Es wird gesät.
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Es wird gesät · Beitrag Nr. 328

Sünde — Beitrag Nr. 328

Zusammengestellt von Jakow Lewen · Ausgabe 2001 · Originalseite 122

Ein Künstler wollte ein Bild vom verlorenen Sohn malen. Er suchte nach einem Modell und besuchte dafür Gefängnisse, Obdachlosenunterkünfte und ähnliche Einrichtungen. Dort fand er niemanden, der ihm geeignet erschien. Eines Tages begegnete er auf der Straße einem zerlumpten Bettler, der genau zu passen schien. Der Künstler sprach ihn an und bot ihm eine gute Bezahlung dafür an, in sein Atelier zu kommen und Modell zu stehen. Der Bettler willigte sofort ein.

Am vereinbarten Tag erschien er pünktlich beim Künstler. Als dieser auf das Klingeln hin die Tür öffnete, sah er einen vorzüglich gekleideten Mann mittleren Alters vor sich. Auf die Frage: „Was wünschen Sie?“, antwortete der Besucher, er sei zum Modellstehen gekommen. Der Künstler war erstaunt: Er kenne ihn nicht und habe ihn nie eingeladen; er warte auf einen Bettler. Der Besucher beharrte darauf, genau dieser Bettler zu sein.

„Nein“, sagte der Künstler. „Ich kenne Sie nicht, und ich brauche Sie nicht.“

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