An einer gefährlichen Stelle der Küste, zwischen Klippen und gewaltigen Felsen unter Wasser, stand ein Leuchtturm. Sein Licht hatte viele Seeleute vor dem Tod bewahrt. Bei Einbruch der Dunkelheit entzündete der Leuchtturmwärter das Feuer und hielt die ganze Nacht darüber Wache.
In einer stürmischen Nacht löschte eine heftige Bö das Feuer. Der Wärter bemerkte es sofort. Doch weil es ohnehin bald hell werden würde, machte er sich nicht die Mühe, es wieder anzuzünden. Gerade da befand sich ein kleines Schiff in der Nähe der Klippen. Die Seeleute waren vom Sturm überrascht worden und kämpften mit letzter Kraft darum, die Küste zu erreichen. Weil der Leuchtturm dunkel blieb, lief das Schiff auf einen Felsen und zerschellte. Alle kamen ums Leben.
Am Morgen ging der Wärter am Ufer entlang zu seinem Leuchtturm. Da stieß er auf einen Leichnam, den das Meer angeschwemmt hatte. Zu seinem Entsetzen erkannte er seinen eigenen Sohn, der weit fort auf Fang gewesen und nun auf dem Heimweg war. Wie die anderen war er der Nachlässigkeit seines Vaters zum Opfer gefallen, der seine Pflicht versäumt hatte.
Wir Christen sind dazu berufen, wie Leuchttürme zu sein. Der Herr hat uns die Aufgabe anvertraut, den Menschen um uns her zu leuchten und ihnen zu helfen. Viel hängt davon ab, mit wie viel Liebe und Treue wir diese Aufgabe erfüllen. Christus sagte in der Bergpredigt: »So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.« (Mt 5,16)