Es wird gesät.
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Es wird gesät · Beitrag Nr. 211

Treue und Untreue — Beitrag Nr. 211

Zusammengestellt von Jakow Lewen · Ausgabe 2001 · Originalseite 76

Der bekannte Millionär Stephen Girard, ein erklärter Gottesleugner, befahl an einem Sonntag seinen Angestellten und seinem Buchhalter, zum Entladen eines gerade eingetroffenen Schiffes zu erscheinen. Der Buchhalter, ein junger Mann mit festen religiösen Überzeugungen und genügend geistlicher Kraft, danach zu leben, weigerte sich entschieden, dieser Forderung nachzukommen.

„Nun“, sagte Girard, „wenn Sie meinem Wunsch nicht entsprechen können, müssen sich unsere Wege wohl trennen.“

„Das weiß ich“, antwortete der junge Mann. „Und ich weiß auch, dass ich eine verwitwete Mutter zu versorgen habe. Aber ich kann am Sonntag nicht arbeiten.“

„Gut“, sagte der Arbeitgeber. „Gehen Sie zum Kassierer und lassen Sie sich Ihren Lohn auszahlen.“

Drei Wochen lang ging der junge Mann durch die Straßen und suchte vergeblich nach Arbeit. Eines Tages bat ein Bankdirektor Girard, ihm einen geeigneten Buchhalter für eine neu zu eröffnende Bankfiliale zu empfehlen. Nach kurzem Nachdenken nannte Girard den jungen Mann, den er entlassen hatte.

„Aber Sie haben ihn doch entlassen?“, fragte der Bankdirektor erstaunt.

„Ja“, antwortete Girard. „Ich habe ihm gekündigt, weil er nicht am Sonntag arbeiten wollte. Doch gerade einem Menschen, der um seiner Überzeugungen willen bereit ist, seine Stelle zu verlieren, können Sie Ihr Kapital anvertrauen.“

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