Es wird gesät.
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Es wird gesät · Beitrag Nr. 451

Liebe — Beitrag Nr. 451

Zusammengestellt von Jakow Lewen · Ausgabe 2001 · Originalseite 176

Die Kinder kletterten ihrem Vater auf den Schoß und baten ihn, ihnen vor dem Schlafengehen eine spannende Geschichte zu erzählen.

»Von wem soll ich euch erzählen, von einem Jungen oder von einem Mädchen?«, fragte der Vater.

»Von einem Jungen!«, riefen die Kinder.

»Dann hört gut zu! Das ist zwanzig Jahre her. Damals lernte ich einen Jungen namens Harald kennen. Er war der Sohn einer gottesfürchtigen Witwe und hatte Jesus schon früh als seinen persönlichen Retter in sein Herz aufgenommen.

Als Harald älter wurde, beschloss er, bei der Handelsmarine als Matrose anzuheuern. Beim Abschied sagte seine Mutter zu ihm:

›Harald, sprich immer und überall von deinem Retter und bleib ihm treu.‹

Gleich am ersten Abend an Bord kniete er vor dem Schlafengehen wie gewohnt nieder. Die anderen Matrosen sahen es und lachten ihn aus. Einer nahm einen Krug mit kaltem Wasser und goss ihn über Harald aus. Harald betete einfach weiter.

Oft dachte er an diese Worte aus der Heiligen Schrift:

›Als er beschimpft wurde, schimpfte er nicht zurück. Als er litt, drohte er nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.‹ (1 Petr 2,23)

Am schlimmsten behandelte ihn der junge Fritz. Man nannte ihn den ›schwarzen Fritz‹, weil er bei jeder Gemeinheit schnell dabei war.

Harald kletterte oft auf den Mast, um mit seinem Retter allein zu sein. Dort konnte er ihm alles sagen und fand Trost und neue Kraft.

Eines Tages geriet das Schiff in einen schweren Sturm. Das oberste Segel am Großmast drohte zu reißen. Der Kapitän befahl Fritz hinaufzuklettern und das Segel besser festzumachen. Fritz, der sich bei seinen Streichen für einen Helden hielt, blickte nach oben und bekam Angst. Beim Anblick des schwankenden Mastes und des Segels, das er sichern sollte, wurde er blass und zitterte am ganzen Leib.

Da trat Harald zum Kapitän und sagte:

›Herr Kapitän, lassen Sie mich das für Fritz tun!‹ Der Kapitän sah ihn erstaunt an und antwortete:

›Junge, du bist erst drei Monate an Bord. Du ahnst gar nicht, wie gefährlich diese Arbeit ist.‹

Harald wagte es, noch einmal zu bitten. Da gab der Kapitän nach. Alle staunten, als Harald mitten im Sturm auf den schwankenden Mast kletterte. Er erledigte die Arbeit schnell und sorgfältig und war bald wieder an Deck. Da kam Fritz zu ihm und sagte:

›Harald, du bist zwar fromm, aber ein Feigling wie ich bist du nicht. Warum hast du das für mich getan, wo ich dir doch so viel Böses angetan habe?‹«

Hier unterbrach sich der Vater und fragte:

»Könnt ihr erraten, von wem ich euch erzählt habe?«

»Ich glaube«, sagte eines der Kinder, »du hast uns von Onkel Harald erzählt. Aber wer war der böse ›schwarze Fritz‹? Wir kennen niemanden, der das gewesen sein könnte …«

»Das war leider ich, meine lieben Kinder. Aber Haralds Retter wurde auch mein Retter, und wir wurden gute Freunde. Jetzt sind wir Brüder in Jesus Christus, unserem Herrn.«

Die Kinder vergaßen diese Geschichte nicht. Schon früh erkannten sie ihre Sünden und nahmen Jesus Christus als ihren persönlichen Retter an.

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