование Всевышнего об Ангеле, которого Он обещал послать перед народом Израиля. В 24 главе Всевышний говорит Моше о подготовке к восхождению на гору.
וְאֶל־מֹשֶׁה אָמַר עֲלֵה אֶל־יְהוָה אַתָּה וְאַהֲרֹן נָדָב וַאֲבִיהוּא וְשִׁבְעִים מִזִּקְנֵי יִשְׂרָאֵל וְהִשְׁתַּחֲוִיתֶם מֵרָחֹק׃
we’el-mosché amár alé el-adonáj attá we’aharón nadáw wa’awihu weschiw’ím missikné jisraél wehischtachawitém merachók
веэль-моше́ ама́р але́ эль-адона́й ата́ веаѓаро́н нада́в ваавиѓу вешивъи́м мизикнэ́ йисраэ́ль веѓиштахавитэ́м мерахо́к
1. Und (der Höchste) sprach zu Mosche: „Steig hinauf zum HERRN, du und Aharon, Nadaw und Awihu (Nadaw und Awihu – das sind zwei Söhne Aharons), und 70 Älteste Israels, und verneigt euch vor Mir von fern.
1. И сказал (Всевышний) Моше: «Поднимись к Господу ты и Аѓарон, Надав и Авиѓу (Надав и Авиѓу – это два сына Аѓарона), и 70 старейшин Израиля и поклонитесь Мне издалека.
וְנִגַּשׁ מֹשֶׁה לְבַדּוֹ אֶל־יְהוָה וְהֵם לֹא יִגָּשׁוּ וְהָעָם לֹא יַעֲלוּ עִמּוֹ׃
weniggásch mosché lewaddó el-adonáj wehém lo jiggáschu weha’ám lo ja’alú immó
венига́ш моше́ левадо́ эль-адона́й веѓе́м ло йига́шу веѓаа́м ло яалу́ имо́
2. Mosche wird allein (auf den Berg) zum HERRN hinaufsteigen. Sie werden nicht herantreten (sich nicht nähern), und das Volk wird nicht mit ihm gehen (nicht mit ihm hinaufsteigen).
2. Моше поднимется один (на гору) к Господу. Они не подойдут (не приблизятся), а народ не пойдёт с ним (не поднимется с ним).
Nicht alle werden auf den Berg steigen. Das Volk wird hauptsächlich im Lager bleiben, wie das Volk es auch erbeten hatte: Es wollte nicht hinaufsteigen, wollte nicht auf den Berg aufsteigen. Mosche, Aharon, seine zwei Söhne und die 70 Ältesten werden gehen, sie werden sich vor dem Höchsten von fern verneigen. Dann wird Mosche, wie wir sehen werden, die Ältesten ins Lager zurückschicken und nur in Begleitung von Jehoschua ben Nun hinaufsteigen. Jehoschua wird bis zur Mitte des Berges hinaufsteigen. Darüber werden wir noch alles lesen. Also, Mosche hat im Großen und Ganzen die Audienz beim Höchsten beendet.
Не все поднимутся на гору. Народ останется в основном в лагере, как народ и просил: он не хотел подниматься, не хотел восходить на гору. Моше, Аѓарон, два его сына и 70 старейшин пойдут, поклонятся Всевышнему издалека. Затем, как мы увидим, Моше вернёт старейшин в стан и только в сопровождении Иеѓошуа бен Нуна будет подниматься. Иеѓошуа поднимется до середины горы. Об этом мы ещё обо всём прочитаем. Итак, Моше, в общем-то, закончил аудиенцию у Всевышнего.
וַיָּבֹא מֹשֶׁה וַיְסַפֵּר לָעָם אֵת כָּל־דִּבְרֵי יְהוָה וְאֵת כָּל־הַמִּשְׁפָּטִים וַיַּעַן כָּל־הָעָם קוֹל אֶחָד וַיֹּאמְרוּ כָּל־הַדְּבָרִים אֲשֶׁר־דִּבֶּר יְהוָה נַעֲשֶׂה׃
wajawó mosché wajsappér la’ám et kol-diwré adonáj we’ét kol-hammischpatím wajá’an kol-ha’ám kol echád wajomerú kol-haddewarím ascher-dibbér adonáj na’assé
ваяво́ моше́ вайсапэ́р лаа́м эт коль-диврэ́ адона́й веэ́т коль-ѓамишпати́м вая́ан коль-ѓаа́м коль эха́д ваёмеру́ коль-ѓадевари́м ашер-дибэ́р адона́й наасэ́
3. Mosche erzählte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Seine Satzungen (alle Seine Gesetze). Und das ganze Volk antwortete mit einer Stimme und sprach: „Alle Befehle, die der HERR befohlen hat, werden wir ausführen.“
3. Моше рассказал народу все слова Господни и все Его уставы (все Его законы). И ответил весь народ в один голос и сказал: «Все повеления, которые повелел Господь, выполним».
Alle Worte – das kann man auch auf die Prophezeiung über den Engel beziehen. Alle Gesetze – das sind eigentlich die Gesetze Mischpatim, genau so heißt auch unser Wochenabschnitt. Und alle 600 000 Menschen antworteten ihm in geschlossenem Chor, als hätten sie zwei Wochen lang geprobt: „Alle Prinzipien, die der HERR festgelegt hat, werden wir erfüllen.“Hier wird der Begriff dawar – Wort verwendet, von dem gesagt ist: „Im Anfang war das Wort“: das Wort als Befehl, das Wort als Weisung. Ein Gegenstück zum griechischen Logos.
Все слова – это можно отнести и к пророчеству об Ангеле. Все законы – это, собственно, законы мишпатим, именно так называется и наша недельная глава. И все 600 тысяч человек ему ответили стройным хором, как будто две недели репетировали: «Все принципы, которые установил Господь, мы исполним».Здесь используется понятие давар – слово, о котором сказано: «В начале было Слово»: слово как повеление, слово как наставление. Аналог греческому логос.
וַיִּכְתֹּב מֹשֶׁה אֵת כָּל־דִּבְרֵי יְהוָה וַיַּשְׁכֵּם בַּבֹּקֶר וַיִּבֶן מִזְבֵּחַ תַּחַת הָהָר וּשְׁתֵּים עֶשְׂרֵה מַצֵּבָה לִשְׁנֵים עָשָׂר שִׁבְטֵי יִשְׂרָאֵל׃
wajichtów mosché et kol-diwré adonáj wajaschkém babbóker wajíwen misbéach táchat hahár uschtém esré mazzewá lischném assár schiwté jisraél
вайихто́в моше́ эт коль-диврэ́ адона́й ваяшкэ́м бабо́кер вайи́вен мизбэ́ях та́хат ѓаѓа́р уштэ́м эсрэ́ мацева́ лишнэ́м аса́р шивтэ́ йисраэ́ль
4. Und Mosche schrieb alle Worte des HERRN auf. Und er erwachte früh am Morgen und baute einen Altar unter dem Berg und zwölf Stelen (zwölf Monumente) für die zwölf Stämme Israels.
4. И записал Моше все слова Господни. И проснулся рано утром, и построил жертвенник под горой и двенадцать стел (двенадцать монументов) двенадцати коленам Израиля.
Alle aufgezählten Gesetze schrieb Mosche auf. Eigentlich ist das Buch des Bundes ein Vertrag zwischen Israel und dem Höchsten. Hier lesen wir einen erstaunlichen Tagesablauf Mosches am Vorabend seines Aufstiegs auf den Berg. Beachtet: Mosche ist 80 Jahre alt, er ist nicht jung, er ist natürlich noch ein rüstiger Alter, der Höchste hat ihm Rüstigkeit und die Fülle der Kräfte bewahrt, und dennoch vollbringt er erstaunliche Dinge. Also, er stand am Morgen auf und baute einen Altar unter dem Berg. Den Altar konnte er entweder aus unbehauenen Steinen bauen, das heißt, er musste eine ausreichende Menge unbehauener Steine sammeln, oder den Altar aus Erde aufschütten. In jedem Fall ist das eine langwierige Arbeit. Das ist es, was Mosche, so kann man sagen, vor dem Frühstück getan hat, als er früh am Morgen aufwachte. Wie viel Zeit das bei mir in Anspruch nehmen würde, kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin natürlich kein Steinmetz, kein Mensch körperlicher Arbeit, aber Mosche ist auch kein Steinmetz. Außerdem, und das ist interessant, tut Mosche das selbst. Mosche ist der Leiter einer riesigen religiösen Gemeinde, der Rabbiner einer Synagoge, in der es 600 000 Männer gibt. Und er sagte nicht: „Mordechai, Chaim, Izik, morgen früh bis 5 Uhr morgens baut mir 12 Altäre nach ingenieurtechnischem System, damit wir auf ihnen ein Opfer darbringen können.“ Mosche steht selbst früh am Morgen auf und baut diese Altäre.
Все перечисленные законы Моше записал. Собственно, книга Завета – это договор между Израилем и Всевышним. Здесь мы читаем удивительный распорядок дня Моше накануне его подъёма на гору. Обратите внимание: Моше 80 лет, он не молод, он, конечно, ещё старичок бодрый, Всевышний сохранил ему бодрость и полноту сил, и тем не менее он совершает удивительные вещи. Итак, он встал утром и построил жертвенник под горой. Жертвенник он мог построить либо из нетёсанных камней, то есть ему надо было собрать достаточное количество нетёсанных камней, либо насыпать жертвенник из земли. В любом случае это продолжительная работа. Это то, что Моше сделал, можно так сказать, до завтрака, проснувшись рано утром. Сколько времени это заняло бы у меня, я себе не представляю. Я, конечно, никакой не каменотёс, не человек физического труда, но и Моше тоже не каменотёс. Кроме того, что интересно, Моше делает это сам. Моше – лидер огромной религиозной общины, раввин синагоги, в которой 600 тысяч мужчин. И он не сказал: «Мордехай, Хаим, Ицик, завтра утром к 5 утра постройте мне 12 жертвенников инженерной системы, чтобы мы могли на них жертву принести». Моше сам встаёт рано утром и строит эти жертвенники.
וַיִּשְׁלַח אֶת־נַעֲרֵי בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וַיַּעֲלוּ עֹלֹת וַיִּזְבְּחוּ זְבָחִים שְׁלָמִים לַיהוָה פָּרִים׃
wajischlách et-na’aré bené jisraél waja’alú olót wajisbechú sewachím schelamímDie russische Umschrift hat hier „schelaschim“. Im Hebräischen steht schelamím (Friedensopfer), dem folgt die deutsche Umschrift. ladonáj parím
вайишла́х эт-наарэ́ бенэ́ йисраэ́ль ваяалу́ оло́т вайизбеху́ зевахи́м шелаши́м ладона́й пари́м
5. Und er sandte Jünglinge – Söhne Israels. Und sie brachten Ganzopfer hinauf und brachten dem HERRN Friedensopfer (Stiere) dar.
5. И послал юношей – сыновей Израиля. И подняли они жертвы всесожжения, и принесли жертвы мирные (быков) Господу.
Die Kommentatoren sagen, dass diese Jünglinge die Erstgeborenen der Ältesten sind, die Erstgeborenen der vornehmen Geschlechter, denn zu jener Zeit gab es noch kein Zelt der Begegnung, gab es keinen Dienst der Kohanim, und es dienten, wie wir verstehen, die Erstgeborenen. Höchstwahrscheinlich wurden 24 Stiere als Opfer dargebracht: Für jeden Stamm wurde bei jedem Monument, bei jeder Stele, ein Stier als Ganzopfer und ein Stier als Friedensopfer dargebracht. Also, schreiben wir das in diesen gewissermaßen Terminkalender Mosches, den wir zusammenstellen: am Morgen aufwachen, einen Altar bauen, 12 Monumente, Jünglinge nach Stieren schicken, 12 Stiere als Opfer darbringen. Und wie viel Zeit würdet ihr euch für eine solche Sache einräumen?
Комментаторы говорят, что эти юноши – первенцы старейшин, первенцы знатных родов, потому что в те времена ещё не было Шатра откровения, не было коѓенского служения, и служили, как мы понимаем, первенцы. Скорее всего, было принесено в жертву 24 быка: по каждому колену возле каждого монумента, возле каждой стелы, был принесён один бык во всесожжения и один бык – в жертву мирную. Итак, запишем это в такой вот условный ежедневник Моше, который мы составляем: проснуться утром, построить жертвенник, 12 монументов, послать юношей за быками, принести в жертву 12 быков. И сколько времени вы бы себе выделили для такого дела?
וַיִּקַּח מֹשֶׁה חֲצִי הַדָּם וַיָּשֶׂם בָּאַגָּנֹת וַחֲצִי הַדָּם זָרַק עַל־הַמִּזְבֵּחַ׃
wajikkách mosché chazí haddám wajássem ba‘agganót wachazí haddám sarák al-hammisbéach
вайика́х моше́ хаци́ ѓада́м вая́сем баагано́т вахаци́ ѓада́м зара́к аль-ѓамизбэ́ях
6. Und Mosche nahm die Hälfte des Blutes und tat sie in Schalen. Die Hälfte des Blutes goss er auf den Altar.
6. И взял Моше половину крови, и положил их в чаши. Половину крови вылил на жертвенник.
Das Wort aggan bedeutet großes Becken, riesige Schale. Wir wissen aus der ugaritischen Chronik, dass dieses Gefäß selbst 30 Kilogramm wog. Das war so eine riesige Zisterne, und sie wurde tatsächlich für das Ausgießen des Blutes auf den Altar verwendet. Man musste sie schnell mit Blut füllen, da Blut ein sehr leicht verderbliches Produkt ist, mit ihm muss man sehr flink handeln. Also, Mosche füllte zwei Schalen.
Слово аган означаетбольшой таз, огромная чаша. Мы знаем из угаритской летописи, что сам этот сосуд весил 30 килограммов. Это была огромная такая цистерна, и она действительно использовалась для возлияния крови на жертвенник. Нужно было быстро наполнять её кровью, поскольку кровь – продукт очень скоропортящийся, с ней нужно действовать очень проворно. Итак, Моше наполнил две чаши.
וַיִּקַּח סֵפֶר הַבְּרִית וַיִּקְרָא בְּאָזְנֵי הָעָם וַיֹּאמְרוּ כֹּל אֲשֶׁר־דִּבֶּר יְהוָה נַעֲשֶׂה וְנִשְׁמָע׃
wajikkách séfer habberít wajikrá be’osné ha’ám wajomerú kol ascher-dibbér adonáj na’assé wenischmá
вайика́х сэ́фер ѓабери́т вайикра́ беознэ́ ѓаа́м ваёмеру́ коль ашер-дибэ́р адона́й наасэ́ венишма́
7. Und er nahm das Buch des Bundes und las es dem Volk laut vor, und sie sagten zu ihm: „Alles, was der HERR geredet hat, werden wir tun und hören.“
7. И взял книгу Завета, и прочитал вслух народу, и сказали ему: «Всё, что говорил Господь, сделаем и услышим».
Welches Buch des Bundes? Das, was er am Abend zuvor geschrieben hatte. Das heißt, der nächste Punkt im Programm (außer dass Mosche das Blut geteilt, es in die Schalen gegossen und das ganze Volk versammelt hatte) war, dass er dem ganzen Volk noch das Buch des Bundes vorlas und auslegte.
Какую книгу Завета? Это то, что он написал накануне вечером. То есть следующим пунктом в программе (кроме того, что Моше разделил кровь, залил её в чаши, собрал весь народ) было то, что он ещё прочитал и истолковал всему народу книгу Завета.
Und das Volk antwortete: „Wir werden tun und hören.“ Eine sehr interessante Formulierung. Über sie wird sehr viel gesprochen, es gibt sehr viele Kommentare zu diesem Thema, wiederum sowohl mystische als auch einfache. Na’asse – das ist das, was der Mensch tut, sein Mittel des Gesprächs mit dem Höchsten. Wir sprechen, wir übermitteln, senden irgendeine Information, wenn wir etwas tun. Wir hören zu, wenn wir Information aufnehmen, wir sind untätig, wenn wir zuhören. Das heißt, unser Handeln, unser Drang zum Höchsten wird früher geboren als Sein Befehl. Wir drücken mit unserer ersten Handlung die Bereitschaft aus, uns selbst in den Bund mit dem Höchsten zu übergeben. Und der Höchste sagt: „Wenn ihr mit Hören hören werdet …“ Zuerst entscheiden wir uns zuzuhören, werden ganz Ohr und hören dann, was Er sagt.
И народ ответил: «Сделаем и услышим». Очень интересная формулировка. О ней очень много говорится, очень много комментариев есть на эту тему, опять-таки и мистических, и простых. Наасэ – это то, что человек делает, его средство разговора со Всевышним. Мы говорим, мы передаём, транслируем какую-то информацию, когда что-то делаем. Мы слушаем, когда воспринимаем информацию, мы в бездействии, когда слушаем. То есть наше действие, наш позыв ко Всевышнему рождается раньше Его повеления. Мы первым своим действием выражаем готовность к передаче себя в завет со Всевышним. И Всевышний говорит: «Если будете слышанием слышать…» Сначала мы решаем слушать, превращаемся в слух и затем слышим, что Он говорит.
וַיִּקַּח מֹשֶׁה אֶת־הַדָּם וַיִּזְרֹק עַל־הָעָם וַיֹּאמֶר הִנֵּה דַם־הַבְּרִית אֲשֶׁר כָּרַת יְהוָה עִמָּכֶם עַל כָּל־הַדְּבָרִים הָאֵלֶּה׃
wajikkách mosché et-haddám wajisrók al-ha’ám wajomer hinné dam-habberít aschér karát adonáj immachém al kol-haddewarím ha’élle
вайика́х моше́ эт-ѓада́м вайизро́к аль-ѓаа́м ваёмер ѓинэ́ дам-ѓабери́т аше́р кара́т адона́й имахэ́м аль коль-ѓадевари́м ѓаэ́ле
8. Und Mosche nahm das Blut und warf es auf das Volk (besprengte das Volk damit) und sprach zu ihm: „Siehe, das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat nach all diesen Worten.“
8. И взял Моше кровь, и бросил её на народ (окропил ею народ), и сказал ему: «Вот кровь завета, который заключил с вами Господь по всем этим словам».
Es gibt Kommentatoren, die sagen: „Warf auf das Volk kann man verstehen als warf für das Volk.“ Tatsächlich kann man es so verstehen. Man kann verstehen, dass Mosche den zweiten Teil des Blutes für das Volk auf den Altar goss. Warum? Was stört an dem Verständnis, dass Mosche das Volk mit Blut besprengte? Eigentlich stört es überhaupt nicht. Wir lesen, dass auch die Kohanim mit Blut besprengt werden. Aber das Volk zählt 600 000 Menschen, und 600 000 mit Blut zu besprengen – das ist technisch sehr schwer vorstellbar. Dennoch sprechen wir von wundersamen Ereignissen, deshalb wollen wir nicht vom einfachen Sinn abweichen. Mosche besprengte das Volk mit Blut. Und alle Worte, die wir im Wochenabschnitt Mischpatim gelernt haben – das ist ein Vertrag, der Text eines Vertrags zwischen dem Höchsten und dem Volk Israel, der in diesem Fall mit Blut besiegelt ist.
Есть комментаторы, которые говорят: «Бросил на народ можно понять как бросил за народ». Действительно, так можно понять. Можно понять, что Моше возлил вторую часть крови за народ на жертвенник. Почему? Чем мешает понимание, что Моше окропил кровью народ? Собственно говоря, ничем не мешает. Мы читаем, что и коѓены окропляются кровью. Но народу 600 тысяч человек, и окропить 600 тысяч кровью – это технически очень сложно себе представить. Тем не менее мы говорим о событиях чудесных, поэтому не будем отходить от простого смысла. Моше окропил народ кровью. И все слова, которые мы учили в главе Мишпатим – это договор, текст договора между Всевышним и народом Израиля, который в данном случае скреплён кровью.
Die Kommentatoren sagen: „Der Vertrag wird in drei Teilen geschlossen und besiegelt durch die Beschneidung, die Waschung (wir sprachen früher davon, dass das Volk sich waschen und vorbereiten musste) und die Besprengung mit Blut, denn die Besprengung kann es nicht ohne Waschung geben, besprengt wird nur ein reiner Mensch.“
Комментаторы говорят: «Договор в трёх частях заключается и скрепляется обрезанием, омовением (мы говорили раньше о том, что народ должен был омыться и подготовиться) и окроплением кровью, потому что окропление не может быть без омовения, окропляется только чистый человек».
Worin besteht das Wesen dieses Bundes? Verstehen kann man das auf verschiedene Weise. Die einen sagen: „Das Wesen des Bundes liegt in einer Beschwörung. Wie dieses Blut vergossen ist, so wird auch mein Blut vergossen werden, wenn ich diesen Bund breche.“ Das heißt, der Mensch spürte, wie seine Kleidung sich mit Blut bedeckt, und sagte: „Wenn ich den Bund breche, dann soll, wie dieses Blut vergossen wurde, so auch mein Blut vergossen werden.“ Mit anderen Worten, das ist ein Schwur. Andere sagen: „Das ist eine Heiligung. Durch die Besprengung mit Blut ist das Volk Israel auf eine besondere Stufe der Heiligkeit erhoben, auf der zu verweilen notwendig ist, um dem Höchsten zu dienen.“ Und die einfachste, sich am meisten aufdrängende Variante, diesen Text zu verstehen: So wurde es im Orient überhaupt gemacht, und im allgemein üblichen Kontext ist das eine Art des Verwandtwerdens. Durch dieses Blut, von dem ein Teil auf den Altar gegossen ist und mit einem Teil davon das Volk Israel besprengt ist, ist ein Blutbund geschlossen: Israel ist mit dem Höchsten verwandt geworden – wir sind mit Ihm eines Blutes. Und auf diese Weise wurde der Bund geschlossen. Vor uns liegt eines der wichtigsten Ereignisse in der jüdischen Geschichte: in der Geschichte Israels und in der Geschichte des Volkes Gottes.
В чём суть этого Завета? Понимать это можно по-разному. Одни говорят: «Суть Завета – в заклятии. Как пролита эта кровь, так же моя кровь прольётся, если я нарушу этот Завет». То есть человек почувствовал, как его одежда покрывается кровью и сказал: «Если я нарушу Завет, то как пролилась эта кровь, так пусть прольётся и моя кровь». Иными словами, это клятва. Другие говорят: «Это освящение. Через окропление кровью народ Израиля поднят на особый уровень святости, пребывание на котором необходимо для того, чтобы служить Всевышнему». И самый простой, самый напрашивающийся вариант понимания этого текста: так вообще делалось на Востоке, и в общепринятом контексте это своего рода породнение. Через эту кровь, часть которой вылита на жертвенник, частью которой окроплён народ Израиля, заключён кровный завет: Израиль породнился с Всевышним – мы с Ним одной крови. И таким образом был заключён Завет. Перед нами одно из самых важных событий в еврейской истории: в истории Израиля и в истории народа Божьего.
וַיַּעַל מֹשֶׁה וְאַהֲרֹן נָדָב וַאֲבִיהוּא וְשִׁבְעִים מִזִּקְנֵי יִשְׂרָאֵל׃
wajá’al mosché we’aharón nadáw wa’awihu weschiw’ím missikné jisraél
вая́аль моше́ веаѓаро́н нада́в ваавиѓу вешивъи́м мизикнэ́ йисраэ́ль
9. Und es stiegen hinauf (im Original steht es im Singular: und es stieg hinauf (sie stiegen hinauf wie einer)) Mosche, Aharon, Nadaw, Awihu und siebzig Älteste Israels.
9. И поднялись (в оригинале написано в единственном числе: и поднялся (поднялись как один)) Моше, Аѓарон, Надав, Авиѓу и семьдесят старейшин Израиля.
וַיִּרְאוּ אֵת אֱלֹהֵי יִשְׂרָאֵל וְתַחַת רַגְלָיו כְּמַעֲשֵׂה לִבְנַת הַסַּפִּיר וּכְעֶצֶם הַשָּׁמַיִם לָטֹהַר׃
wajir’ú et elohéj jisraél wetáchat ragláw kema’assé liwnát hassappír uch’ézem haschamájim latóhar
вайиръу́ эт элоѓе́ йисраэ́ль вета́хат рагла́в кемаасэ́ ливна́т ѓасапи́р ухъэ́цем ѓашама́йим лато́ѓар
10. Und sie sahen den Gott Israels, und unter Seinen Füßen wie ein polierter Ziegel aus Lapislazuli, rein wie die Tiefe des Himmels.
10. И увидели они Бога Израиля, и под ногами Его как отполированный кирпич из лазурита, чистое, как глубина небес.
Natürlich beeilen sich die Kommentatoren sofort, uns zu versichern, dass die Gekommenen nur ein Bild des Gottes Israels gesehen haben, eine gewisse Herrlichkeit des Gottes Israels.
Естественно, комментаторы сразу спешат нас заверить, что пришедшие увидели только образ Бога Израиля, некую славу Бога Израиля.
Polierter Ziegel aus Lapislazuli – das ist eine der Übersetzungsvarianten. Andere Kommentatoren sagen: „Sapir ist weiß, deshalb steht geschrieben ‚Weiße des Saphirs, weiß wie Saphir‘“, und vergleichen die Weiße des Saphirs mit der Weiße der Perle. Wieder andere sagen: „Nein, der Saphir ist in Wirklichkeit rot“, und führen ebenfalls Beispiele für seine Beschreibung an. Deshalb entsteht immer eine Schwierigkeit mit der Übersetzung. Und sehr oft fragt man mich: „Alex, welche Übersetzung ist besser?“ Und oft, wenn man vom Blatt übersetzt, denkt man: „Und welche Übersetzung ist besser?“ Ich kann mir den Luxus erlauben, drei Übersetzungsvarianten stehen zu lassen. Ein Übersetzer, der eine schriftliche Übersetzung macht, kann sich einen solchen Luxus nicht leisten, hat nicht das Recht, hat nicht die Möglichkeit dazu. Er ist gezwungen, irgendeine der Varianten auszuwählen. Und das ist nicht immer möglich, manchmal sind die Varianten gleichwertig. Das werden wir noch praktisch in eben diesen Versen sehen. Also, was ist liwnat sapir? Bedeutet das Weiße des Saphirs? Oder bedeutet das Wort liwna in diesem Fall bearbeiteter, polierter Stein? Eindeutig sagen kann man es nicht. Verschiedene Kommentatoren führen völlig berechtigte Argumente für die eine oder für die andere Seite an. Und selbst die Erläuterung, die danach folgt – rein wie die Tiefe des Himmels – hilft uns nicht, da der Himmel bei der Morgenröte rot sein kann, der Himmel weiß sein kann, hell, der Himmel tatsächlich die Farbe von Lapislazuli haben kann, hellblau, und das lässt uns in einer gewissen Ratlosigkeit zurück. Gerade an der interessantesten Stelle (es ist ja sehr spannend, einen Blick zu erhaschen und zu sehen, wie das aussah) bleiben wir in einer solchen sprachlichen Ratlosigkeit zurück.
