Bei den alten Griechen gab es ein Fest namens „Amnisto“; auf dieselbe Wurzel geht das Wort „Amnestie“ zurück. Einmal im Jahr verzichteten die Griechen freiwillig auf gegenseitige Feindschaft, Gerichtsverfahren, Ansprüche und Streitigkeiten. Das Fest begann mit einem feierlichen „Begräbnis“ aller Familienstreitigkeiten, aller Missverständnisse mit den Nachbarn, aller Kränkungen, Verletzungen und Ungerechtigkeiten.
Bei den Christen der frühen apostolischen Gemeinde war die gegenseitige Vergebung mit dem Gedenken an den Tod Jesu Christi verbunden. Am gedeckten Tisch bekannten die Gläubigen ihre Schuld und vergaben einander. Auf das Abendmahl folgte ein gemeinsames Liebesmahl, das „Agape“ genannt wurde.
Wie zeitgemäß und wie dringend nötig wäre ein solches Fest umfassender gegenseitiger Vergebung für uns Gläubige in den verschiedenen Ländern!