Am Morgen des 15. März 44 v. Chr. fühlte sich der römische Diktator Julius Cäsar unwohl und wollte sich deshalb an diesem Tag nicht mit Staatsangelegenheiten befassen. Auch seine Frau, die einen beunruhigenden Traum über ihn gehabt hatte, bat ihn eindringlich, zu Hause zu bleiben. Doch dann erschien Cäsars bester Freund Brutus, den der Diktator zudem adoptiert hatte. Brutus drängte ihn, im Senat zu erscheinen. Cäsar, der Brutus wegen seiner Fähigkeiten geradezu vergötterte, gab seinen Bitten nach.
Sklaven trugen Julius Cäsar auf einer Sänfte aus dem Haus und über den Platz. Dabei drückte ihm jemand einen Zettel in die Hand, der ihn vor einem geplanten Anschlag warnte. Weil er darin nur ein weiteres Bittgesuch vermutete, steckte er den Zettel ungelesen ein.
Eine Stunde später war Cäsar tot. An der Verschwörung gegen den Herrscher beteiligten sich 26 Senatoren unter der Führung des Brutus. Jeder der Mörder stieß sein Messer in den Diktator. Er nahm den Tod gefasst hin. Als er jedoch auch seinen Freund Brutus unter den Mördern sah, sagte er: „Auch du, Brutus?“ Dann verhüllte er sein Gesicht mit dem Mantel und weinte bitterlich.
Alle 26 Mörder des Herrschers wurden, wie der Historiker Plutarch berichtete, bald darauf selbst getötet. Keiner von ihnen starb eines natürlichen Todes.