Отполированный кирпич из лазурита – это один из вариантов перевода. Другие комментаторы говорят: «Сапир белый, поэтому написано «белизна сапфира, белый как сапфир» и сравнивают белизну сапфира с белизной жемчуга. Третьи говорят: «Нет, сапфир на самом деле красный» и тоже приводят примеры его описания. Поэтому всегда возникает сложность с переводом. И очень часто у меня спрашивают: «Алекс, какой перевод лучше?» И часто, переводя с листа, думаешь: «А какой перевод лучше?» Я могу себе позволить роскошь оставить три варианта перевода. Переводчик, который делает перевод письменный, не может, не имеет права, не имеет возможности позволить себе такую роскошь. Он вынужден выбирать какой-то один из вариантов. И не всегда это возможно, иногда варианты равноценны. Мы это ещё увидим практически в этих же стихах. Итак, что такое ливнат сапир? Значит ли это белизна сапфира? Или слово ливна означает в данном случае обработанный, отполированный камень? Сказать однозначно нельзя. Разные комментаторы приводят совершенно справедливые аргументы в ту или в другую сторону. И даже пояснение, которое следует дальше – чистое, как глубина небес –нам не помогает, поскольку небо бывает красным на заре, небо бывает белым, светлым, небо бывает, действительно, цвета лазурита, голубого цвета, и это оставляет нас в некоторой растерянности. Как раз на самом интересном месте (очень же любопытно подглядеть и посмотреть, как это выглядело) мы остаёмся вот в такой языковой растерянности.
וְאֶל־אֲצִילֵי בְּנֵי יִשְׂרָאֵל לֹא שָׁלַח יָדוֹ וַיֶּחֱזוּ אֶת־הָאֱלֹהִים וַיֹּאכְלוּ וַיִּשְׁתּוּ׃
we’el-aziléj benéj jisraél lo schalách jadó wajechesú et-haelohím wajochelú wajischtú
веэль-ациле́ бенэ́ йисраэ́ль ло шала́х ядо́ ваехезу́ эт-ѓаэлоѓи́м ваёхелу́ вайишту́
11. Aber gegen die Edlen unter den Söhnen Israels (das heißt gegen die Ältesten) streckte Er die Hand nicht aus. Und sie sahen Gott. Und sie aßen und tranken.
11. А на благородных из сынов Израиля (то есть на старейшин) не простёр руку. И видели они Бога. И ели, и пили.
Das Wort azil – edel, hochgeboren – ist ein erstaunliches Wort, es wird, glaube ich, nur hier verwendet, wenn man die ganze Schrift betrachtet. Worum geht es hier? Die Menschen hatten tatsächlich Angst, dass sie sterben könnten, wenn sie Gott sehen. Hier sehen wir, dass der Höchste aus Gnade die Hand nicht gegen diejenigen ausstreckte, die mit Mosche waren, obwohl sie Sein Bild sahen. Und sie sahen Gott. Und sie aßen und tranken. Und hier geraten wir wieder in die Falle einer schwierigen Übersetzung. Einige Kommentatoren sagen: „Sie sahen das Bild Gottes, und sie aßen und tranken es. Sie versuchten, es zu essen und zu trinken, so sehr hatten sie sich mit den Augen daran festgesogen, dass sie es trinken und essen wollten.“ Andere Kommentatoren sagen, dass sie das Bild Gottes sahen, aber trotzdem (im Unterschied zu Mosche, der 40 Tage auf dem Berg nicht essen und trinken wird, gleichsam in die Engelswelt mit himmlischen Gesetzen versetzt) bei den irdischen Gesetzen blieben, bei denen Essen und Trinken notwendig sind. Und dann bedeuten Essen und Trinken einfaches Essen und einfaches Trinken. Wieder lässt uns der Text mit verschiedenen Varianten des Verständnisses zurück, und wie man übersetzt – das zu wählen ist Sache des Übersetzers, wie man versteht – das zu wählen ist Sache des Verstehenden. Mir näher ist das Verständnis, dass sie das Bild des Höchsten selbst tranken und aßen, weil es dafür auch neutestamentliche Parallelen gibt.
Слово ациль–благородный, высокородный – удивительное слово, оно, по-моему, используется только здесь, если смотреть на всё Писание. О чём здесь речь? Люди реально боялись, что они могут умереть, если увидят Бога. Здесь мы видим, что по милости Всевышний не простёр руку на тех, кто был с Моше, несмотря на то что они видели Его образ. И видели они Бога. И ели, и пили. И здесь мы снова попадаем в западню сложного перевода. Некоторые комментаторы говорят: «Они видели образ Бога, и они его ели и пили. Они пытались его съесть и выпить, настолько они впились в него глазами, что они хотели выпить его и съесть». Другие комментаторы говорят, что они видели образ Бога, но несмотря на это (в отличие от Моше, который 40 дней на горе не будет есть и пить, как бы переместившись в мир ангельский с небесными законами) остались с земными законами, где необходимы еда и питьё. И тогда еда и питьё означают простую еду и простое питьё. Снова текст оставляет нас с разными вариантами понимания, и как переводить – выбирать переводчику, как понимать – выбирать понимающему. Мне ближе понимание, что они пили и ели сам образ Всевышнего, потому что есть у этого и новозаветные параллели.
וַיֹּאמֶר יְהוָה אֶל־מֹשֶׁה עֲלֵה אֵלַי הָהָרָה וֶהְיֵה־שָׁם וְאֶתְּנָה לְךָ אֶת־לֻחֹת הָאֶבֶן וְהַתּוֹרָה וְהַמִּצְוָה אֲשֶׁר כָּתַבְתִּי לְהוֹרֹתָם׃
wajomer adonáj el-mosché alé eláj hahára wehje-schám we’ettená lechá et-luchót haéwen wehattorá wehammizwá aschér katáwti lehorotám
ваёмер адона́й эль-моше́ але́ эла́й ѓаѓа́ра веѓйе-ша́м веэтена́ леха́ эт-лухо́т ѓаэ́вен веѓатора́ веѓамицва́ аше́р ката́вти леѓорота́м
12. Und der HERR sprach zu Mosche: „Steig zu Mir auf den Berg und sei dort, und Ich werde dir die steinernen Tafeln geben und die Tora und das Gebot, die Ich aufgeschrieben habe, um sie zu unterweisen.“
12. И сказал Господь Моше: «Поднимись ко Мне на гору и будь там, и дам Я тебе скрижали каменные, и Тору, и заповедь, которые Я записал, чтобы наставлять их».
Die Wörter Torá und lehorotám – sie unterweisen – sind Wörter mit derselben Wurzel. Das Wort Torá kann schießen, lenken bedeuten (wenn ein Mensch schießt, verleiht er etwas eine Beschleunigung und gibt eine Bewegung in eine bestimmte Richtung vor). Das Wort Torá kann auf einen Faden auffädeln, in eine Reihe stellen, auf diese oder jene Weise jemanden einrichten bedeuten. Manche (man kann das als Midrasch betrachten) deuten das Wort Torá vom Wort or – Licht her, auch das ist möglich. Der Höchste sagt: „Ich werde die Unterweisung geben, die Ich zu ihrer Unterweisung geschrieben habe.“
Слова Тора́ и леѓорота́м – наставлять их – однокоренные слова. Слово Тора́ может означать стрелять, направлять (когда человек стреляет, он придаёт ускорение чему-то и задаёт движение в определённую сторону). Слово Тора́ может означать нанизывать на нитку, выстраивать в ряд, таким или иным образом устроять кого-то. Некоторые (можно это рассматривать как мидраш) толкуют слово Тора́ от слова ор – свет, это тоже возможно. Всевышний говорит: «Я дам наставление, которое написал для их наставления».
וַיָּקָם מֹשֶׁה וִיהוֹשֻׁעַ מְשָׁרְתוֹ וַיַּעַל מֹשֶׁה אֶל־הַר הָאֱלֹהִים׃
wajákamIn der russischen Umschrift hat das erste Wort in der letzten Silbe ein o statt a. Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen: wajákam. mosché wihoschúa mescharetó wajá’al mosché el-hár haelohím
вая́ком моше́ виѓошу́а мешарето́ вая́аль моше́ эль-ѓа́р ѓаэлоѓи́м
13. Und Mosche stand auf und Jehoschua, sein Diener, und Mosche stieg hinauf zum Berg Gottes.
13. И встал Моше и Иеѓо́шуа, слуга его, и поднялся Моше к горе Божьей.
Mosche und Jehoschua sondern sich hier ab, sie werden auf den Berg Gottes hinaufsteigen.
Моше и Иеѓо́шуа отделяются здесь, они будут подниматься на гору Божью.
וְאֶל־הַזְּקֵנִים אָמַר שְׁבוּ־לָנוּ בָזֶה עַד אֲשֶׁר־נָשׁוּב אֲלֵיכֶם וְהִנֵּה אַהֲרֹן וְחוּר עִמָּכֶם מִי־בַעַל דְּבָרִים יִגַּשׁ אֲלֵהֶם׃
we’el-hassekením amár schewu-lánu wasé ad ascher-naschúw alechém wehinné aharón wechúr immachém mi-wá’al dewarím jiggásch alehém
веэль-ѓазекени́м ама́р шеву-ла́ну вазэ́ ад ашер-нашу́в алехэ́м веѓинэ́ аѓаро́н веху́р имахэ́м ми-ва́аль девари́м йига́ш алеѓе́м
14. Und zu den Ältesten sagte er: „Bleibt in diesem (die meisten Varianten des Verständnisses sagen: ‚Nicht hier, auf halbem Weg, sondern im Lager: Kehrt ins Lager zurück‘), bis wir zu euch zurückkehren, und siehe, Aharon und Chur werden bei euch sein, und wer Rechtsfragen hat, soll zu ihnen hinaufgehen (herantreten).“
14. А старейшинам сказал: «Оставайтесь в этом (большинство вариантов понимания говорят: «Не здесь, на полпути, а в лагере: возвращайтесь в лагерь»), пока мы не вернёмся к вам, и вот, Аѓарон и Хур будут с вами, и, у кого будут судебные вопросы, поднимется (подойдёт) к ним».
Das heißt, Mosche verlässt das Lager, offenbar für 40 Tage, und lässt an seiner Stelle Aharon und Chur als Stellvertreter zurück. Für Mosche ist es sehr wichtig, lasst uns das verstehen, dass im Lager das Gericht erhalten bleibt, die Möglichkeit erhalten bleibt, sich an das Gericht zu wenden, die Möglichkeit, sich um irgendwelche göttlichen Antworten zu wenden, um eine Entscheidung vom Höchsten. Mosche überlässt das Gericht nicht einmal denen, die ihm, wie wir uns erinnern, Jitro geraten hat: den Obersten über Tausend, über Hundert, über Fünfzig, über Zehn. Nein, Mosche hat die Hauptverantwortlichen zurückgelassen, das heißt, das Gericht geht nicht in die Ferien, weil der Richter Urlaub hat. Für Mosche ist es wichtig, dass eine handlungsfähige Obrigkeit zurückbleibt, die mit Befugnissen ausgestattet ist.
То есть Моше оставляет лагерь, видимо, на 40 дней и оставляет вместо себя в качестве заместителей Аѓарона и Хура. Для Моше очень важно, давайте это поймём, чтобы в лагере сохранялся суд, сохранялась возможность обращаться к суду, возможность обращаться за Божественными какими-то ответами, за решением от Всевышнего. Моше даже не оставляет суд на тех, кого, как мы помним, ему посоветовал Итро: тысячников, сотников, пятидесятников, десятников. Нет, Моше оставил главных, то есть суд не уходит на каникулы в связи с отпуском судьи. Для Моше важно, чтобы осталось действующее начальство, наделённое правами.
וַיַּעַל מֹשֶׁה אֶל־הָהָר וַיְכַס הֶעָנָן אֶת־הָהָר׃
wajá’alIn der russischen Umschrift ist das erste Wort verkürzt. Die deutsche Umschrift folgt dem Hebräischen: wajá'al. mosché el-hahár wajchás he’anán et-hahár
вая́ль моше́ эль-ѓаѓа́р вайха́с ѓеана́н эт-ѓаѓа́р
15. Und Mosche stieg auf den Berg, und die Wolke bedeckte den Berg.
15. И поднялся Моше на гору, и облако покрыло гору.
Die Wolke verbarg Mosche, aber seine Begegnung mit dem Höchsten beginnt noch nicht, Mosche wird warten.
Облако скрыло Моше, но его встреча со Всевышним ещё не начинается, Моше будет ждать.
וַיִּשְׁכֹּן כְּבוֹד־יְהוָה עַל־הַר סִינַי וַיְכַסֵּהוּ הֶעָנָן שֵׁשֶׁת יָמִים וַיִּקְרָא אֶל־מֹשֶׁה בַּיּוֹם הַשְּׁבִיעִי מִתּוֹךְ הֶעָנָן׃
wajischkón kewod-adonáj al-hár sináj wajchasséhu he’anán schéschet jamím wajikrá el-mosché bajom haschewi’í mittóch he’anán
вайишко́н кевод-адона́й аль-ѓа́р сина́й вайхасэ́ѓу ѓеана́н ше́шет ями́м вайикра́ эль-моше́ баём ѓашевии́ мито́х ѓеана́н
16. Und es ließ sich nieder (wohnte vorübergehend) die Herrlichkeit des HERRN auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage lang, und am siebten Tag rief Er Mosche aus der Wolke.
16. И разместилась (поселилась временно) Слава Господня на горе Синай, и покрыло его облако на шесть дней, и в седьмой день воззвал к Моше из облака.
Beachtet: Hier gibt es bestimmte Parallelen dazu, dass etwas am siebten Tag vollbracht wird, angefangen mit der Erschaffung der Welt. Auch die Gabe der Tora geschieht mit einer sechstägigen Vorbereitung. Mosche bereitet sich sechs Tage lang vor, am siebten Tag ruft der Höchste ihn, auf den Gipfel des Berges hinaufzusteigen, in die Gegenwart Gottes einzutreten.
Обратите внимание: здесь есть определённые параллели совершения чего-то на седьмой день, начиная с сотворения мира. И дарование Торы тоже происходит при шестидневной подготовке. Моше шесть дней готовится, в седьмой день Всевышний призывает его подняться на вершину горы, войти в присутствие Божие.
וּמַרְאֵה כְּבוֹד יְהוָה כְּאֵשׁ אֹכֶלֶת בְּרֹאשׁ הָהָר לְעֵינֵי בְּנֵי יִשְׂרָאֵל׃
umar’é kewód adonáj ke’ésch ochélet berósch hahár le’ejnéj benéj jisraél
умаръэ́ кево́д адона́й кеэ́ш охэ́лет беро́ш ѓаѓа́р леэнэ́ бенэ́ йисраэ́ль
17. Und der Anblick der Herrlichkeit des HERRN, wie ein verzehrendes Feuer, auf dem Gipfel des Berges vor den Augen der Söhne Israels.
17. И видение славы Господней, как огонь поедающий, на вершине горы на глазах у сынов Израиля.
Die Söhne Israels sahen gleichsam eine Flamme auf dem Gipfel des Berges, auf den Mosche hinaufgestiegen war. Wahrscheinlich hat ihnen das Furcht, Grauen, Beben hinzugefügt, es ist schwer, sich an ihre Stelle zu versetzen.
Сыновья Израиля видели словно пламя на вершине горы, куда поднялся Моше. Наверное, это добавило им страха, ужаса, трепета, трудно себя представить на их месте.
Die Tora in 5 Minuten
Тора за 5 минут
Im Wochenabschnitt Jitro haben wir davon gelesen, wie das Volk Israel die Tora empfing und aufstieg, sich auf eine sehr hohe Stufe der Heiligkeit erhob. Man könnte meinen, mit dieser Stufe der Heiligkeit kann man ein Himmelsbewohner sein und für immer in das himmlische Land übersiedeln, neben den Engeln leben auf einer solchen Stufe der Heiligkeit. Aber unser Wochenabschnitt Mischpatim beginnt uns darin zu unterweisen, dass man diese Heiligkeit in unserem irdischen Leib tragen muss, sie in unserer Welt verwirklichen muss, im Alltagsleben, in den allereinfachsten Fragen.
В недельной главе Итро мы читали о том, как народ Израиля получил Тору и взошёл, поднялся на очень высокий уровень святости. Казалось бы, с этим уровнем святости можно быть небожителем и навсегда переселиться в небесную страну, жить рядом с ангелами на таком уровне святости. Но наша недельная глава Мишпатим начинает обучать нас тому, что эту святость надо носить в нашем земном теле, надо реализовывать в нашем мире, в повседневной жизни, в самых-самых простых вопросах.
Der Wochenabschnitt beginnt mit Fragen des Erwerbs eines Knechtes, des Umgangs mit dem Knecht, des Umgangs mit dem, der von dir abhängt, über den du Vorgesetzter bist. Wie soll man mit einem Menschen verfahren, der gestohlen hat, wie soll man mit den Bedürfnissen der Ehefrau umgehen (bis hin zu ihrer Befriedigung). In jedem Detail des weltlichen, alltäglichen Lebens muss die Heiligkeit der Tora sichtbar werden. Alles ist durch das Gesetz beschrieben, und in jedem Moment unseres Lebens können wir sehen, wie wir nach der Tora handeln sollen, wie wir in Übereinstimmung mit der Offenbarung der Heiligkeit in dieser Welt handeln sollen.
Недельная глава начинается с вопросов приобретения раба, отношения к рабу, отношения к тому, кто от тебя зависит, над кем ты начальник. Как быть с человеком, который украл, как относиться к потребностям жены (вплоть до её удовлетворения). В каждой детали мирской, повседневной жизни должна быть проявлена святость Торы. Всё описано законом, и в каждый момент нашей жизни мы можем увидеть, как нам поступить по Торе, как поступить в соответствии с раскрытием святости в этом мире.
Und wenn wir das lesen, kann eine solche Befürchtung oder Sorge entstehen, dass alle gleich sein müssen. Wenn die Gesetze für alle Standard sind, die Gesetze für alle gleich sind, dann müssen auch die Menschen gleich sein. Sie müssen sich gleich kleiden, gleich sprechen, gleich denken. Das Gesetz ist ja gleich, also muss alles gleich sein.
И когда мы читаем это, может возникнуть такое опасение или переживание, что все должны быть одинаковыми. Раз законы для всех стандартны, законы для всех одинаковы, то и люди должны быть одинаковыми. Они должны одинаково одеваться, одинаково говорить, одинаково думать. Закон ведь одинаковый, значит, всё одинаковым должно быть.
In Kapitel 23, in Vers 2 lesen wir:
В 23 главе, во 2 стихе мы читаем:
לֹא־תִהְיֶה אַחֲרֵי־רַבִּים לְרָעֹת וְלֹא־תַעֲנֶה עַל־רִב לִנְטֹת אַחֲרֵי רַבִּים לְהַטֹּת׃
lo-tihjé achare-rabbím lera’ót welo-ta’ané al-ríw lintót acharé rabbím lehattót
ло-тиѓйе́ ахаре-раби́м лерао́т вело-таанэ́ аль-ри́в линто́т ахарэ́ раби́м леѓато́т
2. Folge nicht der Mehrheit zum Bösen, und wenn man dich nach deiner Meinung fragt, gib keine ausweichende Antwort.
2. Не следуй за большинством ко злу и, если тебя спросят о твоём мнении, не давай уклончивый ответ.
Diesen Vers kann man in zwei Teile teilen.
Этот стих можно поделить на две части.
Folge nicht der Mehrheit zum Bösen. Es gibt eine Situation, in der es uns scheint, dass die Mehrheit der Menschen nicht so denkt wie wir. Aber sie sind die Mehrheit, sie sind klug, sie sind gebildet, und obwohl das Herz sagt: „Sie irren sich, sie tun Böses“, kann man sich selbst überreden und sagen: „Wer bin ich denn, dass ich mit ihnen streite? Wer bin ich, wozu brauche ich das?“ – und ihnen folgen, denn eine Milliarde Chinesen irrt sich nicht, tausend Rabbiner können sich nicht irren, ich werde ihnen folgen. Die Tora aber sagt: „Nein, folge nicht der Mehrheit, wenn du denkst, dass sie sich irren.“ Der Talmud spricht darüber, wie das im Gericht angewendet wird: Man darf einen Menschen nicht mit einer Mehrheit von einer Stimme zum Tode verurteilen, mit einfacher Mehrheit kann man das nicht entscheiden. Um ein Todesurteil zu fällen, muss es eine Mehrheit von drei Stimmen geben. Wir sollen der Mehrheit nicht zustimmen, nur weil sie die Mehrheit ist, sollen uns nicht einem bestimmten Standard anpassen, wir sollen nicht denken wie die Mehrheit.
Не следуй за большинством ко злу. Бывает ситуация, когда нам кажется, что большинство людей думает не так, как мы. Но их большинство, они умные, они грамотные, и, хотя сердце говорит: «Они ошибаются, они делают зло», можно уговорить себя и сказать: «Да кто я такой, чтобы спорить с ними? Кто я такой, зачем мне это нужно?» – и последовать за ними, потому что миллиард китайцев не ошибается, тысяча раввинов не может ошибиться, я пойду за ними. Тора же говорит: «Нет, не следуй за большинством, если ты думаешь, что они ошибаются». Талмуд говорит о том, как это применяется в суде: нельзя вынести человеку смертный приговор большинством в один голос, простым большинством нельзя это решить. Чтобы вынести смертный приговор, должно быть большинство в три голоса. Мы не должны соглашаться с большинством только потому, что оно большинство, не должны подгонять себя под определённый стандарт, мы не должны думать, как большинство.
Aber unser Vers hat auch eine Fortsetzung.
Но у нашего стиха есть и продолжение.
Und wenn man dich nach deiner Meinung fragt, gib keine ausweichende Antwort. Das heißt, denke nicht: Da ist sie, die Mehrheit, und was wird man jetzt über mich denken, was wird man jetzt mit mir machen … Wenn man dich nach deiner Meinung gefragt hat und deine Meinung der Meinung der Mehrheit entgegengesetzt ist, schäme dich nicht, fürchte dich nicht: Du bist verpflichtet, deine Meinung zu äußern. Du bist verpflichtet, du selbst zu sein, verpflichtet, deinen Glauben, deine Meinung zu zeigen, denn du bist ein Geschöpf Gottes, und wenn etwas in dich hineingelegt ist, irgendein anderes Verständnis, dann hat der Höchste es in dich hineingelegt.
И если тебя спросят о твоём мнении, не давай уклончивый ответ. То есть не подумай: вот оно, большинство, и что сейчас про меня подумают, что со мной сейчас сделают… Если тебя спросили о твоём мнении и твоё мнение противоположно мнению большинства, не стыдись, не бойся: ты обязан высказать своё мнение. Ты обязан быть самим собой, обязан проявлять свою веру, своё мнение, потому что ты – творение Божие, и если в тебя что-то вложено, какое-то иное понимание, то это Всевышний в тебя его вложил.
Die Einheit des Volkes ist nur dann möglich, wenn du deine Meinung äußern kannst, ohne zu fürchten, dass man sie jetzt nicht hört, vielleicht wird man sie später hören. Sei nicht wie alle, passe dich nicht allen an, du bist verpflichtet, du musst du selbst sein. Sowohl in Gedanken als auch in Gesprächen sollst du niemanden fürchten, aber auch dem anderen Menschen bist du verpflichtet, das Recht zu geben, er selbst zu sein. Du musst verstehen, dass sich ein anderer Mensch finden kann – klug, aufrichtig, unbestechlich, gebildet, der nicht so denkt wie du und sogar nicht so wie die Mehrheit deiner Glaubensgenossen, die Mehrheit deiner Freunde.
Единство народа возможно только тогда, когда ты можешь высказать своё мнение, не боясь, что его не услышат сейчас, может быть, его услышат потом. Не будь как все, не подстраивайся под всех, ты обязан, должен быть собой. И в мыслях, и в разговорах ты не должен никого бояться, но и другому человеку ты обязан дать право быть самим собой. Ты должен понимать, что может найтись другой человек – умный, искренний, некупленный, грамотный, мыслящий не так, как ты, и даже не так, как большинство твоих единоверцев, большинство твоих друзей.
Die Tora lehrt, dass die Einheit heiliger Menschen die Einheit verschiedener heiliger Menschen ist. Genau diese Verschiedenheit, die innere Wahrheit, die eigene innere Wahrheit, die eigene Offenbarung der Heiligkeit muss man bewahren.
Тора учит, что единство святых людей – это единство разных святых людей. Вот эту разность, внутреннюю правду, свою внутреннюю правду, своё откровение святости нужно беречь.
Eine Leiter, um zurückzukehren
Лестница, чтобы вернуться
Überhaupt muss man, wenn man vom Wochenabschnitt Mischpatim spricht, sagen, dass dies der Lieblingsabschnitt der jüdischen Weisen ist. In diesem Abschnitt gibt es sehr viele verschiedene Gesetze: über den Dieb beim Einbruch, über Darlehen, über Schadenersatz … Einfach zahlreiche Gesetze. Viele Weisen äußern sich, wenn sie darüber sprechen, in dem Sinne: „Wie wunderbar ist unsere Tora.“ Und tatsächlich kann man hier vieles sehen, was für die Zeit der Gabe der Tora ein revolutionäres Gesetz war; vieles, worin sich die Gesetze der Tora von den Gesetzen der umliegenden Völker unterschieden. So gab es zum Beispiel in den Gesetzen der umliegenden Völker einen Unterschied, gegen wen ein Verbrechen begangen wurde. Das Urteil über einen Menschen, der einem Priester oder König eine Ziege gestohlen hatte, war ein anderes als über einen Menschen, der einem einfachen Mann einen Widder oder ein Schaf gestohlen hatte. So war es bei allen Völkern, und nur die Tora macht darin keinen Unterschied. Die Tora ist auch das einzige Gesetz, das verbietet, Geld auf Zins zu verleihen. Und zugleich, während man versteht, dass diese Gesetze sich stark von den Gesetzen der umgebenden Welt unterscheiden, kann man die Freude der Weisen nicht in allem teilen.
