Ein armer Khoikhoi wurde einmal von einem Buren zum Hausgebet eingeladen. Der Hausherr las an diesem Tag das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner vor. Gottes Wort hatte das Herz des Gastes bereits berührt. Er hielt den Blick auf den Hausherrn gerichtet und hörte aufmerksam zu. Die selbstgefälligen Worte des Pharisäers machten ihn verlegen: »Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die anderen Menschen!«
»Nein, das könnte ich von mir nicht sagen. Ich bin viel schlimmer als die anderen!«, flüsterte er.
Der Hausherr las weiter: »Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe.«
»Nein, auch das tue ich nicht. So kann ich nicht beten!«, dachte der Gast niedergeschlagen.
Schließlich kam der Hausherr zum Gebet des Zöllners, der weitab stand und nicht einmal wagte, die Augen zum Himmel zu erheben.
»Das bin ich!«, dachte der Gast.
»Er stand weitab …«, las der Hausherr weiter.
»Ja, ja, das bin ich!«, entfuhr es dem Gast.
»Er schlug sich an die Brust und sagte: Gott, sei mir Sünder gnädig!«
»Das bin ich! Das bin ich! Das ist mein Gebet!«, rief der Gast. Er schlug sich an die Brust und wiederholte das Gebet des Zöllners: »Gott, sei mir Sünder gnädig!«
Wie der Zöllner ging auch er gerechtfertigt nach Hause.