Es war spät. Neonlicht erhellte die belebten Straßen der Großstadt. Allmählich wurde es still; die Nacht brach herein.
Ein Polizist ging durch die Straße. Er kannte diese Straßen und fühlte sich hier wie zu Hause. Die engen Gassen, die dicht aneinandergedrängten kleinen Läden, die Restaurants und sogar die Schusterwerkstatt – alles war ihm vertraut.
An diesem Abend kam der Ordnungshüter an der Werkstatt vorbei. Soweit er sich erinnern konnte, war der Schuster immer in seinem kleinen Laden. Nun aber bemerkte der Polizist, dass dort kein Licht brannte. Etwas stimmte nicht! Er drückte gegen die Tür, und sie öffnete sich leicht. An Überraschungen aller Art gewöhnt, zog er rasch seine Taschenlampe und leuchtete in den Raum. Der Lichtschein glitt in die hintere Ecke. Dort lag der Besitzer auf einem alten Sofa. Was war mit ihm? Das gelbliche Licht glitt über sein Gesicht. Plötzlich sprang der Schuster auf und rief, vor Freude strahlend: „Halleluja! Halleluja!“
Der Polizist trat zu ihm. „Beten Sie immer noch?“, fragte er.
„Nein, ich hatte mich ein wenig hingelegt. Als ich das helle Licht sah, dachte ich, der Herr sei gekommen, um die Seinen zu holen. Ich warte ja auf ihn. Er wird ganz bestimmt kommen! Und er wird sehr bald kommen!“, antwortete der Schuster.