Вообще, говоря о недельной главе Мишпатим, надо сказать, что это любимая глава еврейских мудрецов. В этой главе очень много различных законов: о воре в подкопе, о займах, о возмещении ущерба… Просто многочисленные законы. Многие мудрецы, когда они говорят об этом, выражаются в духе: «Как прекрасна наша Тора». И, действительно, здесь можно увидеть много того, что было революционным законом для времени дарования Торы; много того, чем законы Торы отличались от законов окружающих народов. Так, например, в законах окружающих народов была разница, против кого совершено преступление. Приговор человеку, который украл козу у священника или царя, был иной, чем человеку, который украл барана или овцу у простолюдина. Так было у всех народов, и только Тора не делает в этом разницы. Тора также единственный закон, который запрещает давать деньги в рост. И вместе с тем, понимая, что эти законы сильно отличаются от законов окружающего мира, не во всём можно разделить радость мудрецов.
Im Brief an die Galater sagt Paulus, dass das Gesetz um der Übertretungen willen gegeben wurde. Worin besteht der Kern dessen, was Paulus sagt? Wenn ein Mensch in der Liebe zum Höchsten lebt, wenn der Höchste für ihn König ist, dann braucht ein solcher Mensch kein Gesetz darüber, was zu tun ist, wenn er ein Schaf gestohlen hat: er wird es einfach nicht stehlen. Wenn ein Mensch den Höchsten liebt, wird er kein Geld auf Zins verleihen, man muss es ihm nicht verbieten.
В послании Галатам Павел говорит о том, что закон был дан по причине преступлений. В чём суть того, что говорит Павел? Если человек живёт любовью ко Всевышнему, если Всевышний для него Царь, то такому человеку не нужен закон о том, что делать, если он украл овцу: он просто её не украдёт. Если человек любит Всевышнего, он не будет давать деньги в рост, ему не надо это запрещать.
Darum ist die Tora eben das Gesetz, das um der Übertretungen willen gegeben wurde. Das heißt, der Mensch erwies sich als unfähig, in jener Heiligkeit zu stehen, zu der er berufen ist. Das Volk Israel war nicht einmal bereit, direkt mit dem Höchsten zu reden. Das Volk Israel bat, dass Mosche Mittler sei. Das Volk Israel konnte den Höchsten nicht als König annehmen. Wir sehen, dass Israel ständig bald über das eine, bald über das andere murrt. Und wenn wir jetzt davon sprechen, dass das mit Israel geschah, müssen wir verstehen, dass das im Grunde ein Beispiel für die ganze Natur der Menschheit ist, für die Natur jedes Menschen.
Поэтому Тора и есть закон, данный по причине преступлений. То есть человек оказался не способным стоять в той святости, к которой призван. Народ Израиля оказался даже не готов напрямую говорить со Всевышним. Народ Израиля просил, чтобы Моше был посредником. Народ Израиля не мог принять Всевышнего как Царя. Мы видим, что постоянно Израиль возмущается то одним, то другим. И когда мы говорим сейчас о том, что это происходило с Израилем, мы должны понимать, что это пример, в общем-то, всей природы человечества, природы любого человека.
Und weil das Volk auf diese Weise abgefallen ist (und in der Person des Volkes sprechen wir wieder nicht von der jüdischen Natur, sondern von der allgemein menschlichen Natur; nicht Israel ist abgefallen, die Menschheit ist abgefallen), war es notwendig, eine Leiter zu geben, auf der man zurück zum Höchsten hinaufsteigen kann. In diesem Sinn ist das Gesetz gut, weil es dem Menschen, der gesündigt hat, erlaubt, wieder in die Heiligkeit zurückzukehren. Wenn ein Mensch, der die Liebe Gottes vergessen hat, ein Schaf gestohlen hat, dann ist er nicht zur ewigen Lossagung vom Höchsten verurteilt, er kann durch Schadenersatz zurückkehren. Darum sagt Paulus, dass das Gesetz gut ist.
И по причине того, что народ таким образом отпал (и в лице народа мы снова говорим не о еврейской природе, а об общечеловеческой природе; не Израиль отпал, это человечество отпало), необходимо было дать лестницу, по которой можно подняться обратно ко Всевышнему. В этом смысле закон благ, потому что он позволяет согрешившему человеку снова возвращаться в святость. Если человек, забыв о любви Божией, украл овцу, то он не обречён на вечное отречение от Всевышнего, он может вернуться через возмещение ущерба. Поэтому Павел говорит о том, что закон благ.
Was aber ist nicht gut? Was ist schlecht an dieser ganzen Geschichte? Das ist die menschliche Natur. Die menschliche Natur, die Gott nicht erlaubt hat, im Menschen zu wohnen, erwies sich als nicht bereit, mit Gott Gemeinschaft zu haben. Und aus diesem Grund wurden Übertretungen begangen.
Но что же не благо? Что же плохого во всей этой истории? Это человеческая природа. Человеческая природа, которая не позволила Богу жить в человеке, оказалась не готовой общаться с Богом. И по этой причине были совершены преступления.
Welcher ist nun der Weg für einen gläubigen Menschen? Es ist klar, dass ein gläubiger Mensch besser nicht in eine Situation gerät, in der er den Schaden für ein Schaf ersetzen muss. Dafür genügt das Gebot „Du sollst nicht stehlen“. Selbst seit dem Moment, in dem sich uns der Maschiach offenbart hat, können wir an uns feststellen, dass wir manchmal vom Höchsten abfallen. Und der Apostel Paulus sagt, dass wir viel sündigen. Dank dem Opfer Jeschuas müssen wir heute keine Opferdarbringung für die Sünde im Tempel suchen. Gleichwohl bleibt Sünde nach wie vor Sünde. In einem sündigenden Menschen wohnt Gott nicht. Ein solcher Mensch kann die göttliche Gegenwart durch Buße wiederherstellen. Aber da es bei uns, den heutigen Gläubigen, immer noch Übertretungen gibt, ist für uns Gläubige das Gesetz nach wie vor aktuell. Denn wir vollbringen unsere Rettung erst noch. In uns wird erst noch der Krieg gegen die Sünde geführt. Darum ist das Gesetz für uns nach wie vor gut, wie auch Paulus darüber schreibt.
Каков же путь для верующего человека? Понятно, что верующему человеку лучше не попадать в ситуацию, когда он должен возвращать ущерб за овцу. Для этого достаточно заповеди «Не укради». Даже с того момента, когда нам раскрылся Машиах, мы можем находить в себе, что иногда мы отпадаем от Всевышнего. И апостол Павел говорит, что мы много согрешаем. Благодаря жертве Йешуа мы можем сегодня не искать жертвоприношения за грех в Храме. Тем не менее грех по-прежнему остаётся грехом. В согрешающем человеке не живёт Бог. Такой человек может восстановить Божественное присутствие через покаяние. Но поскольку у нас, современных верующих, всё ещё встречаются преступления, для нас, верующих, по-прежнему актуален закон. Потому что мы только ещё совершаем своё спасение. В нас ещё только совершается война против греха. Поэтому закон для нас по-прежнему благ, как и пишет об этом Павел.
Aber wenn wir unseren Wochenabschnitt lesen und die Weisheit dieser Gesetze bewundern, müssen wir verstehen, dass die Gabe dieser Gesetze eine Gnade des Höchsten ist, die uns zum Sieg über die sündige Natur erwiesen wurde, eine Gnade für die Sünder. Wenn die Gnade des Höchsten wirklich Bewunderung hervorruft, dann ruft die Sündhaftigkeit des Menschen, die auch wir bis heute nicht in allem überwunden haben, Trauer und Bedauern hervor. Der Plan des Höchsten hat sich dennoch erfüllt – der Maschiach ist auf diese Erde gekommen und hat sich selbst als Opfer dargebracht. Aber zugleich haben wir unseren Teil noch nicht getan. Das heißt, unsere Natur ist noch nicht endgültig verändert. Darum kann man die Gnade des Höchsten bewundern.
Но, читая нашу недельную главу и восхищаясь мудростью этих законов, мы должны понять, что дарование этих законов – это милость Всевышнего, оказанная нам для победы над греховной природой, милость к грешникам. Если милость Всевышнего действительно вызывает восхищение, то греховность человека, которую и мы до сих пор не во всём преодолели, вызывает скорбь и сожаление. План Всевышнего всё же осуществился − Машиах пришёл на эту землю и принёс себя в жертву. Но вместе с тем мы ещё не сделали свою часть. То есть наша природа ещё не изменена окончательно. Поэтому восхищаться можно милостью Всевышнего.
Digest
Дайджест
Der Wochenabschnitt Mischpatim (21,1–24,18) ist voll von Geboten, die mit der jüdischen Rechtsprechung zusammenhängen. In ihm gibt es etwas mehr als fünfzig Gebote, und er steht unter allen vierundfünfzig Wochenabschnitten der Tora nach der Zahl der Gebote an vierter Stelle, eben der praktischen Gebote.
Глава Мишпатим (21:1-24:18) полна заповедей, связанных с еврейской юриспруденцией. В ней чуть больше пятидесяти заповедей, и она находится на четвёртом месте среди всех пятидесяти четырёх глав Торы по количеству заповедей, именно практических заповедей.
Dieser Wochenabschnitt beginnt mit den Worten des Höchsten, der sich an Mosche wendet und sagt: „Dies sind die Gebote, die du vor sie legen wirst, tassím lifnehém – du wirst vor ihre Angesichter legen“. Wovon spricht das? Und warum sagt der Höchste nicht: „Ich lege vor ihre Angesichter“, sondern spricht buchstäblich von der Vermittlung Mosches? Im Volk, im Volk Gottes – zuerst im jüdischen Volk, dann in einem weiteren Sinn – gibt es zwei Arten von Seele, zwei Ebenen der Seele. Und bevor wir uns in dieses Thema vertiefen, sage ich, dass wir nicht von höheren Seelen und niedrigeren Seelen sprechen. Jede Seele kann in ihrem Wachstum jede Ebene erreichen. Der Midrasch Tana Dewej Elijahu sagt, dass der Letzte der Heiden anfangen kann zu wachsen und den Hohepriester an Heiligkeit übertreffen kann. Aber vom Standpunkt des Wachstums aus gibt es zwei Ebenen von Seelen. Die einen Seelen, und es sind sehr wenige, erreichen eine solche Ebene der Erkenntnis des Höchsten, dass sie nicht nur wissen, dass der Höchste die Welt lenkt, die Welt regiert, sondern ihnen ist buchstäblich gegeben, die Gegenwart zu spüren, mit Ihm in Kontakt zu treten, sich mit Ihm zu verbinden. Der andere Teil der Seelen befindet sich in dem Zustand, dass sie vom Höchsten wissen, sie wissen genauso, dass Er die Welt lenkt, aber ihnen ist dieses Sehen und Erkennen des Höchsten noch nicht gegeben, durch das man mit dem Höchsten einen direkten Kontakt erreichen kann. Und gerade für solche „neu anfangenden“ Menschen ist die Führung Mosches notwendig. Das lehrt zugleich zwei Dinge: Einerseits kann ein Mensch wachsen und aufsteigen, von jeder Ebene aus beginnend, und andererseits gibt uns keine Ebene das Recht, uns über andere zu erheben. Und Mosche reicht diese Gebote so dar, wie man Menschen Essen serviert. Mosche bedient wie ein Kellner die Geringeren, damit sie die Gebote sehen, er dient als Werkzeug, damit sie den Lebendigen Gott erkennen. Davon (Mt. 20,26) spricht auch Jeschua: „Der Größere unter euch sei euer Diener.“
Начинается эта глава со слов Всевышнего, который обращается к Моше и говорит: «Вот заповеди, которые ты положишь перед ними, таси́м лифнеѓе́м –положишь перед их лицами». О чём это говорит? И почему Всевышний не говорит: «Я полагаю перед их лицами», а буквально говорит о посредничестве Моше? В народе, в Божьем народе – сначала в еврейском народе, потом в более расширенном смысле –существует два типа души, два уровня души. И прежде, чем углубиться в эту тему, я скажу, что мы не говорим о более высоких душах и более низких душах. Любая душа в своём возрастании может достигнуть любого уровня. Мидраш Тана Девей Элияѓу говорит, что последний из язычников может начать расти и превзойти в святости первосвященника. Но, с точки зрения возрастания, есть два уровня душ. Одни души, и их очень мало, достигают такого уровня постижения Всевышнего, что они не только знают о том, что Всевышний управляет миром, правит миром, но им буквально дано ощущать присутствие, вступать с Ним в контакт, связываться с Ним. Другая часть душ находится в том состоянии, что они знают о Всевышнем, они точно также знают, что Он управляет миром, но им ещё не дано вот это ви́дение и познание Всевышнего, через которое можно достичь со Всевышним прямого контакта. И вот для таких «новоначальных» людей необходимо вождение Моше. Это учит сразу двум вещам: с одной стороны, человек может возрастать и возвышаться, начиная с любого уровня, а с другой стороны, никакой уровень не даёт нам право превозноситься над другими. И Моше подаёт эти заповеди так, как подают людям еду. Моше, словно официант, прислуживает меньшим для того, чтобы они увидели заповеди, служит инструментом для того, чтобы они познали Бога Живого. Об этом (Мф.20:26) говорит и Йешуа: «Бо́льший из вас да будет вам слугой».
Die Mischna sagt, dass Mosche die Tora an Jehoschua ben Nun weitergab, dieser gab sie an die Ältesten weiter, und dann hat eine lange, lange Tradition für uns sowohl die Mischna als auch den Talmud und die zahlreichen Midraschim bewahrt. Es kommt oft vor, dass Leute aus messianischen Gemeinden diese verlassen und in die Synagoge gehen und sagen: „Dort bei ihnen, bei den Juden, gibt es Antworten auf alle Fragen, und hier bei uns antwortet man uns auf unsere Fragen nicht.“ Warum geschieht das? All die Jahre, angefangen von den Zeiten der Mischna, haben die Weisen die Erfahrung des Umgangs mit Gott aufgeschrieben. Diese Erfahrung hat sich zuerst zur Mischna gefügt, dann zum Talmud, dann zu zahlreichen Büchern zum Verständnis des Talmud. Auf diese Weise sprechen wir, wenn wir kommen, um uns mit einem Rabbiner auszutauschen, nicht mit einem einzigen Menschen, sondern mit vielen, vielen Generationen von Menschen, die Gott gesucht und erkannt haben. Aber das ist ein zweischneidiges Schwert: Seit der Zeit, als die Weisen begannen, die Tora aufzuschreiben, haben sie die Erfahrung der Gotteserkenntnis systematisiert, aber die Gotteserkenntnis selbst hat aufgehört. Stellt euch vor, dass ihr euch für Puschkin interessiert. Ihr geht in einen Laden und kauft das Buch „Puschkin in den Erinnerungen seiner Zeitgenossen“. Und ihr lest die Erinnerungen all seiner Freunde (sowohl Küchelbeckers als auch vieler anderer), und es kann sich bei euch ein gewisses Bild von Puschkin ergeben. Aber Puschkin ist längst gestorben, der Höchste aber lebt. Die jüdische Tradition bewahrt eine riesige Erfahrung des Umgangs mit Gott, aber größtenteils ist diese Erfahrung für viele Rabbiner schon Vergangenheit. Auf der Grundlage vergangener Begegnungen bewahren die Weisen die Eindrücke von dieser Erfahrung und das Wissen über Gott. Gott bewahre, das gering zu achten, das ist ein sehr wichtiges und nützliches Wissen, auf ihm gründet ja die Tradition, darum wird es auch von Generation zu Generation weitergegeben. Und es ist wertvoll und unendlich wichtig, von Rabbinern zu lernen, die jüdische Sichtweise kennenzulernen. Besonders wichtig sind die Methodik und die Logik – die Art, wie wir erkennen, wie wir die Welt wahrnehmen. Aber zugleich ist uns durch Jeschua ein riesiger Vorzug gegeben. Ja, einerseits (so sagt es auch Paulus) ist es ein riesiger Vorzug, Jude zu sein, denn sie sind Hüter, Hüter der Erfahrung. Andererseits gibt uns der Glaube an Jeschua die Möglichkeit, näherzukommen und den Höchsten kennenzulernen. Um das Beispiel mit Puschkin zu verwenden: Das ist so, als ob ihr den lebendigen Puschkin gekannt hättet und als ob ihr in den Erinnerungen der Zeitgenossen über Puschkin gelesen hättet. Durch Jeschua, durch den Glauben an Ihn, können wir mit Gott lebendigen Umgang haben, zu den Ebenen Seiner Erkenntnis aufsteigen und können (ohne Überhebung, Gott bewahre) mit großer Fürsorge denen dienen, die Ihn noch nicht erkannt haben. Aber andererseits bedeutet das nicht, dass wir, weil wir an Jeschua glauben, Gott schon automatisch erkennen und Gott in uns spricht. Die Begegnung mit Gott ist eine riesige, lange, schwere Arbeit an sich selbst, die Verwandlung seiner selbst in ein Gefäß, in dem Gott wohnen wird und das in Gott eindringen wird. Wie man sagt: „Nicht nur ihr kennt Gott, sondern auch Gott kennt euch.“ Das ist sehr wichtig.
Мишна говорит, что Моше передал Тору Йеѓошуа бен Нуну, тот передал её старейшинам, а затем долгая-долгая традиция сохранила для нас и Мишну, и Талмуд, и многочисленные мидраши. Часто случается, что люди из мессианских общин оставляют их и уходят в синагогу, говоря: «Там у них, у евреев, есть ответы на все вопросы, а у нас тут на наши вопросы нам не отвечают». Почему это происходит? Все годы, начиная со времён Мишны, мудрецы записывали опыт общения с Богом. Этот опыт сложился сначала в Мишну, потом в Талмуд, потом в многочисленные книги для понимания Талмуда. Таким образом мы, когда приходим общаться с раввином, общаемся не с одним человеком, а с многими-многими поколениями людей, которые искали и познавали Бога. Но это палка о двух концах: с того времени, как мудрецы стали записывать Тору, они систематизировали опыт богопознания, но само богопознание прекратилось. Представьте себе, что вы интересуетесь Пушкиными. Вы идёте в магазин и покупаете книгу «Пушкин в воспоминаниях современников». И вы читаете воспоминания всех его друзей (и Кюхельбекера, и многих других), и у вас может сложиться какая-то картина о Пушкине. Но Пушкин давно умер, а Всевышний – жив. Иудейская традиция хранит огромный опыт общения с Богом, но по большей части для многих раввинов этот опыт уже в прошлом. На основании прошлых встреч мудрецы хранят впечатления об этом опыте и знания о Боге. Упаси Бог, этим пренебрегать, это очень важное и полезное знание, на нём и основана традиция, потому оно и передаётся из поколения в поколение. И ценно, и бесконечно важно учиться у раввинов, узнавать еврейскую точку зрения. Особенно важны методология и логика – то, как мы познаём, как мы воспринимаем мир. Но в то же время через Йешуа нам дано огромное преимущество. Да, с одной стороны (так и Павел говорит), огромное преимущество быть иудеем, потому что они – хранители, хранители опыта. С другой стороны, вера в Йешуа даёт нам возможность приблизиться и познакомиться со Всевышним. Используя пример с Пушкиным, это как если бы вы знали живого Пушкина и как если бы вы читали про Пушкина в воспоминаниях современников. Через Йешуа, через веру в Него, мы можем иметь с Богом живое общение, подниматься на уровни Его постижения и можем (без превозношения, упаси Бог) с огромной заботой служить тем, кто Его ещё не постиг. Но, с другой стороны, это не значит, что раз мы верим в Йешуа, то мы автоматически уже постигаем Бога, и в нас говорит Бог. Встреча с Богом – это огромная, долгая, тяжёлая работа над собой, преображение себя в сосуд, в котором будет пребывать Бог и который будет проницать в Бога. Как говорят: «Не только вы знаете Бога, но и Бог знает вас». Это очень важно.
Und ungefähr diese Aufgabe wurde Mosche auferlegt. Aber wenn Mosche isch elohim, Menschgott, genannt wird, so hat sich in Jeschua der Gottmensch verkörpert. Das ist eine völlig andere Ebene der Gegenwart des Göttlichen im Menschen, das heißt, durch Jeschua hat sich eine viel größere Offenbarung des Höchsten aufgetan. Und das Wichtige, das wir aus der Kreuzigung, dem Tod und der Auferstehung Jeschuas, aus dem Opfer Jeschuas, gewinnen können, ist eben dies: dass wir durch Ihn (wenn wir mit Ihm gekreuzigt sind, mit Ihm gestorben sind und mit Ihm auferstehen werden) Zugang zum Höchsten erhalten und mit Ihm lebendigen Umgang haben können.
И вот примерно эта задача была возложена на Моше. Но если Моше называется иш элоѓим, человекобог, то в Йешуа воплотился Богочеловек. Это совершенно другой уровень присутствия Божественного в человеке, то есть через Йешуа раскрылось гораздо большее откровение Всевышнего. И то важное, что мы можем извлечь из распятия, смерти и воскресения Йешуа, из жертвы Йешуа, так это то, что через Него (если мы сораспялись Ему, умерли вместе с Ним и воскреснем вместе с Ним) мы получаем доступ ко Всевышнему, сможем иметь с Ним живое общение.
Wenn ein Mensch, der keinen solchen Umgang hat und vom Höchsten keine Antwort auf seine Fragen erhält, sich an die Synagoge wendet und dort tatsächlich Antworten auf seine Fragen findet, dann fällt es ihm nicht schwer, diesen, in Anführungszeichen gesagt, „nicht funktionierenden“ Jeschua zu verlassen und in die Synagoge zu gehen. Aber wenn wir das Opfer Jeschuas richtig begreifen, dann haben wir lebendigen Umgang mit Gott. Und indem wir diesen Umgang haben, können wir den geringeren Brüdern dienen – denen, die nach diesem Umgang erst streben. Und davon handelt eigentlich der Wochenabschnitt.
Когда человек, не имея такого общения, не получая от Всевышнего ответа на свои вопросы, обращается в синагогу и там действительно ответы на свои вопросы находит, тогда ему нетрудно оставить этого, сказано в кавычках, «неработающего» Йешуа и уйти в синагогу. Но если мы правильно осознаём жертву Йешуа, то мы имеем с Богом живое общение. И, имея это общение, мы можем служить меньшим братьям – тем, которые к этому общению только стремятся. И об этом, собственно, глава.
Jetzt ein wenig über die Gebote selbst. Ganz am Anfang des Wochenabschnitts spricht die Tora von der Sklaverei, und das ist für uns erstaunlich. Gegenwärtig ist die Sklaverei offiziell in der ganzen Welt abgeschafft. Aber keine Gesellschaft wird an einem Tag aufgebaut, wird an einem Tag geboren. Die Tora ist kein revolutionäres Dokument, das den Menschen und die Menschheit sofort verwandelt. Die Tora ist uns zur Arbeit an uns selbst gegeben. Die Tora erzieht uns, damit wir uns selbst erziehen, damit eine Gesellschaft, die sich selbst erzogen hat, auf die Sklaverei verzichtet. Man kann sagen, dass die Gesetze über die Sklaverei uns gegeben wurden, damit sie später abgeschafft würden, denn der Wunsch des Höchsten ist die Abschaffung der Sklaverei in der Welt. Worum geht es? Jeschua sagt, als er auf die Frage nach der Scheidung antwortet, so: „Mosche (das Gesetz Mosches) hat euch wegen eurer Herzenshärte erlaubt, euch scheiden zu lassen.“ Wie wir am Anfang gesagt haben, war Mosche wie ein Kellner, und er musste denen, die nicht verstehen, denen, die nicht heranreichen, den Sinn der Tora nahebringen. Und weil sie noch hartherzig waren, hat er ihnen manche Dinge erlaubt. Und ähnlich wurde die Sklaverei erlaubt.
Теперь немного о самих заповедях. В самом начале главы Тора говорит о рабстве, и это удивительно для нас. В настоящее время официально рабство отменено во всём мире. Но ни одно общество не строится, не рождается в один день. Тора – это не революционный документ, который сразу же преображает человека и человечество. Тора дана нам для работы над собой. Тора воспитывает нас, чтобы мы воспитывали себя, чтобы воспитавшее себя общество отказалось от рабства. Можно сказать, что законы рабства были даны нам для того, чтобы они впоследствии были отменены, потому что желание Всевышнего – отмена рабства в мире. О чём идет речь? Йешуа, отвечая на вопрос о разводе, говорит так: «Моше (закон Моше) по жестокосердию вам разрешил разводиться». Как мы говорили вначале, Моше был словно официант, и он должен был донести до непонимающих, до тех, кто не дотягивает, смысл Торы. И, поскольку они были ещё жестокосердны, он им какие-то вещи разрешил. И подобно этому было разрешено рабство.
Noch ein wichtiges, revolutionäres Detail, das die Tora in diesem Wochenabschnitt verkündet, ein wichtiges Gebot, ist die Todesstrafe: Die Tora sagt, dass jeder, der tötet, getötet werden muss, wenn er vorsätzlich getötet hat. Warum ist das revolutionär? Wir können sagen: Schon viel früher (oder nicht viel früher) war doch in den Gesetzen Hammurapis die Todesstrafe für Mord festgeschrieben. Aber die Gesetze Hammurapis unterschieden zwischen Reichen und Armen, sie teilten die Menschen nach Ständen ein. Darum konnte derjenige, der einen Menschen aus dem Stand der Bettelarmen getötet hatte, einfach mit einer Geldstrafe davonkommen. Genauso ersetzte auch der, der einen fremden Sklaven getötet hatte, dem Besitzer des Sklaven einfach den Schaden. In diesem Fall sagt die Tora, dass völlig unabhängig vom Stand, völlig unabhängig von der finanziellen Lage ein Mensch für die Tötung eines anderen Menschen einsteht, mit seinem Leben einsteht. Die Tora nimmt ein sehr hohes Niveau und sagt, dass man sogar einen Kohen vom Altar wegholen kann, das heißt sogar einen Kohen Gadol, obwohl das zu jener Zeit der höchste Status im Volk Israel ist. Man kann ihn aus dem Allerheiligsten herausziehen, um ihn der Todesstrafe zu übergeben, wenn er jemanden getötet hat.
