Einmal war ich mit der Eisenbahn unterwegs. Der Zug hielt an einer Station, und ich sah aus dem Fenster. Plötzlich hörte ich: „Zeitung! Die Zeitung von heute!“
Die außerordentlich angenehme Stimme des Zeitungsjungen fiel mir auf.
„Wie heißt du, mein Junge?“, fragte ich, als ich ihm eine Zeitung abnahm.
„Iwan.“
„Kannst du lesen?“ – „Ja!“
Der Junge war ärmlich, aber ordentlich gekleidet; Hände und Gesicht waren sauber gewaschen. Ein Pfiff ertönte, und der Zug setzte sich in Bewegung. Eilig zog ich ein kleines Neues Testament aus der Tasche und reichte es ihm.
„Wirst du dieses Buch lesen, Iwan?“
„Ja, ganz bestimmt. Ich verspreche es Ihnen!“
Ein Jahr später fuhr ich wieder dieselbe Strecke. Wie erstaunt war ich, als ich an derselben Station meinen kleinen Freund sah! Er war gewachsen und kräftiger geworden, doch seine Stimme und seine Augen waren noch genauso gewinnend wie früher.
„Wie oft denke ich an Sie“, sagte er zu mir. „Ihr kleines Buch hat in unserer Familie alles verändert! Mein Vater, der damals arbeitslos war, begann eifrig im Neuen Testament zu lesen. Dadurch begann bei uns ein neues Leben mit Christus. Vater verdient jetzt gut, Mutter ist wieder fröhlich, und ich kann unbesorgt zur Schule gehen.“
Solch gute Frucht brachte das kleine Buch, das Gottes Wort enthält – weil die Herzen ein guter Boden waren, um es aufzunehmen.