Alexander Duff, einer der bedeutendsten christlichen Missionare in Indien, kehrte kurz vor seinem Tod im neunzehnten Jahrhundert in seine schottische Heimat zurück. Vor einer großen Versammlung warb er eindringlich für die Mission in Indien, fand jedoch wenig Gehör. Mitten in der Predigt verlor er das Bewusstsein. Ein herbeigerufener Arzt beugte sich über ihn und fühlte seinen Puls. Duff öffnete die Augen und fragte:
»Wo bin ich?«
»Regen Sie sich nicht auf. Bleiben Sie ruhig liegen!«, antwortete der Arzt. »Ihr Herz ist sehr schwach.«
»Aber ich muss meine Rede zu Ende bringen!«, rief Duff.
»Bleiben Sie liegen, ganz ruhig!«, wiederholte der Arzt. »Sie dürfen sich nicht aufregen.«
Der Missionar richtete sich mit Mühe auf. Seine Entschlossenheit war stärker als sein schwaches Herz. Vom Arzt begleitet kehrte der ergraute Diener Christi ans Rednerpult zurück. Während er dorthin ging, erhoben sich alle im Saal. Duff brachte seinen Aufruf zu Ende.
»Wenn unsere Königin Freiwillige für Indien braucht, melden sich Hunderte junger Männer. Wenn aber der Herr selbst ruft, geht keiner! Hat Schottland wirklich keine Söhne mehr, die das Evangelium nach Indien bringen? Wenn sich hier kein junger Mann mehr findet, gehe ich selbst zurück, auch wenn ich alt und schwach bin. Predigen kann ich nicht mehr. Aber ich kann mich ans Ufer des Ganges legen und dort sterben. Dann soll Indien wissen, dass es in Schottland wenigstens einen Menschen gab, dem dieses Volk so viel bedeutete, dass er sein Leben für es gab!«
Die Worte des Predigers erschütterten den Saal. Viele sprangen auf und riefen:
»Ich gehe! Ich gehe!«
Bald darauf starb Alexander Duff. Viele der jungen Menschen, die sein Aufruf aufgerüttelt hatte, hielten ihr Versprechen. Sie gingen nach Indien und widmeten ihr Leben der Verkündigung des Evangeliums.