Ещё одна важная, революционная деталь, которую провозглашает Тора в этой главе, важная заповедь – это смертная казнь: Тора говорит, что всякий, кто убивает, должен быть убит, если он убил преднамеренно. Почему это революционно? Мы можем сказать: вот же много раньше (или не много раньше) в законах Хамурапи уже была прописана смертная казнь за убийство. Но законы Хамурапи разделяли между богатыми и бедными, разделяли людей по сословиям. Поэтому тот, кто убил человека из нищего сословия, мог отделаться просто штрафом. Точно так же и тот, кто убил чужого раба, просто возмещал владельцу раба ущерб. В данном случае Тора говорит, что совершенно независимо от сословия, совершенно независимо от финансового состояния, человек отвечает за убийство другого человека, отвечает своей жизнью. Тора берёт очень высокий уровень и говорит, что даже коѓена от жертвенника можно взять, то есть даже коѓена гадоля, хотя это самый высокий на тот момент статус в народе Израиля. Можно вытянуть его из Святая Святых для того, чтобы предать его смертной казни, если он кого-то убил.
Es gibt in unserem Wochenabschnitt ein Gebot, an dem viele Anstoß nehmen: Das ist das Gebot Zahn um Zahn, Auge um Auge. Dieses Gebot ruft sehr viel Streit hervor. Anfangs scheint es den Leuten, dass es im buchstäblichen Sinn darum geht, dass, wenn ein Mensch jemandem ein Auge ausgestochen hat, ihm ein Auge ausgestochen wird, hat er ein Ohr abgerissen – wird ihm ein Ohr abgerissen, abgeschnitten, und so weiter. Nach dieser Logik ergibt sich, dass, wenn ein Mensch jemandem zwei Augen ausgestochen hat und zur Strafe selbst ohne Augen geblieben ist, er schon ein Abonnement für die Zukunft hat und ruhig jedem Beliebigen und beliebig oft die Augen ausstechen kann. Wie in einem Werbeslogan: Buy two, get one free (Kauf zwei und bekomm das dritte gratis). Aber zum Glück ist das nicht so. Die Tora spricht in diesem Gebot vom Ersatz des Schadens. Ein Mensch, der ohne Auge geblieben ist, kann seine Arbeit verlieren, das heißt einen Schaden erleiden, er kann seinen Lebensunterhalt verlieren, er und seine Familie. Darum sagt Gott, dass ein Mensch, der eine Verletzung erlitten hat, eine finanzielle Entschädigung erhalten muss. Was nützt es einem Menschen, dem man ein Auge ausgestochen hat, wenn man dem Täter auch ein Auge aussticht? Das hilft ihm nicht, den Lebensunterhalt nach Hause zu bringen, hilft ihm nicht, seine Familie zu ernähren, und hilft ihm nicht einmal, sich ein wenig behandeln zu lassen. Genau deshalb spricht die Tora von einer Geldentschädigung.
Есть в нашей главе заповедь, о которую многие претыкаются: это заповедь зуб за зуб, око за око. Эта заповедь вызывает очень много споров. Изначально людям кажется, что речь идёт в буквальном смысле о том, что если человек выколол кому-то глаз, то ему выкалывается глаз, оторвал ухо – ему отрывается, отрезается ухо и так далее. По этой логике выходит, что если человек выколол кому-нибудь два глаза и в наказание сам остался без глаз, то у него уже есть абонемент на будущее, и он может спокойно выкалывать глаза кому угодно и сколько угодно раз. Как в рекламном слогане: Buy two, get one free (Купить два и получить третий бесплатно). Но, к счастью, это не так. Тора говорит в этой заповеди о возмещении убытка. Человек, который остался без глаза, может потерять работу, то есть понести ущерб, может лишиться пропитания и он, и его семья. Поэтому Бог говорит о том, что человек, который получил увечье, должен получить финансовую компенсацию. Что за польза человеку, которому выкололи глаз, если обидчику тоже выколют глаз? Это не поможет ему приносить домой пропитание, не поможет ему кормить свою семью и даже не поможет ему подлечиться. Именно поэтому Тора говорит о денежной компенсации.
Hier ist ein Anlass zu bemerken, dass viele sagen: „Da habt ihr es, heißt es, das jüdische Gesetz, bei ihm dreht sich alles um Geld und um Geld.“ Die Sache ist die, dass das Geld in unserer Welt dem Element der Barmherzigkeit des Höchsten entspricht. Wenn alle freiwillig arbeiten, wie soll dann die Arbeit bewertet werden? Die Gnade des Höchsten besteht darin, dass man sich mithilfe des Geldes, über die Finanzen als gemeinsamen Maßstab, als gemeinsame Übereinkunft, über den Wert der Arbeit einigen kann. Wie jede Gnade, wie jede gute Sache kann man auch diese Sache zum Schaden verwenden, und sie wird oft zum Schaden verwendet, sagen wir es so, für eine alternative Gnade. Aber dennoch ist das Geld ein Ausdruck der Barmherzigkeit. Es gibt kein Verbot, es ist nichts Schlechtes daran, eine Entschädigung zu fordern, Geld für seine Arbeit zu fordern, Geld für seine Arbeit zu bekommen, einen besseren Lohn zu suchen, Erfolg für sein Geschäft zu suchen, reich zu werden, zu gedeihen und so weiter. Der Höchste kümmert sich darum. Das Einzige, woran man denken muss, ist, dass die Quelle des Geldes – sie ist beim Höchsten, die Quelle der Gnade – sie ist beim Höchsten. Und selbstverständlich sich auf Gott verlassen und nicht auf das Geld, wovon auch Jeschua im Beispiel vom Reichen, vom Kamel und vom Nadelöhr spricht. Übrigens, in Klammern bemerkt: In Jerusalem gab es nie ein Nadelöhr-Tor, darüber gibt es keinerlei historische Nachrichten, das ist einfach so ein altes Märchen, und Jeschua gebraucht tatsächlich diese unerträgliche Metapher vom Kamel und von den Nadelöhren.
Здесь повод заметить, что многие говорят: «Вот, мол, еврейский закон, он всё о деньгах и о деньгах». Дело в том, что деньги соответствуют в нашем мире элементу милости Всевышнего. Если все будут работать добровольно, как будет оцениваться работа? Благодать Всевышнего в том, что с помощью денег, через финансы как общее мерило, как общее соглашение можно договориться о стоимости труда. Как и любую благодать, как и любую хорошую вещь, эту вещь тоже можно использовать во вред, и она часто используется во вред, так скажем, для альтернативной благодати. Но всё же деньги – это проявление милости. Нет никакого запрета, нет ничего плохого требовать компенсацию, требовать деньги за свою работу, получать деньги за свою работу, искать зарплату получше, искать успеха для своего бизнеса, богатеть, процветать и так далее. Всевышний заботится об этом. Единственное, что нужно помнить, это то, что источник денег – он у Всевышнего, источник благодати – он у Всевышнего. И, разумеется, полагаться на Бога, а не на деньги, о чём и Йешуа говорит в примере о богаче, верблюде и ушке иглы. Кстати, в скобочках заметим: не было никогда в Иерусалиме игольчатых ворот, нет об этом никаких исторических сведений, это просто такая старая байка, и Йешуа действительно говорит вот такую несносную метафору о верблюде и игольных ушах.
Noch ein wichtiges Gebot, über das wir mit euch sprechen werden, ist das Gebot, der Mehrheit nicht zum Bösen zu folgen. Was bedeutet das? Oft wollen wir nach unserer menschlichen Natur nicht in der Minderheit sein. Etwas scheint uns gerecht, aber wenn wir sehen, wie die Mehrheit entscheidet, wollen auch wir so entscheiden wie sie. Besonders schwer ist es, seine Position allein zu verteidigen. Die Tora sagt, dass ein Mensch sich nicht der Mehrheit anschließen soll, nur weil sie die Mehrheit ist. Man darf sich nicht nur deshalb für im Unrecht halten, weil die Mehrheit der Menschen anders denkt. Aber das ist eine allgemeine Weisung für das Leben. In unserem Abschnitt aber spricht die Tora vom Gericht.
Ещё одна важная заповедь, о которой мы поговорим с вами, это заповедь не следовать за большинством ко злу. Что это значит? Часто по человеческой нашей природе мы не хотим оказываться в меньшинстве. Что-то нам кажется справедливым, но глядя на то, как решает большинство, мы тоже хотим решить, как они. Особенно трудно отстаивать свою позицию в одиночестве. Тора говорит, что человеку не следует примыкать к большинству только потому, что оно большинство. Нельзя считать себя неправым только потому, что большинство людей думает иначе. Но это общее указание для жизни. А в нашем разделе Тора говорит о суде.
Worin besteht die Situation, worin besteht die Besonderheit im Fall des Gerichts? Ein jüdisches Gericht kann aus dreiundzwanzig (das Kleine Gericht) oder aus einundsiebzig Personen (das Große Gericht) bestehen. Und wenn das Gericht beschließt, einen Menschen zum Tod zu verurteilen, ein Urteil mit Stimmenmehrheit zu fällen – zum Beispiel zwölf gegen elf –, dann wird das mit einer solchen Mehrheit nicht entschieden. Um einen Menschen wirklich zur Todesstrafe zu verurteilen, muss es dreizehn gegen zehn im Kleinen Gericht oder siebenunddreißig gegen vierunddreißig im Großen Gericht stehen. Das ist die sogenannte qualifizierte Mehrheit. Einfach mit einem Übergewicht von einer Stimme kann man einen Menschen nicht des Lebens berauben, denn auch das wäre ein Folgen der Mehrheit zum Bösen. Und was geschieht, wenn in irgendeinem Gericht, das aus dreiundzwanzig oder aus einundsiebzig besteht, alle einstimmig beschließen, einen Menschen zu verurteilen? In diesem Fall wird der Mensch für unschuldig erklärt und freigelassen. Warum ist das so? Weil eine solche Verteilung bedeutet, dass die Richter nicht aufmerksam darauf geachtet haben, den Menschen freizusprechen. Stellt euch vor, dass bei Gericht Jurastudenten anwesend sind. Wenn einer dieser Studenten eine Meinung zur Verteidigung des Angeklagten äußert, dann wird er sofort in das Gericht aufgenommen, denn das Gericht zieht die Barmherzigkeit der Strafe vor. Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt freizusprechen, dann erhält der Mensch, der das tun kann, die Möglichkeit, sofort in das Gericht einzutreten. Und das ist sehr wichtig.
В чём ситуация, в чём особенность в случае с судом? Еврейский суд может состоять из двадцати трех (Малый суд) или из семидесяти одного человека (Большой суд). И когда суд решает осудить человека на смерть, вынести приговор большинством голосов – например, двенадцать против одиннадцати, то таким большинством это не решается. Для того чтобы действительно осудить человека на смертную казнь, должно быть тринадцать против десяти в Малом суде или тридцать семь против тридцати четырёх в Большом суде. Это так называемое квалифицированное большинство. Просто с перевесом в один голос нельзя лишить человека жизни, потому что это тоже будет следованием за большинством ко злу. А что происходит, если в каком-то суде, состоящем из двадцати трёх или из семидесяти одного, все единогласно решают осудить человека? В этом случае человек объявляется невиновным и выпускается на свободу. Почему так? Потому что такой расклад означает, что судьи не отнеслись внимательно к тому, чтобы оправдать человека. Представьте себе, что на суде присутствуют студенты-юристы. Если кто-то из этих студентов, высказывает мнение в защиту подсудимого, то его сразу же вводят в состав суда, потому что суд предпочитает милость наказанию. Если есть какая-то возможность оправдать, то человеку, который может это сделать, предоставляется возможность войти сразу же в состав суда. И это очень важно.
Andererseits sagt die Tora gleich hier, das Recht nicht um des Armen willen zu verändern. Es gibt immer die Versuchung, das Recht um eines reichen Menschen willen zu verändern, um einem reichen Menschen zu gefallen. Es ist klar, dass das schlecht ist, und auch davon spricht die Tora, wenn sie gebietet, auf Bestechung zu verzichten. Aber es gibt auch die Gefahr, Mitleid mit einem Menschen zu haben, mit einem Armen, der von einem Reichen gestohlen hat, und ihm zu vergeben, zu sagen, dass der Reiche ohnehin viel hat. Die Tora verbietet das. Aber auch in Alltagssituationen begehen wir oft genau solche Fehler. Man hat mir eine Anekdote erzählt, eine Geschichte, sagen wir es so, über eine Familie, die aus Russland nach Belgien gezogen ist. Sie hatten einen Jungen von drei bis fünf Jahren, der schnell die Sprache lernte, sich eingewöhnte und in den Kindergarten ging. Im Licht der Besonderheiten der russischen oder familiären Erziehung schlug er bei einem Konflikt die Gegner sofort ins Gesicht, zum Entsetzen der belgischen Erzieherinnen. Natürlich wurden jedes Mal die Eltern gerufen, und irgendwann führten die Eltern ein Gespräch mit ihm. Es verging einige Zeit, und die Erzieher riefen die Eltern wieder in den Kindergarten und sagten: „Ihr Junge, er leidet unter allen, alle schlagen ihn, und so weiter. Vielleicht hat er sich ja gebessert, aber irgendwie hat er sich zu sehr gebessert.“ Die Eltern begannen, mit dem Jungen zu sprechen, und der Junge antwortete ihnen: „Ich habe verstanden“, sagte er, „dass die Belgier sich immer auf die Seite dessen stellen, der am meisten schreit. Deshalb gebe ich bei Streitigkeiten dem Gegner wie früher eins ins Gesicht, aber ich fange sofort an zu schreien, als der am meisten Gekränkte, und sie stellen sich auf meine Seite.“ So eine dumme menschliche Gewohnheit – mit dem zu sympathisieren, der am meisten schreit – kann dazu führen, dass wir mit einem Menschen einfach deshalb sympathisieren, weil er arm ist oder sich als arm darstellt. Unsere Gegner und die Gegner Israels im Friedensprozess stellen ebenfalls gern ihre Armut zur Schau, und Europa begnadigt sie ganz genauso. Gott ist kein Pazifist, und Gott ist barmherzig zu den Gerechten und nicht zu den Bettelarmen. Auch zu den Bettelarmen barmherzig, sie versorgend, aber nicht in Fragen des Gerichts. Auf einen Menschen werden unabhängig vom Stand, unabhängig vom Status die gleichen Gesetze angewandt.
С другой стороны, здесь же Тора говорит не изменять суд ради бедняка. Всегда есть соблазн изменить суд ради богатого человека, чтобы угодить богатому человеку. Понятно, что это плохо, и Тора тоже говорит об этом, когда повелевает отказаться от взяточничества. Но есть также опасность сжалиться над человеком, над бедняком, который украл у богатого, и простить его, сказать, что у богатого и так много. Тора это запрещает. Но в житейских ситуациях мы тоже часто совершаем такие же ошибки. Мне рассказали байку, историю, скажем так, об одной семье, которая переехала из России в Бельгию. Был у них мальчик трёх-пяти лет, который быстро выучил язык, освоился и пошёл в садик. В свете особенностей российского или семейного воспитания он в случае конфликта сразу бил противников по лицу к ужасу бельгийских воспитательниц. Естественно, всякий раз вызывали родителей, и на каком-то этапе родители провели с ним беседу. Прошло какое-то время, и воспитатели снова вызвали родителей в детский сад и сказали: «Ваш мальчик, он от всех страдает, все его бьют, и так далее. Может быть, он и исправился, но уж как-то слишком исправился». Стали родители говорить с мальчиком, и мальчик им ответил: «Я понял, – сказал он, – что бельгийцы, они всегда становятся на сторону того, кто больше всех кричит. Поэтому я в спорах по-прежнему даю противнику по лицу, но поднимаю сразу же крик, как самый обиженный, и они встают на мою сторону». Такая вот глупая человеческая привычка – симпатизировать тому, кто больше всех кричит, – может привести к тому, что мы будем симпатизировать человеку просто потому, что он бедный или представляется бедным. Наши противники и противники Израиля в мирном процессе тоже любят выставлять свою бедноту напоказ, и Европа точно так же милует их. Бог не пацифист, и Бог милостив к праведным, а не к нищим. К нищим тоже милостив, окормляя их, но не в вопросах суда. К человеку независимо от сословия, независимо от статуса применяются одинаковые законы.
Dasselbe betrifft auch Mischpatim 22,20: und den Fremdling bedränge nicht und bedrücke ihn nicht. Das bedeutet nicht, wie es heute oft ausgelegt wird, dass die Fremdlinge sofort alles halten müssen, wie die Juden es halten. Es bedeutet, dass wir bei Gericht den Fremdling nicht bedrängen. Wenn ein Fremdling gestohlen hat, bekommt er nicht mehr als andere. Wenn man einem Fremdling etwas gestohlen hat, kommt man damit genauso wenig ungestraft davon, wie wenn man einem Juden etwas gestohlen hat. Das heißt, in jeder Hinsicht ein gerechtes Gericht. Das Gericht forscht nach und stützt sich nur auf die Aussagen von Zeugen, die vertrauenswürdig, angesehen und ehrlich sind und einen guten Ruf haben. Es müssen mindestens zwei sein, um einen Menschen zu verurteilen. Mehr noch, um an einem Menschen die Todesstrafe zu vollziehen, müssen diese Leute zuerst zu dem potenziell zu Verurteilenden kommen und ihm sagen: „Das, was du tust, verdient die Todesstrafe.“ Das nennt man „Warnung“. Wenn sie ihn nicht gewarnt haben, dann unterliegt er keiner Strafe. Die Gerichte bemühen sich maximal, die Todesstrafe zu vermeiden. Die Gerichte versuchen maximal, die Weisungen der mündlichen Tora, der Weisen, zu erfüllen: jedes Mal einen Menschen in Richtung Freispruch zu richten, jedes Mal zu versuchen, eine Rechtfertigung zu finden. Die Position eines Menschen zu erklären, ihn zu verstehen und zu versuchen, ihn nicht zu verurteilen – das ist die Haltung, die die Tora gebietet. Darum hat auch Jeschua uns geboten zu beten: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben.“ Und zugleich muss die Todesstrafe, wenn sie nötig ist, angewandt werden. Wie wir schon gesagt haben, müssen es mindestens zwei Zeugen sein, aber das können keine Frauen sein, das Gericht nimmt kein Zeugnis von Frauen an. Und einer der Gründe besteht darin, dass derjenige, der gegen einen Menschen Zeugnis ablegt, selbst an seiner Hinrichtung teilnimmt. Und um die Frauen davon zu befreien, denen nach Ansicht der Weisen die Hinrichtung ihrer ganzen Natur widersprach (das ist dasselbe, als würde man sich eine Frau als Totengräberin vorstellen), haben die Weisen die Frauen vom Zeugnis befreit. Das heißt, nicht weil sie so leichtfertig ist, nicht weil sie so dumm ist, sondern weil sie so zart ist und größeren Schutz braucht. Und das alles haben wir jetzt über die Gebote für das Gericht gesagt.
Это же касается и Мишпатим 22:20 и пришельца не притесняй и не угнетай его. Это не значит, как это часто сегодня толкуется, что пришельцы должны сразу же всё соблюдать, как соблюдают евреи. Это значит, что на суде мы не притесняем пришельца. Если пришелец украл, он не получает больше, чем другие. Если украли у пришельца, это точно так же не сходит с рук, как если украли у еврея. То есть во всех отношениях справедливый суд. Суд выискивает и основывается только на показаниях свидетелей, достойных доверия, уважаемых и честных, имеющих хорошую репутацию. Их должно быть как минимум двое, для того чтобы осудить человека. Более того, для того чтобы применить к человеку смертную казнь, сначала эти люди должны прийти к потенциально осуждаемому и сказать ему: «То, что ты делаешь, заслуживает смертной казни». Это называется «предупреждение». Если они его не предупредили, то он не подлежит наказанию. Суды максимально стараются избежать смертной казни. Суды максимально пытаются выполнить указания устной Торы, мудрецов: всякий раз судить человека в сторону оправдания, всякий раз пытаться найти оправдание. Объяснить позицию человека, понять его и попытаться не осудить его – это позиция, которую заповедует Тора. Потому и Йешуа заповедовал нам молиться: «Прости нам долги наши, как и мы прощаем должникам нашим». И в то же время, когда смертная казнь нужна, она должна применяться. Как мы уже сказали, свидетелей должно быть минимум двое, но это не могут быть женщины, суд не принимает свидетельство от женщин. И одна из причин заключается в том, что свидетельствующий против человека сам участвует в его казни. И для того, чтобы избавить женщин, для которых, на взгляд мудрецов, казнь противоречила самой их природе (это всё равно, что представить себе женщину-могильщицу), мудрецы освободили женщин от свидетельства. То есть не потому, что она такая легкомысленная, не потому, что она такая глупая, а потому, что она такая нежная и нуждается в бо́льшей охране. И это всё мы сейчас говорили о заповедях для суда.
Noch ein Gebot, das wir betrachten können, ist das Gebot eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen (mechaschefá lo techajjé). Wen nennen wir eine Zauberin? Worin besteht der Sinn der Zauberei? Heute gibt es sehr viele Zauberinnen oder Hexen oder Menschen, die man dessen verdächtigen kann. Wenn ihr zu einem Menschen gekommen seid, ihn etwas gefragt habt und er euch irgendein Kräutlein gegeben hat, dann ist er möglicherweise ein Arzt. Wenn wir zu einem Menschen um Rat gekommen sind und er uns einen Rat gegeben hat, dann ist er möglicherweise ein Rabbiner, möglicherweise ein Lehrer, möglicherweise ein Psychologe. Wer ist eine Zauberin? Wo liegt die Grenze zwischen Hexerei und Weisheit, zwischen Hexerei und, sagen wir, Feinfühligkeit, wenn ein Mensch den Höchsten spürt (darüber haben wir am Anfang gesprochen), zwischen Hexerei und Prophetie? Das Wort mechaschefá (Zauberin, Hexe) geht semantisch, vom Standpunkt der jüdischen Auslegung aus, zurück auf das Wort lehachchisch (leugnen). Wenn ein Mensch, der uns Ratschläge gibt, an den wir uns um Hilfe wenden, uns vom Höchsten wegführt, die Lenkung der Welt durch Gott leugnet und von dieser Position aus sagt: „Gott hat dich bestraft, und ich werde dir helfen“ oder „Wir können hier den Willen des Höchsten lenken“, dann wird genau dieser Mensch Hexer genannt. Das Wort mechaschefá ist im weiblichen Geschlecht in Sammelbedeutung gebraucht, wie zum Beispiel das Wort Fisch: nicht ein Fisch, sondern eben Fisch in der Mehrzahl, viel Fisch. So kann man im Hebräischen mechaschefá in Bezug auf alle Hexer und alle diejenigen sagen, die sich mit solchen Dingen befassen.
Ещё одна заповедь, которую мы можем рассмотреть, это заповедь ворожею не оставляй в живых (мехашефа́ ло техае́). Кого мы называем ворожеей? В чём смысл ворожбы? Сегодня ворожей, или ведьм, или людей, которых можно в этом заподозрить, очень много. Если вы пришли к человеку, спросили его что-то, и он дал вам какую-то травку, то он, возможно, врач. Если мы пришли к человеку за советом, и он дал нам совет, то он, возможно, раввин, возможно, учитель, возможно, психолог. Кто такая ворожея? Где находится грань между колдовством и мудростью, между колдовством и, скажем, чувствительностью, когда человек ощущает Всевышнего (мы говорили об этом вначале), между колдовством и пророчеством? Слово мехашефа́ (ворожея, колдунья) восходит семантически, с точки зрения еврейского толкования, к слову леѓаххиш (отрицать). Если человек, который даёт нам советы, к которому мы обращаемся за помощью, уводит нас от Всевышнего, отрицает Божье управление миром и с этой позиции говорит: «Бог тебя наказал, а я тебе помогу» или «Мы тут можем управлять волей Всевышнего», вот этот человек называется колдуном. Слово мехашефа́ употреблено в женском роде в собирательном значении, как например, слово рыба: не одна рыба, а именно рыба во множественном числе, много рыбы. Так в иврите можно сказать мехашефа́ в отношении всех колдунов и всех тех, кто занимается такими вещами.
Noch ein Gebot, das die Feministen sehr empört, ist das Gebot über das Mädchen, das verführt wurde und das danach nach dem Beschluss des Vaters verheiratet wird. Die Empörung der Feministen, und nicht nur ihre, ist natürlich. Jeder Mensch wird sich wundern und sagen: „Und warum entscheidet der Vater für die junge Frau?“ Und wenn wir aufmerksam lesen, dann sehen wir, dass die junge Frau schon verführt wurde, sie ist schon verführt, und in diesem Zustand kann sie manchmal nicht vernünftig entscheiden, sie ist nicht objektiv, sie ist schon, kann man sagen, von jemandem bezaubert. Ja, natürlich ist ihr Freiheit gegeben, und sie kann für sich selbst entscheiden. Aber es wird richtiger sein, wenn sich der Vater in die Sache einmischt, der mit ihrem potenziellen Bräutigam ein wenig anders sprechen kann als sie selbst. Er kann jedenfalls objektiver sein. Und die junge Frau selbst ist dadurch, dass sie verführt ist, eben damit der Willensfreiheit beraubt, um für sich zu entscheiden.
Ещё одна заповедь, которая очень возмущает феминистов, это заповедь о девочке, которую соблазнили и которую затем выдают замуж по решению отца. Возмущение феминистов, да и не только их, естественно. Любой человек удивится и скажет: «А почему за девушку решает отец?» И если мы прочитаем внимательно, то увидим, что девушку уже соблазнили, она уже соблазнена, и в таком состоянии она не может иногда разумно решать, она не объективна, она уже, можно сказать, очарована кем-то. Да, конечно, ей дана свобода, и она может решать за себя. Но будет правильнее, если в дело вмешается отец, который сможет поговорить с её потенциальным женихом немного по-другому, чем она сама. Он, во всяком случае, может быть более объективен. А сама девушка, из-за того, что она соблазнена, тем самым лишена свободы воли, чтобы за себя решать.
