Plinius der Jüngere, römischer Historiker und Statthalter der kleinasiatischen Provinz Bithynien, schrieb um das Jahr 111 in einem Brief an seinen Freund, Kaiser Trajan, unter anderem:
„Da ich bisher noch nie Untersuchungen gegen Christen geführt habe, weiß ich nicht, wie ich vorgehen soll. Ich wende folgende Methode an: Nach zwei oder drei Verhören unter Androhung von Strafen lasse ich diejenigen hinrichten, die darauf beharren, Christen zu sein. Einige, die bestritten, Christen gewesen zu sein, verbrannten Weihrauch und brachten vor den Götterbildern Trankopfer dar. Es gibt sogar welche, die Christus verfluchen – wozu sich, wie man sagt, kein wirklicher Christ bewegen lässt. Einige Beschuldigte erklärten, sie seien schon seit etwa zwanzig Jahren keine Christen mehr. Die Untersuchung ergab, dass sie an bestimmten Tagen vor Sonnenaufgang zusammenkommen, um gemeinsam Christus als Gott einen Hymnus zu singen. Sie verpflichten sich eidlich, keine Verbrechen zu begehen, Diebstahl, Raub und Unzucht zu meiden. Schließlich versammeln sie sich am Abend, um eine gemeinsame, unschuldige Mahlzeit einzunehmen.“