Ludwig IX. (1214–1270) wurde bereits mit zwölf Jahren König von Frankreich. Viele versuchten, seine Minderjährigkeit auszunutzen und seinen Thron an sich zu bringen. Doch seine Mutter konnte alle Feinde ihres Sohnes abwehren. Als Ludwig volljährig wurde und die Regierung übernahm, flohen viele seiner Gegner ins Ausland. Es ging das Gerücht um, der König habe eine Liste seiner früheren Gegner anlegen und neben jeden Namen ein Kreuz setzen lassen. Die Gegner glaubten, sie seien zum Tod verurteilt.
Als der König von ihrer Flucht erfuhr, ließ er ihnen ausrichten, dass sie alle nach Frankreich zurückkehren und dort in Sicherheit leben könnten. Zu den Kreuzen neben den Namen der Schuldigen erklärte Ludwig IX.: „Das Kreuz bedeutet für meine Feinde nicht den Tod. Es soll mich immer an das Kreuz meines Retters erinnern und daran, anderen zu vergeben.“