Zum Abschluss möchte ich darüber sprechen, wie der Höchste mit Mosche spricht und ihm verspricht, einen Engel vor dem Volk her zu senden. Es gibt ein vielfältiges Spektrum von Meinungen, welcher Engel genau das ist. Manche meinen, das sei der Engel Michael, manche meinen, das sei Elijahu, andere sagen, das seien die Tora und das Gesetz, manche sagen, das sei Metatron. Als ich in den Kommentaren nach einer Antwort suchte, habe ich etwa zehn verschiedene Meinungen gefunden. Und wir werden jetzt nicht darüber sprechen, was das für ein Engel ist. Man kann in die Mystik abgleiten, man kann irgendeine einfache Erklärung geben – zum Beispiel, dass das die Kohanim sind. Darum geht es nicht. Folgendes verspricht Gott dem, der auf den Engel hören wird: „Wenn das Volk dem Engel folgt, wenn das Volk auf seine Stimme hört, dann wird es in deinem Land keine vorzeitig Gebärenden und keine Unfruchtbaren geben, die Zahl deiner Tage werde ich voll machen.“ Das heißt, der Höchste sagt, dass Er uns von der Geburt bis ins tiefste Alter begleiten und uns mit Gesundheit segnen wird, von der Empfängnis an, wenn noch von der Gefahr einer Fehlgeburt die Rede sein kann, bis ins tiefe Alter. Heute sehen wir diesen Segen des Höchsten, wir sehen viele Menschen, die ein tiefes Alter erreichen. Wenn früher ein Mensch vierzig Jahre, fünfzig Jahre alt werden konnte (zu Puschkins Zeiten galt ein Fünfzigjähriger schon als altes Männlein), so sehen wir heute, in unseren Zeiten, auch Achtzigjährige, die Basketball spielen. Und wir können sagen: „Na also, so weit ist der Fortschritt gekommen, so weit ist die Wissenschaft gekommen …“ Aber über alldem dürfen wir nicht vergessen, dass Gesundheit, langes Leben, Kraft im Alter und erfolgreiche Geburten – dass all das vom Segen des Höchsten abhängt. Das ist der Sinn dessen, was die Tora hier sagt. Und für Seine Heilung und für die Gesundheit, die Er gibt, müssen wir vor allem Ihn Selbst preisen und erst danach die Medizin. Unsichtbar hilft Er uns, und sichtbar wirkt hier die Hand des Mediziners. Wenn ich von mir spreche, kann ich sagen, dass ich in letzter Zeit einen sehr großen Segen vom Höchsten gesehen habe, als ich mich nach langer Krankheit vom Bett erheben konnte. Noch vor einigen Jahren sagten israelische Ärzte, dass mir nur noch einige Tage zu leben blieben. Aber ich kann bis heute hier sein, bei euch, mit euch reden, und ihr könnt mir zuhören, und dafür sei dem Höchsten Ehre.
В заключение хочется сказать о том, как Всевышний говорит с Моше и обещает ему послать ангела перед народом. Есть многочисленный спектр мнений, какой именно это ангел. Некоторые считают, что это ангел Михаэль, некоторые считают, что это Элияѓу, иные говорят, что это Тора и Закон, некоторые говорят, что это Метатрон. Я, когда искал ответ в комментариях, нашёл около десяти разных мнений. И мы не будем говорить сейчас, что́ это за ангел. Можно уйти в мистику, можно дать какое-то простое объяснение – например, что это коѓены. Не об этом речь. Вот что Бог обещает тому, кто будет слушаться ангела: «Если народ пойдёт за ангелом, если народ послушается его голоса, то не будет преждевременно рожающих и бесплодных в земле твоей, число дней твоих сделаю полным». То есть Всевышний говорит, что от рождения до самой глубокой старости Он будет сопровождать нас и благословлять нас здоровьем, от самого зачатия, когда речь ещё может идти об опасности выкидыша, до глубокой старости. Сегодня мы видим это благословение Всевышнего, мы видим многих людей, которые доживают до глубокой старости. Если раньше человек мог дожить до сорока лет, до пятидесяти лет (во времена Пушкина пятидесятилетний человек уже считался старичком), то сегодня, в наши времена, мы видим и восьмидесятилетних людей, играющих в баскетбол. И мы можем сказать: «Ну вот, прогресс достиг такого, наука достигла такого…» Но за всем этим мы не должны забывать, что здоровье, долголетие, крепость в старости и успешные роды – всё это зависит от благословения Всевышнего. Это смысл того, что говорит здесь Тора. И за исцеление Его, и за здоровье, которое Он даёт, мы должны прежде всего благословлять Его Самого, а уж потом медицину. Незримо нам помогает Он, а зримо здесь действует рука медика. Говоря о себе, могу сказать, что очень большое благословение я видел в последнее время от Всевышнего, когда после долгой болезни я смог подняться с постели. Ещё несколько лет назад израильские врачи сказали, что мне осталось всего несколько дней жизни. Но я до сих пор могу быть здесь, с вами, разговаривать с вами, а вы можете меня слушать, и за это Всевышнему Слава.
Wenn wir den Wochenabschnitt zusammenfassen und dieses Gespräch abschließen, was können wir sagen? Die Tora sagt, dass der Größere unter uns dem Kleineren ein Diener sein muss, denn die Quelle unseres „Mehr“ ist unser Umgang, unser Wissen, unser Erkennen Gottes. Die Tora wird uns gegeben, damit wir wachsen. Sie wird nicht den geistlich Erwachsenen gegeben, sie wird geistlichen Kindern gegeben, damit sie heranwachsen können. Die Tora führt die Todesstrafe nicht deshalb ein, weil sie das Leben des Menschen nicht schätzt, sondern im Gegenteil, weil sie das Leben des Menschen schätzt. Die Tora sagt, dass der Mensch, da er fähig ist, unter Einfluss zu geraten, nicht der Mehrheit folgen darf und immer, bis zum allerletzten Moment, eine Rechtfertigung für den anderen Menschen suchen muss. Die Tora sagt, dass auch der, der einen Menschen vom Höchsten wegführt, die Todesstrafe verdient. Beachtet, dass die Tora niemals die Todesstrafe für irgendwelche wirtschaftlichen Verbrechen festsetzt. Die Todesstrafe wird nur für die eingeführt, die einen Menschen zugrunde richten, seinen Leib oder seine Seele. Die Tora sagt, dass der Mensch Entscheidungen im Zustand geistlicher Gesundheit treffen muss, darum kann ein verführtes Mädchen nicht selbst für sich entscheiden. Und die Tora sagt, dass nicht nur das finanzielle Wohlergehen, nicht nur der Wohlstand, sondern auch unsere Gesundheit, das Niveau unserer Wissenschaft – dass all das vom Höchsten abhängt, Ehre sei Ihm in Ewigkeit.
Подводя итог главе, заканчивая эту беседу, что мы можем сказать? Тора говорит о том, что бо́льший из нас должен быть меньшему слугой, потому что источник нашего «больше» – это наше общение, наше знание, наше постижение Бога. Тора даётся нам для того, чтобы расти. Она не даётся взрослым духовно, она даётся духовным детям для того, чтобы они могли возрастать. Тора вводит смертную казнь не потому, что она не ценит жизнь человека, а наоборот, потому что она ценит жизнь человека. Тора говорит о том, что человек, будучи способным попадать под влияние, не должен следовать за большинством, должен всегда, до самого последнего момента искать оправдание для другого человека. Тора говорит о том, что тот, кто уводит человека от Всевышнего, тоже заслуживает смертной казни. Заметьте, что Тора никогда не назначает смертную казнь за какие-то экономические преступления. Смертная казнь вводится только для тех, кто губит человека, его тело или душу. Тора говорит о том, что человек должен принимать решения в состоянии духовного здоровья, поэтому соблазнённая девица не может решать сама за себя. И Тора говорит о том, что не только финансовое благополучие, не только благосостояние, но и здоровье наше, уровень нашей науки – всё это зависит от Всевышнего, Слава Ему вовеки.
Volle Tage
Полные дни
Der Wochenabschnitt spricht darüber, wie man nach der Gabe der Tora leben soll, wie man die Gesetze in der neuen Gesellschaft aufbauen soll, wie man die Beziehungen zwischen dem Menschen und seinem Nächsten, zwischen dem Menschen und dem Schöpfer nach der Gabe der Tora aufbauen soll. Wahrscheinlich sind zwei oder drei Traktate des Talmud der Untersuchung jener Gebote gewidmet, die in diesem Wochenabschnitt dargelegt sind.
Недельная глава говорит о том, как жить после дарования Торы, как строить законы в новом обществе, как строить взаимоотношения между человеком и ближним, между человеком и Создателем после дарования Торы. Наверное, два или три трактата Талмуда посвящены разбору тех заповедей, которые изложены в этой главе.
Wir werden nur über zwei Verse (25 und 26) aus Kapitel 23 des Buches Schemot sprechen: „Und dient dem HERRN, eurem Gott, und Er wird dein Brot und dein Wasser segnen; und ich werde die Krankheit aus deiner Mitte abwenden. Es wird keine Fehlgebärende und keine Unfruchtbare in deinem Land geben, die Zahl deiner Tage werde ich voll machen.“ Diese zwei Verse möchte ich gern untersuchen, sie unter verschiedenen Blickwinkeln aus chassidischer Sicht betrachten und sehen, wie aktuell sie in unserem heutigen Leben sind.
Мы поговорим всего о двух стихах (25 и 26) из 23 главы книги Шмот: «И служите Господу, Богу вашему, и Он благословит хлеб твой и воду твою; и отвращу болезнь от среды твоей. Не будет выкидывающей и бесплодной в стране твоей, число дней твоих сделаю полным». Вот эти два стиха хотелось бы разобрать, посмотреть на них под разными углами с точки зрения хасидской, и посмотреть, как они актуальны в нашей сегодняшней жизни.
Viele stellen sich die Frage: Warum beginnt der Vers damit, dass Gott sich wendet und sagt: „Dient dem HERRN, eurem Gott“? Die logische Fortsetzung wäre zu lesen: „Und Er wird euer Brot und euer Wasser segnen, und ich werde die Krankheit aus eurer Mitte abwenden. Es wird bei euch keine Fehlgebärende und keine Unfruchtbare in eurem Land geben, und die Zahl eurer Tage werde ich voll machen.“ Nun, oder dass alles im „Du“ stünde. Warum lesen wir einen so seltsamen Übergang: „Dient dem HERRN, und Er wird dein Brot segnen“?
Многие задаются вопросом: почему стих начинается с того, что Бог обращается и говорит: «Служите Господу, Богу вашему»? Логичным продолжением было бы прочитать: «И благословит Он хлеб ваш и воду вашу, и отвращу болезнь от среды вашей. Не будет у вас выкидывающей и бесплодной в вашей стране, и число дней ваших сделаю полным». Ну, или чтобы всё было на «ты». Почему мы читаем такой странный переход: «Служите Господу, и Он благословит хлеб твой»?
Es gibt einen sehr wichtigen Aspekt im gemeinsamen Dienst, denn es ist unmöglich, dem Höchsten zu dienen, ohne sich um all jene zu kümmern, die neben dir dem Höchsten dienen, oder um jene, die dem Höchsten vielleicht noch nicht dienen. Ganz Israel – das sind Bürgen füreinander. Ganz Israel, das ganze Volk Gottes ist füreinander verantwortlich. Und darum ist der Dienst Israels ein Dienst als Gemeinde. Das bedeutet nicht, dass man irgendwohin gehen und unbedingt in irgendeiner Gemeinde dienen muss. Das bedeutet, dass im Dienst eines Menschen die Sorge um das Volk Gottes sein muss und nicht nur um sich selbst.
Есть очень важный аспект в совместном служении, потому что невозможно служить Всевышнему, не заботясь о всех тех, кто рядом с тобой служит Всевышнему, или о тех, кто ещё, может быть, Всевышнему не служит. Весь Израиль – гаранты друг другу. Весь Израиль, весь народ Божий в ответственности друг за друга. И поэтому служение Израиля – это служение общиной. Это не значит, что надо ходить куда-то и служить обязательно в какой-то общине. Это значит, что в служении человека должна быть забота о народе Божьем, а не только о себе.
Es gibt in der geistlichen Arbeit jedes Menschen ein so großes Übel wie die Selbstzufriedenheit oder das Zufriedensein mit sich selbst. Ein Mensch kann sagen: „Na, was ist mit mir? Ich lerne genug, ich höre ganze drei Lektionen am Tag, ich lese viel in der Schrift, ich tue viele gute Werke, ich habe verschiedene Dienste, und im Großen und Ganzen bin ich mit meiner Beziehung zum Höchsten zufrieden.“ Die Frage ist, ob es neben dir Menschen gibt, die deine Hilfe brauchen und es brauchen, dass du dich um sie kümmerst. Wenn du mit dir zufrieden bist, tu etwas für andere, und das wird zu dem werden, was Segen in dein Haus bringt. Das heißt, der gemeinsame Dienst bringt Segen in das persönliche Leben, in die persönlichen Angelegenheiten des Menschen. Die Anteilnahme und die Sorge um die Nöte des Volkes (nicht unbedingt, ich wiederhole, das Erscheinen soundso oft pro Woche in irgendeiner Gemeinde), die Teilnahme am Dienst des Volkes, das Heranführen des Volkes an den Dienst – das ist eine wichtige Bedingung für den persönlichen Segen des Menschen.
Есть такая большая беда в духовной работе каждого человека, как самоудовлетворение или довольство собой. Человек может сказать: «Ну, а что я? Я достаточно учусь, я целых три урока в день слушаю, я много читаю Писания, я много делаю добрых дел, у меня разные служения, и, в общем-то, я доволен своими отношениями со Всевышним». Вопрос в том, есть ли рядом с тобой люди, которые нуждаются в твоей помощи и нуждаются, чтобы ты о них позаботился? Если ты доволен собой, делай для других, и это станет тем, что принесёт благословение в твой дом. То есть совместное служение приносит благословение в личную жизнь, в личные дела человека. Участие и забота о нуждах народа (не обязательно, повторю, явка сколько-то раз в неделю в какую-то общину), участие в служении народа, приближение народа к служению – важное условие для личного благословения человека.
Hier gibt es wahrscheinlich auch noch einen solchen Aspekt, von dem der bekannte Kommentator Kli Jakar spricht (Rabbi Efrajim-Schlomo bar Aharon aus Luntschiza, der im 16. Jahrhundert lebte). Er sagt, dass die gemeinsame Arbeit, der gemeinsame Dienst für den Höchsten gut ist. Es ist gut, gemeinsam, als große Gemeinde, zum Gebet aufzustehen, wenn das nötig ist. Aber zugleich müssen Brot, Wasser, das Essen zu Hause, der häusliche Lebensunterhalt, der Alltag familiär sein. Hier müssen Grenzen gesetzt werden, das heißt, das Leben kann nicht ausschließlich gemeinschaftlich sein.
Здесь есть ещё, наверное, и такой аспект, о котором говорит известный комментатор Кли якар (раби Эфраим-Шломо бар Аарон из Лунчицы, который жил в XVI веке). Он говорит о том, что совместная работа, совместное служение Всевышнему – это хорошо. Хорошо вместе, большой общиной встать на молитву, если это нужно. Но в то же время хлеб, вода, домашняя еда, домашнее пропитание, быт должны быть семейными. Здесь должны быть поставлены границы, то есть жизнь не может быть исключительно общественной.
In Israel, ganz am Anfang des Bestehens des Staates Israel, gab es Kibbuzim (Kolchose, Kolonie), in denen oft darüber gestritten wurde, ob ein Mensch zu Hause einen elektrischen Wasserkocher haben darf. So sehr war alles gemeinsam! Die Kinder wuchsen in einem besonderen Wohnheim für Kinder auf, und die Kibbuzniks aßen nur in den Speisesälen. Private, häusliche Küchen hatten sie nicht. Aber dieses Projekt ist eine Utopie. Ja, es ist wirklich gut, gemeinsam zu arbeiten, es ist gut, dem Höchsten gemeinsam zu dienen, aber zugleich sind Brot, Wasser, Gesundheit eine Art persönlicher Raum, den wir aufbauen müssen und in den wir den Segen aus diesem Dienst in der Gemeinschaft hineinbringen.
В Израиле, в самом начале существования государства Израиль, были кибуцы (колхоз, колония), в которых часто спорили, может ли человек иметь дома электрический чайник. Настолько всё было общее! Дети росли в специальном общежитии для детей, а кибуцники кушали только в столовых. Частных, домашних кухонь у них не было. Но этот проект утопия. Да, действительно, хорошо работать вместе, хорошо служить Всевышнему вместе, но в то же время хлеб, вода, здоровье – это какое-то личное пространство, которое мы должны строить, и в которое мы приносим благословение от этого служения в обществе.
Me Schiloach, ein anderer chassidischer Kommentator, sagt, dass man in seinem Dienst für den Höchsten auf andere Rücksicht nehmen muss, und es gibt dazu zwei Ansätze. Wenn ein Mensch in etwas unvollkommen ist und er überlegt und sich scheut und manchmal sagen kann: „Lohnt es sich denn, dass ich spreche, vielleicht sagt es jemand besser als ich? Soll es jemand sagen, der besser ist als ich. Soll es jemand tun, der es besser tun kann. Vielleicht muss ich mich nicht beeilen, auf alle Fragen zu antworten, sondern warten, vielleicht gibt es noch jemanden, der antworten wird?“ Das ist die eine Eigenschaft. Es gibt auch eine andere Eigenschaft. Wenn ich verstehe, dass ich auf irgendeinem Gebiet wirklich kundig und erfolgreich bin, wenn man mich einlädt, die Gebete zu leiten oder zu predigen oder irgendwelche Lehren vorzutragen, und ich wirklich spüre: „Ja, ich bin gut, ich habe Erfolg auf diesem Gebiet, ich kann das gut machen, und das Volk erwartet, dass gerade ich das mache“, dann gibt es auch hier eine Äußerung einer Art von Gottesfurcht, der Sorge darum, dass sich auch andere entwickeln. Darum muss man, selbst wenn du, wenn man so sagen kann, auf irgendeinem Gebiet spitze bist, anderen Raum geben, damit die Geschickten zum Vorschein kommen. Man muss denen Gelegenheit geben, sich zu zeigen, die vielleicht nicht so denken wie du, die vielleicht völlig anders denken können. Jemandem Raum geben, der jung ist, der nicht so klug ist, der nicht so geschickt ist, vielleicht nicht so begabt (oder dir scheint es so, dass er nicht so geschickt und nicht so begabt ist). Man muss anderen Raum geben, sich zu entwickeln. Die Sorge um die Entwicklung anderer, die Sorge um das geistliche Wachstum anderer – auch das ist ein Teil dessen, wovon die Tora hier spricht, wie Me Schiloach es versteht.
Мэй Шилоах, другой хасидский комментатор, говорит о том, что в своём служении Всевышнему нужно считаться с другими, и есть два подхода к этому. Если человек в чём-то несовершенен, и он думает, и стесняется, и иногда может сказать: «А стоит ли мне говорить, может быть, кто-то лучше меня скажет? Пусть скажет кто-то, кто лучше меня. Пусть сделает кто-то, кто может сделать лучше. Может, не надо мне спешить отвечать на все вопросы, а подождать, может быть, есть кто-то ещё, кто ответит?» Это одно качество. Есть и другое качество. Если я понимаю, что в какой-то области я действительно сведущ и успешен, если меня приглашают вести молитвы, или проповедовать, или говорить какие-то учения, и я действительно чувствую, что «да, я хорош, я преуспеваю в этой области, я могу это делать хорошо, и народ ждёт, что это именно я сделаю», то здесь тоже есть проявление своего рода богобоязненности, заботы о том, чтобы и другие тоже развивались. Поэтому, даже если ты, можно так сказать, крутой в какой-то области, нужно дать место другим, чтобы выявлялись искусные. Нужно дать проявиться тем, кто, может быть, не думает так, как ты, может думать совершенно иначе. Дать место кому-то, кто молод, кто не так умён, кто не так умел, может быть, не так талантлив (или тебе так кажется, что он не так умел и не так талантлив). Нужно дать развиваться другим. Забота о развитии других, забота о духовном росте других – это тоже часть того, о чём здесь говорит Тора, как понимает Мэй Шилоах.
Wenn geschrieben steht wa’awádtem (und dient gemeinsam), ist damit gemeint, diejenigen in den Dienst einzubeziehen und zum Dienst zu ermutigen, die vielleicht nicht so begabt und nicht so fähig sind, in ihnen keine Bedrohung zu sehen, sondern in ihnen eine Hilfe zu sehen, in ihnen Potenzial zu sehen. Warum ist das ein Teil der Gottesfurcht? Weil wir uns nicht um unseren eigenen Erfolg kümmern, sondern um den Erfolg des göttlichen Plans. Und der Erfolg des göttlichen Plans besteht darin, dass die Tora, dass unsere Fertigkeiten, dass unser Wissen von Generation zu Generation weitergegeben werden. Wie man sagt: „Man kann sehr schnell laufen, aber allein laufen, und man kann langsamer laufen, aber alle zusammen laufen.“ Und dieses wa’awádtem (und dient) sagt, dass man dem Höchsten gemeinsam dienen muss, indem man die Schwachen mitzieht, manchmal um der Schwachen willen stehen bleibt, manchmal die Schwachen vorangehen lässt, damit sie stärker werden. Und wenn ein Mensch diesem Gemeinsamen begegnet, sich um dieses Gemeinsame kümmert, dann wird er persönlich gesegnet.
Когда написано ваава́дтэм (и служите вместе), имеется в виду подключать, подбадривать на служение тех, кто, может быть, не такой талантливый и не такой способный, не видеть в них угрозы, а видеть в них подмогу, видеть в них потенциал. Почему это часть богобоязненности? Потому что мы заботимся не о своём успехе, а об успехе Божественного замысла. А успех Божественного замысла в том, чтобы Тора, чтобы наши умения, чтобы наши знания переходили из поколения в поколение. Как говорится, «можно бежать очень быстро, но бежать в одиночку, а можно бежать помедленнее, но бежать всем вместе». И вот это ваава́дтэм (и служите) говорит о том, что служить Всевышнему нужно вместе, подтягивая слабых, иногда останавливаясь ради слабых, иногда давая проход слабым вперёд, чтобы они становились сильнее. И если человек встречается с этим общим, заботится об этом общем, то он благословляется лично.
Das betrifft nicht nur den alltäglichen Dienst, wie wir ihn sehen, irgendwo in irgendwelchen Angelegenheiten, bei denen offensichtlich ist, dass es ein Dienst für Gott ist. Aber das kann auch auf der Autobahn sein: zum Beispiel, wenn wir auf der Straße fahren und das Auto lenken, können wir so fahren, dass wir überhaupt auf niemanden Rücksicht nehmen, als wären wir die wichtigste Person auf der Autobahn; das ist auch das Verhalten in der Familie und überhaupt überall. Darum die allgemeine Regel: „Willst du Segen empfangen – denk an den anderen.“
Это не только в повседневном служении, как мы его видим, где-то в каких-то делах, в которых очевидно, что это служение Богу. Но это может быть и на шоссе: например, когда мы едем по дороге и ведём машину, мы можем ехать так, чтобы вообще ни с кем не считаться, как будто мы – самая важная персона на шоссе; это и поведение в семье, и вообще везде. Поэтому общее правило: «Хочешь получить благословение – думай о другом».
Weiter sagt die Tora: „Es wird keine Fehlgebärende und keine Unfruchtbare in deinem Land geben.“ Das ist interessant. Wenn wir vom einfachen Sinn dieser Verse sprechen, dann muss man verstehen, dass es sehr oft so vorkommt, dass zu irgendeinem Ehepaar, das keine Kinder bekommen kann, „Ratgeber“, „Wohlmeinende“ kommen und sagen: „Vielleicht hast du irgendeine Sünde, vielleicht habt ihr da etwas nicht richtig gemacht, vielleicht verhaltet ihr euch irgendwie falsch?“ Das ist manchmal wahrscheinlich nützlich, wenn die Leute selbst danach fragen. Aber wir sehen, hier ist gesagt, dass das vom gemeinsamen Dienst abhängt, vom allgemeinen Zustand der Gesellschaft, nicht von irgendeinem persönlichen Stand. Vielleicht auch vom persönlichen, aber es ist gesagt: „Wenn in der Gesellschaft Unordnung herrscht, dann wird es eine Fehlgebärende und Unfruchtbare in deinem Land geben.“
Дальше Тора говорит: «Не будет выкидывающей и бесплодной в стране твоей». Это интересно. Если мы говорим о простом смысле этих стихов, то нужно понимать, что очень часто так бывает, когда к какой-то семейной паре, которая не может иметь детей, приходят «советчики», «доброжелатели» и говорят: «Может быть, у тебя есть какой-то грех, может, вы что-то там не так сделали, может, вы как-то неправильно себя ведёте?» Это иногда, наверное, полезно, если люди сами спрашивают об этом. Но мы видим, здесь сказано, что это зависит от общего служения, от общего состояния общества, не от личного какого-то стояния. Может быть, и от личного, но сказано: «Если в обществе есть непорядок, то будет выкидывающая и бесплодная в стране твоей».
Die chassidischen Lehrer lesen die Wörter nicht immer so, wie sie geschrieben sind. Wenn wir das Wort Land (érez) lesen, verbinden wir es mit dem Wort razón (Wunsch). Warum heißt das Land (érez) so? Weil es den Wunsch (razón) seines Herrn tut. Wenn ihr einen Kirschkern in die Erde werft, wächst eine Kirsche; wenn ihr Tomatensetzlinge in sie pflanzt, werden Tomaten wachsen. Der Mensch, das Volk Gottes, wird ebenfalls Land (érez) genannt. Im Buch des Propheten Malachi (3,12) lesen wir: „Und alle Völker werden sagen, dass ihr glücklich seid, und ihr werdet ein Land Meines Begehrens sein (ein Land Meines Wunsches)“, – so spricht der HERR. Das heißt, der Dienst für den Höchsten ist mit unseren Wünschen verbunden.
Хасидские учителя не всегда читают слова так, как они написаны. Когда мы читаем слово страна (э́рец), мы связываем его со словом рацо́н (желание). Почему страна (э́рец) так называется? Потому что она делает желание (рацо́н) своего хозяина. Если вы бросите в землю вишнёвую косточку, то вырастет вишня, если посадите в неё помидорную рассаду, будут расти помидоры. Человек, народ Божий, тоже называется страна (э́рец). В книге пророка Малахи (3:12) мы читаем: «И скажут все народы, что счастливы вы, и вы будете страной вожделения Моего (страной Моего желания)», – так говорит Господь. То есть служение Всевышнему связано с нашими желаниями.
