Es wird gesät.
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Es wird gesät · Beitrag Nr. 70

Sei treu bis in den Tod — Beitrag Nr. 70

Zusammengestellt von Jakow Lewen · Ausgabe 2001 · Originalseite 36

Während des Krieges erlebte eine Frau mit einem kindlich vertrauenden Glauben Folgendes. Eines späten Abends ging sie durch den Wald. In der Hand trug sie eine Tasche mit Lebensmitteln, Lebensmittelkarten und Geld. Plötzlich trat ein Mann aus der Dunkelheit und forderte:

„Geben Sie mir Ihre Tasche!“

Völlig ruhig antwortete sie:

„Danke, ich kann sie selbst tragen.“

Diese Antwort verblüffte den Mann so sehr, dass er etwa zehn Minuten lang schweigend neben ihr herging. Schließlich wiederholte er seine Forderung:

„Jetzt reicht es. Geben Sie mir, was Sie tragen.“

„Danke, aber ich komme noch immer allein zurecht.“

Auf einmal blieb er zurück. Sie bekam Angst, er könnte sie nun von hinten angreifen. Doch dann dachte sie: „Der Erlöser beschützt mich ja nicht nur in der Kirche, sondern auch hier in unserem Wald.“ Leise sprach sie den Vers aus Psalm 23 (in der Vorlage: Psalm 22): „Und wenn ich durch das Tal des Todesschattens gehe, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir. Dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich.“

Sofort sprang der Räuber auf sie zu und fragte:

„Was haben Sie gesagt?“

Die Schwester wiederholte den Vers, und es entwickelte sich ein wunderbares Gespräch. Schließlich fragte er:

„Wissen Sie, was ich mit Ihnen vorhatte?“

„O ja, natürlich“, antwortete sie.

„Warum haben Sie dann nicht vor Angst geschrien?“

„Warum sollte ich schreien und um Hilfe rufen, wenn mein Herr stärker ist als alle und mich beschützt? Ich stehe unter seinem Schutz. Er hat nicht zugelassen, dass Sie mir etwas antun.“

Als sie sich trennten, weinte er. Die Frau rief ihm noch nach:

„Ich werde für Sie beten, bis Sie den Weg zum Leben gefunden haben.“

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