Was ist eine Unfruchtbare? Unfruchtbar – das ist, wenn wir nicht wollen, wir haben überhaupt keine Wünsche. Wir verstehen anscheinend gar nicht, wofür wir leben. Wir leben zwar, aber verstehen nicht, wofür. Die Fehlgebärende – das ist, wenn wir etwas wollen, aber es uns nicht gelingt, dieses Etwas zu erfüllen. Und der Höchste sagt: „Wenn du diese Regel hier einhältst, dem Höchsten zusammen mit dem Volk dienst, am gemeinsamen Dienst teilnimmst, dann wird sich auch das erfüllen. Bei dir wird es keine Unfruchtbare geben, bei dir wird es keine Fehlgebärende geben. Du wirst voller Wunsch sein, wirst voll vom Wunsch zu leben sein, von irgendwelchen Ideen, irgendeiner Motivation, deine Wünsche werden sich verwirklichen.“
Что такое бесплодная? Бесплодная – это когда мы не хотим, у нас нет вообще никаких желаний. Мы вроде бы и не понимаем, для чего мы живём. Вроде бы и живём, но не понимаем для чего. Выкидывающая – это когда мы хотим что-то, но у нас не получается это что–то исполнить. И Всевышний говорит: «Если ты будешь соблюдать вот это правило, служить Всевышнему вместе с народом, участвовать в общественном служении, то и это тоже исполнится. У тебя не будет бесплодной, у тебя не будет выкидывающей. Ты будешь полон желания, будешь полон желания жить, каких-то идей, какой-то мотивации, твои желания будут осуществляться».
Und was bedeutet die Zahl deiner Tage werde Ich voll machen? Man kann sagen, dass das einfachste Verständnis davon ist: Du wirst so lange leben, wie dir zugemessen ist. Aber das Zugemessene kann man auf verschiedene Weise leben. Wenn einem Menschen fünfundsiebzig Jahre zugemessen sind, ist klar, dass er schläft, isst, sich noch mit etwas anderem beschäftigt. Aber es gibt Brutto und es gibt Netto, das heißt: Wie effektiv lebt ein Mensch diese seine Tage? Und wenn ein Mensch einige Jahre krank ist, im Koma liegt, gelähmt sein wird – das ist doch auch die zugemessene Zahl der Tage. Wie nützlich, wie effektiv verbringen wir unsere Tage, wie leben wir sie?
А что значит число дней твоих сделаю полным? Можно сказать, что самое простое понимание этого – ты проживёшь столько, сколько тебе отпущено. Но прожить отпущенное можно по-разному. Если человеку отпущено семьдесят пять лет, понятно, что он спит, ест, занимается ещё чем-то. Но есть брутто и есть нетто, то есть насколько эффективно человек проживает эти свои дни? А если человек несколько лет проболеет, пролежит в коме, будет парализованным, – это ведь тоже отпущенное число дней. Насколько полезно, насколько эффективно мы тратим свои дни, как мы их проживаем?
Es kommt vor, dass ein Mensch beschlossen hat, loszufahren und sich zum Beispiel Schuhe zu kaufen. Und der Bus kam pünktlich, der Laden hatte geöffnet, im allerersten Laden passte ihm gleich das allererste Paar, das er anprobieren wollte, alles passte, und er hat den Schuhkauf in einer Stunde erledigt. Die einfachste Alltagssituation. Und es kommt vor, dass er sich einen halben Tag abmüht, herumläuft, alles umsonst, es gelingt ihm nicht, eine scheinbar so einfache Sache zu erledigen. Der Begründer des Chassidismus, der Baal Schem Tow, gab den Menschen einen Segen, einen Segen in der Zeit: „Deine Zeit sei gesegnet. Gott gebe, dass du alles rechtzeitig schaffst, damit keine Minuten, Stunden deines Lebens umsonst vergeudet werden.“ Das ist sehr aktuell für unsere Zeit, in der uns die Zeit durch die Finger rinnt.
Бывает, человек решил поехать и купить себе обувь, например. И автобус пришёл вовремя, магазин оказался открытым, в первом же магазине первая же пара, которую он захотел померить, ему подошла, всё подошло, и он за час справился с покупкой обуви. Самая простая бытовая ситуация. А бывает, что полдня провозится, проходит, всё напрасно, не получается у него сделать, казалось бы, такое простое дело. Основатель хасидизма Бааль Шем Тов давал людям благословение, благословение во времени: «Пусть будет твоё время благословенно. Дай Бог тебе во всём успевать, чтобы никакие минуты, часы твоей жизни не тратились напрасно». Это очень актуально для нашего времени, когда время у нас утекает сквозь пальцы.
Ein anderer chassidischer Kommentator, der Sfat Emet, der Admor, der Lehrer aus Gur, sagt: „Im Wort mispár (Zahl) kann man die Wurzel sapír (Leuchten) sehen. Mögen deine Tage mit Leuchten erfüllt sein.“ Jeden Tag wird es in deinem Leben irgendeine Entdeckung geben, du wirst etwas Neues erfahren. Du hast irgendeine kleine Belehrung gehört, irgendeinen Vers gelesen und ihn neu verstanden. Es kommt vor, dass du jahrelang ein und dasselbe liest, und plötzlich, unerwartet, fängst du an, es neu zu betrachten. Du hast irgendein Lied gehört, und plötzlich hat es zu dir gesprochen, hast irgendeine Belehrung gehört und für dich etwas Neues bekommen. Jeden Tag für sich etwas Neues erfahren, für sich etwas Neues sehen.
Другой хасидский комментатор, Сфат Эмет, адмор, учитель из Гура, говорит: «В слове миспа́р (число) можно увидеть корень сапи́р (свечение). Пусть будут дни твои наполнены свечением». Каждый день в твоей жизни будет какое-то открытие, будешь узнавать что-то новое. Услышал какое-то небольшое поучение, прочитал какой-то стих и понял его по-новому. Бывает так, что ты годами что-то одно и то же читаешь и вдруг неожиданно ты начинаешь по-новому на это смотреть. Услышал какую-то песню, и вдруг она проговорила тебе, услышал какое-то поучение и получил для себя что-то новое. Каждый день узнавать для себя что-то новое, видеть для себя что-то новое.
Tag kann man hier als Gefäß verstehen, das man mit irgendeinem Licht füllen kann. Was hast du heute erfahren? Heute ist ein Tag, der nur ein einziges Mal in der Geschichte geschieht. Nur ein einziges Mal in der Geschichte gibt es diesen Tag, und der Höchste hat für dich ein besonderes Geschenk für diesen Tag, ein besonderes Leuchten, ein besonderes Verständnis, das du für dich empfangen sollst. Eine besondere Lektion, die du lernen, bemerken kannst. Vielleicht etwas Neues in deiner Stadt sehen.
День здесь можно понимать как сосуд, который можно наполнить каким-то светом. Что ты сегодня узнал? Сегодня день, который только один раз в истории случится. Только один раз в истории есть этот день, и у Всевышнего есть для тебя особый подарок на этот день, особое свечение, особое понимание, которое ты должен получить для себя. Особый урок, который ты можешь выучить, заметить. Может быть, увидеть что-то новое в своём городе.
Man kann es sich zur guten Gewohnheit machen zu beobachten, womit dich der HERR an diesem Tag erfreuen will und erfreut. Du gehst auf die Straße hinaus, und manchmal ist die Stimmung trüb, schlimmer geht es nicht, aber du hast gehört, gesehen (jeder etwas Eigenes): der eine das Rascheln des Laubes, der andere ein Sonnenstrählchen Licht, das durch das Laub dringt… Und bemerke das, was dich freut! Geh und zähle das, was dich freut, versuche darin eine Begegnung mit dem Höchsten zu sehen, in dem, was dich gefreut hat, in irgendwelchen kleinen, kleinen Ereignissen. Kinder zeigen das sehr gut, wenn es für jemanden eine Freude ist, durch eine Pfütze zu patschen. Irgendwelche kleinen Freuden sehen, die der Höchste dir schickt, sehen, wie oft am Tag der Höchste für dich gesorgt hat, und mit diesen Fünkchen, diesen kleinen Strahlen wie mit Licht dein Gefäß füllen.
Можно взять за хорошую привычку наблюдать, чем тебя хочет порадовать, чем радует тебя Господь в этот день. Вышел ты на улицу и, бывает, настроение пасмурное, хуже некуда, но ты услышал, увидел (каждый что-то своё): кто-то шорох листвы, кто-то солнечный лучик света, который пробивается сквозь листву… И замечай то, что тебя радует! Иди и считай то, что тебя радует, пытайся увидеть в этом встречу со Всевышним, в том, что тебя порадовало, в каких-то маленьких-маленьких событиях. Дети очень хорошо это показывают, когда кому-то прошлепать по луже в радость. Увидеть какие-то маленькие радости, которые Всевышний тебе посылает, увидеть, сколько раз в день Всевышний о тебе позаботился, и этими искорками, этими маленькими лучиками, как светом, наполнить свой сосуд.
Ein Rabbiner erzählte, dass er jeden Tag zur Arbeit fährt und jeden Tag sieht, was in Jerusalem Neues gebaut wird, wie Jerusalem wächst. Schaut, was es bei euren Arbeitskollegen Neues gibt. Vielleicht hat jemand etwas Neues gekauft, jemand etwas Neues gemacht. Freut euch für ihn, segnet ihn. Sucht eine solche Weise, etwas Neues zu finden. Mögen eure Tage mit solchem Licht erfüllt sein!
Один раввин рассказывал, что каждый день он приезжает на работу и каждый день он видит, что нового строится в Иерусалиме, как разрастается Иерусалим. Посмотрите, что нового у ваших коллег по работе. Может быть, кто-то что-то новое купил, кто-то что-то новое сделал. Порадуйтесь за него, благословите его. Ищите такой способ находить что-то новое. Пусть ваши дни будут заполнены таким светом!
Rabbi Nachman spricht darüber von einer anderen Seite: „Das Leben gleicht so einem Regalbrett oder einem endlosen, endlosen Kerzenhalter, den man mit Kerzen füllen kann. Jeder Tag ist wie einer der Kerzenhalter in diesem großen, großen Leuchter. Wie viele Kerzenhalter werden ungefüllt bleiben? Wirst du in jeden Kerzenhalter eine Kerze stellen können? Jeden deiner Tage mit irgendeinem Licht füllen, mit dem du für andere geleuchtet hast? Mit deinem Licht etwas für andere tun. Etwas Neues in der Tora entdecken, etwas Neues im Verständnis der Schrift.“
Раби Нахман говорит об этом с другой стороны: «Жизнь похожа на такую полочку или бесконечный-бесконечный подсвечник, который можно наполнить свечами. Каждый день – это как один из подсвечников в этом большом-большом светильнике. Сколько подсвечников останется незаполненными? Сможешь ли ты поставить свечу в каждый подсвечник? Каждый свой день наполнить каким-то светом, которым ты светил для других? Сделать что-то для других со своим светом. Открывать что-то новое в Торе, что-то новое в понимании Писания».
Der Höchste sagt: „Ich gebiete dir heute.“ Sehen, was dir der Höchste heute geboten hat, was du für Seinen Dienst tun kannst, für die Verbreitung Seines Lichts, was du dafür heute tun kannst? Wir schauen manchmal auf irgendwelche erfolgreichen, bekannten Menschen, bekannte Lehrer. Wir können auf sie schauen und denken: „Wie haben sie das alles bloß geschafft? Wie haben sie es geschafft, und dabei hatten sie noch keinen Computer, hatten keine Verkehrsmittel. Sie haben noch etwas anderes zu tun geschafft, außer dass sie Bücher schrieben, sich mit Menschen trafen, Fragen beantworteten, Bücher lasen, studierten. Manche schafften es auch noch, gut zu schlafen!“ Zum Beispiel Schlomo ben Aderet: Außer dass er sich mit einer Menge Menschen traf, einen Haufen Bücher schrieb, schaffte er es noch, jeden Tag eine Stunde spazieren zu gehen! Er hatte sich eine solche Regel gesetzt.
Всевышний говорит: «Я тебе сегодня заповедую». Увидеть, что тебе Всевышний сегодня заповедовал, что ты можешь сделать для Его служения, для распространения Его света, что ты можешь сделать для этого сегодня? Мы иногда смотрим на каких-то успешных, известных людей, известных учителей. Мы можем смотреть на них и думать: «Как же они всё это успевали? Как они успевали, а у них ещё не было компьютера, не было транспорта. Они ещё что-то успевали делать, кроме того, что они писали книги, встречались с людьми, отвечали на вопросы, читали книги, изучали. Некоторые успевали и хорошо поспать!» Например, Шломо бен Адерет, кроме того, что он встречался с множеством людей, писал кучу книг, он ещё каждый день успевал по часу гулять! Он установил себе такое правило.
Es gibt eine bekannte Anekdote über einen Professor, der in ein Glas zuerst große Steine legte und fragte: „Ist es voll?“ Dann noch kleine Steine, dann noch Sand, dann noch Wasser. Wie effektiv füllst du deinen Tag, wie effektiv füllst du dein „Gläschen“, wie effektiv gießt du Öl in deinen Leuchter? Das ist auch eine sehr wichtige Frage.
Есть известная байка про профессора, который положил в банку сначала большие камни и спросил: «Полная ли она?» Потом ещё маленькие камни, потом ещё песок, потом ещё воду. Насколько эффективно ты заполняешь свой день, насколько эффективно ты заполняешь свою «баночку», насколько эффективно ты заливаешь масло в свой светильник? Это тоже вопрос очень важный.
Und worin liegt hier der Kern? Warum haben wir mit der Selbstzufriedenheit zu sprechen begonnen? Wenn du dir selbst dienst, fällt es dir leicht zu sagen: „Na, mir reicht es zum Leben. Ich habe schon erreicht, ich habe schon verdient, so viel ich wollte, und die Gebote habe ich auch schon gehalten, wie ich wollte. Ich habe schon eine gewisse geistliche Stufe erreicht! Wunderbar, wie ich es erträumt habe!“ Einmal kam zum Lubawitscher Rebbe (Menachem Mendel Schneerson), als er gerade erst Rebbe geworden war, ein Mann aus Brasilien und sagte: „Ich möchte eine Million Dollar für die Verbreitung eurer Lehre in Brasilien spenden.“ Er kam mit seinem Sohn, um einen Segen zu erhalten. Der Rebbe sagte: „Nun, ich hoffe, du erwartest nicht, dass ich damit zufrieden sein werde. Du hast eine Million gegeben, möge dein Sohn heranwachsen und zwei Millionen geben.“ Es geht nicht darum, dass der Rebbe Geld für chabád wollte. Es ging nicht darum, sondern darum, dass ein Mensch, selbst wenn er etwas getan hat (und da ist so ein sehr trügerischer Gedanke, man kann träumen: „Da, eines Tages werde ich kommen und geben, werde hinlegen meinem Rabbiner, meinem Lehrer, in meine Gemeinde, meinen Freunden, denen, die es brauchen, werde hinlegen eine Million Dollar!“), und man scheinbar zufrieden sein kann, sogar irgendein Traum hier in Erfüllung gegangen ist – aber der Rebbe sagt: „Nein! Strebe nach Größerem, denn so befriedigst du nicht deine Träume, du befriedigst nicht deine Wünsche, du dienst vor dem König der Könige!“
И в чём здесь соль? Почему мы начали говорить с самодовольства? Когда ты служишь себе, тебе легко сказать: «Ну, мне на жизнь хватает. Я уже достиг, я уже заработал, сколько хотел, и заповеди уже соблюл, как хотел. Я уже достиг какого-то духовного уровня! Замечательно, как я мечтал!» Как-то к Любавическому ребе (Менахем Мендл Шнеерсон), когда он только стал ребе, подошёл человек из Бразилии и сказал: «Я хочу пожертвовать миллион долларов на распространение вашего учения в Бразилии». Он подошёл со своим сыном за благословением. Ребе сказал: «Ну, я надеюсь, ты не ждёшь, что я буду доволен этим. Ты дал миллион, пусть твой сын вырастет и даст два миллиона». Дело не в том, что ребе хотел денег для хаба́д. Речь шла не об этом, а о том, что человек, даже если он что-то сделал (а тут такая очень обманчивая мысль, можно мечтать: «Вот, когда-нибудь я приду и дам, положу своему раввину, своему учителю, в свою общину, своим друзьям, тем, кто нуждается, положу миллион долларов!»), и вроде бы можно быть довольным, даже какая-то мечта здесь сбылась, но ребе говорит: «Нет! Стремись к бо́льшему, потому что ты так удовлетворяешь не свои мечты, ты удовлетворяешь не свои желания, ты служишь перед Царём царей!»
Genauso dienst du auch im Familienleben ständig vor dem König der Könige. Man kann sagen: „Ich habe meiner Frau das hier geschenkt“, und sie fragt mich noch: „Liebst du mich?“ Ich habe noch das hier getan, und sie fragt mich: „Liebst du mich noch?“ Das ist so ein Prozess, bei dem ich nicht sagen kann: „Ich habe schon gut gesorgt, ich habe es erfüllt“, denn ich sorge hier nicht für mich selbst.
Ты точно так же служишь перед Царём царей и в семейной жизни постоянно. Можно сказать: «Я подарил жене вот это», а она меня спрашивает ещё: «Ты меня любишь?» Я ещё вот это сделал, а она меня спрашивает: «Ты ещё любишь?» Это какой-то процесс, когда я не могу сказать: «Я уже хорошо позаботился, я выполнил», потому что забочусь я здесь не о себе.
Und ein Mensch, der sich wirklich mit dem Dienst beschäftigt, beschäftigt sich mit dem, wozu er gesandt ist. Nein, das betrifft nicht die Erfüllung der Gebote, es wird nicht in ein Büchlein eingetragen, wie viele Gebote ich erfüllt habe, wie viel ich vollbracht habe; inwieweit ich das erfülle, wozu der Höchste mich geschaffen hat, inwieweit ich meine Sendung in dieser Welt erfülle – das ist die Fülle meiner Tage, das ist jener wahre Genuss des Umgangs mit dem Höchsten, den der Höchste in meinem Leben gibt. Das Nicht-Nachahmende, nicht wenn ich andere nachahme, sondern gerade mein Dienst, gerade das, was ich tun muss.
И человек, который действительно занимается служением, занимается тем, на что он послан. Нет, это не касается выполнения заповедей, не записывается в книжечку, сколько я выполнил заповедей, сколько я совершил, насколько я выполняю то, для чего Всевышний меня создал, насколько я выполняю своё послание в этом мире, – это есть полнота моих дней, это то настоящее наслаждение общением со Всевышним, которое Всевышний даёт в моей жизни. Неподражательное, не когда я подражаю другим, а именно моё служение, именно то, что я должен делать.
Ich schließe mit einer solchen chassidischen Geschichte. Der Rebbe von Tschertkowo räumte einmal nach dem Sabbat bei sich zu Hause auf. Er hatte einen kleinen Besen und eine kleine Kehrschaufel. Die Chassidim sahen das und sagten: „Rebbe, ist das irgendeine chassidische Handlung? Ist das ein Segen für etwas?“ Der Rebbe sagte: „Darin ist nichts Wunderbares, ich helfe einfach meiner Frau.“ Sehr lange Zeit danach nahm jeder Chassid noch am Ende des Sabbats einen Besen, schlug nach dem Sabbat damit auf die Kehrschaufel und sagte: „Darin ist nichts, ich helfe einfach meiner Frau.“ Es gibt eine solche nachahmende Handlung, wenn du nicht das erfüllst, was der Höchste von dir verlangt, sondern es bei jemandem gesehen und angefangen hast, jemanden nachzuahmen.
Я закончу такой хасидской историей. Ребе из Чертково однажды после субботы убирал у себя дома. У него был небольшой веник и небольшой совок. Хасиды увидели это и сказали: «Ребе, это какое-то хасидское действие? Это благословение на что-то?» Ребе сказал: «Нет в этом ничего чудесного, я просто помогаю своей жене». Очень много времени спустя каждый хасид ещё брал веник в конце субботы, после субботы ударял им о совок и говорил: «Ничего в этом нет, я просто помогаю своей жене». Есть такое подражательное действие, когда ты не выполняешь то, что от тебя требует Всевышний, а у кого-то увидел, кому-то стал подражать.
Durch diese Nachahmung von etwas, das vor dir aufgezeichnet ist, weichst du dem aus, wozu du selbst berufen bist. Und der Segen besteht darin, dass das, wozu du berufen bist, deine Berufung, deine Talente, deine „Lichter“, dass sie alle der Welt leuchten, dass dein ganzes Potenzial sich in dieser Welt entfaltet! Das ist das Geheimnis des Segens: „die Zahl deiner Tage werde Ich füllen“. Der Höchste sitzt gleichsam da und füllt die Tage des Gerechten. Es gibt Hilfe, alles wirkt zum Gelingen für einen Menschen, der sich in einem solchen Dienst befindet: Der Bus kommt rechtzeitig, und die Schuhe finden sich rechtzeitig, und alles andere geschieht. Von einem solchen Segen spricht die Tora hier.
Через это подражание чему-то нарисованному перед тобой ты уклоняешься от того, к чему ты призван сам. И благословение в том, чтобы то, к чему ты призван, твоё призвание, твои таланты, твои «свечения», чтобы они все посветили миру, чтобы весь твой потенциал раскрылся в этом мире! Это секрет благословения: «число твоих дней Я наполню». Всевышний словно сидит и наполняет дни праведника. Есть помощь, всё споспешествует человеку, который находится на таком служении: и автобус вовремя приходит, и ботинки вовремя находятся, и всё остальное случается. Вот о таком благословении Тора здесь говорит.
Es gibt natürlich auch andere Sichtweisen und andere Verständnisse. Ich habe nur, sozusagen, wieder, um „Holz ins Feuerchen der Gedanken nachzulegen“, die Verständnisse einiger chassidischer Lehrer angeführt.
Есть, конечно, и другие взгляды, и другие понимания. Я только, так сказать, снова, чтобы «подбросить дровишек в костерок мыслей», привёл понимания некоторых хасидских учителей.
Entlade dich selbst
Развьючь себя
Im 23. Kapitel des Buches Schemot, im 5. Vers, lesen wir eine erstaunliche Aufzeichnung. Der Vers selbst ist etwas schwierig zu übersetzen und zu verstehen, obwohl das Gebot sehr einfach ist. Darum werden wir einige verschiedene Verständnisse dieses Verses anführen. Also:
В 23 главе книги Шмот в 5 стихе мы читаем удивительную запись. Сам стих немного сложен для перевода и понимания, хотя заповедь очень простая. Поэтому мы приведём несколько разных пониманий этого стиха. Итак:
כִּי־תִרְאֶה חֲמוֹר שֹׂנַאֲךָ רֹבֵץ תַּחַת מַשָּׂאוֹ וְחָדַלְתָּ מֵעֲזֹב לוֹ עָזֹב תַּעֲזֹב עִמּוֹ׃
ki-tir’é chamór sona’achá rowéz táchat massaó wechadaltá me‘asów lo asów ta‘asów immó
ки-тиръэ́ хамо́р сонааха́ ровэ́ц та́хат macaó вехадальта́ меазо́в ло азо́в таазо́в имо́
5. Wenn du einen Esel siehst, der einem Menschen gehört, den du hasst, und dieser Esel nur mit knapper Not damit fertig wird, seine Last zu tragen, unter seiner Last zusammenbricht, und du dich irgendwie davon zurückhältst, ihn zu entladen, so entlade mit Entladen entlade zusammen mit ihm.
5. Если ты увидишь осла, который принадлежит человеку, которого ты ненавидишь, и этот осёл еле-еле справляется с тем, что он несёт свою ношу, загибается под своей ношей, и ты каким-то образом удерживаешься от того, чтобы развьючить его, развьючиванием развьючь вместе с ним.
So ein Vers ist das. Eine der Übersetzungen, die der Wahrheit am nächsten kommen, würde ich sagen, lautet so:
Вот такой вот стих. Один из самых близких к истине переводов, я бы сказал, звучит так:
5. Wenn du siehst, dass der Esel deines Feindes unter seiner Last gefallen ist, so lass ihn nicht allein entladen. Entlade zusammen mit ihm.
5. Если увидишь, что осёл врага твоего упал под ношей своей, то не оставляй его одного развьючивать. Развьючь вместе с ним.
In den meisten Übersetzungen dieses Verses wird das Wort hilf gebraucht. Aber im Original gibt es, wie wir sehen, kein Verb la’asór (helfen), und das ganze Gespräch dreht sich um das Entladen. Mehrmals kommt in unserem Vers das Verb la’asów (entladen, verlassen, losbinden, hinwerfen) vor.
В большинстве переводов этого стиха употребляется слово помоги. Но в оригинале, как мы видим, нет глагола лаазо́р (помогать), и весь разговор идёт о развьючивании. Несколько раз в нашем стихе встречается глагол лаазо́в (развьючить, оставить, развязать, бросить).
Eine der ältesten Übersetzungen der Tora, die aramäische Übersetzung des Onkelos, legt es so aus:
Один из самых древних переводов Торы, арамейский перевод Онкелуса, трактует так:
5. …entlade das, was du in deinem Herzen gegen diesen Menschen hast, und dann entlade zusammen mit ihm.
5. …развьючь то, что у тебя есть в сердце против этого человека, и тогда развьючивай вместе с ним.
Das heißt: Man darf nicht, es lohnt sich nicht, einem Menschen zu helfen, wenn du ihn hasst. Wenn du einem Menschen zusammen mit deinem Hass helfen wirst, ihn überwindend, ihm irgendwie durch den Hass hindurch helfen wirst, dann wird das bestenfalls so aussehen, dass du ihn gleichsam belehrst und sagst: „Schau, wie du zu mir bist und wie ich zu dir bin. Schau, wie ich dir helfe, weil ich nicht so bin wie du. Ich hasse dich auch, aber ich liebe Gott. Und um des Höchsten willen tue ich das für dich. Schau, wie viel besser ich bin als du!“ Oder es wird eine Hilfe mit einem solchen Gesicht sein, dass es natürlich schwer sein wird, sie anzunehmen. Das Verständnis des Onkelos hat folgenden Sinn: Bevor du hilfst, den Esel zu entladen, der einem Menschen gehört, den du hasst, entledige dich des Hasses, befreie dich vom Hass, und dann kannst du mit ihm zusammen sein. Dann wirst du mit ihm mitfühlen, mit seinem Unglück, mit seinem Esel, und dann kannst du zusammen mit ihm entladen. Bevor du den Esel entlädst, entlade dich selbst.
То есть: нельзя, не сто́ит помогать человеку, если ты его ненавидишь. Если ты будешь помогать человеку вместе со своей ненавистью, превозмогая её, как-то через ненависть ему помогать, то в лучшем случае это будет выглядеть так, что ты будешь как бы поучать его, говоря: «Смотри, как ты ко мне, а как я к тебе. Смотри, как я тебе помогаю, потому что я не такой, как ты. Я тоже тебя ненавижу, но я люблю Бога. И вот ради Всевышнего я это для тебя делаю. Смотри, насколько я лучше тебя!» Или это будет помощь с таким лицом, что, конечно, её будет тяжело принимать. Понимание Онкелуса имеет такой смысл: прежде чем помогать развьючить осла, принадлежащего человеку, которого ты ненавидишь, избавься, освободись от ненависти, и тогда ты можешь быть вместе с ним. Тогда ты будешь сочувствовать ему, его беде, его ослу, и тогда ты можешь развьючивать вместе с ним. Прежде чем развьючивать осла, развьючь самого себя.
Andere Kommentatoren richten die Aufmerksamkeit auf drei Wörter in diesem Vers, die ziemlich schwer zu übersetzen sind: wechadaltá me’asów lo. Im Menschen gibt es gleichsam einen inneren Kampf – helfen oder nicht helfen. Da ist er – ein Mensch. Einerseits ist doch klar, dass er in Not ist, sein Esel wird kaum mit seiner Last fertig, und man müsste ihm eigentlich helfen. Andererseits kann ich diesen Menschen doch nicht ausstehen. Und so hast du diesen Menschen gesehen und bist schon vorbeigefahren, auf deinem Esel vorbeigeritten. Oder, wenn wir uns in der Sprache unserer Zeit ausdrücken, du hast einen Menschen getroffen, dessen Reifen zerstochen sind, hast ihn auf der Fernstraße getroffen – und bist schon vorbeigefahren. Natürlich hätte man helfen müssen, obwohl er eben so ein Soundso ist. Aber was soll man machen? Ich bin schon vorbeigefahren, ich kann jetzt nicht, gegen die Spurordnung verstoßend, über die doppelte durchgezogene Linie wenden. Das ist gefährlich für alle Fahrer. Das ist überhaupt gefährlich. Na gut, Gott wird ihm helfen, außerdem hasse ich ihn. Und wenn auch nicht, dann geschieht es ihm recht. Nach diesem Verständnis, nach diesem Kommentar, richtet sich dieses Gebot an einen Menschen, der den unter der Last zusammenbrechenden Esel seines Hassers gesehen hat und schon vorbeigefahren ist. Und die Tora sagt diesem Menschen: Kehr um, halte an und hilf ihm beim Entladen. Als du auf diesen Menschen geschaut hast, den du hasst, hast du es nicht geschafft, dich zu zwingen, anzuhalten und ihm zu helfen, so etwas kommt vor. Wenn du in die Tora schaust, kannst du ihm helfen. Die Tora stellt den Frieden zwischen den Menschen wieder her. Wenn du in die Tora schaust, verstehst du, dass letzten Endes die geistliche Wurzel dieses Menschen dieselbe ist wie bei dir. Und du kannst sehen, wie der Höchste ihn erschaffen hat. Und der Höchste hat ihn nicht dazu erschaffen, dass du ihn hasst. Der Höchste hat ihn zum Dienst erschaffen. Und vielleicht, wenn du ihm hilfst und ihn irgendwie zum Dienst zurückbringst, ist auch das ein Weg, selbst wenn du schon vorbeigefahren bist, wenn du schon vorbeigerast bist.
Другие комментаторы обращают внимание на три слова в этом стихе, которые довольно трудно перевести: вехадальта́ меазо́в ло. В человеке есть как бы внутренняя борьба – помогать или не помогать. Вот – человек. С одной стороны, ясно же, что он в беде, у него осёл еле справляется со своей ношей, и нужно бы ему помочь. С другой стороны, я же этого человека терпеть не могу. И вот, ты увидел этого человека и уже проехал мимо, на своем осле проехал. Или, если мы будем выражаться языком нашего времени, ты встретил человека, у которого проколоты шины, встретил его на трассе – и уже проехал. Конечно, нужно было бы помочь, несмотря на то что он вот такой- растакой. Но что поделать? Я уже проехал, я не могу сейчас, нарушая рядность, поворачивать через двойную сплошную. Это опасно для всех водителей. Это вообще опасно. Ладно, Бог ему поможет, к тому же я его ненавижу. А если и не поможет, то так ему и надо. Согласно этому пониманию, согласно этому комментарию, эта заповедь обращена к человеку, который увидел загибающегося под ношей осла своего ненавистника и уже проехал мимо. И Тора говорит этому человеку: вернись, остановись и помоги ему развьючится. Когда ты смотрел на этого человека, которого ты ненавидишь, ты не смог заставить себя остановиться и ему помочь, так бывает. Когда ты смотришь в Тору, ты можешь ему помочь. Тора восстанавливает мир между людьми. Глядя в Тору, ты понимаешь, что в конечном счёте духовный корень этого человека такой же, как и у тебя. И ты можешь увидеть, каким Всевышний его сотворил. А Всевышний сотворил его не для того, чтобы ты его ненавидел. Всевышний сотворил его для служения. И, может быть, если ты будешь ему помогать и как-то вернёшь его к служению, это тоже путь, даже когда ты уже проехал, когда ты уже проскочил.
Die Weisen des Talmud stellen sich die Frage: Woher konnte überhaupt ein Mensch kommen, den du hasst, und sein Esel? Wie kann man überhaupt einen Menschen hassen? Du hast doch das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, das Gebot, den Nächsten zu lieben, für den Nächsten zu sorgen. Und der ganze Wochenabschnitt Mischpatim ist, wenn man es so nimmt, übervoll von Fürsorge für den Nächsten. Woher kam plötzlich der Hass? Und Antworten auf diese Frage gibt es zwei, klassische Antworten – zwei.
Мудрецы Талмуда задаются вопросом: откуда вообще мог взяться человек, которого ты ненавидишь, и его осёл? Как вообще можно ненавидеть человека? Ведь у тебя же есть заповедь «люби ближнего, как самого себя», заповедь любить ближнего, заботиться о ближнем. И вся недельная глава Мишпатим, если на то пошло, переполнена заботой о ближнем. Откуда вдруг взялась ненависть? И ответа на этот вопрос есть два, классических ответа – два.
Die erste Antwort lautet so: Ja, natürlich darf man den Nächsten nicht hassen; aber was soll man machen, viele, wenn nicht alle, versuchen ja damit fertigzuwerden, ihn NICHT zu hassen. Ja, wir hassen, obwohl man es nicht darf. Auch in Städten, in denen das Fahren bei Rot verboten ist, fahren die Leute bei Rot. Und Menschen, die wissen, dass man nicht lügen darf, lügen. Und Menschen, die wissen, dass man nicht hassen darf, hassen. Was soll man machen, er lebt schon in deinem Herzen, dieser Hass, der dich ja dazu treibt, nicht zu helfen. Aber selbst wenn du diesen Menschen hasst, halte trotzdem an und hilf ihm. Wieder kann man es so sagen: Wenn du auf ihn schaust, willst du ihm nicht helfen. Aber wenn du in die Tora schaust, verschwindet vielleicht der Hass.
Первый ответ такой: да, конечно, нельзя ненавидеть ближнего; но что поделать, ведь многие, если не все пытаются справиться с тем, чтобы его НЕ ненавидеть. Да, мы ненавидим, несмотря на то что нельзя. И в городах, в которых запрещён проезд на красный свет, люди ездят на красный свет. И люди, которые знают, что врать нельзя, врут. И люди, которые знают, что ненавидеть нельзя, ненавидят. Что поделать, она уже живёт у тебя в сердце, эта ненависть, которая и побуждает тебя не помогать. Но, даже если ты ненавидишь этого человека, всё равно остановись и помоги ему. Снова, можно сказать так: когда ты смотришь на него, ты не хочешь ему помогать. Но когда ты смотришь в Тору, возможно, ненависть исчезает.
Es gibt auch eine andere Variante. Die andere Variante ist, sagen wir so, ein ideologischer Hass. Es kommt vor, dass ein Mensch, der auf der Straße fährt, einen anderen Menschen sieht, von dem er weiß, dass jener ein Verbrecher ist – ein Bösewicht, ein Mörder, vielleicht ein Vergewaltiger, ein Pädophiler, ein Dieb. Aber nur er allein weiß es, einen anderen Zeugen gibt es nicht. Er kann nichts beweisen. Er weiß, dass dieser Mensch vorerst ungestraft Verbrechen begeht. Und einen solchen Menschen darf man nach Meinung der Weisen hassen. Natürlich gibt es einen gewissen Hass, ein gewisses schlechtes Gefühl gegenüber dem Verbrecher. Und wieder sagt hier die Tora: Ungeachtet dessen ist es nicht an dir, ihn zu bestrafen, nicht an dir, ihm die Hilfe zu entziehen, nicht an dir, diesem Menschen die Fürsorge zu entziehen.
Есть и другой вариант. Другой вариант – это, скажем так, ненависть идеологическая. Так бывает, что человек, который едет по дороге, видит другого человека, о котором он знает, что тот преступник – злодей, убийца, может быть, насильник, педофил, вор. Но знает только он один, другого свидетеля нет. Он ничего не может доказать. Он знает, что этот человек пока безнаказанно совершает преступления. И такого человека, по мнению мудрецов, можно ненавидеть. Естественно, есть какая-то ненависть, какое-то дурное чувство по отношению к преступнику. И снова здесь Тора говорит: несмотря на это, не тебе его наказывать, не тебе лишать его помощи, не тебе лишать этого человека заботы.
Außerdem ist in diesem Vers der Ausdruck ki-tir’é (wenn du siehst) sehr wichtig. Wie leicht fällt es uns überhaupt, das Leid eines Menschen zu sehen, den wir hassen? Er ist uns doch völlig gleichgültig! Und wenn irgendein Hitler an Zahnschmerzen leidet, dann tut er mir aufrichtig nicht leid, und es scheint, es geschieht ihm recht. Ich bleibe dabei, dass es ihm recht geschieht und dass er mir nicht leidtut. Hitler ist so ein radikales Beispiel. Aber es gibt einen Nächsten, der scheinbar überhaupt kein Hitler ist. Aber wir können ihn nicht sehen. Was können wir sehen? Wir können den Esel sehen. Wir können sehen, dass dieser Mensch einen Esel hat, der eigentlich in dieser Geschichte derjenige ist, der leidet. Nicht der Mensch selbst, den wir hassen, sondern sein Esel. Und wegen unseres Hasses kann er sich nicht von seinen Leiden befreien, kann umkommen. Und genauso kann es geschehen, dass nicht der Esel leidet, sondern die Frau, die Kinder dieses Menschen leiden. Wie grenzenlos kann unser Hass sein, wie sehr kann er auf die Nächsten dieses Menschen überspringen, auf seine Esel, auf seine Kater? So etwas ist vorgekommen, dass jemand den Hund einer zänkischen Nachbarin oder die Katze einer bösen Nachbarin getötet hat. Wie sehr können wir damit konfrontiert werden, dass unser Hass unkontrollierbar ist? Wie sicher können wir sagen, dass wir irgendwelche negativen Gefühle gerade gegenüber diesem Menschen empfinden, aber nichts Schlechtes empfinden, weder gegenüber seiner Frau noch gegenüber seinem Papa noch gegenüber seiner Tochter? Wie genau können wir das Objekt des Hasses auswählen und sagen, dass wir nur diesen Menschen nicht mögen? Aber der Esel hat hier gerade nichts damit zu tun. Und vielleicht kommen wir durch die Hilfe für den Esel diesem Menschen irgendwie näher. In Wirklichkeit ist es kein großes Unglück, einem Bösewicht zu helfen oder einen Bösewicht zu unterstützen. Ein Unglück ist es, von einem Bösewicht zu lernen. Wenn man ihm einfach hilft, dann liegt darin kein Schaden.
Кроме того, в этом стихе очень важно выражение ки-тиръэ́ (если ты увидишь). Насколько нам вообще легко увидеть горе человека, которого мы ненавидим? Да нам дела до него нет! И если какой-нибудь Гитлер страдает зубной болью, то мне его искренне не жалко и, кажется, поделом ему. Я стою на том, что поделом ему и что мне не жалко. Гитлер – это такой радикальный пример. А есть ближний, который вроде бы и не Гитлер вовсе. Но мы его не можем увидеть. Что мы можем увидеть? Мы можем увидеть осла. Мы можем увидеть, что у этого человека есть осёл, который, собственно, в этой истории и есть тот, кто страдает. Не сам человек, которого мы ненавидим, а его осёл. И из-за нашей ненависти он не может избавиться от своих страданий, может погибнуть. И так же может случиться, что страдает не осёл, страдает жена, дети этого человека. Насколько безграничной может быть наша ненависть, насколько она может перекидываться на ближних этого человека, на его ослов, на его котов? Такое бывало, что кто-то убивал собаку сварливой соседки или кошку злой соседки. Насколько мы можем столкнуться с тем, что наша ненависть неуправляема? Насколько уверенно мы можем сказать, что чувствуем какие-то отрицательные чувства по отношению вот именно к этому человеку, но мы не чувствуем ничего плохого ни по отношению к его жене, ни по отношению к его папе, ни по отношению к его дочери? Насколько точно мы можем выбирать объект ненависти и сказать, что мы не любим только этого человека? Но осёл-то здесь как раз и ни при чем. И, может быть, через помощь ослу мы как-то приблизимся к этому человеку. На самом деле нет большой беды в том, чтобы помогать злодею или поддерживать злодея. Есть беда в том, чтобы учиться у злодея. Если просто ему помочь, то в этом нет вреда.
Ich muss (in Klammern) gleich etwas sehr Wichtiges sagen. Das Wort sin’aá, das man mit Hass übersetzt (die feststehende Übersetzung dieses Wortes als Hass), bedeutet nicht einen so radikalen Hass, wie es in der russischen Sprache klingt. Die Bedeutung dieses hebräischen Wortes ist am ehesten, einen solchen Menschen nicht recht zu mögen. Als Beispiel kann man 21,15 im Buch Dewarim lesen: „Wenn ein Mann zwei Frauen hat, die eine wird er lieben und die zweite hassen…) Hassen ist natürlich weniger lieben, nicht recht mögen. Aber lasst uns über den Hass sprechen. In Wirklichkeit spricht die Tora nicht von einem so radikalen, wilden, ungezügelten Gefühl, wie es in der russischen Sprache gebraucht wird. Aber … was soll man machen? Wir können nicht sagen, dass uns dieses Gefühl völlig fremd ist. Es kommt vor, dass uns buchstäblich Hass im Sinne von Hass ergreift, und dann ist die Fürsorge für den an nichts schuldigen Esel des von uns gehassten Menschen aktuell, und dennoch bleibt das Gebot.
Я (в скобках) должен сразу сказать очень важную вещь. Слово синъаа́, которое переводят как ненависть (устойчивый перевод этого слова как ненависть), не означает такую радикальную ненависть, как это звучит на русском языке. Значение этого ивритского слова, скорее всего, недолюбливать такого человека. В качестве примера можно прочитать 21:15 книги Дварим: «Если у человека будет две жены, одну он будет любить, а вторую ненавидеть…) Ненавидеть – это, конечно, любить меньше, недолюбливать. Но давайте поговорим о ненависти. На самом деле Тора не говорит о таком радикальном, буйном, необузданном чувстве, как это употребляется в русском языке. Но… что поделать? Мы не можем сказать, что это чувство нам совсем чуждо. Бывает так, что нас охватывает буквально ненависть в смысле ненависть, и тогда забота о ни в чём не повинном осле ненавидимого нами человека актуальна, и всё же остаётся заповедь.
Außerdem ist es natürlich wichtig, daran zu erinnern, dass es eine solche Auslegung des Wortes chamór (Esel) gibt, die mit dem Wort chómer (materielle Welt) verbunden ist. Und ein Mensch kann sagen: „Natürlich würde ich ihm geistlich helfen. Eine Predigt würde ich diesem Kerl halten, damit er Buße tut, damit er den wahren Gott erkennt, damit er all den Dingen absagt, derentwegen ich ihn nicht recht mag. Aber in der materiellen Welt will ich ihm nicht helfen. Er hat geistliche Probleme, und soll er zuerst seine geistlichen Probleme in Ordnung bringen.“
Ещё, естественно, важно напомнить, что есть такое толкование слова хамо́р (осёл), которое связано со словом хо́мер (материальный мир). И человек может сказать: «Конечно же, духовно я бы ему помог. Вот проповедь я бы этому мужику сказал, чтобы он покаялся, чтобы он познал истинного Бога, чтобы он отказался от всех тех вещей, за которые я его недолюбливаю. А вот в материальном мире я не хочу ему помогать. У него есть духовные проблемы, и пусть он сначала свои духовные проблемы исправит».
Und es gibt ein solches Verständnis, eine solche Auslegung dieses Gebots: „Nein, sorge trotzdem für das Materielle, selbst wenn du diesen Menschen aus geistlichen Gründen nicht recht magst, selbst wenn er in der geistlichen Welt, im geistlichen Bereich zu berichtigen, zu berichtigen und zu berichtigen hat. Und es gibt auch ein anderes Verständnis: „Lass das Materielle, lass deine Anhänglichkeit an das Materielle, deinen fleischlichen Hass. Überwinde diesen Hass, genauer gesagt, lass diesen Hass los, wirf diesen Hass hin, wirf ihn ab, entlade dich von diesem Hass. Geh und hilf dem Esel deines Nächsten, und durch den Esel hilf deinem Nächsten, der vielleicht schon nicht mehr ein von dir wenig geliebter Mensch sein wird, und du wirst wirklich einen Nächsten gewinnen.“
И есть такое понимание, такое толкование этой заповеди: «Нет, ты всё-таки позаботься о материальном, даже если ты недолюбливаешь этого человека по духовным причинам, даже если в духовном мире, в духовной области ему исправлять, исправлять и исправлять. А есть и другое понимание: «Оставь материальное, оставь свою привязанность к материальному, свою плотскую ненависть. Превозмогай эту ненависть, точнее, оставляй, бросай эту ненависть, сбрось, развьючь себя от этой ненависти. Иди и помоги ослу ближнего своего и через осла помоги ближнему своему, который, возможно, уже не будет недолюбленным тобой человеком, и ты приобретёшь действительно ближнего».
Solche verschiedenen Ebenen öffnen sich im Verständnis dieses Gebots.
Вот такие разные уровни раскрываются в понимании этой заповеди.
Haftara. Jirmejahu (34,8–22)
Ѓафтара. Йирмеяѓу (34:8-22)
Zusammen mit dem Wochenabschnitt Mischpatim wird traditionell ein prophetischer Abschnitt aus Kapitel 34 des Buches des Propheten Jirmejahu gelesen, ab Vers 8 bis zum Ende des Kapitels. Um besser zu verstehen, worum es geht, ist eine historische Vorbemerkung nötig.
Вместе с недельной главой Мишпатим традиционно читается пророческий отрывок из 34 главы книги пророка Йирмеяѓу, с 8 стиха и до конца главы. Для того чтобы лучше понять, о чём идёт речь, необходимо сделать историческое предисловие.
Also, die erste Hälfte des VI. Jahrhunderts v. Chr. Das Königreich Israel ist bereits untergegangen, viele Juden, ehemalige Bewohner des Königreichs Israel, sind geflohen (ein Teil nach Judäa), sind verarmt, sind gezwungen, Sklaven zu sein. In Judäa ist die Lage auch nicht erfreulich. Newuchadnezar, der babylonische König, belagert Jerusalem und viele Städte Judäas. Judäa ist unter den irdischen Königen ein einziger, wenig verlässlicher Verbündeter geblieben – das ist der Pharao Háfra, auch Iachébre genannt. Zu dieser Zeit regiert in Jerusalem König Zidkijahu, und er denkt darüber nach, was er wohl unternehmen könnte, wie er einen Ausweg aus der schrecklichen Lage finden könnte, in der sich Judäa befand. Höchstwahrscheinlich wird er keine militärische Mission unternehmen können, und er sucht, wo und wie er die Beziehungen zum Höchsten etwas zurechtrücken, Gnade in den Augen des Höchsten finden und vielleicht durch diese Gnade Befreiung erlangen könnte, sowohl von den Babyloniern als auch von Ägypten – von allen Abgaben, all jenen Steuern, die die Ägypter fordern, und was die Belagerung wegnimmt, und alles Übrige. Und der König beschließt, die Sklaven freizulassen. Nach dem jüdischen Gesetz (wir lesen gerade im Wochenabschnitt Mischpatim (21,2) davon) muss ein jüdischer Sklave nach sieben Jahren Sklaverei freikommen. Er muss es nach dem Gesetz, aber offenbar wurde das fast nie eingehalten. Und jetzt lasst uns die Geschichte ab Vers 8 von Kapitel 34 lesen.
Итак, первая половина ⅤⅠ века до н.э. Израильское царство уже погибло, многие евреи, бывшие жители израильского царства, бежали (часть в Иудею), обнищали, вынуждены быть рабами. В Иудее ситуация тоже не радостная. Невухаднецар, вавилонский царь, осаждает Иерусалим и многие города Иудеи. У Иудеи остался один малонадёжный союзник из земных царей – это фараон Ха́фра, он же Иахе́бре. В это время в Иерусалиме правит царь Цидкияѓу, и он думает о том, чтобы такого предпринять, найти выход из ужасного положения, в котором Иудея находилась. Скорее всего, какую-то военную миссию он предпринять не сможет, и он ищет, где бы, как бы подправить отношения со Всевышним, найти милость в глазах Всевышнего и, может быть, через эту милость получить избавление и от вавилонян, и от Египта – от всех оброков, всех тех налогов, которые египтяне требуют, и осада забирает, и всё остальное. И царь решает выпустить на свободу рабов. Согласно еврейскому закону (мы как раз в недельной главе Мишпатим (21:2) об этом читаем), после семи лет рабства еврейский раб должен выходить на свободу. Должен по закону, но, видимо, это почти никогда не соблюдалось. И теперь давайте почитаем историю с 8 стиха 34 главы.
הַדָּבָר אֲשֶׁר־הָיָה אֶל־יִרְמְיָהוּ מֵאֵת יְהוָה אַחֲרֵי כְּרֹת הַמֶּלֶךְ צִדְקִיָּהוּ בְּרִית אֶת־כָּל־הָעָם אֲשֶׁר בִּירוּשָׁלִַם לִקְרֹא לָהֶם דְּרוֹר׃
haddawár aschér-haja el-jirmejáhu me’ét adonáj acharé kerót hammélech zidkijáhu berít et-kol-ha’ám aschér biruschaláim likró lahém derór
ѓадава́р аше́р-ѓая эль-йирмея́ѓу меэ́т адона́й ахарэ́ керо́т ѓамэ́лех цидкия́ѓу бери́т эт-коль-ѓaáм аше́р бирушала́им ликро́ лаѓе́м деро́р
8. Dies ist das Wort, das an Jirmejahu vom HERRN erging, nachdem König Zidkijahu mit dem ganzen Volk in Jerusalem einen Bund geschlossen hatte, die Sklaven freizulassen (damit es im Volk Israel keine Sklaven mehr gäbe),
8. Вот слово, которое было к Йирмеяѓу от Господа, после того как царь Цидкияѓу заключил завет со всем народом в Иерусалиме выпустить на свободу рабов (чтобы в народе Израиля больше не было рабов),
לְשַׁלַּח אִישׁ אֶת־עַבְדּוֹ וְאִישׁ אֶת־שִׁפְחָתוֹ הָעִבְרִי וְהָעִבְרִיָּה חָפְשִׁים לְבִלְתִּי עֲבָד־בָּם בִּיהוּדִי אָחִיהוּ אִישׁ׃
leschallách isch et-awdó we’ísch et-schifcható ha’iwrí weha’iwrijá chofschím lewiltí awód-bam bihudí achíhu isch
лешала́х иш эт-авдо́ веи́ш эт-шифхато́ ѓаиври́ веѓаиврия́ хофши́м левильти́ аво́д-бам биѓуди́ ахи́ѓу иш
9. Damit jeder seinen Sklaven freilasse und jeder seine Sklavin freilasse, einen Juden und eine Jüdin, in die Freiheit; damit es so etwas in Israel nicht gäbe, dass ein Bruder, ein Jude, für einen Juden arbeitet.
9. Чтобы каждый отпустил раба своего и каждый отпустил рабыню свою, еврея и еврейку, на свободу; чтобы не было такого в Израиле, что брат-еврей работает на еврея.
So eine wunderbare Idee kam Zidkijahu. Zidkijahu ist ein nicht besonders angesehener König, aber hier hörte man auf seinen Rat.
Такая вот замечательная идея появилась у Цидкияѓу. Цидкияѓу царь не сильно авторитетный, но тут к его совету прислушались.
וַיִּשְׁמְעוּ כָל־הַשָּׂרִים וְכָל־הָעָם אֲשֶׁר־בָּאוּ בַבְּרִית לְשַׁלַּח אִישׁ אֶת־עַבְדּוֹ וְאִישׁ אֶת־שִׁפְחָתוֹ חָפְשִׁים לְבִלְתִּי עֲבָד־בָּם עוֹד וַיִּשְׁמְעוּ וַיְשַׁלֵּחוּ׃
wajischmeú chol-hassarím wechól-ha’ám aschér-báu wabberít leschallách isch et-awdó we’ísch et-schifcható chofschím lewiltí awód-bam od wajischmeú wajschalléchu
вайишмеу́ холь-ѓасари́м вехо́ль-ѓaáм аше́р-ба́у вабери́т лешала́х иш эт-авдо́ веи́ш эт-шифхато́ хофши́м левильти́ аво́д-бам од вайишмеу́ вайшале́ху
10. Und es hörten alle Fürsten (Würdenträger) und das ganze Volk, das in den Bund eingetreten war, dass jeder seinen Sklaven und jeder seine Sklavin in die Freiheit entlassen sollte, damit er ihnen nicht mehr als Sklave diente; und sie hörten es und entließen sie.
10. И услышали все князья (вельможи) и весь народ, который пришёл в завет, чтобы каждый отправил раба своего и каждый рабыню свою на свободу, чтобы больше он не рабствовал на них; и услышали они это и отправили.
Warum auf einmal solche Einmütigkeit im Volk? Erstens ist diese Sache tatsächlich natürlich gottgefällig. Aber es gibt noch zwei Gründe. Der erste – ein Sklave wird gebraucht, wenn es landwirtschaftliche Arbeiten gibt; er arbeitet auf den Feldern, in den Gärten, in den Olivenpflanzungen, dort, wo etwas zu tun ist, dort, wo diese Arbeit gebraucht wird. Da Babylon die Stadt belagert, gibt es für die Sklaven keine Arbeit, Sklaven aber gibt es sehr viele, man muss sie irgendwie ernähren. Und wozu soll man Sklaven ernähren, die nicht arbeiten können? Es gibt noch einen Grund. In der Stadt muss man Schutzanlagen bauen, allerlei Befestigungen, die einer Belagerung standhalten würden, und wenn die Sklaven sie bauen, dann müssen die Herren diese Sklaven unterhalten, ihre Arbeit bezahlen. Wenn man sie aber freilässt, dann bekommen sie Geld, bekommen den Lohn aus der Hand des Staates. Wiederum ist es in diesem Moment vorteilhafter, die Sklaven loszuwerden. Das heißt, hier gibt es drei Gründe, infolge derer das Volk, die Sklavenhalter, einwilligten, die Sklaven freizulassen. Wir werden etwas später erfahren, wie sie das vor Gott getan haben.
Почему такое вдруг единодушие в народе? Во-первых, действительно, дело это, конечно, богоугодное. Но есть ещё две причины. Первая – раб нужен, когда есть сельскохозяйственные работы; он работает на полях, в садах, в насаждениях маслин, там, где нужно что-то делать, там, где эта работа нужна. Поскольку Вавилон осаждает город, то рабам работы нет, а рабов очень много, их надо как-то кормить. А зачем же кормить рабов, которые не могут работать? Есть ещё одна причина. В городе нужно строить защитные сооружения, всевозможные фортификации, которые выдерживали бы осаду, и если рабы будут их строить, то тогда хозяева должны будут содержать этих рабов, оплачивать их труд. Если же их отпустить на свободу, то они будут получать деньги, получать награду из рук государства. Опять-таки выгоднее в этот момент от рабов избавиться. То есть здесь три причины, вследствие которых народ, рабовладельцы, согласились отпустить рабов на свободу. Мы чуть позже узна́ем, как они перед Богом это сделали.
Was geschieht zu dieser Zeit? Zu dieser Zeit beschloss der Pharao Háfra, auch Iachébre genannt, den wir vorhin als Verbündeten Zidkijahus erwähnt haben, zur Unterstützung Jerusalems aufzubrechen. Und die babylonische Aufklärung meldete es genau, die Babylonier erfuhren, dass Iachébre mit irgendeiner Armee nach Jerusalem zieht. Sie beschlossen, dass Jerusalem nirgendwohin weglaufen wird, hoben die Belagerung auf und zogen nach Süden, dem Pharao entgegen. In Jerusalem feierte man beinahe schon den Sieg und beschloss: Na, das war’s, jetzt ist die Belagerung weg! Wisst ihr, es gibt so eine Anekdote, eine Geschichte, die in zahlreichen Varianten erzählt wird, wie ein Mensch, sagen wir mal, einen Parkplatz sucht, und lange herumkurvt und versucht, einen Parkplatz zu finden, und sagt: „HERR, wenn Du mir jetzt hilfst, dann will ich… Ah, halt! Schon gut, ich habe schon einen gefunden“, und parkt. Ungefähr dieselbe Situation ergab sich hier: Die Leute sahen, dass die Belagerung ja aufgehoben ist, und wir haben dummerweise die Sklaven freigelassen. Und die Leute schritten zu einer üblen Tat. Wir lesen das in Vers 11:
Что происходит в это время? В это время фараон Ха́фра, он же Иахе́бре, о котором мы упомянули ранее как о союзнике Цидкияѓу, решил выдвинуться в поддержку Иерусалима. И вавилонская разведка точно доложила, вавилоняне узнали, что Иахе́бре с какой-то армией идёт в Иерусалим. Они решили, что Иерусалим никуда не убежит, сняли осаду и двинулись на юг, навстречу фараону. В Иерусалиме почти запраздновали победу и решили: ну всё, теперь осада ушла! Знаете, есть такая байка, история, которая рассказывается в многочисленных вариантах, когда человек, ну скажем, ищет парковку, и долго крутится, и пытается найти парковку, и говорит: «Господи, если Ты мне сейчас поможешь, то я… А, стоп! Всё, я уже нашёл», и паркуется. Примерно та же ситуация сложилась здесь: люди увидели, что осада-то снята, а мы сдуру отпустили рабов. И люди пошли на недоброе дело. Мы читаем это в 11 стихе:
וַיָּשׁוּבוּ אַחֲרֵי־כֵן וַיָּשִׁבוּ אֶת־הָעֲבָדִים וְאֶת־הַשְּׁפָחוֹת אֲשֶׁר שִׁלְּחוּ חָפְשִׁים וַיַּכְבִּישׁוּם (וַיִּכְבְּשׁוּם) לַעֲבָדִים וְלִשְׁפָחוֹת׃
wajaschúwu acharé-chen wajaschíwu et-ha’awadím we’ét-haschefachót aschér schillechú chofschím wajichbeschúm la’awadím welischfachót
ваяшу́ву ахаре́-хэн ваяши́ву эт-ѓаавади́м веэ́т-ѓашефахо́т аше́р шилеху́ хофши́м вайихбешу́м лаавади́м велишфахо́т
11. Danach aber kehrten sie um und holten sich die Sklaven und Sklavinnen zurück, die sie in die Freiheit entlassen hatten, und zwangen sie wieder, Sklaven und Sklavinnen zu sein.
11. А после этого обратились и вернули себе рабов и рабынь, которых выпустили на свободу, и снова принудили их быть рабами и рабынями.
Das heißt: „Wie gut, wir haben Glück gehabt, dass die Belagerung weg ist! Aber jetzt, nachdem die Belagerung aufgehört hat, brauchen wir gerade Arbeiter, und wir Dummköpfe haben sie freigelassen!“ Und da Gott ihnen ohnehin geholfen hatte, oder da sie auch ohne Gott gut zurechtgekommen waren, beschlossen sie, diese Sklaven in die Sklaverei zurückzuholen. Und holten sie zurück. Das ist eigentlich die Vorgeschichte zu dem Wort, mit dem sich der Höchste an den Propheten Jirmejahu wendet.
То есть: «Как хорошо, посчастливилось нам, что осада ушла! Но теперь, после того как прекратилась осада, нам как раз нужны работники, а мы, дураки, их отпустили!» И, раз уж Бог им всё равно помог или раз уж они и без Бога хорошо устроились, они решили этих рабов вернуть в рабство. И вернули. Вот это, собственно, предыстория к тому слову, с которым обращается Всевышний к пророку Йирмеяѓу.
וַיְהִי דְבַר־יְהוָה אֶל־יִרְמְיָהוּ מֵאֵת יְהוָה לֵאמֹר׃
wajhí dewár-adonáj el-jirmejáhu me’ét adonáj lemór
вайѓи́ дева́р-адона́й эль-йирмея́ѓу меэ́т адона́й лемо́р
12. Und es erging das Wort des HERRN an Jirmejahu vom HERRN, mit den Worten:
12. И было слово Господне к Йирмеяѓу от Господа, говоря:
כֹּה־אָמַר יְהוָה אֱלֹהֵי יִשְׂרָאֵל אָנֹכִי כָּרַתִּי בְרִית אֶת־אֲבוֹתֵיכֶם בְּיוֹם הוֹצִאִי אוֹתָם מֵאֶרֶץ מִצְרַיִם מִבֵּית עֲבָדִים לֵאמֹר׃
ko-amár adonáj elohé jisraél anochí karátti werít et-awotechém bejom hozi’í otám me’érez mizrájim mibbét awadím lemór
ко-ама́р адона́й элоѓе́ йисраэ́ль анохи́ кара́ти вери́т эт-авотехэ́м беём ѓоции́ ота́м меэ́рец мицра́йим мибэ́т авади́м лемо́р
14. So sprach der HERR, der Gott Israels: „Ich habe mit euren Vätern einen Bund geschlossen, als Ich sie aus Ägypten herausführte, aus dem Haus der Sklaverei, mit den Worten:
14. Так сказал Господь, Бог Израиля: «Я заключил завет с вашими отцами, когда Я выводил их из Египта, из дома рабства, говоря:
Der Höchste sagt: „Denkt daran, ganz am Anfang habe Ich euch aus dem Haus der Sklaverei herausgeführt, und damals habe Ich mit euch einen Bund geschlossen, mit den Worten…“ – und hier werden wir einen Verweis darauf sehen, was eigentlich in unserem Wochenabschnitt Mischpatim gesagt wird:
Всевышний говорит: «Помните, в самом начале Я вывел вас из дома рабства, и тогда Я заключил с вами завет, говоря…» ‒ и здесь мы увидим ссылку на то, что, собственно, говорится в нашей недельной главе Мишпатим:
מִקֵּץ שֶׁבַע שָׁנִים תְּשַׁלְּחוּ אִישׁ אֶת־אָחִיו הָעִבְרִי אֲשֶׁר־יִמָּכֵר לְךָ וַעֲבָדְךָ שֵׁשׁ שָׁנִים וְשִׁלַּחְתּוֹ חָפְשִׁי מֵעִמָּךְ וְלֹא־שָׁמְעוּ אֲבוֹתֵיכֶם אֵלַי וְלֹא הִטּוּ אֶת־אָזְנָם׃
mikkéz schéwa schaním teschallechú isch et-achíw ha’iwrí aschér-jimmachér lechá wa’awadechá schesch schaním weschillachtó chofschí me’immách weló-schameú awotechém eláj weló hittú et-osnám
микэ́ц ше́ва шани́м тешалеху́ иш эт-ахи́в ѓаиври́ аше́р-йимахэ́р леха́ ваавадеха́ шеш шани́м вешилахто́ хофши́ меима́х вело́-шамеу́ авотехэ́м эла́й вело́ ѓиту́ эт-озна́м
14. Nach Ablauf von sieben Jahren entlasst jeder seinen Bruder, den Juden, der dir verkauft wurde und der dir sechs Jahre gedient hat, entlass ihn frei von dir. Aber eure Väter hörten nicht auf Mich und neigten Mir ihr Ohr nicht zu.
14. По окончании семи лет каждый отправьте брата своего еврея, который был продан тебе и который служил тебе шесть лет, отправь его свободным от себя. Но ваши отцы не слышали Меня и не обратили ко Мне ухо своё.
Wie geriet ein Mensch in die Sklaverei? Wenn er mittellos wurde, gar nichts mehr hatte, konnte er in irgendeinen Haushalt kommen, wo er sechs Jahre arbeitete, man musste ihm Verpflegung und notwendige, ziemlich gute soziale Bedingungen gewährleisten. Nach Ablauf von sieben Jahren musste er mit einem Geschenk entlassen werden, mit einer Art „Startgeld“. So sollte es sein, so hat es der Höchste geboten. Sklaverei konnte es geben, sie war zulässig, aber sie sollte den Menschen irgendwie bessern und ihn schließlich auf die Beine stellen. Und der Höchste sagt, dass dieses Gesetz nicht so recht eingehalten wurde.
Как человек попадал в рабство? Если он оказывался неимущим, у него совсем ничего не было, он мог попасть в какое-то хозяйство, где он работал шесть лет, ему должны были обеспечивать пропитание и необходимые, довольно неплохие социальные условия. По окончании семи лет он должен был быть отправлен с подарком, с какими-то «подъёмными». Так должно было быть, так Всевышний повелел. Рабство могло быть, было допустимо, но оно должно было как-то человека исправлять и в конце концов ставить его на ноги. И Всевышний говорит, что не очень-то этот закон и соблюдался.
וַתָּשֻׁבוּ אַתֶּם הַיּוֹם וַתַּעֲשׂוּ אֶת־הַיָּשָׁר בְּעֵינַי לִקְרֹא דְרוֹר אִישׁ לְרֵעֵהוּ וַתִּכְרְתוּ בְרִית לְפָנַי בַּבַּיִת אֲשֶׁר־נִקְרָא שְׁמִי עָלָיו׃
wattaschúwu attém hajom watta’asú et-hajaschár be’enáj likró derór isch lere’éhu wattichretú werít lefanáj babbájit aschér-nikrá schemí aláw
ваташу́ву атэ́м ѓаём ватаасу́ эт-ѓаяша́р беэна́й ликро́ деро́р иш лереэ́ѓу ватихрету́ вери́т лефана́й баба́йит аше́р-никра́ шеми́ ала́в
15. Ihr aber seid heute umgekehrt und habt das Gerade in Meinen Augen getan, indem ihr Freiheit ausgerufen habt, jeder seinem Nächsten, und habt einen Bund vor Mir geschlossen, in dem Haus, über dem Mein Name ausgerufen ist.
15. Вы же обратились сегодня и сделали прямое в глазах Моих, чтобы объявить свободу ближнему своему, и заключили завет предо Мной, в доме, на котором наречено Имя Моё.
Das heißt, daraus sehen wir, dass sie es nicht einfach so beschlossen haben, sie haben im Tempel einen Bund geschlossen, haben eine solche Abmachung untereinander geschlossen, dass alle die Gefangenen freilassen. Das wurde vor dem Angesicht des Höchsten getan, im Tempel des Höchsten.
То есть из этого мы видим, что они не просто так порешили, они в храме заключили завет, заключили такой договор между собой, что все выпустят узников на свободу. Это было сделано перед лицом Всевышнего, в храме Всевышнего.
וַתָּשֻׁבוּ וַתְּחַלְּלוּ אֶת־שְׁמִי וַתָּשִׁבוּ אִישׁ אֶת־עַבְדּוֹ וְאִישׁ אֶת־שִׁפְחָתוֹ אֲשֶׁר־שִׁלַּחְתֶּם חָפְשִׁים לְנַפְשָׁם וַתִּכְבְּשׁוּ אֹתָם לִהְיוֹת לָכֶם לַעֲבָדִים וְלִשְׁפָחוֹת׃
wattaschúwu wattechallelú et-schemí wattaschíwu isch et-awdó we’ísch et-schifcható aschér-schillachtém chofschím lenafschám wattichbeschú otám lihjot lachém la’awadím welischfachót
ваташу́ву ватехалелу́ эт-шеми́ ваташи́ву иш эт-авдо́ веи́ш эт-шифхато́ аше́р-шилахтэ́м хофши́м ленафша́м ватихбешу́ ота́м лиѓйёт лахэ́м лаавади́м велишфахо́т
16. Aber ihr seid wieder umgekehrt und habt Meinen Namen entweiht und habt jeder seinen Sklaven und jeder seine Sklavin zurückgeholt, jene, die ihr frei ihres Weges entlassen hattet, und ihr habt sie erobert (gezwungen), damit sie euch Sklaven und Sklavinnen seien.
16. Но вы снова обратились, и опорчили Имя Моё, и вернули каждый раба своего и каждый рабыню свою, тех, которых вы отпустили свободными восвояси, и вы завоевали (принудили) их, чтобы они были вам рабами и рабынями.
Mit anderen Worten: „Ihr habt auf Mich gehört, habt das Gerade in Meinen Augen getan, aber es stellt sich heraus, dass das nicht ganz gerade ist, das ist so etwas Krummes: Kaum war die Belagerung aufgehoben, da habt ihr sofort eure Sklaven und Sklavinnen gewaltsam zurückgeschleppt.“
Иными словами: «Вы Меня послушались, сделали прямое в глазах Моих, но выясняется, что это не совсем прямое, это что-то кривоватое такое: как только снялась осада, так сразу же вы потащили своих рабов и рабынь назад насильно».
לָכֵן כֹּה־אָמַר יְהוָה אַתֶּם לֹא־שְׁמַעְתֶּם אֵלַי לִקְרֹא דְרוֹר אִישׁ לְאָחִיו וְאִישׁ לְרֵעֵהוּ הִנְנִי קֹרֵא לָכֶם דְּרוֹר נְאֻם־יְהוָה אֶל־הַחֶרֶב אֶל־הַדֶּבֶר וְאֶל־הָרָעָב וְנָתַתִּי אֶתְכֶם לִזְוָעָה (לְזַעֲוָה) לְכֹל מַמְלְכוֹת הָאָרֶץ׃
lachén ko-amár adonáj attém lo-schema׳tém eláj likró derór isch le’achíw we’ísch lere’éhu hinení koré lachém derór ne’úm-adonáj el-hachérew el-haddéwer we’él-hara’áw wenatattí etchém lesa’awá lechól mamlechót ha’árez
лахе́н ко-ама́р адона́й атэ́м ло-шема׳тэ́м эла́й ликро́ деро́р иш леахи́в веи́ш лереэ́ѓу ѓинени́ коре́ лахэ́м деро́р неу́м-адона́й эль-ѓахэ́рев эль-ѓадэ́вер веэ́ль-ѓapaáв венатати́ этхэ́м лезаава́ лехо́ль мамлехо́т ѓаа́рец
17. Darum spricht der HERR so: „Ihr habt nicht auf Mich gehört, als Ich euch aufrief, Freiheit zu geben, jeder seinem Bruder und jeder seinem Nächsten. Siehe, Ich rufe über euch die Freiheit aus, Freiheit wird sein dem Schwert, Freiheit der Pest und dem Hunger. Und Ich werde euch zum Schrecken machen für alle Königreiche der Erde,
17. Поэтому так говорит Господь: «Вы не слушали Меня, когда Я призывал вас дать свободу каждый брату своему и каждый ближнему своему. Вот Я на вас призываю свободу, свобода будет мечу, свобода мору и голоду. И Я сделаю вас ужасом для всех царств земли,
Jetzt werden über euer Land, über euch frei, ohne Furcht das Schwert und die Pest und der Hunger herfallen.
Теперь на вашу землю, на вас свободно, небоязно нападёт меч, и мор, и голод.
וְנָתַתִּי אֶת־הָאֲנָשִׁים הָעֹבְרִים אֶת־בְּרִתִי אֲשֶׁר לֹא־הֵקִימוּ אֶת־דִּבְרֵי הַבְּרִית אֲשֶׁר כָּרְתוּ לְפָנָי הָעֵגֶל אֲשֶׁר כָּרְתוּ לִשְׁנַיִם וַיַּעַבְרוּ בֵּין בְּתָרָיו׃
wenatattí et-ha’anaschím ha’owerím et-berití aschér lo-hekímu et-diwré habberít aschér karetú lefanájIn der russischen Umschrift ist dieses Wort verschrieben. Nach dem Hebräischen heißt es lefanáj („vor Mir“), so steht es hier. ha’égel aschér karetú lischnájim waja’awrú ben betaráw
венатати́ эт-ѓаанаши́м ѓаовери́м эт-берити́ аше́р ло-ѓеки́му эт-диврэ́ ѓабери́т аше́р карету́ лефаиа́й ѓаэ́гель аше́р карету́ лишна́йим ваяавру́ бэн бетара́в
18. Und Ich werde jene Leute hingeben, die Meinen Bund brechen, die den Bund mit Mir gebrochen haben, die vor Mir ein Kalb zerteilt haben und zwischen seinen beiden Hälften hindurchgegangen sind, –
18. И отдам Я тех людей, которые нарушают завет Мой, которые нарушили завет со Мной, которые рассекли передо Мной телёнка и прошли между двумя половинами его, –
Wir wissen aus der Geschichte mit Awraham, dass so oft ein Bund geschlossen wird. Das symbolisiert: Wenn ich diesen Bund breche, dann zerteilt mich in zwei Hälften wie dieses Kalb. Die Leute haben nicht einfach so versprochen, sie haben im Tempel vor dem Höchsten ein Gelübde abgelegt, dass sie die Gefangenen freilassen werden, und sind durch die Hälften des Kalbes gegangen, das heißt, sie haben es zeremoniell, pompös vor dem Höchsten getan.
Мы знаем из истории с Авраѓамом, что так часто заключается завет. Это символизирует, что, если я нарушу этот завет, рассеките меня пополам, как этого телёнка. Люди не просто так пообещали, они в храме перед Всевышним дали обет, что они отпустят узников на свободу, и проходили через половины тельца, то есть сделали это церемониально, помпезно перед Всевышним.
שָׂרֵי יְהוּדָה וְשָׂרֵי יְרוּשָׁלִַם הַסָּרִסִים וְהַכֹּהֲנִים וְכֹל עַם הָאָרֶץ הָעֹבְרִים בֵּין בִּתְרֵי הָעֵגֶל׃
saré jehudá wesaré jeruschaláim hassarissím wehakkohaním wechól am ha’árez ha’owerím ben bitré ha’égel
сарэ́ еѓуда́ весарэ́ ерушала́им ѓасариси́м веѓакоѓани́м вехо́ль aм ѓаа́рец ѓаовери́м бэн битрэ́ ѓаэ́гель
19. Die Würdenträger Jehudas und die Würdenträger Jerusalems und die Kohanim und das ganze Volk, das zwischen den Hälften des Kalbes hindurchging, –
19. Вельможи Йеѓуды, и вельможи Иерусалима, и коѓены, и весь народ, который проходил меж половин тельца,–
Das Wort sarís (ich halte mich oft dabei auf) bedeutet in der modernen Sprache Eunuch, das Verb lesarés bedeutet kastrieren. Aber im alten Hebräisch kann es bedeuten: Leibwächter – derjenige, der den Kopf trägt oder den Kopf bewahrt, „Kopfwächter“, oder Silowik (im russischen politischen Vokabular).
Слово сари́с (часто на нём останавливаюсь) в современном языке означает евнух, глагол лесаре́с означает кастировать. Но в древнем иврите может означать телохранитель – тот, кто носит голову или хранит голову, «головохранитель» или силовик (в российском политическом лексиконе).
וְנָתַתִּי אוֹתָם בְּיַד אֹיְבֵיהֶם וּבְיַד מְבַקְשֵׁי נַפְשָׁם וְהָיְתָה נִבְלָתָם לְמַאֲכָל לְעוֹף הַשָּׁמַיִם וּלְבֶהֱמַת הָאָרֶץ׃
wenatattí otám bejád ojewehém uw’jád mewaksché nafschám wehajetá niwlatám lema’achál le’óf haschamájim ulwehemát ha’árez
венатати́ ота́м бея́д оевеѓе́м увъя́д мевакше́ нафша́м веѓаета́ нивлата́м лемааха́ль лео́ф ѓашама́йим ульвеѓема́т ѓаа́рец
20 Und Ich werde sie in die Hände ihrer Feinde geben und in die Hände derer, die ihre Seelen suchen, und ihr Aas wird dem Vogel des Himmels und dem Tier der Erde zur Speise sein.
20 И Я отдам их в руки врагов их и в руки тех, кто ищет души их, и будет падаль их едой птице небесной и зверю земному.
וְאֶת־צִדְקִיָּהוּ מֶלֶךְ־יְהוּדָה וְאֶת־שָׂרָיו אֶתֵּן בְּיַד אֹיְבֵיהֶם וּבְיַד מְבַקְשֵׁי נַפְשָׁם וּבְיַד חֵיל מֶלֶךְ בָּבֶל הָעֹלִים מֵעֲלֵיכֶם׃
we’ét-zidkijáhu mélech-jehudá we’ét-saráw ettén bejád ojewehém uw’jád mewaksché nafschám uw’jád chel mélech bawél ha’olím me’alechém
веэ́т-цидкия́ѓу ме́лех-еѓуда́ веэ́т-сара́в этэ́н бея́д оевеѓе́м увъя́д мевакше́ нафша́м увъя́д хель мэ́лех бавэ́ль ѓаоли́м меалехэ́м
21. Und Zidkijahu, den judäischen König, und seine Obersten werde Ich auch in die Hände ihrer Feinde geben, in die Hände derer, die nach ihren Seelen verlangen, in die Hände des Heeres des babylonischen Königs, der gegen euch heraufzieht.
21. А Цидкияѓу, царя иудейского, и начальников его, Я тоже отдам в руки врагов их, в руки тех, кто просит души их, в руки армии царя вавилонского, который на вас поднимается.
Und das ist, sozusagen, ein Wunder, eine Überraschung, die der Höchste denen bereitet, die gehofft hatten, er habe schon „einen Parkplatz gefunden“.
И вот, так сказать, чудо, сюрприз, который Всевышний даёт тем, кто надеялся, что он уже «нашёл парковку».
הִנְנִי מְצַוֶּה נְאֻם־יְהוָה וַהֲשִׁבֹתִים אֶל־הָעִיר הַזֹּאת וְנִלְחֲמוּ עָלֶיהָ וּלְכָדוּהָ וּשְׂרָפֻהָ בָאֵשׁ וְאֶת־עָרֵי יְהוּדָה אֶתֵּן שְׁמָמָה מֵאֵין יֹשֵׁב׃
hinení mezawwé ne’úm-adonáj wahaschiwotím el-ha’ír hassót wenilchamú aléha ulchadúha usrafúha wa’ésch we’ét-aré jehuda ettén schemamá me’én joschéw
ѓинени́ мецавэ́ неу́м-адона́й ваѓашивоти́м эль-ѓаи́р ѓазо́т венильхаму́ але́ѓа ульхаду́ѓа усрафу́ѓа ваэ́ш веэ́т-арэ́ еѓуда этэ́н шемама́ меэ́н ёше́в
22. Siehe, Ich gebiete, – spricht der HERR, – Ich werde das Heer Babylons in diese Stadt zurückbringen, und sie werden um diese Stadt kämpfen und sie einnehmen und sie mit Feuer verbrennen, und die Städte Judäas werde Ich wüst und leblos machen. Eine solche Anrede des Höchsten an die, die gehofft hatten, man könne einfach sagen: „Wir haben Glück gehabt, die Belagerung ist aufgehoben! Und jetzt müssen wir die Sklaven nicht zurückgeben, können auch das Gelübde vor dem Höchsten nicht erfüllen.“ Hier liegt eine Unterweisung für uns, wie wichtig dem Höchsten die Freiheit des Menschen ist, wie der Höchste die Freiheit schätzt, wie der Höchste uns lehrt, die Freiheit zu schätzen, und wie eifernd der Höchste über die Erfüllung der Gelübde wacht, die Ihm gegeben werden.
22. Вот, Я заповедую, – говорит Господь, – Я верну войско Вавилона в этот город, и будут воевать они за этот город, и захватят его, и сожгут его огнём, а города Иудеи сделаю пустынными и безжизненными. Такое обращение Всевышнего к тем, кто надеялся, что можно просто сказать: «Нам повезло, осада снята! И теперь мы можем не возвращать рабов, можем и не исполнять обет перед Всевышним». Здесь наставление для нас, как важна Всевышнему свобода человека, как Всевышний ценит свободу, как Всевышний учит нас ценить свободу и как Всевышний ревностно относится к исполнению обетов, которые даются Ему.
Lest auch: Jitro, Teruma, Bünde und Wochenabschnitte der Tora.
Читайте также: Итро, Трума, заветы и недельные главы Торы.
Russisches Original:Оригинал: alexblend.com
Schreibe einen Kommentar